Stromversorgung EF-Haus in Spanien

  • Hallo,


    ich habe ein Problem, das ich gerne hier diskutieren moechte, bzw. hoffe, Ihr koennt mir Tips geben. Wir haben uns im April eine Photovoltaikanlage zur Selbststromversorgung unseres Hauses angeschafft. Wir leben ausserhalb des Dorfes und duerfen im Moment noch nicht hoffen, ans oeffentliche Stromnetz angeschlossen zu werden, insofern auch keine Rueckspeisemoeglichkeiten. Was wir aber wollen und wollten war die Stromversorgung unserer Familie eben mit der angeschafften Anlage. Dabei haben wir der deutschen Solarfirma detailliert unsere Verbraucher und Verbrauchszeiten aufgelistet, naemlich Waschmaschine, Spuelmaschine, Staubsauger u.a. Kuechengeraete (Kuehlschrank laeuft mit Gas und andere Dauerverbraucher gibt es kaum. Die Firma installierte uns darauf eine Anlage mit 10x 75-Watt-Modulen der Firma Sunline (obwohl 140 Watt-Module angeboten waren), einen Siemens Laderegler, 30A (der schon schnell den Geist aufgab, jetzt haben wir zwei von der Sorte!!) einen Wechselrichter ASP 3000 Watt und 8 Deta Solarbatterien, 105 AH und so weiter Zubehoer. Fazit: Bei Sommer-Sonneneinstrahlung funktioniert es immerhin einigermassen befriedigend, ich kann Waesche waschen, spuelen etc. (habe mich im Laufe der Jahre schon auf Stromsparen eingestellt) Aber leider ist es im Winter haeufiger bewoelkt, sodass ich keine grossen Verbraucher betreiben kann, aber dennoch ab 23.00 Uhr abends der Strom ausfaellt. Nun haben wir uns mit der Firma geeinigt, dass die Anlage wieder abgebaut wird und wir unser Geld zurueckerstattet bekommen. Gestern war ein spanischer Vertreter einer Solarfirma hier um uns ein neues Angebot zu unterbreiten, das ergab folgendes:


    Die Anlage soll 40.000 Euro kosten, davon entfallen 24000 Euro auf uns, der Restbetrag seien Subventionen. Ein aufgeschluesseltes Angebot mit Benennung der Komponenten erhalten wir erst bei Unterschrift des Vertrages, wir wuerden also die Katze im Sack kaufen. Garantiert wurde uns nur, dass es mit der angebotenen Anlage funktioniert. Ein Windrad mit 1500 Watt war auch mit vorgesehen. Der Vertreter hat ausgerechnet, dass wir ca. 11 KW Stromverbrauch haben pro Tag, wie gesagt, Rueckspeisen ist nicht, die Anlage sollte nur fuer unseren Eigenverbrauch konzipiert werden. (5 Personenhaushalt, alle Familienmitglieder an Stromsparen gewoehnt)


    Kann mir jemand Tips geben? Der Vertreter ist doch unserioes, oder? Ich will doch wissen, was ich kaufe.


    Viele Gruesse
    Simone

  • Hallo Simone,


    du wirst schon bemerkt haben, dass sich die Herren hier offensichtlich nicht an dein Problem heran trauen. Und natürlich steht dir eine auch Antwort zu. Ich bin zwar eher keine Fachfrau, aber ein paar Gedanken habe ich schon zu deinem Problem.
    Soviel vorab: Kein Geld für eine Garantie auf, ja auf was eigentlich? Die Katze ist im Sack!!! Wenn die Anlage garantiert funktioniert, super! Und was ist dann das Geheimnis? Ich denke, nur wer etwas verbergen will, macht so ein Theater, wie dieser Vertreter. Entweder Klarheit von Beginn an oder du kannst ihn mit seinem lukrativen Angebot in die Sierra schicken. Schließlich geht es um dein Geld! 40.000 Euro sind eine Menge Schotter. Und wie ich auf deiner Hompage gesehen habe, musst du dich dafür ganz schön lang machen. Einmal ging es ja schon beinahe schief.


    Nun mal zum technischen Problem:
    Ich denke, dass dein „normaler“ Bedarf wahrscheinlich auf halbwegs wirtschaftliche Weise allein durch regenerative Energie nicht gedeckt werden kann, ohne das du und deine Familie mit erheblichen Einschränkungen an Lebensqualität vorlieb nehmen musst. Wenn kein Strom mehr da ist, geht u. U. nicht mal mehr das Telefon und irgendwann auch nicht mehr das Handy. Dieser Fall tritt bekanntlich immer zu dem Zeitpunkt ein, wenn es nun gar nicht passt. Auch kannst also davon ausgehen, wenn mehr Energie verfügbar ist, auch mehr verbraucht wird – trotz eurer aktuellen Verbrauchsgewohnheiten.


