Azur Module mit degradationsvermindernder Beschichtung?

  • Moin!


    Mich stört auf der Datenblattangabe die Aussage...

    Zitat

    Bisher verloren Solarmodule jährlich bis zu 1 % an Leistung - 10 % nach 10 Jahren Nutzung, 20 % nach 20 Jahren.


    Diese Behauptung ist schlichtweg falsch, da hier die Garantiebedingungen der Hersteller mit der echten Degradation gleichgesetzt wurde. Wie einige von euch wissen, liegt die nachgewiesene Degradtation kristalliener Module bei ca. 0,3% /Jahr. Somit beträgt die Modulleistung nach 20 Jahren nicht 80% sondern 94%. Die Vorteil, wenn er denn stimmt, beträgt nur 4% (von 96% auf 98%). Hier werden unwissende Käufer in die Irre geführt, weil die Wirkung dieses Mittels 4x stärker dargestellt wird als es im realen Leben ist.


    Kann jemand etwas zu dem Test auf Lichtechtheit sagen? Nach meinem Verständnis wurde bei diesem Test nur das Beschichtungsmittel getestet und nicht die Verbesserung für das Modul. :-?

      UV- und witterungsbeständig
      Lichtechtheitsprüfung nach EN ISO 105-B06
      1.600 Stunden (entspricht 25 Jahren)
      Farbspektrum 380 nm – 780 nm
      Ergebnis: keine Veränderung wahrnehmbar
      Nach 2.000 Std. Bewitterung,
      keine Veränderung erkennbar


    Ich find im Web dieses Testverfahren nur in Verbindung mit Stoffen in der Automobil- und Textilindustrie.


    Neben dem Farbspektrum irritiert mich die Angabe, dass 1.600 Stunden 25 Jahren Einstrahtung entsprechen.
    Bei durchschnittlich 12 Stunden Einstrahlung am Tag komme ich auf 110.000 Stunden im Jahr. Bei 900 Vollaststunden, sind es immer noch 22.000 Stunden in 25 Jahren. Das heißt doch, dass die Bestrahlung im Test 14x höher als in der Natur sein muss?

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
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  • Hallo search,


    dann warten wir mal gesapnnt ab, wann!! der erste Betreiber einer Anlage die 5% Mehrertrag belastbar abliefert. Ich wage mal zu behaupten, nicht in den nächsten 5 Jahren!
    Und das mit der Nanoversiegelung!! Na ja, bei meiner Autoscheibe war das auch nichts als Geldmacherei und Zeitverschwendung. Das mag bei Waschbecken etc was bringen - aber wir reden hier von PV Anlagen die uns Ertrag bringen müssen. Und bei 200 € Mehrkosten bleibt das reine Utopie.


    Und in der Wüste würde ich vor allem Wert auf einen sehr kleinen Temperaturkoeffizienten legen!


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer

  • Zitat von search


    Desweiteren sind Azur Module sehr verbreitet im Elektrogroßhandel, sodass hier gerade die Großen nicht ohne weiteres solch einen Hersteller ins Boot nehmen würden, ohne diesen geprüft zu haben.


    Ich weiß von was ich spreche, da ich lange genung selbst im EGH beschäftigt war und die Situatuion kenne.


    :shock::-?:D
    Naja...
    Wir haben unter anderem mal von einem EGH mehrere Paletten Grauimporte bekommen! :evil:
    Und das obwohl unübersehbar "for chinese Market" draufstand. Da habe ich mich schon gefragt, ob sich überhaupt mal ein Mitarbeiter angeschaut hat, was da für Ware verkauft wird? Im nachfolgenden Telefongespräch wurde relativ schnell klar, dass die Mitarbeiter dort null Ahnung vom PV-Markt hatten! :wink:


    Und ne Beschichtung für 20 Jahre? Wind und Wetter ausgesetzt? Na das möcht ich dann mal sehen und zwar in 20 Jahren!
    Da werden mich auch etwaige Test's ersteinmal nicht überzeugen. Das anfänglich ein Erfolg sichtbar ist mag schon sein aber nach ein paar Jahren? Und das wird wohl kein Test beweisen können! :wink:
    Obwohl schön wäre es ja schon....


    Gruß E&U

    8,32kWp Shell PowerMax Eclipse 80-C (CIS)
    Ostdach: 76Stk. PME 80-C, 2Stk. Solarmax 3000C
    Westdach: 28Stk. PME 80-C, 1Stk. Solarmax 2000C

  • Ich verstehe nicht alles, auch nicht den physikalischen Effekt einer Beschichtung zur Verminderung der üblichen Degradation.


    Ich kann aber ausrechnen was eine solche Beschichtung wert wäre, wenn es sie tatsächlich gäbe.


