ENBW verklagt 50Hz wegen Verzögerung

  • Hallo Klaus
    Die Einspeisevergütungen für Windkraft sind sehr kompliziert.
    Mehr als bei Wiki steht weiß ich auch nicht.
    http://de.wikipedia.org/wiki/E…Gesetz#Windkraft_Offshore
    Zur Subventioniererei:
    Es ist natürlich grundsätzlich eine ganz heikle Sache, die man vermeiden sollte.
    Bei Onshorewind wird ja letztendlich auch nur Enercon und Vestas unterstützt und ein paar Finanzheinis greifen per Fond auch noch was von dem Bürger ab, dem Staatanleihen zu langweilig sind.
    Beim Offshorewind ist zumindest eine komplett neue Firma entstanden: Bard


    Dein Argument mit den Gemeinden kann ich nicht nachvollziehen. Ob das nun die Gemeinde, das Bundesland oder der Staat ist, ist doch Jacke wie Hose. Wie die öffentliche Hand seine Mittel verteilt ist doch eine Regelungssache.


    Gruß Helmut

    Fahrzeug: noch Verbrenner


  • Nagut, dann nochmal dazu etwas mehr:


    Eine durchschnittliche Windenergieanlage die heute im Inland,auch an der Küste neu errichtet wird bekommt etwa eine Anfangsvergütung inklusive Systemdienstleistungsbonus, was immer das ist, von ~ 9,5 Cent die kwh. das Ganze läuft aber nur über 5 Jahre.Nur wenn eine Anlage schlechte Erträge bringt noch etwas länger. Danach sind wir noch 15 Jahre lang bei einer Basisvergütung von 4,9 C je kwh. Durchschnittlich also eine Vergütung auf die Laufzeit von 20 Jahren von ~ 6,1 Cent.
    Nun, ob ein Betreiber davon reich werden kann glaube ich jetzt nicht,sicher kann man auch sein Geld woanders gut investieren, er trägt ja auch erhebliche Risiken der Anlage, aber das kann man jetzt jedenfalls aufgrund der festgelegten Vergütung nicht mehr unbedingt mit deinem Lieblingsbegriff: "Subvention" bei einem Haushaltsstrompreis von 20 Cent und höher bezeichnen, auch wenn man den zusätzlichen vielfältigen volkswirtschaftlichen und vor allem Umweltnutzen der EE noch betrachtet und wenn man den Anstieg der Strompreise allein vom Jahr 2000 bis heute sieht und dass keinerlei inflationsausgleich auf die 20 Jahre im EEG vorgesehen ist.
    Das EEG sichert daher heute nur noch die Einspeiserechte und eine faire Vergütung für Onshore-Anlagen ab. Die Windenergieanlagen haben im Gegenteil noch einen stabilisierenden, Inflationsdämpfenden Effekt auf zuklünftige Strompreise.
    Bei Offshore-Anlagen dagegen zahlt der Bürger wieder kräftig zu.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Zitat von Boelckmoeller3

    Durchschnittlich also eine Vergütung auf die Laufzeit von 20 Jahren von ~ 6,1 Cent.


    Hi Klaus
    Nun erzähle mal bitte nicht einen vom Pferd!
    Die Einspeisevergütung für Onshorewind ist nun doch deutlich höher. Wikipedia erklärt das doch auch ganz gut. Oder ist das falsch was da steht?


    Das ist wohl der entscheidende Satz: „Die Wahl der Referenzanlage gilt allgemein als sehr anspruchsvoll, so dass der überwiegende Teil der derzeit errichteten Anlagen über den gesamten Förderzeitraum von 20 Jahren die erhöhte Anfangsvergütung erhält.“ Zitat http://de.wikipedia.org/wiki/E…Gesetz#Windkraft_Offshore


    Gruß Helmut


    Edit:
    Die durchschnittliche Vergütung für Windkraft im Jahr 2010 war 8,6345 Cent pro kWh.
    Ich bin mir nur nicht sicher ob das rein Onshore ist. Ist aber anzunehmen, da Offshore extra aufgeführt ist. Und wenn nicht dürfte das bisschen Offshore was es 2010 schon gab den Wert wohl kaum beeinflussen.
    Das habe ich aus den Werten von diesem Link ausgerechnet:
    http://www.50hertz-transmissio…Main.action?apcprt=direct


    Und da kann man das anklicken was oben gezeigt:
    http://www.50hertz-transmission.net/de/166.htm

    Fahrzeug: noch Verbrenner

  • du liest das irgendwie wieder ganz anders als ich, ich bin aber auch wirklich nicht der Experte.


