Wärmedämmung

  • Hallo allerseits,
    habe bisher leider zu dem Thema noch keine wirkliche Aussage gefunden.
    Wir haben ein Haus 1 1/2geschossig mit Südausrichtung des Schrägdachs. Dämmung allgemein ist nicht schlecht allerdings ist die Mineralwolle nicht unbedingt der beste Schutz vor Hitze und eine Aufheizung lässt sich nicht ganz vermeiden.


    Gibt es Erfahrungen oder eventuell belastbare Aussagen inwieweit sich Aufdach Solarmodule hinsichtlich Hitzeschutz für die darunter liegenden Zimmer als positiver Nebeneffekt eignen? Immerhin sind die Aufdach-Module typischerweise hinterlueftet und damit knallt die Sonne nicht direkt auf die Dacheindeckung.


    Danke und Gruss Hpman

  • Na ja, die Dachziegel werden auf jeden Fall nicht mehr so heis, die Sonne scheint ja nicht mehr direkt drauf.
    Die Ziegel sind halt ständig im Schatten.

    Wasserkraft, Naturenergie welche wohl als erste die Stromerzeugung ermöglichte, ist sicher Verfügbar, nicht nur wenn die Sonne scheint.

  • Hallo Hpman,


    es ist schon ein für die Bewohner deutlich spürbarer Entlastungseffekt im Sommer da. Dies kann ich selber und auch andere Leute die ich kenne bestätigen. Die Oberflächen werden hinter schattenwerfenden und im allgemeinen auch hinterlüfteten PV-Modulen ja kaum noch wärmer als die Umgebungstemperatur. Ob du allerdings belastbare Zahlen findest, ich denke das wird schwer. Übrigens kann sich dieser Entlastungseffekt über Sommer energetisch auch leicht negativ auf das Gebäude auswirken, nämlich in der übrigen Jahreszeit, allerdings, je besser die vorhandene Wärmedämmung im Dachbereich ist desto geringer sind die negativen Auswirkungen.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • wenn es unter dem Dach im Sommer zu heiß wird, dann ist die Dämmung wohl doch eher zu schlecht
    und das lässt sich durch PV Module auf dem Dach auch nicht beheben
    die Module mögen evtl. im Sommer eine (vielleicht auch nur gefühlte?) Besserung bringen
    gegen den Energieverlust im Winter helfen sie bestimmt nicht

  • Danke für die bisherigen Antworten. Meine Vermutung scheint sich da ja zu bestätigen, habe bisher leider dazu keine Aussagen von Solarfirmen dazu gelesen. Im Zeitalter der Förderkürzung wäre diese Argument durchaus (für mich) kauffördernd.


    jodl
    Zu heiss ist relativ, selbst mit guter Dämmung und auch entsprechender Materialauswahl wird sich eine Aufheizung nur vermindern. Im Gegensatz von zu kalt,wo man einfach Heizung aufdrehen, bekommt man die Wärme nur mit nicht vorhandener Klimaanlage vermindert :).


    Hpman

  • Zitat von Hpman

    jodl
    Zu heiss ist relativ, selbst mit guter Dämmung und auch entsprechender Materialauswahl wird sich eine Aufheizung nur vermindern. Im Gegensatz von zu kalt,wo man einfach Heizung aufdrehen, bekommt man die Wärme nur mit nicht vorhandener Klimaanlage vermindert :).


    Hpman


    Na so kann man das auch nicht stehen lassen. Ich habe 16cm WD auf der Fassade und 18cm zwischen den Sparren. Wenn ich im Sommer die Fenster einigermassen zu lasse und tagsüber verschatte, kann ich locker 20-22 Grad in der Wohnung halten.

  • Zitat von Hpman

    jodl
    Zu heiss ist relativ, selbst mit guter Dämmung und auch entsprechender Materialauswahl wird sich eine Aufheizung nur vermindern.


    richtig
    und zwar soweit daß du keine weiteren Maßnahmen mehr brauchst um die Räume behaglich und bewohnbar zu halten


    Zitat von Hpman

    Im Gegensatz von zu kalt,wo man einfach Heizung aufdrehen, bekommt man die Wärme nur mit nicht vorhandener Klimaanlage vermindert :).


