Infrarotheizung mit Photovoltaik

  • Hallo Zusammen,
    ich bin ganz neu hier und will mich über Infrarotheizungen schlau zu machen. Vielleicht könnt ihr mir ein paar Erfahrungsberichte geben: Ich würde gerne mein Haus auf Infrarotheizkörper umrüsten,da ich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach habe.Müßte durch den Eigenverbrauch ein interresantes Modell sein. . Ich habe aber noch keinerlei Erfahrungswerte über jährliche Kosten. Ich hab zwar schon ein wenig recherchiert, aber man bekommt ja nur positive Argumente. Gibt es auch negative? Habe einen [http://www.infrarotheizung-sho…4-Dekor-Heizelemente.html]Shop[/url] gefunden der Infranomic Heizelemente vertreibt. Hat jemand von euch bereits Erfahrung mit Infranomic gemacht?


    Ich freue mich auf euer Feedback!
    Danke und mt freundlichen Grüßen
    Gerhard

  • Moin Gerhard und Willkommen im Forum!


    Infrarotheizungen werden meines Wissens durch elektrische Heizdrähte betrieben. Der Wirkungsgrad ist demnach ähnlich gut wie bei einer Glühbirne. So 99% Wärme sollten aus der selben Leistung Strom zu erzeugen sein. D.h. eine kWh kostet dich ca. 22ct/kWh.


    Nun solltest du überlegen, wann du die Wärme aus der Heizung benötigst. Meist wenn draußen keine Sonne zu sehen ist oder Abends, wenn die Sonne schon untergegangen ist. Meiner Meinung nach passt hier das Verbrauchsverhalten nicht zur Stromerzeugung einer PVA zusammen. Mit einer Kleinwindanlage sähe das etwas besser aus. Es lässt sich also nur der Eigenverbrauch erhöhen, wenn du diese Infrarotheizungen nur bei Sonnenschein betreibst, da nur verbraucht werden kann, was zeitlich erzeugt wird.


    Im übrigen, halt ich nicht viel davon etwas "edles" wie Strom 1:1 in simple Wärme umzuwandeln. Das ist in etwa so, als wenn man neue Möbel als Brennholz verwendet. :roll: Mit einer Wärmepumpe sehe das schon etwas besser aus.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


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  • Hallo,


    der ganze Umbau kostet Geld. Also sollte man erst mal schauen ob sich am Haus irgendwo Dämmung lohnt. Das ist der erste Ansatz, denn danach wird die Heizung gewählt. Evtl. braucht man weniger kw Heizleistung, das ist wichtig. Somit eine kleinere Heizung, oder PV Anlage. Eine Wärmepumpe ist eine bessere Wahl wenn man mit Strom heizen will. Immerhin braucht die 1kwh Strom und macht daraus 3kwh Wärme. Die Wärmepumpe kann weiterhin mit den normalen Heizkörpern betrieben werden (sofern die aktuell genug sind und die Vorlauftemperaturen gering sein können). Sie speichert je nach Auslegung auch Wärme, d.h. der Strom wird tagsüber genutzt und Abends steht Wärme zur Verfügung.


    Allerdings geht das nicht in jedem Haus, es hängt von vielen Faktoren ab ob eine (und welche) Wärmepumpe Sinn macht. Der beste Anfang ist sich mal unabhängig beraten zu lassen wie man am Haus Energie sparen kann. Letztendlich entscheidet man sich danach für die Dimensionierung der Anlage.


    Einfach direkt den PV Strom in eine Elektroheizung zu stecken ist zu schade, insbesondere wenn man die Möglichkeiten der Dämmung ausläßt.
    Dann würde ich eher per Strom einen Wasserspeicher aufheizen, da kann man die Wärme später entnehmen.

