ENBW verklagt 50Hz wegen Verzögerung

  • Das Investitionsvolumen ist eher näher dran an 200 Millionen (€4,1/MW):
    https://secure.ettlingen.de/ekomm/sitzung/ge_sourc.nsf/(IDs)/100413-37680-CS-99998:37680/$File/100413-37680-CS-99998-37680.pdf


    Bei einem Gesamtinvest von €200 + €160 = €360, einem Zinsfuss von 7,2%, und einer Lebensdauer von 20 Jahren komme ich auf Gestehungskosten von 23 ct/kWh (12 cent Windpark, 9 cent Trasse, 2 cent Betriebskosten)


    Bei PV Freifläche liegen wir da heute schon drunter, und bei den grossen Aufdachanlagen liegen wir in der Nähe. Wenn man die vermiedenen Übertragungs- und Verteilungskosten bei PV + die anstehenden Tarifkürzungen mit berücksichtigt ist es offensichtlich dass PV in Deutschland schon guenstiger geworden ist als Offshore Wind.


    Leider kann noch eine Lange Zeit vergehen, bis dieses Wissen bei den Deutschen Politikern angekommen ist.


    Der Spekulatius :mrgreen:

  • Vermutlich ist das Kabel zu Baltic 1 größer ausgelegt als es für diesen einzelnen Windpark notwendig ist. Das Kabel von Baltic 2 (ca 320 MW) Baltic power (480 MW) und Seewind (90-150 MW) soll laut Planung eine Trasse haben die über Baltic 1 geht.


    http://www.offshore-wind.de/page/index.php?id=2638


    Zu den Sprüchen wie „PV ist bald günstiger als Offshorewind“:
    Erde an Photovoltaik Forum!!!
    Es ist zu befürchten, dass dieses Jahr schon wieder viel zu viel noch viel zu teure PV in Deutschland aufgestellt wird. Noch 1 oder 2 Jahre und der Deckel für PV muss zwangsläufig kommen. Denn spätestens wenn die PV im Sommer bei Sonnenschein sich deutlich in die Grundlast „reingefressen“ hat, muss der PV-Ausbau gestoppt werden. Nur mit Offshorewind mit der deutlich höheren Laststundenzahl und bei der übrigens auch das Sommer-Winter Erzeugungsverhältnis prima zum Verbrauch passt, ist dann noch ein weiterer Ausbau des EE-Stromanteils möglich.


    Erst wenn PV-Strom Erzeugungskosten von deutlich unter 5 Cent pro kWh hat, und man ihn in Methangas umwandelt, ist ein weiterer Ausbau über den bald erreichten Niveau möglich.


    Gruß Helmut

    Fahrzeug: noch Verbrenner

  • Hallo,
    Helmut1


    was ich daran von den Fakten her allerdings nicht verstehe ist, warum man jetzt soviel Offshore-Windanlagen brauchen sollte. Von den interessen dahinter (Großkapital) ist es ja nachvollziehbar. Bei uns in Hessen und auch in Rheinland-Pfalz sind beispielsweise noch sehr viele bebauungsmäßig ausgewiesene gute neue "Onshore-Positionen" zu besetzen. Hier kann man heute schon quasi subventionslos Strom produzieren.Die Gemeinden / Städte drängen jetzt mit entsprechend erstellten Konzepten (lang hats gedauert) in das Geschäft und möchten selber betreiben, dies tut jeder Gemeindekasse gut und natürlich dann auch der Allgemeinheit wenn anderswo Gebühren gesenkt werden können.. Die Onshore-Windenergie kann heute schon zu Marktpreisen produzieren. Aktuell stehen bei uns in der Region auch noch zahlreiche "Repowering-Aktionen" an von Windrädern die bereits abgeschrieben sind und nun durch größere und effizientere ersetzt werden sollen.
    Ich vermag in den deutschen Offshore-Anlagen und deren Subventionen nur ein Geschenk der Regierung an bestehende Großkonzerne zu sehen.Dies geht widerrum zu Lasten der Allgemeinheit und gegen eine Demokratisierung der Energieerzeugung.


    Viele Grüße:


    Klaus.

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

    2 Mal editiert, zuletzt von Boelckmoeller3 ()

  • PV an Helmut! Bitte informieren, danke.


    Im Gegensatz zu KKW, Braunkohle und anderem Dreck kann man PV problemlos einregulieren. Deshalb muss die teure "Grundlast", die ja keine ist weg. Offshore wird noch mehr am Strommarkt vorbei Strom produzieren, als das onshore schon macht. Nur ist onshore sehr viel günstiger.


