Erfahrungen Norddach

  • Hallo zusammen,


    ich plane eine Installation auf einem 142° NW ausgerichteten Dach mit ca. 23° Neigung (Postleitzahl: 84359)


    mir ist klar daß eine solche anlage nicht die leistungen bringen kann wie eine süd/west/östl. ausgerichtete anlage


    ich hätte gerne reale erfahrungswerte wie die anlagen wirklich laufen - denn man hört die verschiedensten Aussagen zwischen 650 und 900 kw selbst die rechner im internet sind sich nicht einig


    hat jemand wirkliche ergebnisse ob sich eine solche anlage rechnen kann


    als module wurden mir bisher angeboten


    suntech 245 w und/oder firstsolar dünnschicht 80 w


    der kW-preis beläuft sich auf rund 1800,- fertig auf dem dach


    danke für eure infos


    L.

  • Hi, wenn du mit 142° den Azimut-Winkel meinst, also bei einem 360°-Kreis (0° und 360° jeweils im Norden) die Ausrichtung 322° (Nordwest) meinst,
    dann kommt eine vernünftige Einstellung des erwähnten PVGIS bei dir zu folgenden Ergebnissen:


    752 kwh/kwp bei kristallinen Modulen
    767 kwh/kwp bei so genannten Cis-Modulen
    und erstaunliche
    854 kwh/kwp bei Cadmium-Tellurid-Modulen, das sind vermutlich diese FirstSolar-Dünnschicht-Teile.


    Von denen verstehe ich nichts, aber angeblich haben Dünnschicht-Module ja ein "besseres Schwachlichtverhalten", vielleicht ist das der Grund für den satten Mehrertrag.
    Ob sich dieser gute Wert nur auf den Neuzustand bezieht, weiß ich nicht.


    Denn gerade bei den Dünnschichtmodulen liegt die Leistung im Neuzustand immer eine ganze Ecke über der Leistung, die man nach einem Jahr noch hat. Danach tut sich angeblich nicht mehr viel. Schlimmstenfalls liegen die Dünnschicht-Module dann wohl ungefähr auf dem gleichen Niveau wie die kristallinen Module.
    Es sollten sich aber mal die Dünnschicht-Profis melden, hier gibt es doch viele, die solche Module bereits längere Zeit haben.


    Mit diesen Werten kannst du jedenfalls erst mal kalkulieren. Für meinen Geschmack sind das allesamt hervorragende Werte für so eine schlechte Ausrichtung. Wenn, dann lohnt sich das hier bei uns in Südbayern wohl auch noch am ehesten. Es gibt in meiner Gegend einige, mit DEUTLICH günstigerer Ausrichtung, die dennoch nur knapp 900 kwh/kwp schaffen und auch nichts dabei finden. Obwohl sie sicherlich viel, viel mehr bezahlt haben als du bezahlen wirst.

    Gruß,
    amoss


    Ich bin ein Pessimist. Also ein Optimist mit großer Erfahrung. Denn ich weiß: Manchmal sind nur bei mir Wolken. Doch meistens scheint die Sonne bei den anderen.


    11 kwp * DN 28° * Ausrichtung 201° * Verschattungsverlust ca. 8% * Freising


  • Servus lumpi2.


    Du mußt mit 25% minus einer Optimalen Südausrichtung Rechnen.
    Bei 1800.- Anlagenpreis und Deiner PLZ sollte sich diese PVA aber immer noch mit ca. 7% Rendite Rechnen, außer.............
    ....................... die Wintermonate werden zu einem kwh Killer wenn die PV unter Schnee begraben wird!
    Von Anfang Nov. - Ende Januar. bekommst keine Sonne auf dieses Dach. Die Monate ab Mitte Okt. - Nov. - Dez.- Jan. - Febr.- März bis Mitte April kann sie mit Schnee bedeckt sein wenn's dumm läuft :?:shock:


    Tja, Theoretisch Rentiert sie sich aber was macht der Winter :?::!:


