Heizung an Eigenverbrauch

  • Ich habe seit April ein 5,39 kWp-Anlage auf meinem neu gebauten Haus. Für meinen normalen Haushaltsstrom habe ich mir einen Zwei-Wege-Zähler setzen lassen, so dass ich dort ganz normal Eigenverbrauch nachweise / abrechne.


    Mein "Problem" ist, dass neben dem normalen Haushaltsstrom noch eine zweiter Verbrauchszähler für meine Heizung (Wärmepumpe, Lüftungsanlage etc.) in meinem Verteilkasten sitzt. Dieser Zähler ist wiederum in zwei "Zählwerke" unterteilt, welche zwischen teurem Hochtarif und billigem Niedertarif (Nachtstrom)) unterscheiden. Notwendig bzw. war diese separate Zählung, da der Stromversorger sich das Recht vorbehält, den Heizungsstrom bei Netzstörungen etc. für bis zu 30 min zu kappen (sprich auch die physikalische Zuleitung zum Haus scheint separat zu sein).


    Frage:
    kann ich den separaten Heizungskreislauf irgendwie (ggf. über einen zweiten Zwei-Richtungs-Zähler) an die PV-Anlage anschließen, um auch dort Eigenverbrauch zu "betreiben" und meinen EV-Anteil zu erhöhen?


    Wenn ja, was muss dafür getan werden (im Zählerschrank hätte ich noch Platz für einen weiteren Zähler zuzüglich zweier komplett unbelegter Felder)?


    mfg
    Thomas

  • Letztendlich müsste das vom Netzbetreiber genehmigt werden, sodass Du Dich vielleicht erstmal vertrauensvoll an ihn wendest. Eventuell ist im Vertrag für den zweiten Verbrauchszähler auch schon ausgeschlossen, dort eine eigene Energieerzeugung zu verwenden.


    Für die Verschaltung gabs vor ein paar Tagen mal einen Thema, in dem ein BHWK und eine PV-Anlage über mehrere Zähler gekoppelt waren. Vielleicht hilft Dir das schon weiter.

  • Wie sollte das gehen? Wie sollen zwei Bezugszähler an eine PV angeschlossen werden?


    Ich würde sagen, Du mußt Dich entscheiden:
    Entweder alles so lassen wie es jetzt ist, oder durchrechnen, ob es günstiger ist den WP-Zähler zu kündigen (damit auch auf den günstigeren Bezugstrompreis zu verzichten) und dann diesen Teil auch über die vorhandene Anlage mit Deinem PV-Strom zu versorgen.


    Das kann sich m.E. rechnen. Auf jeden Fall sollte der Stromverbrauch der WP auf die Tagzeiten verleget werden - soweit als möglich.
    Bei der Lüftung dürfte das ja einfacher sein.
    Zu beachten ist natürlich auch, dass im Winter weniger Ertrag durch die PV kommt als im Sommer. :wink:
    Wie wird das Brauchwasser erhizt?


    Gruß Ingo

    14x220 25° Süd, 72x220 26° SW/17000TL-10; 13x235 35° SW/3000TL-20; 19x235 30° SO/4000TL-20
    Holzvergaser HDG Euro 40kw, 4.000ltr Puffer
    6m² Solarthermie, 2x300ltr. mit Blomberg LW-Pumpe
    100m³ Regenwasserzisterne
    PV-Anlage

  • Mittelfristig macht dies bei den zurzeit gängigen Tarifen keinen Sinn (abhängig vom Erstellungsjahr der PV Anlage).


    Die WP sollte (mit Pufferspeicher) so optimiert sein, dass sie fast nur zum Niedertarif läuft.


    Der größte Energiebedarf für die WP ist eh dann da, wann von PV nur sehr wenig kommt.

  • Zitat von Cheook

    Letztendlich müsste das vom Netzbetreiber genehmigt werden, sodass Du Dich vielleicht erstmal vertrauensvoll an ihn wendest. Eventuell ist im Vertrag für den zweiten Verbrauchszähler auch schon ausgeschlossen, dort eine eigene Energieerzeugung zu verwenden.


    Danke für die Antworten. Ich habe nochmal bei der KEVAG bezüglich der Preise nachgefragt - bei 17 bzw. 14 Cent lohnt sich die Umrüstung nicht wirklich, also lasse ich es bleiben.


    Dass ein zweiter Verbrauchszähler ausgeschlossen werden kann, würde m.E.n. gegen das EVG verstoßen, da der Eigenverbrauch ja auch nur in räumlicher Nähe (also auch durch meine Nachbarn, die auf alle Fälle einen eigenen Anschluss haben) erfolgen kann.

  • Hallo zusammen,
    ich stelle auch gerade die Überlegung an, die Wärmepumpe auf Normaltarif umzustellen um dadurch den Eigenverbrauch zu erhöhen.
    Dazu haben mich zwei Gründe bewegt:
    1) Ich würde alleine 70,- Euro im Jahr Fixkosten für den Zähler und die Grundgebühr sparen.
    2) Meine Wärmepumpe verbraucht ungefähr 3/4 des Stroms zum HT und nur 1/4 im NT.