  • Ich kann jetzt nicht viel zu den angeführten Produkten sagen, aber generell ist eine Wärmestrahlungsheizung (Wandheizung) besser als eine Konvektionsheizung.
    Zu beachten ist allerdings wie heiß die Wärmequelle wird und wo diese angeordnet wird. Bei einer Fußbodenheizung können bei sehr warmen Temperaturen zu Staubaufwirblungen führen. Daher sind dort niedrige Temperaturen angesagt. Allerdings ist eine Fußbodenheizung sehr träge. Wandheizungen sind da wesentlich reaktionsschneller, die im link gezeigten Flächenmodule wahrscheinlich noch schneller als die verputzte Wandheizung. Allerdings werden diese wie konventionelle Heizkörper angeordnet, z.B. 2 pro Raum. Besser wären Wärmebänder die im unteren Bereich der Wand verlaufen und eine gleichmäßige "Ausleuchtung" des Raumes ermöglichen. Es entstehen so weniger Infrarotschatten. Die Strahlungswärme nimmt auch mit der Entfernung ab, daher ist die "Ausleuchtung" von allen Seiten besser für das gesamte Temperaturraumverhalten, als wenn es nur eine Quelle gibt, die da viel stärker strahlen müsste.


    Theoretisch würde eine direkte elektrische Infrarotheizung günstiger sein als eine wassergeführte Wandheizung, welche nur direkt elektrisch aufgeheizt wird. Bei einer Wärmepumpe sieht es natürlich anders aus, da man mit mithilfe des Stroms der Umwelt Wärme entzieht und diese dann verwendet.


    Aber andererseits ist zu beachten: Wenn ich meinen PV-Strom für die Heizung verwenden will, dann lohnt sich das nur, wenn die Sonne scheint. Wenn es aber bewölkt und dunkel ist, dann muss ich Strom zukaufen. Das ist dann die zur Zeit teuerste Weise zu heizen.

  • Hi!


    Hier nochmal der heutige Tagesverlauf meiner 6,9kWp Anlage. Es war neblig und die Leistung lag bei weniger als 15% der installierten Nennleistung.


    Wie viel will man mit 3,5kWh/Tag heizen?

  • Hallo Gerry1,


    Meine Eltern haben letzten Winter in Ihrem Haus auf Infranomic-Heizungen umgestellt (früher Ölöfen). Die Heizpanelle hängen an der Decke, somit bleibt mehr Platz und die Wärme verteilt sich auch gut. Die Heizkörper werden mit Funkthermostaten geregelt.


    Ich bin total begeistert von dem Konzept - zumindest in Häusern, in denen noch keine Zentralheizung existiert und diese auch nur mit hohem Aufwand realisiert werden kann.


    Zur Kombination mit dem Eigenverbrauch: Damit das Heizkonzept mit Infrarotheizkörpern funktioniert, gilt das gleiche wie bei einer "normalen" Heizungssystemen - es reicht nicht, wenn nur tagsüber geheizt wird. D.h. tagsüber funktioniert diese Kombination gut, allerdings wirst du nachts auf zugekauften Stom setzen müssen.


    Wir setzen demnächst auch auf die Kombination von PV und Infrarotheizungen - die Dachanlage ist bereits bestellt und wird noch diese Jahr in Betrieb genommen. Dabei werden wir versuchen über die Thermostate den Eigenverbrauch zu optimieren.


    Viele Grüße
    Sonnenscheinchen007

  • ich halte grundsätzlich so eine Infrarotheizung für die falsche Entscheidung
    wenn in einem Haus noch keine Zentralheizung eingebaut ist, dann muß man wohl davon ausgehen daß schon alleine aufgrund vom Baujahr der energetische Zustand sehr schlecht ist
    der einzige Vorteil von so einer Stromheizung ist dann, daß man ohne große Investitionen und Umbauarbeiten Wärme in die Bude bringt
    das was man sich aber an Investitionen spart, wird man über kurz oder lang an Betriebskosten drauflegen
    rechnen wird sich das nur bei recht kurzfristiger Betrachtung ("ich lebe sowieso nicht mehr lange")
    und auch mit PV-Eigenverbrauch wird das nicht besser, weil Erzeugung und Verbrauch genau entgegengesetzt sind


    insofern wären Log-Daten der geplanten Anlage von "Sonnenscheinchen007" sicher interessant - ist eine Überwachung vorgesehen?

  • Hallo zusammen,


    Leider ist im Moment noch keine Überwachung vorgesehen. Außerdem wird die PV- Anlage wohl erst Ende des Jahres abgenommen werden.
    Allerdings muss ich noch zum Verständnis ergänzen, dass beispielsweise in der Küche meiner Eltern ein 600W-Element an der Decke hängt. Selbst bei zweistelligen Minusgraden war die Anlage über den Tag gesehen im Schnitt nur 10 Stunden an und das obwohl das 16qm-Zimmer nur innen gedämmt ist - bei meinen Eltern ist im Moment einfach keine Komplettsanierung möglich.