    Der Ansatz Wind und Sonne ist schon o. k. aber damit sollte zusammen mit einem Batteriespeicher tatsächlich nur der Bedarf abgedeckt werden, der eine gewisse und relativ stabile Grundlast darstellt. Z. B. Radio, Aquariumheizung, Computer, Telefon, Beleuchtung, usw. Der Stromverbrauch reduziert sich dann um die Spitzenverbraucher und die Energieerzeugung durch Sonne und Wind einschließlich Batterie kann wesentlich kleiner ausgelegt werden.


    Für die Leistungsfresser Waschmaschine, Wäschemangel oder Bügeleisen usw. scheint mir die Ergänzung durch ein Benzinaggregat kleiner Leistung so etwa in der 3 kVA-Klasse sehr sinnvoll. Diese Aggregate lassen sich auch günstig auf Flüssiggas umrüsten, laufen sehr stabil und haben eine lange Lebensdauer. Es gibt auch Allesfresser von Dieselaggregaten, die auch mal mit Sonnenblumenöl funktionieren. Auf Sicht 10 Jahre solltest du damit die Witterungsabhängigkeit der regenerativen Energieerzeugung kompensieren können.
    Ich nehme an, dass diese Lösung am Ende auch noch kostengünstiger sein dürfte und das trotz der notwendigen Betriebsstoffe.
    Aber das sollen die Spezialisten hier mal diskutieren.


    Viele Grüße nach Spanien
    von Doris


    P.S.
    Sind bei euren Pferden auch ein paar ganz ruhige dabei?
    Ich habe noch nie auf einem Pferd gesessen...
    D.

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Liebe Doris,
    vielen Dank fuer Deine Antwort, ja wenn man mit Pferden Strom erzeugen koennte, waere hier alles klar, denn davon haben wir eine ganze Menge, aber... Wenn Du mal Lust hast auf einem Pferd zu sitzen, bist Du herzlich eingeladen. Wir haben auch ganz brave.


    Nun zum Thema: Genau das haben wir uns inzwischen auch ueberlegt, Stromaggregat (haben wir auch schon, und evtl. mit einem Wandler verbinden, um das Aggregat auch zum Laden der Solarbatterien zu nutzen, sonst fahren sie uns viel zu haeufig in den Keller, und kommen nicht mehr auf Ladung, wenn viele Tage bewoelkt sind, wir dachten halt mit der Investition einer gut geplanten Solaranlage koennten wir endlich mal den Laerm und die Emmissionen wegkriegen, aber dem war nicht so.) und eine Anlage, die fuer uns erschwinglich ist (und bei 40.000 Euro brauche ich darueber nicht zu diskutieren, denn 16.000 Euro Subventionen sind da auch keine grosse Hilfe, ) es ist nur wirklich schwierig an serioese Solarunternehmen zu gelangen, die vernuenftige Konzepte planen, jedenfalls hier in Spanien. Und die deutsche Firma hat ja nun auch nicht gerade mit Kompetenz geglaenzt.


    Es ist halt auch hier im Winter haeufig bewoelkt und eine Windgarantie gibt es auch nicht, obgleich wir recht viel Wind haben, sehr boeig zum Teil, aber den haben wir auch noch nie gemessen. Also keinerlei Erfahrung.


    Inzwischen irren wir taeglich durchs Internet, um selbst ein wenig mehr know how und einen besseren Ueberblick zu bekommen, aber auch das ist muehsam (besonders fuer Modem-Surfer). Wir waren eben so naiv zu glauben, dass wir eine Firma beauftragen, und die macht dann schon einen guten Job... Naja und noch haben wir unser Geld auch nicht zurueck und die Anlage steht noch hier. So verliert man echt bald jegliches Vertrauen!


    Vielleicht hat ja doch noch der ein oder andere den genialen Tip (den es wahrscheinlich fuer unsere Situation nicht gibt) und Lust darueber zu diskutieren. Ich bin fuer jeden Anstoss dankbar, denn ich kenne mich in der Tat besser mit Pferden, als mit Solaranlagen aus. Zu diesem Problem sind wir lediglich durch unsere einsame Wohnlage gekommen.


    Aber vielleicht stoesst ja mal jemand mit einem aehnlichen Problem auf das Forum und dann stehe ich auch gerne mit meinen Erfahrungen zur Verfuegung.