    Ich möchte hier nur mal erwähnen dass es mir hier um neu errichtete Anlagen geht die ja schon mit den Jahren immer effizienter wurden. Zudem werden die Türme auch immer höher, was ebenfalls höhere Erträge einbringt.
    Wenn das EEG hier noch zu stark Anlagen belohnt die an windschwachen Orten errichtet werden, besteht da noch Handlungsbedarf. :D
    Mir fehlt aber zugegeben der Überblick über die Erträge aktuell neu errichteter Anlagen, insofern kann ich auch keine konkrete Aussage dazu machen.Aber 8,63 Cent über alle Bestandsanlagen finde ich auch gar nicht schlecht, das wäre mir persönlich der saubere Strom schon wert. Ich finde das eigentlich gut für Strom mal ohne irgendeine Hypothek auf die Zukunft.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Zitat von Helmut1


    Zu den Sprüchen wie „PV ist bald günstiger als Offshorewind“:
    Erde an Photovoltaik Forum!!!


    Ist zwar eine Überraschung aber so entwickeln sich die Kosten nunmal.


    Auch wenn die Trasse zu Baltic 1 von Baltic 2 genutzt wird kannst Du die Gestehungskosten bei 16-17 cent ansetzten (12 cent Park, 2 cent Betrieb, 3 cent Trasse). Wie werden die Gestehungskosten von Windfarmen weiter draussen im Meer und in grösseren Meerestiefen ausfallen? Ich tippe mal höher.


    Der Einspeisetarif von PV für Freifläche liegt z.Z. bei 21 cent, und grosse Kürzungen stehen bevor. Damit ist doch klar dass PV an Offshore vorbeizischt, oder?


    Der Spekulatius :mrgreen:

  • Zitat von Spekulatius

    Damit ist doch klar dass PV an Offshore vorbeizischt, oder?


    Hi Speculatius
    Mittel bis langfristig wird PV das wohl hoffentlich.


    Aber worauf ich hinaus will ist doch der volkswirtschaftliche Nutzen bzw. die Kosten.
    Wenn man Gleichstand bei den Stromgestehungskosten bei PV und Offshorewindkraft hat, ist PV doch immer noch um ein vielfaches volkswirtschaflich teurer als Offshorewind. (nationale deutsche Betrachtung) Das ergibt sich klar aus der mit jedem zugebautem PV- Gigawatt steigenden zeitlichen Inkompatibilität zwischen Produktion und Verbrauch. In 1 oder 2 Jahren ist spätestens erst einmal für längere Zeit komplett Feierabend mit dem PV Zubau.
    Ich begreife nicht was der Jubel über z.B. 21 Cent Stromgestehungskosten bei Freiflächen-PV soll. Das bringt gar nichts, weil diese Anlagen nicht gebaut werden können. Fang wieder an zu jubeln wenn es die Kosten von 21 Cent auf vielleicht 3 Cent gefallen sind und das Netz international gewaltig ausgebaut ist.
    Gruß Helmut

    Fahrzeug: noch Verbrenner


  • Und das vestehe ich jetzt aber gar nicht mehr.
    Wie kommst du dazu derartige Behauptungen hier aufzustellen ?
    Da ist nichts zeitlich inkompatibel, ganz im Gegenteil PV speist sehr gut mit dem Lastgang ein und vor allem dezentral ohne groß Netze dabei zu belasten sowie auch an anderen Orten als Windenergie.
    PV und Windenergie ergänzen sich übrigens bestens. Die PV-Kapazität kann noch problemlos verdoppelt werden.

