Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein

  • Hallo Zusammen!


    Das Thema Steuererklärung habe ich bisher immer selbst mit Elster erledigt, nun kommt das Thema PV hinzu und schon wird einem mulmig.


    Jetzt stellt sich die Frage, ob es nur ein oder zwei weitere Anlagen ("G" und noch mehr?) sind und zusätzlich eine Excelaufstellung (PV-Einnahmen und Ausgaben) die man erstellen bzw. ausfüllen muss
    oder ob es doch komplizierter ist.


    Die Abschreibung möchte ich Linear machen, da sich zukünftig wohl nicht viel ändern wird.
    Vor 2 Jahren haben wir zwar ein Haus gebaut in dem wir selbst wohnen, aber das ist doch steuerlich nicht relevant, oder?


    Falls ich mich dazu entschließen würde die Steuererklärung nicht selbst zu erledigen, sollte ich da zu irgendeinem Steuerberater gehen oder evtl. zum Lohnsteuerhilfeverein?
    Welche Kosten kommen da üblicherweise auf mich zu?


    Vielen Dank!


    Grüße!
    Stefan

    Dach 20° / 0°Süd / 60 x 185W Cossis Future Plus (SunLink) Alu FPE-Junction Box / 2 x SMA5000TL-20 / Sunny-Beam / Sunny-Explorer

  • Hallo,


    geh doch einfach auf die Seiten von unseren Steuerberatern wie die von SCHEMMP oder SONNENSTEVIE :D


    Einmal professionell gemacht - und die Sache ist in Butter.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Lohnsteuerhilfevereine besitzen nicht die erforderliche Beratungsbefugnis.


    Beim Beratungshonorar wirds schwer einen zielsicheren Rat zu geben.
    Wichtig: Die Honorarfrage sollte vorher geklärt werden. Hinterher ist es zu spät.
    Wenn ein Berater nicht bereit ist, für alle Arbeiten "rund um die PV" eine Pauschale zu nennen, wäre ich skeptisch.
    (Abrechnung nach Gegenstandswert auf Basis der StBGebVO...das gibt ebenso einen Schlag ins Genick, wie Abrechnung nach Stundensatz. In letzgenanntem Fall müsste schon ein Azubi die Arbeiten durchführen - sonst passt es einfach nicht.


    Schau Dich mal hier im Forum um. Ich glaube da gibt es den einen oder anderen Berater, die hier mit viel Engagement dabei sind - und sicherlich vernünftige Preise bieten.


    Was Du oben schreibst ist durchaus typisch:
    Du bist Dir Deiner laienhaften Kenntnisse bewusst; schätzt Deine Fähigkeiten eher zu pessimistisch ein - und suchst den Weg zum Berater.
    Das ist kerngesund. Gerade am Anfang kann man sich deftig ins Knie schiessen. In Folgejahren kann man beim abschreiben / fortentwickeln nicht mehr viel falsch machen.


    In Formularen ausgedrückt, käme folgendes auf Dich zu:
    USt-Erklärung
    Gewinnermittlung nach §4 Abs. 3 EStG (formlos; wie Du selbst oben schreibst)
    Anlage G zur ESt-Erklärung (da wird aber im Prinzip nur das Ergebnis aus der 4/3-Rechnung einmal übernommen. Tut nicht weh.
    Eventuell eine GewSt-Erklärung. (Wird meist drauf verzichtet)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von SR1

    Hallo Zusammen!
    Das Thema Steuererklärung habe ich bisher immer selbst mit Elster erledigt, nun kommt das Thema PV hinzu und schon wird einem mulmig.


    Wenn jemand seine Steuererklärung bisher immer schon selbst gemacht hat, dann bietet sich doch zumindest fürs erste Jahr eine Kombilösung an und zwar den PV-Teil durch den Steuerberater erstellen zu lassen und die ESt-Erklärung wie gehabt selbst zu machen.


    Das spart Steuerberatungskosten und Fehler bei der Erstellung der ersten PV-Steuererklärungen und dem ersten PV-Jahresabschluss können dann ausgeschlossen werden.


    Da die Steuerberatungskosten für PV-Anlagen generell als Betriebsausgaben absetzbar sind und die Vorsteuer der Steuerberaterrechnung vom Finanzamt zurückerstattet wird, sind PV-Anlagenbetreiber in der Regel nur etwa in Höhe der Hälfte des Bruttorechnungsbetrages des Steuerberaters finanziell belastet. Daher ist die Kostenbelastung minimal und alles ist optimal erledigt - mit geringem Zeitaufwand und maximaler Einkommensteuererstattung.


