Netzgeführte Batteriewechselrichter - gibt`s die 3-phasig?

  • Hallo zusammen,


    ich habe heute das Forum maldurchwühlt nach Infos zu Batteriepuffern zur Eigenverbrauchserhöhung.
    Dabei ist mir aufgefallen, dass es offenbar keinen Anbieter gibt, der netzgeführte Batteriewechselrichter anbietet, die von vorn herein so konstruiert sind, dass Drehstrom zur Verfügung gestellt wird.
    Gibt`s so etwas gar nicht am Markt?
    Sind die Batteriewechselrichter grundsätzlich immer einphasig einspeisend und im Bedarfsfall zu 3 Stück zu koppeln?
    Sind diese Systeme grundsätzlich alle inselfähig oder gibt`s evtl. auch preiswerte Modelle, die wie ein normaler PV-WR nur netzgeführt arbeiten?


    Welche Anbieter gibt`s da eigentlich am Markt?
    SMA, Steca, Victron konnte ich schon ermitteln.
    Dabei bin ich bei dem Steca Xtender XTM 2400-24 auf einen Preis von ca. EUR 2000,- gestoßen.
    Ist das die übliche Größenordnung in dieser Leistungsklasse oder gibt`s da brauchbare Geräte, die deutlich drunter sind?

  • Hallo,


    Zitat von kickmethebrain


    der ist offenbar nicht netzgeführt sondern macht seinen eigenen Sinus.
    Wenn das Netz zugeschaltet wird, ist der WR offenbar komplett weg vom Netz.
    Und er braucht als Ergänzung zum Laden der Batterie noch ein Ladegerät, er kann offenbar nur aus der Batterie Drehstrom bereitstellen.
    Aber dass er offenbar wirklich Drehstrom erzeugt ist schonmal etwas.

  • Hallo,


    Zitat von kickmethebrain

    dann hab ich das netzgefürt falsch interpretiert.


    netzgeführt bedeutet, dass der WR vom öffentlichen Netz seine Phasenwinkel und Frequenz vorgegeben bekommt.
    Ohne öffentliches Netz oder ohne Sinuswechselrichter nebst weiterer Stromquelle schaltet er ab, wie ein normaler PV-Wechselrichter auch.


    Zitat von kickmethebrain

    was hast du mit dem wechselrichter denn vor?


    Er soll die 24 Volt 770 AH Batterie von meinem E-Stapler tagsüber mit PV-Strom laden und diesen PV-Strom wieder in`s Hausnetz als Drehstrom einspeisen, wenn die PV-Anlage (30 kwp, siehe unten) weniger produziert als im Hausnetz verbraucht wird, also bei schlechtem Wetter und hauptsächlich nachts.
    Er soll die Batterie nicht laden, wenn der PV-Strom dazu nicht ausreicht und er soll auch nicht soviel von der Batterie in`s Hausnetz einspeisen, dass über den HAK in`s öffentliche Netz abgegeben wird.


    Also die klassische Lösung zur Maximierung des Eigenverbrauchs bei vorhandenem öffentlichen Netz.
    Wenn er dann noch backupfähig (also inselfähig) ist würde ich nicht weinen, aber solche Lösungen sind ja leider noch sehr teuer, darum streiche ich das mal aus dem Lastenheft.

  • Hallo,


    Zitat von hundertprosolar

    beim Powerrouter bin ich zuversichtlich, dass die Leute auch irgendwann eine 3-pahsige Lösung anbieten. Wenn Du also vielleicht noch etwas Geduld hast.... :wink:


    jaa, danke, die hatte ich noch gesucht.


    Im Augenblick würde da 3 x PR30S/S0 für mich in Frage kommen.
    Dazu wird dann der Battery Manager benötigt, wenn ich das richtig verstehe.
    Dazu müsste ich aber meine Strings ändern und den um 4% schlechteren Wirkungsgrad der Powerrouter in Kauf nehmen.


    Da ist wirklich noch Geduld angesagt, um auf eine bessere Lösung zu warten.
    Ich würde viel lieber meine SolarMax WR so am PV-Generator lassen wie sie sind.


    Vielleicht ist`s für mich doch die bessere Lösung, einen 600 Volt MPPT-Batterieladeregler einzusetzen und einen String (20 Module à 250 Watt und 30 Volt MPP) von einem der WR über einen starken DC Schalter auf den Batterieladeregler bei Bedarf umzuschalten.
    Der Umschaltprozess kann ja von den Parametern Batterieladezustand und PV-Einspeiseleistung abhängig gemacht werden, dann passt`s.
    Dazu noch einen Drehstrom-Batteriewechselrichter, ähnlich wie den oben von kickmethebrain genannten (oder auch einen kleineren), jedoch netzgeführt, dessen Einsatz und Leistung vom Strombezug abhängig geregelt wird, fertig.


    So kann dann alles netzparallel betrieben werden, es wird geladen nur wenn`s sinnvoll ist und es wird aus der Batterie nicht in`s öffentliche Netz eingespeist.


    Jemand im Forum hat mal geschrieben, dass 600 Volt MPPT-Batterieladeregler schon am Markt sind.
    Weiss jemand, wer sowas herstellt? Oder auch andere MPPT-Batterieladeregler mit einer Eingangsspannung, die aktuellen Stringspannungen entspricht?