    Phoenixx


    ..........man bräuchte sich nicht Wundern wenn in Zukunft Nord - Ost und Westausrichtungen bei weiterhin großem zubau mehr Einspeißevergütung bekommen als Südanlagen. Denn wohin mit den ganzen Strom zur Mittagszeit, der macht den Strom an der Strombörse in Leibzig nur zu Billig :wink: :lol:

    Solarthermie+WDVS2000,PV05,Solarstromsternwarte07,ElektroC-Zero+Ökostrom12,ETABiomasseheizung13,PlugandPlayPV2016
    -eines Tages wird man sagen: "...mit Syrien und der Ukraine hat damals alles angefangen"
    http://www.alpakas-unterm-sternenhimmel.de

  • Der Hauptertrag bei der Nordanlage liegt dort, wo die Module Licht sehen, dass ist je nach Dachneigung unterschiedlich, aber im Sommer ist dies normalerweise der Fall (solange die Dachneigung kleiner als ca 65 Grad hat - Bei 90 Grad bleit dann der Schatten ein lebenslang und der Ertrag ist dann auch recht schattig). Wie bei den Südanlagen ist der größte Ertrag im Sommer zu verzeichnen.
    In den Sommermonaten erfüllt meine Nordanlage Prognosen, die mit einer Südanlage vergleichbar sind.
    Beim Solarlog kann man nur einen Prognosewert für alle PV Generatoren angeben. Im Sommer zeigt die Nordanlage durchaus mehr Ertrag als laut Prognose für die Südanlage angegeben ist. Die Südanlage liegt natürlich dann deutlich oberhalb.


    Viele Gruesse
    user4711


  • Sind die Firstsolar auch für diesen Preis zu haben? Wenn ja bitte PN mit dem Anbieter an mich. Danke! Kann da jemanden vermitteln, der exakt die gleiche Ausrichtung hat und sich die Überlegung mit einer Bestückung seiner Nordseite auch stellt.


    Also ich hab mein "Nordostdach" belegt mit kristallinen Modulen. Die Ausrichtung ist aus meiner Signatur ersichtlich. Diese ist zwar deutlich "südlicher" als deine, aber bei mir sind es auch 35° DN. Das ergibt auch nur einen prognostizierten Ertrag von 700-750 kWh/kwp. Wieviel es wirklich werden kann ich nicht abschätzen, denn die Anlage läuft erst seit dem 14.8.11. In den 18 Tagen im August bei super Wetter in Bayern lag sie dann auch satte 21,7% im Plus gegenüber dem eh schon ambitionierten 750er Ertragswert. Da hätte sie pro kwp 2,95 kWh machen müssen. Gebracht hat sie 3,59 kWh/kWp. Nun macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, aber immerhin war es ein vielversprechender Auftakt. Entscheidend ist wohl, dass kein Schatten die Leistung bei Sonne beinflusst. Das ist bei mir der Fall. Sollte sich der 700er Wert einstellen hat sich die Anlage aber auch innerhalb von 14 Jahren amortisiert. Das ist zwar im Vergleich zu meiner West oder der kleinen Südseite ein Witz aber kosten tut sie mich deswegen auch noch nichts. Schnee macht mir keine Angst, denn der zu erwartende kWh Wert tendiert im Winter sowieso gegen Null. Noch deutlicher als bei einer Südausrichtung bspw..
    Es gibt Solateure, die für so ein Norddach keine Module anbieten. Das sind aber auch die, die ausschließlich deutsche und damit teure Module verkaufen. Mit den günstigen China Scheiben kann man das Risiko eingehen. Ich habe immerhin stattliche 1.990 pro kwp für Trina Solar bezahlt. Günstiger wären nur unbekannte oder kleine Chinesen gewesen. Obwohl ja auch Trina in diesem Forum schlecht wegkommt.

  • Also
    ich würde die Sache mit dem Schnee nicht als "irrelevant" abtun, schon gleich gar nicht bei der flachen Anlage des thread-Starters und seiner Lage hier in Südbayern, fast am Alpenrand. Hier hat es durchaus erstens größere Mengen an Schnee und zweitens längere Dauerfrostphasen, also anders als beispielsweise im West- oder Norddeutschen Tiefland.