    Natürlich stimme ich Jodl zu: eine energetische Sanierung sollte immer das Mittel der Wahl sein. Allerdings ist dies nicht immer möglich, dann ist eine Infrarotheizung eine kostengünstige und effiziente Lösung.


    Ich bin davon überzeugt, dass zumindest tagsüber ein hoher Eigenverbrauchsanteil durch die Heizung realisierbar ist. Leider kann ich dies im Moment nur schätzen. Am Ende dieser Heizperiode werden meine Eltern hoffentlich mehr wissen.


    Viele Grüße
    Sonnenscheinchen007

  • Wir haben gerade mehrere Objekte mit Infrarotheizungen in der Testphase.
    Erstmal die persönlich wichtigste Erkenntnis: Wer einmal in einem infrarotgeheizten Raum verbracht hat, will nie wieder etwas anderes. Die "gefühlte" Wärme ist einfach eine andere. Keine Verwirbelungen wie bei normalen Heizungen (wichtig für Alergiker), die Temperatur kann rund 2 Grad niedriger sein da es sich genauso warm anfühlt (jedes Grad weniger spart 6% Energie, welche auch immer...) und zusätzlich werden die Räume größer, weil Heizkörper weg können :-)


    Beim aktuellen Projekt koppeln wir die Infrarotheizung mit PV (Warmwasser kommt über eine Warmwasserwärmepumpe). Als Zusatzheizung steht ein Kachelofen (ist übrigens auch Strahlungswärme) zu Verfügung. Dieser wird nur abends oder an Regentagen genutzt. Wobei die letzten Tage zeigen, dass sogar im November reichlich Sonne scheinen kann.
    Insgesammt bedeutete das, je mehr Sonne, umso weniger holz hacken :-)


    Der große Vorteil ist, dass wenn man mal faul ist kann man immer noch Strom dazu kaufen (wir nutzen einen Windstromanbieter, da der Windstrom gut ins Konzept passt - keine Sonne heisst meist Wind)


    Wirtschaftlich ist es bei dem Projekt (noch) nicht, da das Objekt erst vor 3 Jahren eine neue Gasheizung bekommen hat (der Vorbesitzer wusste es nicht besser), die dient aber nur als Back-Up-Lösung


    Bei anderen Objekten haben wir Nachtspeicheröfen ersetzt. Vorteil: man kann Raum für Raum machen (günstige Investitionen) und Stromanschlüsse sind reichlich vorhanden.


    Der größte Vorteil ist aber die langfristige Preissicherheit. Strom wird kurzfristig vielleicht noch mal stark steigen, langfristig werden aber Öl und Gas teurer, da sie einfach endlich sind (außer bei Wind-Gas tut sich noch was).
    Windstrom wird bei uns vor Ort schon ab 5 Cent produziert, da wird´s auch mit vielen vielen Abgaben nicht durch die Decke gehen.


    Allerdings muss man jedes Projekt einzeln sehen. Was für Wärme will man, wieviel Geld habe ich jetzt zum investieren, was kann ich handwerklich selbst (Infrarotheizungsmontage ist wie Bilder aufhängen) usw.


    Beim Energiesparen sehe ich auch noch Potenziale, aber so langsam wird´s unwirtschaftlich. Bei unserem aktuellen Projekt lag der Gasverbrauch bisher bei rund 20.000kWh pro Jahr. Um das pro Jahr mit PV (teuerste Energieform - noch!) zu erzeugen brauche ich rund 30kwp bei schlechter Ausrichtung. Die Kosten dafür liegen im nächsten Jahr bei rund 50.000.-€. Wenn ich jetzt aber das komplette Gebäude sanieren will (neues Dach, neue Fenster, Hohlwanddämmung usw.) komme ich wohl lange nicht mit der Summe aus und brauche am Ende wohl immer noch etwas Energie, da ich es nicht aus Passivhausstandard bekomme.


    Beim übernächsten Projekt ist es noch extremer, weil noch älter und keine Zentralheizung...


    Stellt sich allein die Frage, wie passen die 30kW aufs Dach und wie bekomme ich die Energie vom Sommer in den Winter? Noch geht´s am einfachen mit einer Windanlagenbeteiligung :-)

    PV-Abhängiger


    Haste einmal PV-Strom geschnuppert, willste immer mehr...