Wie GbR gründen

  • Hallo,
    da nun eigentlich klar ist das wir wohl oder über eine Gbr gründen müssen stellt sich die Frage wie und bei wem, bzw. wie läuft so eine Anmeldung/Gründung ab?
    Kurzinfo: unverheiratet, Anlage auf eigenen Haus (Eigentum eines Partners), selbst finanzierte Anlage zu je 50%


    Zwi unabhänggig befragt Steuerberater haben uns zur GbR geraten.


    Danke und Gruss
    Alf

  • Moin Alf,


    GbR werden formlos und mündlich gegründet. Alleine die Absicht reicht. Damit es später keine Streitigkeiten gibt, halte das Wichtigste (Höher der jeweiligen Anteil und Gewinnaufteilung) schriftlich fest. Die Schreiben (Rechnung der Anlage, Anmeldung bei EON-edis, Rechnung an Netzbetreiber) müssen aber auf beide GbR-Partner laufen, damit das Finanzamt keine Probleme macht.


    PS: Bei der Anmeldung des Unternehmen den Fragebogen zu steuerlichen Erfassung für Personengesellschaften ausfüllen.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
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  • Zitat von abenn

    Hallo,
    da nun eigentlich klar ist das wir wohl oder über eine Gbr gründen müssen stellt sich die Frage wie und bei wem, bzw. wie läuft so eine Anmeldung/Gründung ab?
    Kurzinfo: unverheiratet, Anlage auf eigenen Haus (Eigentum eines Partners), selbst finanzierte Anlage zu je 50%


    Wie eggis schon sagte, das Wichtigste schriftlich festhalten, dazu gehört m.E. auch die Zur-Verfügung-Stellung des Daches (Weißt du, ob eure Beziehung 20 Jahre und länger halten wird? Zu wünschen wäre es euch jedenfalls :P )!
    Die ganzen Abrechnungen laufen dann auf die GbR, d.h. vor allem alle steuerlichen Dinge. Den Gewinn/Verlust erklärt die GBR, das Finanzamt stellt fest und weist jedem GbR-Mitglied entsprechend der Aufteilung einen Gewinn/Verlustanteil zu, der dann in die persönliche Steuererklärung einfließen muss. Alles in allem nicht viel mehr Arbeit als die Verwaltung einer "eigenen" PV-Anlage.
    Viel Erfolg!
    Martin

    Lasst die Sonne strahlen und den Wind blasen!

  • Die GbR hat keine zwingenden Gründungskosten. Das ist der klare und unschlagbare Vorteil.
    Oftmals wird das aber mit "keine Gründungskosten" verwechselt. Das ist die böse und gemeine Falle.


    Es ist zwar richtig, dass eine GbR keinen (schriftlichen) Gesellschaftsvertrag braucht.
    ABER...
    1. Einen Vertrag braucht es bei Personengesellschaften immer nur bei Streit, Ärger und Tod.
    Genau in den Fällen nützt ein mündlicher Vertrag jedoch gar nichts.
    2. Ohne besonderen Gesellschaftsvertrag gelten die Bestimmungen des BGB.
    Daran scheitern schon Kegelclubs und Lottogemeinschaften. Für eine so langlebiges Wirtschaftsgut wie eine PV wäre es geradezu fahrlässig, keinen Gesellschaftsvertrag zu vereinbaren.
    3. Gerade die Risikofälle "Ärger, Streit, Tod" sind bei mindestens 20 Jahren "more likely than not";
    und die Tatsache, dass man mit ein wenig Phantasie zumindest glauben könnte, die Anlage gehöre zum Haus;
    bzw. der Fakt, daß "einmal ab- und neu aufbauen" nicht gerade zur Wirtschaftlichkeit einer Anlage beiträgt, verschafft ebenfalls vergrösserte Minenfelder


    4. Gewinnverteilung, Verzinsung von Kapitalkonten, Nachschusspflichten, Veräußerung, Verpfändung, Vererbung von Gesellschaftsanteilen, Ableben eines Gesellschafters, Insolvenz eines Gesellschafters, ... das sind so die Topics die mir mal aus der Hüfte einfallen, wo ich niemals mit der gesetzlichen Regelung einverstanden wäre.



    ==> Unbedingt die paar-Hundert-Euro in den Gesellschaftsvertrag investieren. Den gibts nicht von der Stange und auch nicht zum Download. Allenfalls haben Anwälte (Steuerberater eigentlich weniger ;-) ) die sich mit der Materie schon öfter befasst haben, ein branchentypisches Muster in der Schreibtischschublade.


    Bitte immer dran denken, dass der Laie die Qualität eines Gesellschaftsvertrages frühestens dann erkennen kann, wenn die kritischen Fälle eintreten. Und "Qualität" sich dann dadurch auszeichnet, dass alles fair geregelt ist - und man eigentlich gar nichts merkt.


