Unterschied Hoppecke "OPzS solar.power" zu "normalen OPzS"

  • Weiß jemand, wo genau die Unterschiede zwischen den genannten Akkutypen liegen, und wann man welchen verwendet?


    Aus den Datenblättern werde ich nicht recht schlau:


    • Zyklenlebensdauer (1500 Zyklen bei 80 % Entladetiefe) scheint bei beiden identisch zu sein
    • Bei den "normalen OPzS" ist angegeben, dass eine Niedrig-Antimon-Selen Legierung verwendet wird, und dass sich dadurch eine Gebrauchsdauererwartung von bis zu 20 Jahren ergibt. Bei den "OPzS solar.power" steht davon nichts, und es ist überhaupt keine Gebrauchsdauererwartung angegeben. Wie lange halten die "OPzS solar.power" im Netzparallelbetrieb?
    • Bei den "OPzS solar.power" wird die besondere Eignung für den Teilentladebetrieb (also Beginn eines neuen Entladezyklus vor der vollständigen Aufladung) hervorgehoben. Inwiefern sind die normalen OPzS hier schlechter? Wie äußert sich das?
    • Die "OPzS solar.power" haben eine "serienmäßig vorbereitete Elektrolytumwälzung". Wofür braucht man die? Und was braucht man zusätzlich, um sie zu verwenden?
    • Die "OPzS solar.power" scheinen, wenn man Typen mit ähnlichen C10-Werte vergleicht, etwas günstiger zu sein?
  • Ich seh dies als Kundenverarschung an und ein Versuch billiger zu wirken als die Konkurenz
    OPzS waren eigentlich immer mit C10 angegeben , wenn Hoppecke nun denkt Ihre gleichen zb OPzS 600 Zellen nun als OPzS solar.power 910 anzubieten, also mit C100 Werten ist dies irreführend (Gewicht ist das gleiche )


    Gruss Lars

  • Trotzdem ist aber "OPzS solar.power 910" etwas günstiger als "OPzS 600", also muss irgendwas anders sein? Die Frage ist nur, sind die solar.power eher besser oder eher schlechter? Vor allem die fehlende Angabe zur Gebrauchsdauererwartung irritiert mich.

  • wo sind sie den günstiger ? kenne keinen Laden wo beide parallel angeboten werden :!:



    Ich sage es sind exact die gleichen Zellen

  • Ich auch nicht, ich bin halt von den jeweils günstigsten mir bekannten Preisen ausgegangen. Also 263 Euro für die "OPzS solar.power 910" zum Beispiel bei Solar-qqq und 293 Euro für die "OPzS 600" zum Beispiel bei MBW Electronic.

  • OPzS Batterien, egal von welchem Hersteller, sind Panzerplattenbatterien, welchen den großen Vorteil haben, dass sie sowohl für zyklische Anwendungen (beispielsweise Photovoltaik) als auch für stationäre Anwendungen im Stand-by Betrieb sehr gut geeignet sind. Der niedrigere Antimongehalt bewirkt, dass die Gasungsmenge verringert wird und die Zellen und Blöcke länger Nachfüllintervalle haben. Das durch Antimon suboptimierte Tiefentladeverhalten ist dabei aber in einem ausgewogenen Verhältnis von Lebensdauer und Zyklenfestigkeit. OPzV Zellen und Blöcke (Wartungsfreie Gel Batterien (VRLA) - keine AGM Mist) beispielsweise, haben eine PbCaSn Legierung verbaut. Dies bewirkt, dass die Zellen und Blöcke nur in sehr verringertem Maße gasen und so Zellen und Blöcke nahezu Wartungsfrei sind. Diese Variante ist für den Privatanwender eh zu bevorzugen.


    Aber zurück zu der eigentlichen Frage.


    Die Zellen und Blöcke der Solarbaureihe sind absolute identisch zu den von euch so genannten "normalen" OPzS. Dies ist aber keine Verarsche, sondern viel mehr bedingt durch die verschiedenen Zielmärkte. Verschiedene Zielmärkte mit verschiedenen Anforderungen bedürfen unterschiedlich Argumentationspunkte! Klingt logisch, oder? Die Gebrauchsdauer bei Photovoltaikanwendungen ist bedingt durch die zyklische Anwendung meist in Anzahl der Zyklen angegeben und nicht in Jahren. Macht auch Sinn, oder? Wenn ich meine OPzS Zelle bei einer Umgebungstemperatur von 20°C nur zu 30% entlade, kann ich durchaus mit einer Gebrauchsdauer von ungefähr 5000 Zyklen rechnen. Dies würde bei täglichen Entladezyklen eine Lebensdauer von rund 13 Jahren bedeuten. Gelegentliche Starkladungen (Überladung oberhalb 2,4V/Zelle) sollten allerdings sichergestellt sein.


