Dachhaken sitzen auf, ist das OK ?

  • Hallo liebe Fachleute,


    bei mir hat der Solatuer vor kurzem meine PV-Anlage montiert.


    Mir war aufgefallen, dass sie Dachhaken teilweise auf den darunterliegenden Dachpfannen ( Frankfurter Pfanne) aufliegen.
    Der Installateur behauptet das sei kein Problem. Wenn aber der Dachhaken schon aufsitzt, wenn er nur die PV-Module trägt ohne Schneelast, ist das OK ?
    Der Installateur behauptet, der gänzlich unbelastete Dachhaken hätte min.. 3mm Abstand zu den Darunterliegenden Ziegeln vor der Montage der Module gehabt.
    Es wurden Schletter Rapid2+35 Dachhaken verbaut auf jedem zweiten Sparren mit einem Sparrennabstand von ca. 67cm bei 1660mm Modulhöhe.
    Das Dach hat eine Neigung von ca. 37Grad, die Schneelast wird mit 0,85kn/m2 bei http://www.Schneelast.info angeben und das Dach befindet sich in Windlastzone 1.
    Ein Blick unter die Dachpfannen zeigt die Dachhaken sind auf die Latten längs der Sparren geschraubt. Sieht für mich gerade bei stark seitlich montierten Dachhaken
    nicht sehr stabil aus. In der Schletter Montageanleitung steht etwas von Tellerkopfschrauben, die verbauten haben eher einen Senkkopf.
    Hier zwei Beispiele:






    Ist die Montage so fachgerecht ?

  • Nö, is nicht ok.
    Es wird zwar gestritten, ich bin aber der festen Überzeugung, nein, nicht ok.
    Meine Haken haben alle mindestens 5mm Abstand. Bei Ton-Ziegeln kann sowas böse enden, spätestens nach dem nächsten strengen Winter mit viel Schnee. Dann kommt man nicht wieder so einfach ran.
    Hätten Plättchen untergelegt werden sollen...
    Das mit dem "einseitig" ist an sich ok, dafür sind die Haken gemacht. Auch das mit der Lattung ist so usus. Natürlich kann man da auch seitlich Dachlattenstücke unterlegen.
    Hilfts aber wohl nicht soo viel, weils ja nur auf die Bretter geht. Hauptsache die Schrauben sitzen im Sparren, das ist schonmal wichtig.
    Der seitliche Versatz hängt einfach vom Sparrenabstand und dem Maß der Ziegel ab. Geht nicht anders.


    Die Schrauben...sind grenzwertig. Tellerkopf sind eindeutig besser. Aber immerhin sind es Senkkopf mit großem Kopf, werden vermutlich nicht durchrutschen, evtl. kann es aber zu Setzungen kommen und dann halten die Schrauben nix mehr (max. Flächenpressung ist durch die geringe Auflagefläche - ringförmig - überschritten)
    Das ginge also noch schlechter, gab schon Bilder mit normalen 50er Spaxen...da ist das hier ja noch ganz ok


    Gruß

    6,6kWp West 92°, DN30°; 30xSolon Blue 220 an SB4000TL und 2100TL; 2008
    16,92kWp, davon 5,64kWp Ost 88°, DN30°;24xSchott Poly 235; 11,28kWp Süd -10°, DN10° 48xSchott Poly 235 an STP 15; 2011
    2,35kWp Südwest 72°, DN42°; 10xSchott Poly 235 an SB2100TL; 2011

    Einmal editiert, zuletzt von Mühli ()

  • Kann mich nur anschließen, ist meiner Ansicht nach auch nicht in Ordnung. Bei Schneelast besteht ein sehr großes Risiko das die Pfannen brechen. Die Schrauben finde ich ebenfalls nicht ganz in Ordnung. Kann mir bei größerer Belastung z.b. durch Wind gut vorstellen das diese nachgeben kõnnten da diese ja kaum Auflagefläche haben. Wegen der einseitigen Montage würde ich mir nur Gedanken machen wenn die Schrauben nicht tiefgenug verschraubt sind.


    An deiner Stelle würde ich mit dem Solateur nochmals in Kontakt treten.


    Gruß Andi

  • Zitat von Mühli

    N Bei Ton-Ziegeln kann sowas böse enden, spätestens nach dem nächsten strengen Winter mit viel Schnee. Dann kommt man nicht wieder so einfach ran.
    Gruß


    Hallo,


    nicht kann - sondern endet schrecklich. Wir haben gerade 600 Module abgebaut. Die Dachhaken waren wirklich lausig angebracht. An die 60 Dachziegel wegen defekten ersetzt - alle gerissen,da die Haken auflagen.
    Zum guten Glück konnten wir das nebenher erledigen - war ja nicht der Grund der Arbeiten :D


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer

  • Ich finde es auch nicht OK.
    Bei unseren ersten 2 Anlagen die wir selber montiert haben und nicht nur verkauft, haben wir Dachdecker dazu geholt.
    In der irrigen Annahme, die machen es vernünftig.