    Sag mir noch, wann Du Deine Koffer packst! :D


    Viele Gruesse
    Simone

  • Hallo Simone,


    also die Katze im Sack würde ich nicht kaufen. Am Ende ist noch mehr Geld weg und du hast dann zwei Anlagen, die nicht funktionieren. Der spanische Vertreter muss doch aber wenigstens ein paar Leistungsdaten rausrücken, das finde ich ja höchst unseriös, was der da macht.
    Die 750Wp (10x75) der alten Anlage erscheinen mir aber ein bisschen matt zu sein oder habe ich da was falsch verstanden? Was hast du denn für die "alte" Anlage bezahlt?


    Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Hallo Simone,


    hier habe ich mal was von SMA:
    http://download.sma-america.co…1353/SI4500-12-BD2305.pdf


    Ohne Notstromaggregat wirst du nicht auskommen. Wenn mal ein paar Tage die Sonne nicht scheint sitzt du im dunkeln. Das Aggregat würde ich aber zum Laden der Batterien nehmen und falls genug Sonne da ist werden diese über die Sonne geladen.
    Aber selbst wenn du Wäsche wäschst (2kw vielleicht)bei Sonnenschein mittags, reicht doch die erzeugte Energei der jetzigen Anlage nicht aus und es wird auf die Batterien zurückgegriffen.


    Bei diesigem Licht werden die Batterien vielleicht nur mit 5-10% der Nennleistung der Module geladen, d.h. 50-70W. Ich würde die Modulfläche vergrößern, so dass auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen ausreichend Energie erzeugt wird.



    Ich muss aber dazu schreiben, dass ich mir auch nur als Amateur hier mein Gedanken mache. Auf jeden Fall brauchst du eine kompetente Solarfirma am Besten vor Ort. Lasse dich nur nicht mit dem Spanier ein, wo du vorher unterschreiben sollst.


    Ich verstehe nur nicht, warum die deutsche Firma aufgegeben hat, es gibt doch für alles eine Lösung... :shock:


    Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Hallo Kato,


    Ja, es ist in der Tat so, 750 WP, also die Solarflaeche zu klein ausgelegt, das sehen wir inzwischen auch so, denn unsere Batterien werden nur im Sommer voll, wenn wir kaum einen Verbraucher benutzen. Einen Satz Batterien hat es uns ja schon gekostet, denn Batterien verzeihen es nicht, auf Dauer unten gefahren zu werden, irgendwann kommen sie dann nicht mehr hoch. Die Anlage hat uns ca. 11.000 Euro gekostet. Inkl. Montage und aller Materialien. Aber darum geht es nur zweitrangig, denn wir haben kein Preisbudget vorgegeben. Wenn es dann 15.000 Euro gewesen waeren, waere es fuer uns auch o.k. gewesen. Das Konzept der Anlage hat die "Fachfirma" gemacht und wir haben ihnen vertraut, weil sie uns von Freunden empfohlen wurden. Jetzt haben wir uns ein paar Berechnungsgrundlagen selbst erarbeitet, die unsere Erfahrungen mit dieser Anlage bestaetigen. Merkwuerdig ist ja auch, dass uns 140 Watt-Module angeboten wurden, wir aber jetzt festgestellt haben, dass es sich um 75 Watt-Module handelt, die aufgestellt wurden, das ist ja gerade mal die Haelfte der Ladekapazitaet.


    Dass wir hier stets ein wenig improvisieren muessen, solange bis wir Strom vom Netz bekommen ist uns schon klar, aber so chaotisch haben wir es uns eben auch nicht vorgestellt. Nunja, nicht jeder der sich Fachmann schimpft ist auch einer. Der andere Solateur hat lediglich erwaehnt, dass wir die doppelte Menge an Ladekapazitaet benoetigen, sonst keine konkreten Infos und wir werden auch mit ihm kein Geschaeft machen, denn so dumm sind wir nun auch wieder nicht.


    Auf jeden Fall werden wir das ganze jetzt sehr ueberlegt angehen, nichts ueberstuerzen, wir haben ja notfalls noch den Generator.


    Viele Gruesse
    Simone

  • Eigentlich Schade, könnte so schön und einfach sein. Mit Photovoltaik Strom machen und dann selber verbrauchen. Wenn da nicht die Accumulatoren wären, die da einen Strich durch die Rechnung machen.


    Ohne einen Netzanschuß ist PV die ineffektivste Art Strom zu machen. Leider gibt es hier noch keine akzeptable oder optimale Lösung. Gerade große Stromverbraucher wie Waschmaschine sind auf diese Weise nicht gut zu versorgen. Hier wäre ein gutes Notstromaggregat oder ein 5 KW Blockheizkraftwerk. Ist zwar nicht umweltschonend aber effektiv. das Blockheizkraftwerk könnte man mit Pflanzenöl betreiben.
    Aber möglich ist auch PV, der Aufwand ist halt enorm hoch und teuer.