    Hinzu kommt, so eine Nordanlage "lebt" im größtem Teil des Jahres fast nur vom indirekten Licht. D.h. der Ertrag im Winter ist dann eigentlich genau so wichtig wie der in den Übergangsjahreszeiten, nur die Tageslänge ist dann halt kürzer.
    Dafür aber bleibt Schnee auf Nordanlagen ganz besonders lange liegen, erst recht auf so einer flachen Anlage mit 23°. Dann aber hat die Anlage praktisch Null-Erträge und leidet erhebliche Verluste. Im Gegensatz zu Südanlagen, wo auch im Winter direkte Sonne eingefangen werden kann und der Schnee meistens auch sehr schnell abtaut.


    Für mich spielt Schnee bei Nordanlagen relativ gesehen also eine sehr viel einschneidendere Rolle als bei Südanlagen. Schneeräumen wäre hier meiner Meinung nach noch wichtiger als bei Südanlagen und würde realtiv gesehen deutlich höhere Mehrerträge bringen. Wer kann und will, kann damit also seine Nordanlage gehörig "pushen", muss aber andernfalls in schneereicheren und kälteren Gegenden (wie eben dem Standort des thread-Startes) deutliche Abstriche in machen Jahren einplanen.

    Gruß,
    amoss


    Ich bin ein Pessimist. Also ein Optimist mit großer Erfahrung. Denn ich weiß: Manchmal sind nur bei mir Wolken. Doch meistens scheint die Sonne bei den anderen.


    11 kwp * DN 28° * Ausrichtung 201° * Verschattungsverlust ca. 8% * Freising

  • Da der Winteranteil des Ertrags bei der Nordanlage deutlich geringer ist als bei Suedanlagen, bringe das Schneeraeumen an der Nordanlage weniger als an einer Suedanlage. Die Hauptmege an Ertrag wird bei der Noranlage im Sommer eingefahren, wenn das Licht die Moule gluehen laesst :-))


    Viele Gruesse
    user4711

  • Servus,


    bei mir wird am 12.09. eine Nordanlage aufgebaut, Ausrichtung +149° und 42° DN, ich rechne mit maximal 600kWh/kWp. Was rauskommt kann ich nächstes Jahr sagen, Ziel ist es das die Anlage spätestens sich im 14. Jahr refinanziert ist. Mein Vorteil ist, ich habe keinerlei Schatten, da Richtung Norden das Gelände abfällt, sprich Sonne bis Untergang.

    Mein gelieferter Strom ist zu 100% aus Erneuerbarer Energie hergestellt

  • Zitat von user4711

    Die Hauptmege an Ertrag wird bei der Nordanlage im Sommer eingefahren, wenn das Licht die Moule gluehen laesst :-))


    Was du da sagst, ist aber eine Binsenweisheit, die auch für Südanlagen gilt. Umgekehrt sind meine Überlegungen dank einer guten Südanlage natürlich rein theoretischer Natur und fußen vor allem auf den meteorologischen Gegebenheiten.


    Kannst du reale Zahlen belegen? Wie sieht es in relativen Zahlen aus, wieviel Prozent des sowieso schon geringen Jahresertrages einer Nordanlage fallen in den 6 Wintermonaten an? Oder den 3 Kernwintermonaten?


    Ich würde meinen, der Winterertrag (ohne Schneeeinfluss) hat relativ gesehen bei einer Nordanlage einen höheren Anteil am Jahresertrag als bei einer Südanlage, eben weil die Nordanlage sowieso überwiegend nur von indirektem Licht profitiert. Um so schwerwiegender würde dann Schnee ins Gewicht fallen. Sind deine (oder die von anderen) realen Erfahrungen gegenteilig?


    Dann ziehen ich meine Aussagen vielleicht zurück und behaupte das Gegenteil :D

    Gruß,
    amoss


    Ich bin ein Pessimist. Also ein Optimist mit großer Erfahrung. Denn ich weiß: Manchmal sind nur bei mir Wolken. Doch meistens scheint die Sonne bei den anderen.


    11 kwp * DN 28° * Ausrichtung 201° * Verschattungsverlust ca. 8% * Freising