Störung von Elektrogeräten durch PV-Anlage !?!

  • solafair


    Ich aktiviere dieses Thema nochmal, denn wir haben das gleiche Problem mit unserem Themomix TM21 (BJ 1996) wie von dir beschrieben.
    Die Netzqualität habe ich mir mit einem Oszilloskop angesehen - ohne Störspitzen. Nur die Netzspannung geht bei Spitzenleistung des Anlage von 239 Volt auf ca. 243 Volt hoch. Und dann zeigt der TM21 Error 8.
    Auch das Dazwischenschalten eines Netzfilters brachte keine Abhilfe.
    Der Vorwerk-Service zuckt die Schultern und kann sich das auch nicht erklären.


    Hast Du in der Zwischenzeit eine Lösung für das Problem gefunden?


    Gruß
    ohny


  • Hallo,
    gab es 1996 noch die 220V oder schon die 230V Netzspanung??
    Wundert mich aber das die Geräte so empfindlich sind.


    Mit dem Funkwecker hätte ich eher darauf getippt das es an der Abschirmung durch die Module/Montagegestell liegen könnte.
    Habe auf der Arbeit auch das Problem das die Funkuhr ( Batteriebetrieben) die Zeit nicht an jeder Stelle findet.


    Gruß
    Jörg

  • Hallo,
    ich hatte diese Probleme schon an mehreren Lüftungsanlagen meiner Kunden. Das Problem liegt nicht an Oberwellen. Problematischer ist, dass der Null-Durchgang nicht mehr 100% passt. Hier schaft ein Netzfilter keine Abhilfe. Hatte ich auch versucht. Weit mehr, hilft ein üblicher ca. 20µF oder größerer Kondensator zwischen Phase und Neutralleiter.
    Wichtig: Nur netztaugliche Kondensatoren verwenden. Übliche Motorkondensatoren sind optimal.


    Sollte es helfen, bitte melden.


    Gruß

  • Hallo elektro_sepp,
    richtig ist, dass dies daran liegt dass der Nulldurchgang nicht mehr paßt. Dies liegt aber wiederum daran, dass die Oberwellen die Sinusform der Wechselspannung verzerren. Somit sind also doch die Oberwellen letzlich die Ursache dieser Störungen.
    Da ein Kondensator einen Kurzschluß für hohe Frequenzen darstellt kann man damit durchaus einen Erfolg haben. Einen Versuch wäre es wert.
    Allerdings erzeugt man damit einen kapazitiven Blindstrom, was aber zugegebenerweise normalerweise auch kein Problem ist.
    Ein Filter ist eine Kombination aus Kondensatoren und Spulen, die ebenfalls für höhere Freqenzen eine Sperre bzw. einen Kurzschluss darstellt, sich aber bei 50Hz neutral verhalten sollte (weder kapazitiv noch induktiv).
    Die Frage ist nun aber welche Oberwelle, bzw. welche Frequenzen verursachen diese Störung. Welcher Filter oder Saugkreis wäre dann der Richtige. Obwohl ich mich schon lange mit diesem Thema befasse, habe ich auf diese Frage bis jetzt auch noch keine zufriedenstellende Antwort.
    Genügt ein AC-seitiger Filter, oder braucht man auch einen DC-seitigen Filter?
    Welchen Filter / Saugkreis bei welchem Wechselrichter?

    Werner Bopp - Elektroinstallateurmeister - Baubiologe IBN


  • Hallo,
    ist das Problem auf allen drei Aussenleitern vorhanden? Eventuell probeweise mal die Sicherung für den Stromkreis auf dem der Thermomix hängt auf einen anderen Aussenleiter umklemmen / lassen.