    Fazit: Wir haben gelernt wie man es nicht macht und wie es hier im Forum immer wieder bemängelt wird.


    Bei uns hat schon die Montage der Schienen gereicht, dass 3 Ziegel brachen.
    Die Schienen haben die Haken seitlich belastet, sprich zurecht gerückt, dass reichte für Bruch.


    Unsere Logik ist die: Ein Dachhaken der aufliegt hat durch die Montage bereits Druck aufgebaut.
    Wie viel noch fehlt bis zum Bruch weiss keiner.


    Eine Ausnahme könnte man machen: Mit Systemen bei denen das meiste Wasser über die Module fliesst ist das Dach mit Anlage dichter und kleine Undichtigkeiten weniger schlimm. Ich bin aber der Meinung jeder noch so kleine Schaden bedeutet mehr Arbeit als die Sache anständig zu montieren.


    Schrauben:
    Hier gilt das gleiche wie beim letzten Satz!
    Mir ist es unverständlich wie man hier ein Risiko eingehen kann.
    Rostfreie Tellerkopfschrauben wie üblich kosten auf die Anlage bezogen fast nichts zusätzlich.


    Ich glaube nicht dass der Monteur sich über die Normen Gedanken gemacht hat.
    Da wird nach dem Prinzip gehandelt, es wird schon halten...


    Ach ja, bei den deutschen Preisen, sind solche Fehler fast unvermeidlich.
    Qualität kostet. Und ich meine nicht nur das Material.

    Grüsse Sebastian / Solarblitz.ch

  • Warum hat der Solateur denn Rapid 2+ 35 verwendet? Die sind explizit für eine niedrige Lattung, normal sind die Rapid 2+ 45.
    Und für die Senkkopfschrauben soll er einfach eine Freigabe von Schletter beibringen...

  • Zitat von Hubutz

    Der Installateur behauptet, der gänzlich unbelastete Dachhaken hätte min.. 3mm Abstand zu den Darunterliegenden Ziegeln vor der Montage der Module gehabt.


    Wenn (wenn!!) die Modulbelastung die Dachhaken 3mm in die Knie zwingt, dann tut das pappnasser Schnee in einer Auflagestärke von 10-15cm auch.
    Da nun der aktuelle Abstand zum Ziegel gleich null ist, kannst du dir selbst ausmalen, auf welchem Weg die Kräfte ggf. abgeleitet werden.


    Aber dass da je 3mm Abstand waren, glaube ich daneben auch nicht: dem Solarteur ist vermutlich gerade keine bessere (oder sollte ich sagen 'dümmere'? :roll: ) Ausrede eingefallen.
    Er muss selbstverständlich die Haken so montieren, dass der Abstand von 3 oder 5 mm (das dürfte aus meiner Sicht egal sein) nach der kompletten Montage der PV-Anlage noch gegeben ist, mal unabhängig davon ob die Modulbelastung diese Dachhaken verbiegt oder nicht. (...was sie nicht tut.)

  • Moin!


    Auch wenn die Dachhaken dafür "gemacht" worden sind, dass man sie auch ganz außen befestigen kann, sollte versucht werden so wenig Hebel wie möglich so haben.


    Wenn der Abstand zum Dachziegel korrigiert wird, solltest du auch daruf bestehen, dass der Haken nach Möglichkeit über dem Sparren steht.

  • Zitat von eggis

    Moin!


    Auch wenn die Dachhaken dafür "gemacht" worden sind, dass man sie auch ganz außen befestigen kann, sollte versucht werden so wenig Hebel wie möglich so haben.


    Wenn der Abstand zum Dachziegel korrigiert wird, solltest du auch daruf bestehen, dass der Haken nach Möglichkeit über dem Sparren steht.



    Sehe ich auch so.! Kraftverteilung nach aussen verschoben ist nicht so gut,denn bei Kräften von oben durch die Schiene und das Modul,biegt sich die Platte durch und der Haken (der eh aufliegt)bringt die Kraft noch stärker auf die Ziegel. Andere Haken verwenden,warum sind die so kurz?


    Gruß ZST

  • Hallo...


    Mal abgesehen von der Auflage der Haken auf den Pfannen wie sie so nicht sein sollten, ist die Stärke des Materials der Haken, auch nicht gerade positiv zu bewerten. Man könnte fast sagen, "Trompetenblech" und das soll halten?


    Auch den Haken ein Loch weiter nach links versetzt angeschraubt (wie die aufgemalten Pfeile es zeigen), wäre effektiver gewesen. Die nicht akzeptablen Schrauben, sollten auch mindestens 5-6 cm tief im Sparren sitzen, damit sich nichts bewegt. Sind die überhaupt so lang?


    Alles meine Meinung und da liege ich bestimmt nicht verkehrt!?


    Mit sonnigen Grüßen Wolfsolar