    Über ein Jahr benötigt die Wärmepumpe ca 2.500 kWh um das Haus zu heizen und Warmwasser zu produzieren.
    Meine Photovoltaikanlage (geplanter Aufbau im September 2011) produziert, laut Prognose, ca. 7.000 kWh pro Jahr


    Wenn ich mir das ganze jezt "ehrlich" mit den gegebenen Strompreisen der einzelnen Tarife kalkuliere, komme ich auf einen mindestens benötigten Eigenverbrauch durch die Wärmepumpe von ca. 650kWh.
    Dies entspricht ca. 9,3% des Ertrags der Photovoltaikanlage bzw. 26% des benötigten Stroms der Wärmepumpe.


    Ist soetwas realistisch?


    Gruß


    Marco

  • Marco,


    bei PVGIS findest Du neben den zu erwartenden Erträgen für Deinen Standort auch die prozentuale Verteilung über die einzelnen Monate. Damit kannst Du in kWh errechnen was Deine Anlage in den Wintermonaten produziert. Dem gegenüber stellst Du den expliziten Verbrauch Deiner WP in den entsprechenden Monaten (reduziert um einen Faktor was man tatsächlich abnehmen kann wenn gleichzeitig Strom erzeugt wird, ich würde von max. 50% ausgehen).
    Den Verbrauch für den normalen Haushaltsstrom solltest Du vorher noch abziehen, denn dieser sollte erst bedient werden wegen der höheren Alternativkosten.


    Ich würde vermuten dass Du diesen Wirtschaftlichkeitspunkt vielleicht gerade so erreichen könntest. Aber diese Berechnung basiert auf den heutigen Strompreisen. Da diese in der Zukunft stärker steigen werden (mein WP-Tarif wurde gerade um über 40% erhöht), sieht dann die Rechnung wieder anders aus.
    Ich plane auch meinen WP-Tarif zu kündigen und die WP über den normalen Haushaltsstrom laufen zu lassen (laut TAB ist dies bei uns möglich). Allerdings will ich erst abwarten wie sich die Strompreise in der nahen Zukunft entwickeln, noch ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung mit zu vielen Unbekannten belegt.


    Gruß,
    Ryan

  • Ich habe jetzt mal die Prognose von PVGIS betrachtet. Wenn ich die Heizperiode von Oktober bis März ansetze, liefert die PV-Anlage in der Zeit ca. 2000kWh.
    D.h. ca 35% davon müssten von der Wärmepumpe verbraucht werden. Das könnte funktionieren. Ich warte jetzt trotzdem die nächste Preiserhöhung für den Wärmepumpenstrom ab. Wenn diese kommt, werde ich den Tarif kündigen.

  • Zitat von prj4sa

    Ich warte jetzt trotzdem die nächste Preiserhöhung für den Wärmepumpenstrom ab. Wenn diese kommt, werde ich den Tarif kündigen.


    Wurde hier nicht etwas vergessen?


    Was kostet es als "Privatmann", wenn man sein eigenen Strom vom Dach für sich nutzt. Ok, klar, halt zu dem Preis, den man sonst im Stromverkauf bekommen hätte.


    Aber die PV-Stromgestehungskosten sind auch um so günstiger, je preisgünstiger die Anlage gekauft wurde.


    Sprich, steigt der öffentliche Strombezugspreis, tendiert PV-Anlage wirtschaftlicher im direkten Eigenverbrauch zu werden,
    bzw. fallen die PV-Errichtungskosten, müsste das Heizen mit PV-Strom auch attraktiver werden.


    Also:

    Zitat von prj4sa

    Ich warte jetzt trotzdem die nächste Preiserhöhung für den Wärmepumpenstrom ab. Wenn diese kommt, werde ich den Tarif kündigen.


    könnte man sagen, fallen die Anlagenpreise, kommt PV aufs Dach u.a. zum Heizen :mrgreen:

  • Hallo,


    die gleiche Konstellation habe ich auch, habe es auch schon durchgerechnet. Bei lohnt der Aufwand fast nicht!
    Zwei Anmerkungen habe ich noch:
    1. Du solltest bedenken, dass in der Zeit wo deine PV Anlage den meisten Ertrag erzeugt, deine WP am wenigsten verbraucht. Meine braucht z.B. für Lüftung und Steuerung ca 35 Watt. Und sie läuft dann einmal am Tag für ca 30 Min. In der Übergangszeit könnte es allerdings sein, dass du an manchen Tagen 100% selbst verbrauchst. Immer Sommer wirst du kaum auf einige Prozent kommen. Lässt sich alles schwer rechnen.
    2. Wie willst du mit einer 5,39 kwP Anlage 7000 kWh erzeugen? Nachgeführte Anlage??


    Gruß
    Chris