    Der Gesellschaftsvertrag ist von daher genau so aufwändig wie der Gesellschaftsvertrag einer KG.
    Das sind dann aber tatsächlich die einzigen Gründungskosten.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Auch wenn zwei Kollegen zur GbR geraten haben: Ich würde es eher so handhaben, dass einer die Anlage allein betreibt und mit dem anderen Partner einen Gestattungsvertrag schließt.


    Vorteile:


    - Kein Aufwand für die Gründung der GbR
    - keine gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte


    Viele Grüße



    Stevie

    Dr. Stefan Rode

    Rechtsanwalt und Steuerberater

  • Zitat von Sonnenstevie


    Ich würde es eher so handhaben, dass einer die Anlage allein betreibt und mit dem anderen Partner einen Gestattungsvertrag schließt.


    Dann ist die Gewinnaufteilung und der gemeinsame Betrieb nicht gewährleistet, wie oben gewünscht. Daher also GbR. Das ist doch wahrlich nicht allzu kompliziert, man kann ja in den GbR-Vertrag reinschreiben "was man will".
    Alf müsste mit seiner Partnerin/seinem Partner die zu klärenden Punkte auflisten (siehe Punkt 4 vom Beitrag von kpr) und entsprechende Regelungen treffen. Das ganze mit der Aufteilung (hier 50%-50%) zur Kenntnisnahme ans Finanzamt zur Erstellung der Gesonderten Feststellung.
    Wenn beide Kohle investieren wollen, ist das die sauberste Lösung.
    Martin

    Lasst die Sonne strahlen und den Wind blasen!

  • Bevor man mich falsch interpretiert:
    Wenn es sich denn irgendwie vermeiden ließe, würde ich auch jede andere Lösung der GbR vorziehen. GbR ist immer die zweitbeste Variante.
    Oder auch Leitspruch meines alten Prof "Kompagnon - Lumpagnon"

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von maguwa

    Dann ist die Gewinnaufteilung und der gemeinsame Betrieb nicht gewährleistet, wie oben gewünscht. Daher also GbR. Das ist doch wahrlich nicht allzu kompliziert, man kann ja in den GbR-Vertrag reinschreiben "was man will".
    Alf müsste mit seiner Partnerin/seinem Partner die zu klärenden Punkte auflisten (siehe Punkt 4 vom Beitrag von kpr) und entsprechende Regelungen treffen. Das ganze mit der Aufteilung (hier 50%-50%) zur Kenntnisnahme ans Finanzamt zur Erstellung der Gesonderten Feststellung.
    Wenn beide Kohle investieren wollen, ist das die sauberste Lösung.


    Sicher die sauberste, aber auch die aufwendigste. Es besteht ja auch die Möglichkeit, ein hohes Entgelt zu vereinbaren und den Partner auf diese Weise zu beteiligen.


    Aber noch was: Wenn ich lese, dass die Aufteilung zur Kenntnisnahme ans Finanzamt zur Erstellung der gesonderten (und einheitlichen) Feststellung gehen soll, muss ich leider von unzutreffenden Vorstellungen vom Ablauf des Feststellungsverfahrens ausgehen.


    Viele Grüße



    Stevie

    Dr. Stefan Rode

    Rechtsanwalt und Steuerberater

  • Ich betreibe eine GbR nach BGB, allerdings bin ich mit dem anderen Teil der GbR verheiratet, so daß im Falle von "Tod, Streit, Insolvenz" die GbR nur ein Problem von vielen wäre...


    Zum Rat, einen schriflichen Vertrag zu schließen und das am Besten mit Anwalt ein kleiner Denkanstoß: Entweder die beiden Beteiligten wissen, was sie wollen. Dann sollten sie das einfach aufschreiben, wenn ihnen dabei die eine oder andere Ungenauigkeit im juristischen Sinne passiert, ist das nicht so schlimm, denn das Gericht wird in dem Falle nach der beabsichtigten Wirkung der jeweiligen Klausel forschen udn versuchen, die Ungenauigkeit zu heilen. Wissen die Beteiligten nicht, was sie wollen und schalten einen Anwalt ein, kann es ihnen passieren, daß sie etwas "von der Stange" bekommen, was gar nicht ihren Wünschen entspricht. Und im Rechtsstreit wird sich das Gericht am perfekt ausformulierten Vertrag entlanghangeln, denn formal wird der schon ok sein.


    Gruß

  • Ich habe auch ein Haus mit meiner Partnerin gebaut. Auch nicht verheiratet.

    Die PV Anlage die ich jetzt einfach auf meinen Namen laufen lasse, wäre bei einer Trennung wirklich das geringste Problem. Da habe ich noch ganz andere sorgen.


    Wer kann schon nach 10 Jahren Partnerschaft und Hausbau noch genau sagen wer jetzt was angeschafft hat und woher jeweils das Geld kam? Da mache ich mir jetzt nicht den Kopf um eine PV Anlage. Das ist noch eine der kleineren Investitionen die ich bisher getätigt habe...