Trickreich oder? Rundsteuerempfänger außer Betrieb

  • Hallo Frank,


    bis spätestens Ende des Jahres muss du dich auf jeden Fall entscheiden.


    Welche Regelung nun für die beste Lösung ist kommt auf die Auslegung deiner Anlage und evt. Eigennutzung an. Kannst du uns hier noch genaue Angaben machen. (Größe, Standort, Ausrichtung, WR´s, Eigennutzung usw.)


    Wie weiter vorne beschrieben gitb es im Rahmen der aktuellen Neuregelung des EEG2012 genau in diesem Punkt noch einigen Klärungsbedarf. Deshalb ist/soll das Einspeisemanagement bis zum 31.12.2012 erstmal ausgesetzt werden.
    Diesen Sachverhalt würde ich erstmal mit der RWE klären. Sollten sie immer noch auf eine sofortige Umsetzung bestehen, dann würd ich mich an Deiner Stelle mal mit der Clearingstelle in Verbindung setzen, ob die geplante Verschiebung für alle Anlagen gilt die 2012 ans Netz gegangen sind oder nur für die anch dem 01.04.


    Das Einspeisemanagement mit Abregelung über RSE oder 70% Regelung wird auf jeden Fall kommen nur die technische Umsetzung und die Rahmenbedingungen werden sich hierzu mit Sicherheit noch ändern und hoffentlich für Deutschland einheitlich sein. Derzeit kocht jeder Netzbetreiber mal wieder sein eigenes Süppchen und denkt sich nette Zusatzoptionen aus.


    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Hallo
    Danke für deine antwort. Habe 12,5 kwp, SW SMA 12000 und Eigennutzung.
    Wie wende ich mich am besten an die Clearingstelle?


    Gruß
    Frank

  • Hallo Frank,


    die Clearingstelle erreichst du über ein Anfrageformular, dass du hier runterladen kannst: http://www.clearingstelle-eeg.de/anfrageformular. Im Vorfeld solltes du die RWE nochmal auf den Punkt Aussetzung des Eispeisemanagement nach aktueller Entscheidung im Bundestag vom 29.03.2012 hinweisen und dass du, falls die RWE weiter auf eine Entscheidung besteht, dich dazu an die Clearingstelle wenden willst.


    Wann ist denn deine Anlage in Betrieb gegangen vor oder nach dem 01.04.?


    Für die Umsetzung des Einspeisemanagement benötigtst du neben einen Datenlogger der den WR steuert und den Rundsteuerempfänger den die RWE für nette 700,- € stellt (andere Netzbetreiber nehmen da für erheblich weniger Geld oder bieten soagr eine Miete an). Vorteil: Eine Abregelung kommt nur in seltenden Fällen vor und den Ausfall bekommst du auch vergütet. Nachteil: die Kosten liegen hier über 1.100,- € für die Installation.


    Bei der 70% Regelung darfst du nicht mehr wie 70% der Generatorleistung (12,5 kWp) also 8,75 kW am Übergabepunkt einspeisen. Dies lohnt sich nur, wenn du den Überschuss selbst verbrauchen kannst. Dazu sollte man ein intelligentes Energiemanagement einsetzen der den WR individuell abregelt, so dass die 70% am Einspeisepunkt gewärleistet sind.


    Im Moment bietet Solare Datensysteme für beide Möglichektien eine sehr innovative Lsöung an. Da du nur einen WR im Einsatz hast würde hier ien SolarLog 200 als Basisgerät für beide Varianten reichen.


    Für das Einspeisemanagement benötigst du einen SolarLog 200 PM+ (399,- € netto) für die 70% Regelung reicht ein
    normaler SolarLog 200 (299,- € netto) aus. Für den WR benötigst du eine SMA RS485 Data Modul (86,- € netto). Die Nutzung von Bluetooth ist für das Einspeisemanagement nicht zulässig.
    Für die 70% Regelung sollte dein Bezugszähler noch über einen S0-Anschluss verfügen, darüber wird dann mit dem SolarLog in Abhängikeit des Eigenverbrauches die Abregelung des WR´s übernommen, so dass immer an Übergabepunkt 70% anliegen.


    Neben der Regelung hast du dann auch einen vernüftigen Datenlogger, der die Anlage auch noch auf Fehler überwacht.
    Die Kosten kannst du, wie bei deiner Anlage auch steuerlich geltend machen. Wenn du also bei deiner SW-Anlage einen hohen Eigenverbracuh sicherstellen kannst bis du mit der 70% Regelung im Vorteil. Ansonsten kommt es zu Ertragsverlusten, die man über die 20 Jahren berechnen muss um abzuwägen, ob sich die Investition in das teuere Einspeisemanagement speziell bei den überzogenen RWE Preisen lohnt.


