Randabstände der Module am Dach

  • Hallo!
    Auch wir wollen uns eine Photovoltaikanlage aufs Dach montieren lassen und wissen im Moment überhaupt nicht mehr, was und wie. Jeder erzählt uns etwas anderes :cry: . Über Module etc. habe ich hier ja mittlerweile viel gefunden. Was uns jetzt noch Kopfzerbrechen bereitet ist folgendes:
    ein Anbieter will uns die Module so verkaufen, dass (bis auf einen Teil in der Mitte wegen Schornstein und Gaube) das Dach vollständig bedeckt ist, also sowohl oben als auch an den Seiten direkt bis zum Rand abgedeckt ist. Auch unten zur Regenrinne hin ist nur wenig Ziegel zu sehen. Argument: Das geht mit den Modulen gut aus und würde keinen Nachteil bedeuten.
    Ein anderer Anbieter rät uns deutlich davon ab, er meint es müssen sowohl oben als auch an den Seiten mindestens 1 Ziegel zu sehen sein, sonst könnten wir Schwierigkeiten mit dem Wind bekommen und unten auch mindestens genausoviel, da wir sonst Schwierigkeiten mit dem Ablauf bekommen.
    (Unser Dach hat eine Neigung von 35°, die Module würden direkt daraufgelegt.)
    Was meint Ihr dazu?


    Ich hoffe, es kann mir hier jemand helfen.


    Danke!


    Sabine

  • Also der Wind ist kein Argument, die Module sind fest mit dem Gestell und Dach verbunden.
    Wenn du in einer schneereichen Gegend wohnst, ist es sogar besser die Module weit unten anzusetzen. Der dachziegel würde das abrutschen des Schnee's verhindern. Man sollte aber nicht zu weit runtergehen, sonst rinnt das Wasser bei Sturm über die Regenrinne. Wie immer im Leben ist zuwenig und zuviel des Narrens Ziel wie ein altes Sprichwort sagt.


    In der Tat ist es manchmal aber auch schwierig den optimalen Abstand zu erreichen. Die Modulgröße kann da schon ein Wort mitspielen, dann muß man halt auch einen Kompromiss eingehen.

  • Hallo Sabine,
    auch ich habe mein Dach komplett mit Modulen belegt.
    Siehe hier: http://www.ist-schaumburg.homepage.t-online.de/solarlog


    Die ersten Stürme und den ersten Schnee habe ich auch überstanden, ohne Probleme.


    Wenn es mit den Modulen so eben gut hinkommt, spricht nichts dagenen.


    Gruß
    Jürgen

    66x Sharp ND155E1 - 10.23 nominal
    1x SMA TL5000& 1x SMA TL4200 (ausgetauscht 12.06)
    SolarLog400 seit 12.2005
    E.ON Westfalen-Weser
    !Neue HP-Adresse!

  • Zitat von Walter

    Also der Wind ist kein Argument, die Module sind fest mit dem Gestell und Dach verbunden.
    Wenn du in einer schneereichen Gegend wohnst, ist es sogar besser die Module weit unten anzusetzen. Der dachziegel würde das abrutschen des Schnee's verhindern. Man sollte aber nicht zu weit runtergehen, sonst rinnt das Wasser bei Sturm über die Regenrinne.


    Dem kann ich auch nur zustimmen, so wird auch von uns in der Regel montiert, aber die Ausnahme bestätigt die Regel.


    sonnige Grüße
    Jürgen

  • Hallo!
    Danke Euch für die schnellen Antworten. Da bin ich zumindest in der Hinsicht mal beruhigt. Heute ist auch noch ein weiteres Angebot eingetroffen, da werden wir morgen mal Blätter wälzen :wink: und Angebote vergleichen!


    Viele Grüße


    Sabine

  • allo sabine,


    in der pv gibt es eine richtlinie die besagt, das man zum dachrand 30 cm einhalten soll. die din 1055 stellt ein richtwerk dafür dar.....ärgerlich ist es immer wieder, wenn 10 cm firstlänge oder ortganglänge fehlen und dafür eine reihe wenige module aufs dach passen :-(

  • Dies kann man pauschal nicht beantworten, da dies stark abhängig von dem gewählten Montagesystem und der Anzahl der Dachbefestigungspunkte abhängig ist.


    Es gibt Hersteller, die die Statiknorm nicht auf die leichte Schulter nehmen und hier die nötigen Sicherheiten mit einbauen. Teilweise kann es sein, das ein Randabstand von 1m (!) gewählt werden sollte oder aber die Anzahl der Befestigungspunkte erhöht werden.