    Viele Grüße


    P. Schemm

  • Hallo liebe Mitstreiter!


    Ich bin wirklich begeistert :P über die sachlichen und fundierten Antworten, ich werde es wohl jetzt so machen wie P.Schemm es vorgeschlagen hat, die normale Steuererklärung mache ich wie sonst auch selber,
    dann habe ich ja auch schon eine ungefähre Vorstellung was da am Ende rauskommen würde und für den PV Teil werde ich mir professionelle Hilfe nehmen.


    Habe noch ein paar Fragen zum Verständnis:


    "In Formularen ausgedrückt, käme folgendes auf Dich zu:"
    USt-Erklärung ---> Ist das auch eine Anlage die Irgendwie näher bezeichnet ist (wie z.B. "Anlage G")?


    Gewinnermittlung nach §4 Abs. 3 EStG ---> Als formlose Exceltabelle, gibt es dafür evtl. Vorlagen?


    Anlage G zur ESt-Erklärung (da wird aber im Prinzip nur das Ergebnis aus der 4/3-Rechnung einmal übernommen ---> Was bedeutet hier "4/3 Rechnung"?


    Eventuell eine GewSt-Erklärung. (Wird meist drauf verzichtet) ---> Ist das auch eine bestimmte Anlage mit einer konkreten Bezeichnung die man in Elster auswählen kann?


    Vielen herzlichen Dank nochmal allen!


    Beste Grüße!
    Stefan

    Dach 20° / 0°Süd / 60 x 185W Cossis Future Plus (SunLink) Alu FPE-Junction Box / 2 x SMA5000TL-20 / Sunny-Beam / Sunny-Explorer

  • Die USt-Erklärung ist - wie der Name schon sagt - eine eigenständige Erklärung.
    Dto. für die - selten verlangte - Gewerbesteuererklärung.


    Vorlagen gibt es. Du kannst Dich z.B. am Schema der Anlage EÜR orientieren;-)
    (oder gleich die Anlage nehmen).
    So.. mal quick & dirty aus der Hüfte:


    A. Betriebseinnahmen
    1. Erlöse aus Zahlungen vom VNB
    2. ggf. Eigenverbrauch
    3. USt aus Zahlungen des VNB und auf Eigenverbrauch
    4. USt-Erstattungen vom Finanzamt
    5. Sonstige BE (z.B. Zinsen auf Girokonto)
    = Summe Betriebseinnahmen


    B. Betriebsausgaben
    1. Abschreibungen
    2. Sonstige betriebliche Aufwendungen
    a) Übrige Betriebsausgaben
    b) Versicherung
    c) Steuerberatungskosten
    d) Bewirtungskosten
    e) Reisekosten
    f) Mieten, Pachten
    3. Zinsen
    a) Zinsaufwand
    b) ggf. anrechenbare Steuern auf Zinserträge
    4. an Lieferanten gezahlte Umsatzsteuer (= Vorsteuer)
    5. USt-Zahlungen (an das Finanzamt)

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  • Hallo Stefan,


    Du könntest Dir auch eines der gängigen Steuerprogramme anschaffen, (Wieso, Steuersparerklärung...). Das ersetzt zwar nicht den Steuerberater, hilft bei den ganzen Formularen aber doch enorm. Eine weiterer Vorteil ist, daß man ein paar "was wäre wenn Spielchen" machen kann, die einem vielleicht bei der einen oder anderen strategischen Frage weiterhelfen können.


    Da Du das Programm natürlich brauchst, um Deine Ust-VA zu machen, ist das auch zu 100% eine Betriebsausgabe und die Vorsteuer gibt es auch zurück :-)


    Gruß,

  • schöner Beitrag.


    - Die Software ersetzt den Steuerberater NICHT!
    - zumindest nicht im ersten Jahr / später mag das.. mit ein bischen Talent... anders sein
    - sie ermöglicht ein paar eigene Überlegungen und Szenarien (was auch ein wenig Talent und Grundverständnis erfordert)

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  • ... am Anfang würde ich auf jeden Fall auch wieder einen Steuerberater nehmen. Sonst tappt man sicher in irgend eines der zahlreichen Fettnäpfchen. Ich habe parallel die Daten ins WISO eingepflegt und mit den Berechnungen meines Steuerberaters verglichen. Im nächsten Jahr bin ich beim Steuerberater auf das WISO-programm zu sprechen gekommen, er meinte: einfach mal die Ausdrucke mitbringen; Er hat geprüft, es hat gepasst und seither mache ich die "Arbeit" selbst und brauche vom Steuerberater nur im Einzelfall Beratung.

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