    Annahmen:
    - 1000 kWh/kWp im ersten Jahr
    - 28,74 Ct Einspeisevergütung
    - 30 € Kosten + Rückstellung pro Jahr
    - 2,5 % Inflation
    - 20,5 Jahre Laufzeit, dann Restwert = 0.
    - Rendite 7 %


    Bei 0,0 % jähricher Degradation würde ich einen Kaufpreis von 2668 €/kWp für akzeptabel halten.
    Bei gleichbleibender Rendite von 7 % komme ich auf folgende Werte pro kWp:


    0,0 % Degradation 2688 €
    0,1 % Degradation 2648 €
    0,2 % Degradation 2624 €
    0,3 % Degradation 2602 €
    0,4 % Degradation 2580 €
    0,5 % Degradation 2536 €
    0,6 % Degradation 2538 €
    0,7 % Degradation 2517 €
    0,8 % Degradation 2496 €
    0,9 % Degradation 2476 €
    1,0 % Degradation 2456 €


    Alle Angaben auf volle Euro gerundet.


    Der Unterschied zwischen 0,5 % und 0,1 % Degradation wäre demnach 112 €/kWp wert, bei 0,3 % zu 0,1 % noch 54 €/kWp.


    Wie geschrieben sind das rechnerische Werte, ob es eine wirkungsvolle Beschichtung geben kann vermag ich nicht zu beurteilen ( kann ich mir aber auch nicht vorstellen, hätte dann ja jeder ). Wenn es aber eine gäbe, wäre sie etwa 54 €/kWp bzw. 112 €/kWp wert je nachdem was man für eine Degradation ohne Beschichtung ansetzt. Und auch nur dann, wenn man 1000 kWh/kWp im ersten Jahr ansetzt.

    Sonnige Grüße
    Kollektor


  • Hallo Martin


    ich bin doch ganz neutral, jedoch überzeugt, durch meine langjährige Arbeit beim EGH, was Azur betrifft.
    Habe auch ein Zertifikat vom PI Berlin, das wiederspiegelt was Azur nicht nur als Marketing hat mit der Beschichtung.


    Gruß


    search

  • Moin search,


    danke für das Zertifikat. Aber was steht da genau?

    Zitat

    Hiermit wird zertifiziert, dass die Transmission des AZUR Einbettungsmaterials AZUR 2P
    nach Durchführung des UV Beständigkeitstest gemäß IEC 61215 / IEC 61730-2, Kapitel
    10.10 / MST 54 zu einer Leistungsminderung von -0,26% bei polykristallinen Solarzellen
    führt.


    Ich habe mal auf der Seite http://pi-berlin.com/ nach den Testverfahren geschaut. Leider sind dort die verlinkten PDFs nicht mehr vorhanden.
    Folgende Testbeschreibeung habe ich aber gefunden.

    Zitat

    Degradationstest mit Klasse B Dauerlichtsonnensimulator (Zyklen zu 48 h;
    UV-Belastungstest (15 kWh/m² für 280-385 nm; 5 kWh/m² für 280-320 nm)


    Welcher Zeitraum wurde hier simuliert?


    Wenn es den Zeitraum von einem Jahr darstellt, ist das Ergenis nicht besser oder schlechter als mit jedem anderen kristallinen Modul.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
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  • Zitat von search


    Hallo Martin
    ich bin doch ganz neutral, jedoch überzeugt, durch meine langjährige Arbeit beim EGH, was Azur betrifft.
    Habe auch ein Zertifikat vom PI Berlin, das wiederspiegelt was Azur nicht nur als Marketing hat mit der Beschichtung.
    Gruß search


    Hallo,


    dann warten wir mal die erste Anlage ab, die 1 kpl. Jahr (jan. bis Dez) am Netz ist, und vergleichen dann die Erträge. Was da rauskommt, kann ich Dir jetzt aber schon sagen: No difference. Marketing, Werbeversprechen ..... - und wenn es um Fakten geht, dan kneifen die Alle. Business as usual - leider.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer

  • Meines Wissens betrifft Degradation die Zellen. Also wenn die Beschichtung auf dem Glas ist, dann kann das nichts gegen die Degradation in den Zellen tun. Was ggf. sein kann ist, dass es sich um eine Schutzbeschichtung beim Glas handelt, die verhindern soll, dass umweltbedingte Einflüsse das Glas beschädigen, was dann zu einer Leistungsminderung führen kann. Das nennt man normalerweise Verschleiss oder Abnutzung.
    Allerdings ist hier der Nachweis zu führen wie lange eine solche Beschichtung hält. Dazu ein Beispiel:
    Es gibt ja den tollen Lotuseffekt bei dem alles Wasser und Schmutz von Oberflächen abperlt. Seit Jahren versuchen sich die Hersteller von Autolacken oder anderen Miteln für PkWs daran. Da gibt es Lotusspray für die Windschutzscheibe usw. Dumm nur, dass das Zeug nie wirklich lange hält und nach kurzer Zeit wieder neu aufgetragen werden muss.


    Das ist nun mal das Problem mit Beschichtungen, die Natur ist immer stärker und hat den längeren Atem.


    Zurück zum Thema, ich denke hier sind einfach die Worte nicht sauber voneinander abgegrenzt worden...

    ...und Gott sprach es werde Licht...und wir sagen "danke!"