    Für die kWh die uns Offshore kostet, baue ich locker PV Freifläche ab 2013. Und es stört mich herzlich nicht, dass die paar Tage Schwachlast (WE im Sommer) dann einige Stunden unter den Tisch fallen. Meine ohne Vergütung. Bin sofort dabei, bei Preisen unterhalb von 0 Cent an der Börse keinen Strom mehr zu produzieren und auch keinen Vergütung zu bekommen.


    Das kann Offshore nicht! Deshalb wird auch die EEG Umlage aus Offshore exorbitant sein. Der nominale Betrag ist schon extrem hoch, für eine Technologie, die ca. 500 Jahre alt ist.


    Wir brauchen keine Grundlastkraftwerke in D. Deshalb ist jedes neue Kohlekraftwerk eines zu viel. Die GuD und KWK reichen vollkommen auf mittlere Sicht.
    Ab 2020 bis 2025 ist dann eventuell auch Offshore so weit. Aber ganz bestimm sehen die Windmühlen ganz anders aus als Heute.
    Ist schon in Arbeit. Ziel ist größer 10 MW je System bei maximal 5 Cent je kWh ( 7,5% und 15 Jahre, Betriebskosten 10% zu Stand Heute)


    Unsere Nachbarn finden PV Strom so klasse, dass sie uns den ständig abkaufen wollen, denn der spart prima Gas und CO2 Zertifikate ein.


    *ja, PV wird weit vor dem Jahr 2020 zu 5 Cent Strom produzieren können, recht logisch natürlich bei 2.000 kWh oder mehr je kWp am Anfang.

  • Hi Klaus
    Onshore Windkraft muss auch subventioniert werden und wie bereits angedeutet ist der Strom für die Volkswirtschaft auch weniger Wert als Offshore Windstrom wegen der geringeren Laststundenzahl ( Ganz grob 2000 zu 4000 Laststunden. Es muss mehr Speicher gebaut werden was wahrscheinlich letztlich teurer wird).


    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen warum es besser sein soll Investoren zu subventionieren als Großkonzerne.


    Und „Demokratisierung der Energieerzeugung“???
    Also dazu fällt mir nur Kiffen, Lagerfeuer, Gitarre und Bauwagen ein.
    Bitte fühle dich wegen den Spruch nicht an Bein gepinkelt. Ich habe nun mal so eine offene, direkte, polterige Art an mir.


    Gruß Helmut

    Fahrzeug: noch Verbrenner

  • Hallo Helmut,


    wieviel genau muss Onshore noch aktuell subventioniert werden und wieviel Offshore ?
    Sind es noch überhaupt 9 Cent Gesamtvergütung die kwh für Onshore-Anlagen ? Und wie wertvoll sind diese 9 Cent für umweltfreundlich erzeugten Strom und die dadurch vermiedenen volkswirtschaftlichen Folgekosten ?
    Ich beziehe meinen Strom von einem Versorger der direkte Bezugsverträge mit Onshore-Windanlagenbetreibern hat.
    Wo ist da noch die Subventionierung ?
    Du kennst doch die Wertschöpfungskette der Großkonzerne bestimmt und deren Gewinne von den Gestehungskosten bis zum Preis dann für Haushaltstsrom ?
    Warum es besser ist vor allem Gemeinden mal zum Zuge zu bringen hab ich ja erklärt.
    Und private Investorengruppen, naja, das fördert immerhin noch den Wettbewerb deutlich stärker im Markt.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

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  • Bin gespannt, wie die Zuverlässigkeit der Anlagen aussieht. Wenn große Reparaturen erforderlich werden, wird schnell ein Millionengrab daraus.
    Was die 5 Cent pro KWh betrifft, ist das so, wie wenn einer seinen Kühlschrank leer "frißt" und damit prahlt, wie billig er lebt.
    Irgendwann kommt das böse Erwachen, und dann knurrt der Bauch :!:
    Die Energiequelle der Zukunft ist jedenfalls die Sonne, egal ob Wind, Wasser oder Photovoltaik. Das Verhältnis wird von den Technologien und den Preisen bestimmt.
    Alle fossilen Energieträger, sowie die Atomenergie, sind jedenfalls nur ein Leben auf pump :idea:

  • Zitat

    Bin gespannt, wie die Zuverlässigkeit der Anlagen aussieht


    Um die geht es gar nicht, nur um das Abstecken des Claims.


    Die 50 Hz haben sich vermutlich nicht umsonst solange Zeit gelassen. Aus dem gleichen Grund vermutlich weshalb die Netzberechnungen so lange dauern. Sonst würde auch sicherlich niemand klagen.


