Investitionsabzugsbetrag und Eigenverbrauch

  • Der Rest der Verfügung ist einleitendes Geplänkel.


    Eine echte Begründung als solche gibt es nicht, man kassiert einfach mal schlicht und ergreifend die alte Auffassung und vertritt das Gegenteil. Deutsches Steuerrecht eben.

    22 x Sovello SV-X 205 + Aurora PVI 5000

  • Hallo Markus,


    steht in dem einleitenden Geplänkel vielleicht, dass sich die OFD Niedersachsen mit den obersten Finanzbehörden abgestimmt hat?


    Da ich in Hessen wohne, wäre es natürlich gut, wenn die OFD Frankfurt mit der Niedersachsen-Verfügung einverstanden gewesen ist.


    Grüße an das Forum


    Hohmi

  • Ja, da haben sich wohl die ESt-Referatsleiter auf Landes- und Bundesebene abgestimmt. Somit ist das wohl die jetzt geltende Rechtslage und die anderen Bundesländer werden sicherlich ihre Finanzbehörden in ähnlicher Form darüber in Kenntnis setzen!

    22 x Sovello SV-X 205 + Aurora PVI 5000

  • Zitat von MarkusSIC

    Ja, da haben sich wohl die ESt-Referatsleiter auf Landes- und Bundesebene abgestimmt. Somit ist das wohl die jetzt geltende Rechtslage und die anderen Bundesländer werden sicherlich ihre Finanzbehörden in ähnlicher Form darüber in Kenntnis setzen!


    Eine Frage an die Steuerexperten hier im Forum, gibt es inzwischen schon neue Erkenntnisse zum Thema?
    Meine Steuerunterlagen liegen beim FA auf Eis, da nach Aussage der zuständigen Mitarbeiterin die Sachlage noch unklar ist und durch die OFD in SA erst abgesegnet werden muß.
    Offensichtlich gibt es doch (noch) keine bundeseinheitliche Regelung hierzu!?

    Gruß
    handuc

  • Hallo Forum,
    hier ist der Text der Verfügung der OFD Niedersachsen:


    § 7g EStG bei Photovoltaikanlagen, deren Strom nicht vollständig in das allgemeine Stromnetz
    eingespeist wird

    OFD Niedersachsen Verfügung vom 26.03.2012 (S 2183b-42-St 226)
    „Nach Randnummer 46 des BMF-Schreibens vom 8. Mai 2009, BStBl I, S. 633 wird ein
    Wirtschaftsgut ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt, wenn es der
    Steuerpflichtige zu nicht mehr als 10 % privat nutzt. Dabei kommt es nach Auffassung der
    ESt-Referatsleiter des Bundes und der Länder maßgeblich auf die unmittelbare Verwendung
    des Wirtschaftsgutes an, für das ein Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen
    werden soll.
    Eine Verwendung des durch die Photovoltaikanlage produzierten Stroms zu mehr als
    10 % für private Zwecke spricht nicht gegen die Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrages
    nach § 7g EStG. Auf die spätere Sachentnahme des produzierten
    Wirtschaftsguts „Strom“ kommt es bei der Beurteilung der betrieblichen Nutzung des produzierenden
    Wirtschaftsguts „Photovoltaikanlage“ nicht an.
    An meiner in der Bezugsverfügung vertretenen Rechtsauffassung halte ich daher nicht
    mehr fest und bitte, den letzten Absatz im Abschnitt Steuerliche Auswirkungen zu streichen



    Der Absatz, der in der Bezugsverfügung (OFD Niedersachsen v. 17.09.2010 - S 2240 - 160 - St 221/St 222 (NWB DokID: PAAAD-54027) zu streichen ist, lautete:
    "Liegen die Anspruchsvoraussetzungen des § 7g EStG n. F. – insbesondere die verbindliche Bestellung bei Bildung eines Investitionsabzugsbetrages in einem Jahr vor der Betriebseröffnung (vgl. Rdnrn. 18, 28 bis 33 des BMF-Schreiben vom 8. Mai 2009 , BStBl 2009 I S. 633 ) – vor, so kann für die geplante Anschaffung einer Photovoltaikanlage der Investionsabzugsbetrag und nach Anschaffung/Herstellung die Sonderabschreibung in Anspruch genommen werden. Ich weise darauf hin, dass in den Fällen, in denen der selbst erzeugte Strom unmittelbar nach Erzeugung zu privaten Zwecken verbraucht und nur der nicht selbst verbrauchte Strom in das Netz eingespeist wird, Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung regelmäßig nicht zu gewähren sind, weil eine private Nutzung von mehr als 10 % vorliegt (vgl. Rdnr. 46 des BMF-Schreibens vom 8. Mai 2009, a. a. O.)".