    Details zu den neuen Funktionen des SolarLog findest du hier: http://www.photovoltaikforum.c…enstrombedarf-t76571.html


    Den SolarLog kannst du im Internet oder beim Händler deine Vertrauens kaufen.


    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Noch ist das neue EEG mit all seinen Aenderungen nicht in Kraft, es gilt noch das alte EEG2012, incl. Einspeisemanagement. Erst wenn das neue EEG dann in Kraft tritt kannst du aufs Einspeisemanagement bis Ende des Jahres verzichten, wenn du aber vor dem Inkrafttreten ans Netz willst wirst du dich wohl dran halten muessen. Insofern im Zweifel halt erstmal 70% waehlen und nach Inkrafttreten wieder auf 100% aendern lassen, bis Ende des Jahres.

  • Hallo dridders,


    bei dem Einspeisemanagement ist dies rechtlich gesehen richtig, da aktuell das EEG 2012 (ohne die Rö&Rö Änderungen) in Kraft ist. Dies wäre aber meiner Meinung nach ein lohnendes Thema für die Clearingstelle. Der Punkt wurde ja nicht ohne Grund auf 31.12.2012 verlegt, da noch keine vernünftige Regelung in der Umsetzung auf Seiten der Netzbetreiber und auch Industrie für das Thema gibt. Dies findet man auch in den Anwendungshinweisen des Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministeriums vom 21.12.2011: http://www.erneuerbare-energie…_anwendungshinweis_bf.pdf


    Zitat

    Dies bedeutet, dass der Anlagenbetreiber seiner Pflicht nach § 6 Absatz 2 Nummer 1 oder Nummer 2 Buchstabe a EEG 2012 erst nachkommen kann, wenn der Netzbetreiber ihm alles notwendige mitgeteilt und ggf. notwendige technische Parameter vorgegeben hat. Die Anforderungen kann der Anlagenbetreiber nicht erfüllen, solange der Netzbetreiber ihn nicht über die konkreten Anforderungen informiert hat. Allerdings obliegt es dem Anlagenbetreiber die entsprechenden Informationen anzufordern.


    Auch SMA verweist aktuell auf die Verschiebung des Einspeisemanagement: http://www.sma.de/de/news-info…integration/eeg-2012.html


    Die Anforderungen um die es hier geht sind ja gerade strittig, da einige Netzbetreiber über "Wucherpreise" Zusatzgewinne eintreiben wollen und andere das Einspeisemanagement als Not-System nutzen wollen was eigentlich gemäß VDE-AR-N 4105 über andere Funktionen gelöst ist. Ein gute Beispiel ist doch der Preis für den RSE: bei der RWE 700,- € bei der EnBW nur 122,- € für die gleiche Funktion - findest du das in Ordnung?


    Somit mit Sicherheit eine lohnenswerte Diskussionsbasis mit dem Netzbetreiber sofern er sich querstellt. Der Aufwand für ein Telefonat und die Mail an die Clearingstelle ist mit Sicherheit geringer, wie gleich klein beigeben und bei diesem unklaren Thema auf Ertragseinnahmen zu verzichten, sofern die 70% nicht von Haus aus anlagentechnischen Gründen (Ost/West-Dach) gegeben sind.


    Man darf in diesen Bereich nicht einfach aufgeben und sich vom Netzbetreiber alles gefallen lassen.