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Zitat von Boelckmoeller3


    PV und Windenergie ergänzen sich übrigens bestens. Die PV-Kapazität kann noch problemlos verdoppelt werden.


    Die ergänzen sich nur einigermaßen, wenn es deutlich weniger PV-Strom als Windstrom im Netz ist. Der Trend läuft dem aber völlig entgegen: PV explodiert geradezu während Wind stagniert.


    Und es ist sicherlich richtig, dass das Netz noch die doppelte Menge PV aufnehmen kann. Aber ob das problemlos ist, wage ich doch zu bezweifeln. Entweder werden manche Gebiete von der Förderung ausgenommen oder es muss auch noch das Niederspannungsnetz regional (Bayern, BW auf dem Land) teuer ausgebaut werden.


    Aber vor allem, verdammt noch mal, warum muss PV unbedingt sich gleich schon bis 2012 verdoppeln?
    Warum ist es so dringend chinesischen Modulherstellern Geld hinterherzuschmeißen?
    Man braucht doch nur etwas zu warten und prozentual bleibt viel mehr % der Wertschöpfung bei uns im Land, weil das Kostenverhältnis Modul zu Installation für uns günstiger wird. Und vor allem wird es dann überhaupt insgesamt günstiger.
    Gruß Helmut

    Fahrzeug: noch Verbrenner

  • Zitat von Helmut1


    Aber vor allem, verdammt noch mal, warum muss PV unbedingt sich gleich schon bis 2012 verdoppeln?
    Gruß Helmut


    Hallo Helmut,
    niemand hat doch behauptet,dass PV sich 2012 verdoppelt! Wir werden dieses Jahr bereits einen gemässigten Zubau haben,Dank der Reduzierungen der Vergütungen,was auch von Vorteil ist.


    Noch einmal zur Offshore Offensive der 3G (habe Vattenfall mal ausgeklammert) ,warum sollte es soviel Sinn machen,den teuren Offshorestrom nach Süddeutschland in 380 KV Leistungen zu transportieren,wenn doch der Ausbau hier in BW möglich ist ,zumindest wird die neue Regierung bei uns daran gemessen werden.


    Gruß ZST

  • Helmut, könntest Du bitte erstmal aufhören, so zu schreien?


    Schlimmstenfalls gibt es erstmal Erzeugungsmanagement, die PV-Anlagen werden abgeregelt und können nicht alles einspeisen. Das wird zum einen sehr wenig sein bis vielleicht 50 GWp in D, zum anderen liefert es per se Anreize zu verstärktem Eigenverbrauch, letztlich auch zur Speicherung.


    Irgendwo zwischen 70 und 100 GW wird die Diskussion dann Ernst, allerdings sind die Preise und Kosten bis dahin mächtig gefallen. Da sind 5 GW pro Jahr, also 70 GWp bis 2020, gar kein Problem. Wenn das in der Fläche gleichmässig geschieht, braucht es auch keinen teuren Netzausbau - Wobei eine Netzmodernisierung und -optimierung sicherlich nicht schadet. Dazu gehören aber auch PV-Anlagen, die Blindleistungsfähig sind und damit die Spannung im Netzanschlusspunkt stützen, so wie in der neuen Niederspannungs-Netzanschlussrichtlinie vorgeschrieben. Allein damit passt noch einiges mehr ins Netz!


    Es heisst ja manchmal, die Dächer seien voll, aber das gilt sicher nur örtlich in Bayern oder BW. In Mannheim oder Heidelberg ist davon z.B. nichts zu sehen, und Deutschland hat noch mehr Bundesländer. Ich bin kürzlich mit dem Zug über das Viadukt von Rendsburg gefahren: Auf den Dächern von Rendsburg habe ich drei solarthermische Anlagen und _eine_ PV-Anlage gesehen.


    Ich persönlich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es bis 2020 bei nur 70 GWp bleibt.