Erstaunliche Erkenntnis: Sinn der Blindleistungseinspeisung!

  • kommt drauf an ob dein netzbetreiber unter oder überspannungsprobleme hat. bei unterspannungsproblemen, wird dieser übererregte fahrweise und bei überspannungsproblemen (ist am häufigsten) untererregte fahrweise anordnen. im normalbetrieb einen cos phi von 1 fordern. aber da du eh nur 10 kWp hat, würde ich cos phi = 1 einstellen solange niemand anderes etwas fordert.

  • darstellend ist mehr denn schreiben

    Entschuldigt bitte wenn ich ein 8 Jahre altes Thema ausgrabe, aber die Zeichnung der 4 Quadranten lässt mich einfach nicht in Ruhe.


    Im Netz findet man unter Blindleistung 4-Quadranten andere Bezeichnungen der Quadranten, siehe Beispiele:





    Ist das Bild aus #3 falsch ?


    Ich war davon ausgegangen dass die Quadranten eindeutig sind in der Benennung so z.B. auch in den Parametern die im WR hinterlegt sind.


    LG

  • Tja, kann man so nicht sagen, da bei den wenigsten Graphen dabei steht, ob sie nach Verbraucherzählpfeilsystem oder nach Erzeugerzählpfeilsystem sind.


    Ciao


    Retrerni

  • im Wechselrichter wird bei Cos phi 0.95 untererregt eine negative Blindleistung angezeigt,

    dann ist dein Wechselrichter falsch eingestellt. Bei Untererregung eilt der Strom vor und kompensiert damit induktive Blindleistung.

    Dein Wechselrichter wirkt dann wie eine Kapazität.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Nein der WR ist nicht falsch eingestellt, ich kann dir das auch genau erläutern:


    Ohne Wechselrichter (nachts) habe ich im Haus immer um die +500var:

    (gemessen vom SMA Home Manager)


    Da garantiere ich dir, dass die +500var kapazitiv sind, bedingt durch div. Schaltnetzteile im Haus.

    Wenn ich morgens (ohne WR) die Rollläden hoch fahre, dann sinkt die Blindleistung etwas, sprich die Motoren (Induktivitäten) wirken mit -xx var auf die Blindleistung im Haus.


    Den Wechselrichter kann ich nicht falsch einstellen, ich habe Q(U) gewählt, also Blindleistungsbereitstellung zur Spannungssenkung bei Bedarf - hier kann man kein über-/untererregt einstellen! Das ist fest hinterlegt im WR.

    Siehe auch: RE: Frage zum Sunny Tripower 6.0 - STP6.0-3AV-40


    Wenn der WR dann - 500var (kurzzeitig) bereit stellt, dann geht die Gesamtblindleistung am Hausanschlusspunkt auf 0 - er gleicht also die vorhandene kapazitive Blindleistung der Schaltnetzteile aus (so wie die Rolllädenmotoren).


    Ich habe Zugriff auf noch einen Wechselrichter (Marke weiß ich gerade nicht), der speist auch immer negative Blindleistung ein - und der ist sicherlich nicht auch falsch eingestellt.

  • Ohne groß nachzulesen.

    Untererregt bleibt untererregt, egal ob das Ding als Motor läuft, als Generator oder im Leerlauf ist.

    Letzteres gibt es tatsächlich für die variable Blindleistungseinstellung.

    Und untererregt bedeutet induktives Verhalten.

    Also so wie eine Drossel, egal ob in Serie oder parallel.

    Wird auch benutzt um die Spannung abzusenken.


    Bei Übererregung ist es genau umgekehrt, auch hier ist es egal ob Wirkleistung aufgenommen oder abgegeben wird.

    Eine übererregte Maschine verhält sich wie ein angeschlossener Kondensator.


    Bei Q(U) Regelung wählt der Wechselrichter selber ob sich übererregt oder untererregt verhalten muss.


    Die Schaltnetzteile verhalten sich überhaupt nicht kapazitiv.

    Weder die neuen die alle mit aktiver PFC arbeiten,

    noch die alten oder Kleinnetzteile.

    Der Glättungskondensator wirkt sich nicht wie ein Kondensator auf der AC Ebene aus sondern bewirkt eine nichtsinusförmige Stromaufnahme. Strom wird nur während der Spannungsspitzen des Sinus gezogen.

    Noch schlimmer sind Einweggleichrichter wie sie gerne zur Leistungsreduktion von Industrieföns benutzt werden.

  • Die Schaltnetzteile verhalten sich überhaupt nicht kapazitiv.

    Weder die neuen die alle mit aktiver PFC arbeiten,

    noch die alten oder Kleinnetzteile.

    Der Glättungskondensator wirkt sich nicht wie ein Kondensator auf der AC Ebene aus sondern bewirkt eine nichtsinusförmige Stromaufnahme. Strom wird nur während der Spannungsspitzen des Sinus gezogen.

    Noch schlimmer sind Einweggleichrichter wie sie gerne zur Leistungsreduktion von Industrieföns benutzt werden.


    https://perfekte-netze.de/schaltnetzteile/


    Zitat

    Es ist eine moderne Unsitte, welche Netzrückwirkungen durch Konsumer-Netzteile verursacht werden.

    Die Wirkungsgrade liegen bei einigen Netzteilen bei unter 50%. Der „Rest“ wirkt als kapazitive Blindleistung netzrückwirkend auf die Niederspannungs- und Mittelspannungsnetze.

  • Da hat irgendwer irgendwas hingeschrieben was früher in Teilen richtig war.

    Früher gabe es auch noch Trafonetzteile und Schaltnetzteile ohne oder mit passiver (Seriendrossel) PFC.

    Zum Glück hat er den Unsinn zusammen mit anderem Unsinn in einen Satz gepackt.

    Ein Netzteil mit 50% Wirkungsgrad würde bei Nennleistung die gleiche Leistung nochmals verheizen.

    Du könntest kein Netzteil mehr gefahrlos anfassen oder der Lüfterlärm würde dich verrückt machen.

    Der Teillastwirkungsgrad wird schlechter als bei Nennlast, allerdings sind die absoluten werte dann kleiner.

    Mehr als 1 Watt soll ein Netzteil welches sich im Haushalt befindet und untätig am Netz hängt nicht ziehen.

    In der Praxis sind es mittlerweile deutlich weniger.


    Die Argumente zum CrestFaktor waren übrigens richtig, sind aber schon lange Geschichte.


    Es gibt eine Form von "Netzteil" die sich kapazitiv verhält.

    Das sind solche mit Serienkondensatoren als verlustlosem Vorwiderstand.

    Wird gerne in billigst LED Lampen verwendet und führt u.a. zu bösem Flimmern.

    Wer so etwas kauft ist selber schuld.

    Stress machen im Netz übrigens nicht die Kapazitäten sondern die Induktivitäten.

    Ein paar Kondensatoren schaden da nicht.


    Zu unseren Wechselrichtern.

    Die arbeiten mittlerweile über weite Bereiche mit 98% Wirkungsgrad, nur bei geringer Last wird der Wirkungsgrad schlechter, unterschreitet aber so gut wie nie 80%, und dann geht es um Gesamtleistungen im Bereich von um die 100Watt, also Verluste im Bereich von 20 Watt bei Nennleistungen von 10.000 Watt.