Finanzierung mit null Eigenkapital ?

  • Hallo PV ler
    Ich habe so ziehmlich null Ahnung von der Materie auserdem was ich hier im Forum lesen konnte was im übrigen supertoll ist!
    Ich habe nun ein Angebot vorliegen über eine 6,12 KWp Anlage mit einem Fronius Wechselrichter und Schletter Montagesystem für Module YL 170 poly für 28029€ entspricht 4580€ /KWp Zzgl Mwst und Montage nochmal 330 €/KWp Zzgl Mwst und dann noch der Anschluß der ENBW was nochmal 630 € kostet. Also so alles in allem 35000 € Meine Frage ist das tatsächlich möglich so eine Anlage völlig ohne Eigenkapital (das ich nun wirklich nicht habe ) zu finazieren was heißen soll so eine Anlage finanziert sich ganz alleine oder ist das nur Bauernfängerei???
    Besten Dank für kompetende Auskünfte :?:

    Sonnige Grüße
    Rainer
    33 Solara 890 TIM 190 W Mono
    1x SMA SB 2100
    1x SMA SB 3800
    Leistung nach Messprotokoll 6.38 KWp

  • Hallo Jürgen
    Danke für deine Antworten. Sicherheiten wäre kein Problem mir wäre aber wichtig zu wissen ob der Ertrag der PV Anlage ausreicht damit sie sich selber abbezahlt oder muß man irgentwann zuschießen das würde mein Budget nicht hergeben?

    Sonnige Grüße
    Rainer
    33 Solara 890 TIM 190 W Mono
    1x SMA SB 2100
    1x SMA SB 3800
    Leistung nach Messprotokoll 6.38 KWp

  • Hallo Rainer,


    herzlich Willkommen im Forum.


    Es ist keine Bauernfängerei. Die Bank finanzieren dir die Anlage teilweise bis zu 100% auch ohne Eintrag einer Grundschuld eines Gebäude sondern rein mit einer Abtretung des Enispeisevertrags.


    Gruß Elektron


    P.S. ist das das Jettingen bei Günzburg?

  • Hallo WRainer,
    wie ariba schon geschrieben hat ist dies so möglich.
    Werde Anfang 2006 auch eine PV-Anlage installieren und werde diese Finanzieren.
    Habe vorab schon mal bei meiner Bank nachgefragt.


    Dies würde ich Dir auch empfehlen, und mein Bänker hat mir auch noch einige Tipps gegeben und meine Angebote überprüft. :P:P


    Übrigens kannst Du vielleicht genauere Angaben zum Standort der Anlage machen ??? und um welche Modul-Typ handelt es sich.


    Hast du auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erhalten ???
    Was wurde Dir gesagt wieviel Stromertrag Du erwirtschaftest pro kWp ???


    Grüß Anfänger

    Module: 27x Sanyo HIP210 NHE1/5,67kWpWechselrichter: 1x SB 5000 TL MS

  • Zitat

    Hallo,


    wir lieferten 2005 ca 3,5mwp an Anlagen und montierten diese auch. Hierbei haben wir auch einige Anlagen finanziert. Wenn Interesse besteht einfach kurze email an


    Hallo ariba,
    bei aller Ehre für Deine Beiträge, aber dieses Forum sollte nicht genutzt werden um hier auf Kundenfang zu gehen. Wir wissen nun mittlerweile alle wieviel kWp (upps sorry mWp!) du bereits installiert hast und trotzdem hast du es noch nötig auf diese Art und Weise an Neukunden zu kommen?


    Gruß Elektron

  • Lieber Rainer,
    heutzutage geht alles und jegliche Bank will selbstredend nur dein Bestes – dein Geld.
    Jeglicher Verkäufer, Anbieter, ..., will nur dein Bestes – dein Geld.
    Alle können dir etwas vorrechnen, das es geht!
    Und alle sagen die Wahrheit im Bereich:
    KONSERVATIV – SERIÖS – OPTIMISTISCH - UNSERIÖS


    Und selbstverständlich ist auch eine 100 % Fremdfinanzierung o. k., zumal sie aus Sicht der Eigenkapitalbildung (fremd Finanzieren und parallel privat Ansparen (Achtung! Neuer Freibetrag ab 2006)) ziemlich interessant ist. Und nur deshalb!
    Das ist alles o. k.