  • Helmut,
    Es gibt kein Gesetz, was in der Gesellschaft wirkt, dem kein Naturgesetz zu Grunde liegt.
    Schon die alten Philosophen haben erkannt: "Alles was entsteht, ist wert. dass es zu Grunde geht!"
    Ein Großkonzern steht am Abend seiner Entwicklung, wenn er seiner Motorfunktion ohne Hilfe nicht mehr gerecht werden kann, reagiert er wie ein Stern, dessen Wasserstoffvorräte zu Ende gehen. Er wird zur Nova oder Supernova.
    Einen Konzern zu subventionieren ist letztlich ein Irrweg. Es blockiert nur die Zukunft.
    Übrigens kenne ich nichts, was bei Überschreitung bestimmter Endgrößen nicht " stirbt"."kollabiert".
    Entschuldigt meinen Ausflug in die Philosophie, aber ich wollte das so nicht stehen lassen.

  • Hallo PV Berlin
    Die Frage ist natürlich wo man hin will.
    Ich bin halt nicht dafür, mit erheblichen Kosten die Grundlast überhastet komplett überflüssig zu machen. Die Kernkraft zügig zu ersetzen bin ich auch dafür. Aber die gute, alte Braunkohle in der Grundlast sollte man meiner Meinung nach nur langsam in die Mittellast überführen wenn eh alte Kohleblöcke ersetzt werden.
    Deutschland hat mit dem EEG die PV den Weg zur Wirtschaftlichkeit bereitet. Wir können mit Fug und Recht uns auf die Schulter klopfen! Das wird uns aber noch viel kosten, da ja für alles was noch bei uns aufgestellt wird wir 20 Jahre lang dafür zahlen müssen.


    Zu den anvisierten zukünftigen Großwindanlagen:
    Ich bin da nicht so optimistisch wie Sie. (Es fällt einem wirklich schwer mit dem Siezen. Könnten Sie nicht mal ihre Aversion gegen das Duzen ablegen? Das wäre für alle einfacher. Im Internet wird nun mal einfach geduzt.)
    Ich befürchte Windstrom wird nie richtig deutlich billiger werden. Die alte Grundformel spricht dagegen: Der Ertrag steigt im Quadrat mit des Rotordurchmessers, die Masse der WKA steigt aber kubisch mit dem Rotordurchmesser. Man macht jetzt zwar deutliche Fortschritte beim Maschinenhausdesign (leicht, kompakt), aber die grundsätzliche Physik kann nicht ausgehebelt werden.
    Deshalb wird das Größenwachstum bei der WKA-Entwicklung irgendwann sein Ende finden. Ich hoffe allerdings, dass wir die 10 Megawattanlage noch erleben, rein aus persönlicher Faszination der Technik.


    Zurück zu dem was wir eigentlich wollen:
    Mir wäre es auch recht wenn beim Offshorewind nicht übertrieben wird denn der ist wie Sie ja auch zurecht sagen, ganz schön teuer. Aber bei weitem billiger als jetzt in Deutschland gebaute PV. Deswegen ganz klar: Wenn schon überhastet noch mehr EE dann lieber Wind als PV.


    Am volkswirtschaftlich sinnvollsten erscheint mir bei der PV erst einmal abzuwarten bis sie auch für uns wettbewerbsfähig ist. Ob wir dann aus Portugal, Spanien, Italien besser Strom importieren oder doch hier Anlagen aufbauen sei mal dahingestellt.


    Wie wohl ersichtlich ist, bin ich kein „fanatischer Klimagottanbeter“. Aber auch wenn man „CO2-Reduktionsfan“ ist, sollte man ja bedenken, dass der deutsche Stromverbraucher die PV zum Durchbruch gebracht hat mit seiner Stromrechnung dank EEG.
    Ich meine wir haben das moralische Recht jetzt mal EE-technisch ein bisschen kürzer zu treten. Wenn man die Sache global betrachtet bringt es auch überhaupt nichts mehr, wenn wir noch fleißig weiter EE subventionieren. Vermutlich wird noch in diesem Jahr damit begonnen in südlichen Ländern richtig zu klotzen bei der PV, weil dort die Stromgestehungskosten schon wirtschaftlich sind, gerade da wo viele Klimaanlagen Strom verbrauchen was perfekt zum PV-Angebot passt.
    Die technische Weiterentwicklung der PV wird von jetzt ab ganz automatisch vom Weltmarkt getragen. Da muss nun nicht noch zusätzlich der kleine, doofe, deutsche Bürger zusätzlich Geld rein buttern.


    Gruß Helmut

    Fahrzeug: noch Verbrenner

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