    Viele Grüße
    Wolfgang

  • wat ich oder sonst einer von uns in Ordnung findet spielt dabei doch gar keine Rolle... wenns nach uns Betreibern ginge bräuchte es den ganzen Quatsch nicht, und auch mancher VNB hätte den Aufwand sicher lieber nicht an der Backe, wie man hier ja schon lesen konnte. Nur: der VNB sitzt erstmal am längeren Hebel. Wenn der ein Einspeisemanagement will, dann will er eins, sonst gibts keine Zähler und keinen Anschluss ans Netz. Dagegen kannst du dann klagen. Allerdings hast du aktuell keine wirkliche Rechtsgrundlage und musst also seeeeehr darauf hoffen den Richter überzeugen zu können. Und nur weil das im Entwurf schon steht und vermutlich auch so verabschiedet wird dürfte das für den Richter kein Grund sein... genauso gut könnte sich das Gesetz ´auch noch ändern. Und in Anbetracht der Kosten der 70%-Lösung wird er wohl auch sagen das du aus Schadensbegrenzung heraus die hättest einrichten lassen müssen und dann nur Anspruch auf max. 30% Schadenersatz für die Zeit hast die du später ans Netz gekommen bist. So oder so wird der Schaden dann nur geschätzt... wenn die Monate jetzt mies werden magste damit gut weg kommen, meist denke ich aber das du eher schlecht damit fährst.
    Ich für meinen Teil würde mich auf jeden Fall nicht auf sowas einlassen und deswegen den Netzanschluss verzögern. Dafür steht das ganze auf zu wackligen Beinen. Einschalten der Clearingstelle ok... aber auch das kann dauern bis du Antwort erhältst. Manchmal ist da "klein beigeben" der sinnigste Weg, hier mit der 70% Regelung, und dann im Anschluss wieder ändern auf 100%, bis was geregeltes da ist. Die Kosten sind wohl sehr überschaubar für den 5-Minuten-Besuch des Solateurs um wieder auf 100% zu schalten nach Inkrafttreten vom Gesetz. Das Risiko bei den anderen Varianten ist da weit größer. Und wer dann streiten will und 'ne Rechtschutz hat die das abdeckt, der kann immer noch die Rechnung vom Solateur plus Schadensersatzforderung beim VNB einreichen und schauen was passiert...

  • Hallo dridders,


    wer will denn gleich klagen - da hat man nach genauer Gesetzesauslegung / -gültigkeit tatsächlich keine Chance. Aber ein höffliches Vermittlungsgespräch mit dem Netzbetreiber kostet erstmal nichts und eine Anfrage bei der Clearingstelle ebenfalls nichts. Wie du es ja selbst schreibts gibt es einige Netzbereiber die ja selbst das Thema nicht wollen. Warum also bei gütiger Einigung was machen was noch nicht endgültig geklärt ist.


    Sicherlich wird es Netzbereiber geben, die auf die Einhaltung bestehen und sofern der Einspeisetermin dadurch in Gefahr gerät hat man rechtlich bis zum 11.05. bzw. der geplanten Gesetzesveröffentlichung bis Ende Mai keine Wahl.


    Aber Fragen und eine sachliche Diskussion schadet nichts und kostet kein Geld.
    Nichts zu tun ist gleich verloren.


    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Natürlich sollte man da immer erstmal das Gespräch suchen, aber das hatte ich für selbstverständlich gehalten. Und klar sind die Chancen da besser wenn man informiert ist und seine Sicht untermauern kann. Nur wenn im Gespräch halt nichts raus kommt macht eben alles weitere voererst keinen Sinn.

  • Ich verstehe die ganze Diskussion nicht ob der FRSE jetzt geht oder nicht.
    Der Netzbetreiber hat das Recht so eine Anlage zu verlangen. Dadurch gibt es zwei Nutzer:


    Erstens den Betreiber, der dadurch nocht auf 70% gedrosselt wird. Das wird erfüllt, ob der FRSE jetzt funktioniert oder nicht, der Netzbetreiber nimmt die Anlage ja so ab.


    Zweiter Nutzer ist der Netzbetreiber. Dieser könnte die Anlage abregeln, wenn es nötig ist. Wenn das nicht funktioniert ist es sein Risiko, denn er hat die Anage nicht richtig fertiggestellt. Der Betreiber hat meiner Meinung gar kein Recht die korrekte Funktion vorgeführt zu bekommen. Er hat auch keine Einsicht wie die Funksignale entstehen, oder ob dieses Gerät immer funktioniert.


    Es wurden schon einige größere Kraftwerke von mir auf solche Abregelsysteme umgerüstet. Es gab Netzbetreiber, welche sich nicht nur mit der Zusage, dass der Umbau abgeschlossen ist abgefunden haben, sondere einige ließen sich die Funktion wirklich vorführen. Diese bestätigten dann auch, dass teilweise schon die Grenze erreicht wird, dass wirklich abgeregelt werden muss. Das geschieht meist zuerst bei größeren EEG-Anlagen. Es ist leichter ein paar MW abzuregeln, als viele kleine Anlagen.
    Es ist also nicht so, dass generell diese Abregelung nur als Ärgernis verwendet wird.
    Dass die Netzbetreiber solche Anlagen nicht funktionsfähig halten und wohl überteuerte FRSE verkaufen ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Im Fall wenn wirdlich mal in größerem Maß abgeregelt werden müsste, gefährden nicht funktionierende Anlagen das Netz.
    Das wiederum ist allerdings Sache der Netzbetreiber.

    Wasserkraft, Naturenergie welche wohl als erste die Stromerzeugung ermöglichte, ist sicher Verfügbar, nicht nur wenn die Sonne scheint.