    In stationären Anwendungen finden wir oft Endladungszeiten von rund 10 h (C10). Die Aufladung erfolgt über einen Netzzugang und alles ist schön. Im Erneuerbare Energiensektor sind durch die unregelmäßigeren Lademöglichkeiten (Sonne und Wind sind ja nicht immer da) die Entladezeiten deutlich höher. Im Photovoltaikanwendungen kalkuliert man durchaus mit Autonomiezeiten von 3-5 Tagen. 4 Tage x 24h sind eben 96 Stunden. Daher auch Kapazitätsangeben von C100.
    Das ich über eine 100h Entladung eine Batterie viel effizienter Entlade und somit auch wesentlich höhere Kapazitäten entnehmen kann, als über eine 5h Entladung sollte jedem einleuchten. Eine Batterie entlädt sich eben nicht linear, sondern exponentiell. Deshalb auch Entladekurve und nicht Entladelinie.  Deshalb auch 6 OPzS 600 C10 =670Ah und die gleiche Zelle als Solarausführung 6 Solar-OPzS 900 C100 =933Ah!



    :shock::juggle::shock:

  • :danke: Wilfried,


    sind sehr interessante Ausführungen.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Zitat von Wilfrieddaswiesel

    OPzS Batterien, egal von welchem Hersteller, sind Panzerplattenbatterien, welchen den großen Vorteil haben, dass sie sowohl für zyklische Anwendungen (beispielsweise Photovoltaik) als auch für stationäre Anwendungen im Stand-by Betrieb sehr gut geeignet sind. Der niedrigere Antimongehalt bewirkt, dass die Gasungsmenge verringert wird und die Zellen und Blöcke länger Nachfüllintervalle haben. Das durch Antimon suboptimierte Tiefentladeverhalten ist dabei aber in einem ausgewogenen Verhältnis von Lebensdauer und Zyklenfestigkeit. OPzV Zellen und Blöcke (Wartungsfreie Gel Batterien (VRLA) - keine AGM Mist) beispielsweise, haben eine PbCaSn Legierung verbaut. Dies bewirkt, dass die Zellen und Blöcke nur in sehr verringertem Maße gasen und so Zellen und Blöcke nahezu Wartungsfrei sind. Diese Variante ist für den Privatanwender eh zu bevorzugen.
    Aber zurück zu der eigentlichen Frage.
    Die Zellen und Blöcke der Solarbaureihe sind absolute identisch zu den von euch so genannten "normalen" OPzS. Dies ist aber keine Verarsche, sondern viel mehr bedingt durch die verschiedenen Zielmärkte. Verschiedene Zielmärkte mit verschiedenen Anforderungen bedürfen unterschiedlich Argumentationspunkte! Klingt logisch, oder? Die Gebrauchsdauer bei Photovoltaikanwendungen ist bedingt durch die zyklische Anwendung meist in Anzahl der Zyklen angegeben und nicht in Jahren. Macht auch Sinn, oder? Wenn ich meine OPzS Zelle bei einer Umgebungstemperatur von 20°C nur zu 30% entlade, kann ich durchaus mit einer Gebrauchsdauer von ungefähr 5000 Zyklen rechnen. Dies würde bei täglichen Entladezyklen eine Lebensdauer von rund 13 Jahren bedeuten. Gelegentliche Starkladungen (Überladung oberhalb 2,4V/Zelle) sollten allerdings sichergestellt sein.


    In stationären Anwendungen finden wir oft Endladungszeiten von rund 10 h (C10). Die Aufladung erfolgt über einen Netzzugang und alles ist schön. Im Erneuerbare Energiensektor sind durch die unregelmäßigeren Lademöglichkeiten (Sonne und Wind sind ja nicht immer da) die Entladezeiten deutlich höher. Im Photovoltaikanwendungen kalkuliert man durchaus mit Autonomiezeiten von 3-5 Tagen. 4 Tage x 24h sind eben 96 Stunden. Daher auch Kapazitätsangeben von C100.
    Das ich über eine 100h Entladung eine Batterie viel effizienter Entlade und somit auch wesentlich höhere Kapazitäten entnehmen kann, als über eine 5h Entladung sollte jedem einleuchten. Eine Batterie entlädt sich eben nicht linear, sondern exponentiell. Deshalb auch Entladekurve und nicht Entladelinie.  Deshalb auch 6 OPzS 600 C10 =670Ah und die gleiche Zelle als Solarausführung 6 Solar-OPzS 900 C100 =933Ah!