  • Zitat von kickmethebrain

    dann hab ich das netzgefürt falsch interpretiert.


    was hast du mit dem wechselrichter denn vor?


    soll der auch einspeißen?
    dann wirds schwierig und vorallem teuer


    also fremdgeführt (Netzwechselrichter) oder selbstgeführt (Inselnetz) entscheidet (die Akkuspannung bzw.) der SpeicherLadezustand (mit zeitlichen Ausnahmeregelungen? und Verbrauchsprognose?)


    (Der konkurrenz_wirtschaftliche? Schaden? sei mit der Lernkurve der Bevölkerung und der Ressourcenschonung gegenzurechnen???)

  • 3 phasig - Vor und Nachteile:
    Vorteil:
    - Man muß den Hausverteiler nicht umverdrahten (d.h. alles auf eine Phase legen)
    - man kann Drehstromverbraucher betreiben (im normalen Haushalt ist das wohl nur der Herd?)
    Nachteil:
    - viel hoehere Kosten.
    Begruendung - man braucht in einem Inselnetzt immer eine "statistische Absicherung für den Spitzenbedarf". Also wenn man z.B. nur 20 Sekunden am Tag gemeinsam Toaster, Staubsauger, Waschmaschine, Föhn und Geschirrspüler einschaltet, denn reichen 16A Absicherung nicht mehr aus. D.h. man braucht pro Phase im Grunde eine Reserve von mindestens 2-3 KW, damit einem nicht regelmaessig die "Haussicherung rausfliegt". Wenn man also ein Phase hat, dannreicht vermutlich in einem normalen Haushalt 8KW (=5KW+3KW Reserve). Wenn man 3 Phasen hat, dann braucht man 3*3KW + 3*3KW Reserve, weil man eben nicht sicherstellen kann, auf welcher Phase mal eben der Staubsauger, Fön, Toaster, xxx eingeschaltet wird.


    Macht nicht normal 1 Phase mehr Sinn in einer Insel ?


    3 phasig wäre natürlich cool, wenn man ins Hausnetz einspeisen könnte ohne ins EV Netz einzuspeisen. D.h. man mißt genau den Verbrauch und füllt Sekundengenau auf und die Peaks werden vom Netz gedeckt. Ich kenne aber im Moment keine Lösung die sowas anbietet.

  • Hallo,


    Zitat von Henning_PV

    3 phasig - Vor und Nachteile:
    Vorteil:
    - Man muß den Hausverteiler nicht umverdrahten (d.h. alles auf eine Phase legen)
    - man kann Drehstromverbraucher betreiben (im normalen Haushalt ist das wohl nur der Herd?)


    ja, genau daran habe ich gedacht.
    Drehstromverbraucher bei mir sind nur ein paar Maschinen mit max. 1,5 kw.
    Der Herd hat keinen echten Drehstrom, den kann man auch mit 3 unsynchronisierten Phasen betreiben.


    Zitat von Henning_PV

    Nachteil:
    - viel hoehere Kosten.
    Begruendung - man braucht in einem Inselnetzt immer eine "statistische Absicherung für den Spitzenbedarf". Also wenn man z.B. nur 20 Sekunden am Tag gemeinsam Toaster, Staubsauger, Waschmaschine, Föhn und Geschirrspüler einschaltet, denn reichen 16A Absicherung nicht mehr aus. D.h. man braucht pro Phase im Grunde eine Reserve von mindestens 2-3 KW, damit einem nicht regelmaessig die "Haussicherung rausfliegt". Wenn man also ein Phase hat, dannreicht vermutlich in einem normalen Haushalt 8KW (=5KW+3KW Reserve). Wenn man 3 Phasen hat, dann braucht man 3*3KW + 3*3KW Reserve, weil man eben nicht sicherstellen kann, auf welcher Phase mal eben der Staubsauger, Fön, Toaster, xxx eingeschaltet wird.


    Naja, wenn die ganze Sache netzparallel läuft gibt`s sowieso nie eine Überlastung.
    Wenn der Batterie-WR dann an seine Grenze kommt, wird der Rest eben aus dem öffentlichen Netz bezogen.
    Bei `ner Insel sieht das anders aus, da hast Du Recht.
    Aber in Deutschland brauche ich nicht wirklich einen echten Inselbetrieb.
    Vielleicht eine Notstromfunktion für einige Stunden, mehr nicht.

    Zitat von Henning_PV

    3 phasig wäre natürlich cool, wenn man ins Hausnetz einspeisen könnte ohne ins EV Netz einzuspeisen. D.h. man mißt genau den Verbrauch und füllt Sekundengenau auf und die Peaks werden vom Netz gedeckt. Ich kenne aber im Moment keine Lösung die sowas anbietet.


    Genau das ist der Plan.
    Ich denke, das kann erreicht werden, wenn mit einem MPPT-Batterieladeregler die Batterie geladen wird, nur abhängig von der eingespeisten PV-Strommenge.
    Mit einem getrennten Batteriewechselrichter, gesteuert von einem digitalen Stromzähler nach dem Bezugszähler wird die Strommenge geregelt, die der Batterie-WR in`s Hausnetz abgibt.
    Da erhebt sich die alles entscheidende Frage, ob es Batterie-WR gibt (möglichst dreiphasig einspeisende), die eine entsprechende Schnittstelle haben und entsprechend programmiert werden können.
    Die müssen dann eben nicht nach angefragter Last Strom in`s Hausnetz abgeben sondern nur genau so viel, dass kein Strom über den HAK eingespeist wird. Ist eigentlich primär eine Softwarefrage.