    Wichtig für mich scheint jetzt noch die richtige Verbuchung des Direktverbrauchs als Sachentnahme und nicht als Nutzungsentnahme.
    Dann sollte sowohl der IAB als auch die Soder-AfA möglich sein.


    Das hört sich doch alles mal ganz gut an.

  • Das ist mal was. Das hat zumindest Hände.. und die Füße können noch wachsen.


    Natürlich kontert jedes FA außerhalb des Bereiches der OFD Niedersachsen erstmal "Was schert mich die OFD Niedersachsen. Meine vorgesetzte Dienststelle ist die OFD XXX - und die hat mir derartiges noch nicht mitgeteilt."
    Aber das lässt sich dann ja einrichten.
    Hier kann man dann durchaus mal andeuten, dass man gerne bereit ist, in den jackpot einzuzahlen - und weise Männer in Roben noch weisere Worte sprechen zu lassen.



    Nutzungsentnahme???? Die stand nie zur Debatte.
    Wir haben ein Wirtschaftsgut (1 Eimer Strom) der wird aus dem Betrieb getragen und kommt auch nicht mehr wieder.
    ==> Sachentnahme.
    Nutzungsentnahme = ich nutze den betrieblichen Rasenmäher zum mähen des privaten Rasens.
    Und.. der Vollständigkeit halber... Leistungsentnahme = ich lassen den Mitarbeiter den privaten Rasen mähen.


    (Sind nur feine Unterschiede für das letztlich Gleiche. Dient nur dazu, dass man in mündlichen Prüfungen was zu fragen hat. Für die Praxis ohne Belang.)

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  • Hallo Kpr,


    die Art der Entnahme stand meines Erachtens nach sehr wohl zur Debatte.
    Die Finanzverwaltung hatte doch bisher den IAB und die Sonder-AfA versagt, weil das Wirtschaftsgut Photovoltaikanlage privat verwendet wurde (Nutzungsentnahme)


    Zu der jetzt günstigeren Aussage kommen wir ja nur dadurch, dass gesagt wird, der erzeugte Strom wird für privat entnommen (Sachentnahme) und nicht die Anlage privat genutzt.

  • Zitat von macnetz

    Hallo,


    die Bayern braucht Niedersachsen nicht zu scheren - die haben das anscheinend immer schon so gemacht ;)


    Grüsse
    Anton


    Gibts da für Bayern auch eine Verfügung, hat die zufällig jemand ?

  • wenn die zicken - einfach mal auf die OFD Niedersachsen berufen.
    Man muss die dann auch schon ein bißchen aus dem Loch locken. (Glaub mal wohl.. so gerne schreibt man nicht, dass einen eine andere OFD nicht interessiert. Der SB weiß ja auch wo das enden kann.)


    hohmi
    o.k. - jetzt dämmerts. Auf den Gedanken kommt ein auf indirect tax getrimmtes Hirn nicht.
    Wenn wirklich jemand dieser Argumentation folgt, dann nur um gesichtswahrend aus der Nummer rauszukommen.
    Es kann ja keine Frage sein, daß hier nicht etwa jemand die Anlage dazu verwendet, um privaten Strom zu produzieren;
    sondern von der Anlage produzierten (betrieblichen) Strom für private Zwecke entnimmt.



    Wenn das wirklich der Grashalm war, an dem man sich aufgehangen hat - dann kippt die Rechtsauffassung nun zurecht.
    (Dann hab auch ich nicht mehr das große Problem, mich an die veränderten Verhältnisse zu gewöhnen.)

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