    Werner Bopp - Elektroinstallateurmeister - Baubiologe IBN

  • Ich würde die eigene PV-Anlage ganz einfach mal ignorieren und dem Gerät ein Netzfilter vorschalten. Denn was im (Busch) Ausland gang und gäbe ist, kann in der Zivilisation so falsch nicht sein. Dabei denke ich auch an die beiden Fronius-WR, welche infolge von Rundsteuersignalen seitens des EVU hopps gingen. Auch X und Y-Kondensatoren gehen regelmässig kaputt, unterliegen halt auch der Alterung;-(

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Wie ohny geschrieben hat, brachte ein Netzfilter vor dem Gerät auch keinen Erfolg. Meiner Meinung nach ist - in diesem Fall - auch eher die hohe Netzspannung (eventuell in Verbindung mit Oberwellen) das Problem. Vielleicht hilft hier das Vorschalten eines Spartrafos, der die Netzspannung um einige Volt absenkt. Kostet ca. 100,-- Euro und wäre daher wohl einen Versuch wert. Auch wenn die Spannung noch innerhalb der Norm ist, kann ich mir vorstellen, dass eine empfindliche und vom Hersteller nicht ausreichend auf hohe Spannungen getestete Elektronik einen Fehler erkennt und den Dienst verweigert.
    Aussagen auf Stammtischniveau wie "(Busch)-Ausland kontra Zivilisation" bringen die Diskussion jedenfalls nicht weiter.

    Werner Bopp - Elektroinstallateurmeister - Baubiologe IBN

  • UPDATE


    ich habe zwischenzeitlich eine 24h Messung der Netzspannung durchgeführt, die Werte lagen zw. knapp 219 und 238 V. Auch habe ich einen weiteren TM21 besorgt, mit dem das gleiche Phänomen auftaucht "Störung8", Vorwerk Werkskundendienst sagt das Gerät ist 100% i.O. Heute hatte ich nun den Gaggenau Werkskundendienst da weil unser Side By Side
    Kühlschrank meinte auch in der Kühlzone gefrieren zu müssen. Nach Überprüfung lautet die Aussage des Monteurs, dass es sich um einen Softwarefehler handelt, ausgelöst durch evtl.
    ratet mal, genau Netzschwankungen. Auch hab ich mal die Sicherungen der PV gezogen als ich den Thermomix tagsüber dringend benutzen musste, und siehe da dass Ding läuft !!
    Mein Elektriker wird nun eine Messreihe aufbauen bei der die Oberwellen gemessen werden sollen, da ich 4 WR in Betrieb habe (1x Fronius 1x SMA 2x Kaco) wollen wir mal testen ob die Störung von einem ausgeht oder sich aufsummiert. Ich krieg so langsam schiß dass andere elektronische Geräte auch durch das Problem kaputt gehen.

    PV I 9,69kwp Sanyo HIP190 2004
    PV II 8,4kwp Mitsubishi MH100T2 2006
    PV IIIa 2,56kwp Alwitra EvalonSolar 2007
    PV IIIb 2,1kwp Schüco gebäudeintegriert 2008
    PV IV 29,7kwp Schott Poly225 2010
    PV V in Planung

  • Das wäre mal interessant, welche WR hier mehr stören und welche weniger. Hat die Messung denn schon was ergeben?


    Sonnige Grüße

    Private PV-Anlage (07/2019):
    19,84 kWp | Heckert NeMo2.0 60M 310W | E3/DC S10 E PRO (13 kWh Speicher) | SMA SB3.6
    Bürgersolaranlage (04/2009):
    25,2 kWp | Sharp NT175E1 | SMA SMC8000TL | SMA WebBox | SunnyPortal

  • Wichtig beim Messaufbau ist tatsächlich die Oberwellenanteile bis mindestens der 30. Harmonischen mit aufzunehmen und dann Dinge wie die Verschiebeblindleistung und den "richtigen" Powerfaktor über mindestens 24h zu ermitteln, wobei der Tag schon mehr als 2/3 der WR-Leistung bringen sollte (also tags über gutes Wetter).
    Die Netzanalysedaten sollten ebenfalls mit dem Lastgang der Wechselrichter überlagert werden. Wenn man das ohne WR-Werte auswerten möchte müsste man wohl noch zusätzlich etwas wie das HT Solar 300N einsetzen, um auch noch die DC-Seite gleichzeitig mitzuschreiben.


    Die hierfür geeigneten Messmittel sind nicht gerade üppig verteilt und man sollte sich da schon mal vergewissern, das der, der die Messwerte aufnimmt und bewertet auch Erfahrung im Bereich der Netzqualitätsanalyse hat.


    Diese Effekte über Nebenbeeinflussungen nehmen generell zu, weil die Energieversorgungsnetze - teilweise sogar bewusst - mit Hochfrequenzsignalen überlagert werden.


    Grüße