    Kann ich fast Wort für Wort unterschreiben.
    Auf den Datenblättern der Hersteller findet man Tabellen der unterschiedlichen Modelle mit Nennkapazität - jetzt meist C100 und gleich dem Batterietyp, wie von dir beschrieben. Daneben die Angaben für C10 und C20 oder ähnlich und das Gewicht der Batterie. Da kann man doch prima vergleichen. Hatte nach der Umstellung auch einige Fragen deswegen an Hoppecke.
    Inzwischen sind alle Werte im Auslegungsprogramm eingepflegt - und weiter gehts. Man muss nur wissen, was man damit anfängt.


    Grüße Kalle Bond

  • Hm....


    Trotzdem eigenartig , warum man nicht einfach einen C100 Wert mit angibt , bei den regulären OPzS im Datenblatt und lieber ein anscheinend billiger wirkendes Zweitprodukt ( oder Zweitbrochüre) welches identisch ist , auf den Markt zu bringen ....Machen ja andere Batterie Hersteller auch nicht ! Ein und dasselbe Auto werden ja auch nicht als Golf und seperat als "Golf sparsam" angeboten :roll: Nur weil der eine in der Stadt fährt und der andere Langstrecke bei 80 kmh und weniger Sprit verbraucht auf 100 km
    Es ist ja schliesslich immer verschieden , wie man eine Batterie im System auslegt ......... das mit 4 Autonomie Tagen erschliesst sich nicht wirklich für mich als Argument. Da eine Anlage am Äquator wohl anders funktioniert als in Norddeutschland , oder eine Netzgebundene Anlage zur Eigenverbrauchsoptimierung eigentlich nur durch die Nacht kommen muss, eine kleinere Batterie mit mehr Solar dem Nutzer mehr bringt als eine riessen Batterie mit weniger Solar :juggle:
    Eine Hybridanlage mit Wind, Solar ,Wasserkraft oder auch mit verbrennungs motor-generatoren anders arbeitet als nur mit einer Ladequelle
    Wichtiger ist das die Relation zwischen PV Generator und Batterie passt und seltsamer weise , die Bedienungsanleitung beider Hoppecke versionen bedient sich dann wieder dem C10 Wert , wenn es ums Laden geht .


    Aus der Bedienungsanleitung von den beiden identischen Zellen mit den unterschiedlichem Namen von Hoppecke



    weiter


    Nur in der Solar Serie gibt es keine OPzS 200 :roll: und in der Produktbeschreibung steht nirgends was von Nennkapazität



    Also ich bleib dabei ..... eigentlich Verarsche und das diese Verarsche funktioniert , hat man hier im Forum ja schon mitbekommen und ich kenne dies auch zu genüge von anderen Gegebenheiten ............


    Man fragt einen Batterielieferanten nach Angeboten über eine 1xxx ah Batterie und bekommt einige Alternativen angeboten und der unwissende Kunde ist nicht richtig informiert über die "C" Bedeutung


    Deshalb kann eine C100 Batterie billiger ausschauen als sie ist ..............


    Deshalb meine ich es sollte genormt werden ......... und der Hoppecke Weg ist der falsche , mit 2 Brochüren vom selben Produkt


    Mit freundlichen Gruss auch an Hoppecke


    Lars

  • Hier sollte vielleicht kurz auf die wie oben bereits genannte " serienmäßige Vorbereitung der Elektrolytumwälzung" eingegangen werden. Die ist bei einer "normalen" OpzS nämlich nicht vorhanden.


    resultierend aus der EUW = reduzierung Ladefaktor, aufhebung von Säureschichtung im Teilzyklenbetrieb --> längere Lebensdauer der Zellen.


    Wenn auch kein riesen Unterschied aber es ist einer da.


    Bei einer PzS (Gabelstapler) beispielsweise wird die Kapazität in C5 angegeben. Es halt immer auf den Endanwenderfall zugeschnitten. Was ja auch richtig ist. Kein Kunde möchte von einer Autostarterbatterie die c10 wissen, da kommts dann auf den Sekundenbereich an. Und bei Solar ist eben die Langzeitentladung typisch.


    Gruss Bastl