    Desweiteren sollte nach unten genügend Abstand gewählt werden, da ansonsten die Regenrinne für die Füße ist. :wink:

  • Hallo Sabine :P


    Im September 2004 habe ich unsere 15 kWp Anlage auf unserem ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude in Betrieb genommen. Die Höhe bis zur Dachrinne ist ca. 10m. Um die gesamte Anlage habe ich bis zum Dachrand einen Dachziegel Abstand. Wir haben uns riesig gefreut und meinten die Anlage optimal montiert zu haben. Der Abstand des Gebäudes bis zur Durchfahrtsstraße ist so ca. 4m. Dann kam der erste Schnee, der Pulverschnee rutschte noch ganz sachte vom Dach auf den Gehweg und war nicht gefährlich. Dann kam nasser Schnee und Frost, der ca. 15 - 20 cm hohe Schnee ist dann auf den Modulen festgefroren. Wir waren gespannt was jetzt kommen wird und meinten der Schnee rutsche auch so sachte runter. Aber weit gefehlt. Als der Schnee zu rutschen anfing, rissen sich immer so ca. 4 - 5 m² große Schneeplatten los und schossen mit Schwung über die Dachrinne hinweg und stürtzten mit lautem Krach mitten auf die vielbefahrene Straße. Es war sehr gefährlich und dauerte so ca. 3 Stunden bis kein Schnee mehr auf den Modulen lag. Nirgends lag mehr Schnee nur noch vor unserer Scheuer auf der Straße - es war sehr gefährlich, wir hatten Glück daß nichts passiert ist - es mußte schnell gehandelt werden. Mit einer Hebebühne haben wir dann nachträglich ein 30cm hohes, speziel angefertigtes Schneefanggitter montiert - die Gefahr war behoben. Leider konnte das Gitter nur noch zwischen Dachrinne und letzter Platte montiert werden, eine andere Möglichkeit gab es nicht mehr. Dadurch habe ich jetzt vom Herbst bis zum Frühjahr fast den ganzen Tag auf der untersten Modulreihe etwas Schatten vom Schneefangitter und natürlich dadurch auch 2005 bei 15 kWp - ca. 500 kWh weniger "Ertrag". Mir wäre es lieber gewesen unten über der Dachrinne 2 oder 3 Dachziegel Platz zu haben und das Schneefanggitter würde keinen Schatten auf die Module werfen. Mich hat niemand darauf hingewiesen deshalb schreibe ich das hier so ausführlich damit Andere die zur Zeit eine Anlage planen auch diesen Aspekt des rutschenden Schnees beachten. Jeder muß selber entscheiden ob der rutschende Schnee gefährlich ist oder nicht. Allerdings geht bei mir Sicherheit vor Ertrag. Ich bin aber trotzdem mit meiner Anlage sehr zufrieden und habe 2005 pro kWp 970 kWh "Sonnenstrom" geerntet.


    Grüße aus Oberschwaben, wo gerade ein Schneesturm tobt


    Hubsi
    :P

    PVI - 15 kWp - 120 Kyocera Module - 3 Fronius WR - ans Netz Sept. 2004
    PVII - 7 kWp - 44 IBC (Sharp) Module - 2 SB 3300TL WR - ans Netz Januar 2006

  • Nachtrag zu Schneefanggitter - Schatten


    Die 500 kWh weniger Ertrag (2005) bei meiner Anlage mit 15 kWp, kommen natürlich nicht nur durch den Schatten des Schneefanggitters, sondern auch dadurch, daß durch das Schneefanggitter der Schnee jetzt viel länger auf den Modulen liegen bleibt. Muß das noch genauer beobachten. Aber so ist es halt im Leben, so wie man hier im Forum liest steigen manche tollkühnen Männer hoch aufs Dach und befreien die Module vom Schnee, ich mußte mit der Hebebühne hoch und Schneefanggitter anbringen damit der herabstürzende Schnee keine Schäden (Unfälle) verursacht.


    Aber das nächste Frühjahr, der nächste Sommer kommen bestimmt mit hoffentlich viel :D


    Gruß Hubsi

    PVI - 15 kWp - 120 Kyocera Module - 3 Fronius WR - ans Netz Sept. 2004
    PVII - 7 kWp - 44 IBC (Sharp) Module - 2 SB 3300TL WR - ans Netz Januar 2006