    Aber wie immer, kommt es auf die Randbedingungen an.
    Das Problem ist, ob es für dich in Ordnung geht und für dich passt!
    Deshalb bitte ich dich, vor deiner Entscheidung ernsthaft verschiedene Dinge zu überlegen:


    Wenn du heute tatsächlich ein Darlehen bekommst um 4 % effektiv, dann kriegst du dieses Darlehen zwar für 20 Jahre, hast es aber mit einer Zinsbindung bis höchstens 2016. Bis zum Jahr 2026 kannst du aber so nicht weiter kalkulieren, weil du damit rechnen musst, dass du die Anschlussfinanzierung nicht unter 7 % bekommst. Wenn doch, na toll. Aber weißt du was 2016 ist und bis dahin passiert?
    Wie alt bist du dann? Kannst du deine persönliche berufliche und finanzielle Situation bis dahin abschätzen? ...
    Wenn du ein Unternehmen besitzt, sieht das natürlich anders aus. Da gibt es bestimmte Ausgleichsmöglichkeiten, die dir als normaler Arbeitnehmer einfach fehlen und die durch nichts zu kompensieren sind! D. h. deine Sicherheiten helfen nicht dir mehr viel weiter, wenn es eng wird. Sie werden ohne die Chance auf Alternativen von der Gläubiger-Bank verwertet. Auf deutsch: Du bist deine Hütte samt PV-Anlage los. Punkt.
    Das unterschreibst du im Darlehensvertrag!


    Die Anlage läuft zwar selber. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Sonne jeden Tag aufgeht und Strom produziert ist auf absehbare Zeit sehr hoch. Aber dennoch hast du Betriebskosten. Das fängt von den Ablesekosten des EVU und der PV-Versicherung (ein Muss bei Darlehensfinanzierung) an und hört bei den regelmäßig auszutauschenden Varistoren und den zyklischen Kontrolldurchsichten der Anlage und dem Steuerberater und der Briefmarke nicht auf. Das sind alles eigentlich ganz winzige Posten und Positionen, die sich problemlos auf rund 700 Euro pro Jahr aufaddieren können – mal mehr und mal weniger. Immerhin sind das p. a. etwa 2% der Investitionskosten! Rechne mal nach, ob die in der vorgelegten Musterkalkulation enthalten sind und wieviel das vom Jahresertrag ausmacht!
    Du hast doch eine Musterkalkulation gekriegt, oder?


    Gleichzeitig musst du Rücklagen bilden für Reparaturen oder den irgendwann fälligen Austausch des (der) Wechselrichter(s). Die haben zwar heute schon 5 Jahre Garantie. Aber die leben nicht ewig und ab dem 6. Jahr bezahlst du die jedoch selber. Wenn du dafür p. a. auch 200 Euro veranschlagst, sollte die Rücklage dafür gerade reichen. Wenn so ein Marder mal ein Kabel durchgeknabbert hat und deshalb etliche Module abgebaut und wieder angebaut werden müssen, macht das auch kein Solarteur für ein Taschengeld. Jedenfalls müssen diese Aufwendungen zusätzlich zu Zins und Tilgung erwirtschaftet werden.


    Die steuerlichen Vorteile kehren sich plötzlich um, wenn nicht spätenstens im Jahre 10 ein positives Betriebsergebnis nachgewiesen wird. D. h. die erstattete Umsatzsteuer muss verrzinst an das Finanzamt zurückgezahlt werden. Woher nimmst du dieses Geld bei 100% Finanzierung???
    Ein positives steuerliches Ergebnis ist bei dem derzeitigen Verhältnis von Investitionskosten und Finanzierungskosten bei 100%-Finanzierung und halbwegs realistischer Abschätzung nicht erreichbar. Ein nennenswerter Nettogewinn auch über 20 Jahre ist bei den heutigen Preisen und Vergütungen und konservativer Rechnung unmöglich!!!


    Nicht gerechnet ist dabei die Ertragsminderung durch Degradation, also der Alterung der PV-Zellen. Die Zellen nach älteren Technologien halten inzwischen schon über 20 Jahre. Das ist richtig. Aber diese Zellen sind mit denen der neueren (Massen)produktion nicht mehr vergleichbar. Und wenn du dir die Garantiebedingungen der Hersteller anguckst, musst du wirklich Glück haben, wenn so ein Degradationsfall in deinem Sinne reguliert werden wird. Versuch das mal im Jahre 2014 bei Yingli in China, wo deine Module herkommen. Darüber habe ich schon mal an anderer Stelle geschrieben.