    "einfach Heizung aufdrehen" ist die Denkweise von vorgestern
    das muß man sich auch leisten können, oder wollen


    Zitat von Hpman

    bekommt man die Wärme nur mit nicht vorhandener Klimaanlage vermindert :).


    wenn das Dach richtig gedämmt und das Ganze auch anständig ausgeführt ist, dann braucht man die Wärme nicht vermindern, weil sie dann garnicht drinnen ist


    der Gedanke an eine Klimaanlage ist in so einem Fall vollkommen abwegig

  • Mal für Österreich gesprochen: Hier gibt es die ÖNORM B 8110 "Wärmeschutz im Hochbau" Teil 3: "Wärmespeicherung und Sonneneinflüße". Darin wird auch die sommerliche Überwärmung geregelt. Sommerliche Überwärmung gilt als vermieden wenn die empfundene Raumtemperatur in einem Raum während einer Hitzperiode +27°C (am Tag) und +25°C (in der Nacht) an maximal 130 Tagen in 10 Jahren überschritten wird.
    Die empfundene Raumtemperatur kann man mit einem "Wet-Bulb-Globe-Termometer" messen (kurz auch "globe-termometer" genannt). Die Norm gibt es seit 1999. Alles was davor gebaut wurde wird davon nicht erfasst.
    Soweit zur Theorie.
    Wenn du es wirklich wissen willst musst du dich an einen Profi wenden. Ansonsten gibt es ein paar Dinge, die man vorab vermuten kann:
    Haben die Zimmer Fenster (vor allem Dachfläche) mit außenliegender Verschattung? Wenn nicht rauf damit, weil diese Quelle kann dir eine PV nicht erlegen. Auch alle anderen Fenster sollten eine Verschattung außen haben. Alles andere ist nutzlos.
    Könnte die Dämmung im Dachstuhl abgesackt sein? sowas kann man leider nur mittels Thermographie ermitteln

  • Hallo, war leider paar Tage unterwegs. Danke fuer die verschiedenen Antworten.


    Aktuell bewohnen wir das Objekt noch nicht, wird gegen September bezogen. Daher fehlen mir letztlich genaue Angaben was uns wirklich an Temperaturen erwartet. Dachdämmung ist 160mm mit Mineralwolldämmplatten, Dachfenster gibt es nur ein grosses was ich aber mit Aussenrollo nachrüsten möchte.


    Erfahrungswerte, mehr oder weniger verlässlich, sind aber meinerseits aus anderen Objekten vorhanden, eines davon mit eigentlich besserer Wärmeschutzdämmung. Angesprochen wurde auf jeden Fall die Lüftung morgens und abends, ohne die sicherlich keine vernünftige Temperatur erreicht werden kann wobei ich die 20-22 Grad im Hochsommer als sehr ambitioniert empfinde, das schaffte ich bisher nicht mal in einer Altbau Erdgeschoss mit eher Nordausrichtung. Die Chefin ist aber leider auch nicht immer zu überzeugen die physikalisch optimalen Lüftungszeiträume einzuhalten :)


    Keine Frage Heizung aufdrehen halte ich auch nur bedingt zeitgemäss, nur EnEv 2004 ist nun mal kein Passivhaus, was ich auch definitiv nicht dahingehend aendern werde. Nur kälter wird es nur durch eine extra nachzurüstende Klimaanlage. Das halte ich für ökologisch schlimmer, insofern ist mir als "Kaltschläfer" eine passive Lösung durch Verschattung lieber. Ich werde dahingehen versuchen mir genaue Daten von den derzeitigen Mietern geben zu lassen. Leider macht eine Entscheidung pro oder gegen PV weniger Sinn je länger es dauert. Nur mit Verschattungseffekt möchte ich eine solche Anlage nicht betreiben.


    Gruss Hpman

  • Zitat von Arlberg


    Diese Temperaturen halte ich nicht für möglich, es sei denn Du wohnst irgendwo auf den Bergen oder Dein Haus hat nie direkte Sonneneinstrahlung.
    Wir haben hier ähnliche Dämmstärken, die Fenster sind immer zu und bei Sonne die Rolläden unten, die Lüftungsanlage versorgt die Räume sogar mit vorgekühlter Frischluft unter 20°. Und trotzdem sind die von Dir genannten Gradzahlen utopisch.
    Wenn mehrere Wochen am Stück draußen tagsüber 30° vorliegen und nachts die Temperaturen auch nie unter 20° fallen, dann steigt auch die Innentemperatur in den Räumen kontinuierlich an. Durch die gute Wärmedämmung dauert es zwar länger, aber irgendwann kommt auch dort der Temperaturanstieg an.
    Gerade im Dachgeschoss auch mit 18cm Dämmung hast Du im Hochsommer keine Chance auf angenehme 20-22° zu kommen.


    Gruß,
    Ryan