  • Hallo,


    Eine Insel mit Strom versorgen, zuverlässig und günstig, das ist ein schwieriges Unterfangen.
    Den genauen Bedarf für jeden Tag zu ermitteln ist sicher auch schwierig.
    Das Angebot an Sonne und Wind ist nicht vorhersehbar, wenigstens nicht sehr präzise.
    Eine funktionnierende Anlage benötigt:
    eine grosse Batteriebank
    einen Wechselrichter mit Batteriemanagement und Dieselgeneratormanagement.
    eine PV-Anlage
    eine Windenergieanlage
    eine Sonnenkollektoranlage die auch Warmwasser liefert für Wasch-und Spülmaschine.


    Wenn diese Komponenten alle gescheit dimmensionniert und richtig zusammengeschaltet sind, sollte immer Strom vorhanden sein und die Batterien nie Tiefentladen werden.


    Im Interesse einer langen Lebensdauer der Batterie sollte das Management der Batterie so eingestellt sein dass diese nur zu 50% entladen wird. Darum besser die Kapazität höher wählen.


    Wenn bei 50% ein grosser Verbraucher zugeschaltet wird (Waschmaschine), startet das Verbrenneragregat automatisch und hält damit die Batterie bei 50%.
    Nach Abschaltung des Verbrauchres stoppt auch das Aggregat sofort.


    Wenn am anderen Tag die Sonne aufgeht soll die Batterie noch aufnahmefähig sein.


    Die Wasch- und Spülmaschine soll mit Sonnenkollektor erwärmtem Wasser versorgt werden. Von wegen Stromfresser. So ganz nebenbei spülen und waschen die Maschinen dann auch noch schneller.


    Es wird auch eine Anzeige benötigt die Auskunft gibt über den momentanen Betriebszustand des Systems. Sie sollte sich nicht etwa im Keller befinden. Besser ist der Flur, wo die Hausbewohner oft vorbeikommen. Sie können sich auf diese Weise einen schnellen Eindruck vom System verschaffen.


    (Ich sage dies weil ich irgendwo gelesen habe dass bei einem stichprobenartigen Test von Kollektoranlagen mehr als die Hälfte Mängel aufwiesen: schlecht oder falsch eingestellte Regler oder Totalausfälle. Die Hausbewohner haben nichts bemerkt da ja der gute alte Ölbrenner das Geschäft übernimmt... und warmes Wasser fliesst doch...
    "Walter" wird nicht müde die Nutzer von PV-Anlagen auf die nötige Anlagenüberwachung hinzuweisen - zurecht )


    Mit einem derartigen System sollte Simone auf der sicheren Seite sein. Seriöse Komponenten verbaut vorausgesetzt sollte auch die Batterie bis zu 10 Jahre Lebensdauer erreichen ! (Wissend dass eine einzige Tiefentladung dieses Ziel vernichtet !!!)


    Ich würde ein Lastenheft erstellen mit den Forderungen und Einzelkomponenten. Dieses an die Lieferanten senden. Jetzt sollten Vergleiche im Preis möglich sein.
    Keinen Globalpreis annehmen für ein nicht im Detail aufgelistetes System.


    Jetzt noch zu den Pferden und der Stromerzeugung.
    Ich lebe hier auf einem Hof. Mein Opa hatte auch immer Pferde. Im Hof war eine "Manege". Dort konnte ein oder zwei Pferde angespannt werden. Die Pferde liefen im Kreis herum und trieben über Flachriemen eine "Transmission" an. Das war eine lange Welle mit vielen Flachriemenscheiben. Von dort liefen Riemen auf die Dreschmaschine, das Blaswerk, die Rübenmühle, die Schrotmühle und andere Maschinen.
    Damals gabs noch keinen Strom hier.


    Wenn man hier einfach einen Generator via Flachriemen an die Transmission koppelt und das Pferdchen im Kreise trotten lässt.... dann müssten die Batterien auch wieder aufgeladen werden....oder :)


    Avis aux amateurs !!


    Freundliche Grüsse aus Luxemburg


    Strawberry

  • Hallo,
    Ich bin zwar nicht gerade ein Fachmann sehe aber auch nur die Lösung große Verbraucher über Stromaggregat, dieses könnte aber auch mit Biogas betrieben werden, genug Biomasse müßte ja bei den Pferden anfallen.
    mfg Eberhard
    Grüße zur Zeit aus dem Frankenwald