    Noch ein Wort zu den Sicherheiten – natürlich wieder meine ganz persönliche Ansicht.
    Stell dir bitte eine Situation vor, bei der dein Haus aus irgendwelchen Gründen plötzlich und zwingend umgebaut werden muss, z. B. wegen behindertengerechter Einrichtungen, Türen, Treppen, Zugänge oder so. Oder das Wasserleitungsnetz muss erneuert werden, oder ...
    Du musst nicht annehmen, dass bei den dann anstehenden Finanzierungsfragen für Hypotheken oder Darlehen von den Banken auf deine Situation Rücksicht genommen wird. Jeder Geldverleiher und die Gläubiger allgemein wollen an die erste Rangstelle im Grundbuch, wenn ein Grundstück oder Eigenheim oder so beliehen werden soll. Im Falle der PV-Anlage ist diese dann belegt. Das bedeutet, das für die zweite Rangstelle die Beleihungsgrenze sinkt. Du zahlst dann etliche Prozentpunkte mehr für die Verzinsung, oder, wenn dann dein aktuelles Einkommen nicht stimmt – kriegste garnix!
    Bitte überlege also, ob du mit diesen Aussichten und der Berücksichtigung deiner Verantwortung für dich und deine Familie immer noch eine solche Anlage mit einer derartigen Finanzierung willst!


    Mir würden mindesten noch zehn weitere Gründe einfallen, warum für mich als Privatperson eine 100% Fremdfinanzierung der PV-Anlage nicht in Frage käme.
    Ausnahme: Die PV-Anlage als Sicherheit, gegen Abtretung der Einspeisevergütung und möglicher Sonderzahlung. Frage deshalb mal beim Post-, Spar- und Darlehensverein nach oder bei der Umweltbank.
    Zweite Ausnahme: Beamter im höheren Dienst. (Unkündbarkeit)
    Dritte Ausnahme: Die 100% Finanzierung ist Cash-gedeckt (durch Bargeld, Wertpapiere, veräußerbare Beteiligungen usw.) – also jederzeit ablösbar.



    PV ist eine herrliche, sinnvolle und vor allem nachhaltige Sache. Überlege, was passiert, wenn du die Anlage kleiner machst und zwar nur so groß, dass sie mit Sicherheit und ohne Probleme spätestens im 10. Jahr dein Eigentum und voll bezahlt ist. Du kommst dann mit einer Anlagengröße von etwa 3 kWp und einem Fremdfinanzierungsanteil von weniger als 50 % bei etwa 8 bis 10.000 Euro Eigenkapital raus.


    Ansonsten denke in Ruhe nach, diskutiere mit deiner Familie über das Problem, stelle hier im Forum deine Fragen. Aber lasse die Finger von der Sache, wenn dir auch nur die geringsten Zweifel an der Durchfürbarkeit deines Vorhabens kommen.

    Alles Gute und
    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Wow das nen ich mal nen objektiven Ratschlag :D
    Danke dir Doris ich dachte mir schon das mir hier im forum geholfen wird aber du hast dich ja richtig reingekniet Supi!
    Ich werd mir deine Ratschläge zu Herzen nehmen mir noch ein paar Anlagen anbieten lassen und dann mal mit Bank und Steuerberater sprechen was ich noch nicht getan hab die Sache steckt ja noch in den Anfängen.
    Ich habe mir auch schon überlegt die Anlage kleiner auszulegen oder vielleicht durch eigenleistung die Anschaffungskosten zu senken.
    So wie ich näheres weis laß ich es dich/euch natürlich wissen :wink:

    Sonnige Grüße
    Rainer
    33 Solara 890 TIM 190 W Mono
    1x SMA SB 2100
    1x SMA SB 3800
    Leistung nach Messprotokoll 6.38 KWp

  • Eigenleistung kann aber auch in die Hose gehen.


    Bitte nicht vergessen, die ganze Anlage sollte ja mind. 20 Jahre auf dem dach bleiben.


    Die kosten die im Bereich Installation anfallen, sind zu vernachlässigen. Besser einen gute seriösen Anbieter mit fairen Preisen suchen.
    Es gibt nicht mehr viele, aber es gibt sie noch.
    Es muß nicht nur das Modul oder der WR passen, sondern die komplette planung und Installation. Viel Arbeit wenns etwas werden soll.