Mehrwertsteuer, Gewerbe ja oder nein

  • Hallo


    seit Tagen wälze ich mich hier durchs Forum, leider hab ich die 100% Lösung noch nicht gefunden,deshalb muss ich mal selber fragen.
    Also wir haben uns für eine Anlage entschieden 8,64 Kw. Diese wird in zwei Wochen installiert. Leider habe ich noch immer nicht den Durchblick ob ich jetzt ein Gewerbe anmelden muss oder nicht. Die 19% Steuer wollen wir doch schon wiederhaben. Könnt Ihr mir bitte ein paar aktuelle Tipps dazu geben, danke!!

  • Zitat von nordsonne2010

    Hallo


    seit Tagen wälze ich mich hier durchs Forum, leider hab ich die 100% Lösung noch nicht gefunden,deshalb muss ich mal selber fragen.
    Also wir haben uns für eine Anlage entschieden 8,64 Kw. Diese wird in zwei Wochen installiert. Leider habe ich noch immer nicht den Durchblick ob ich jetzt ein Gewerbe anmelden muss oder nicht. Die 19% Steuer wollen wir doch schon wiederhaben. Könnt Ihr mir bitte ein paar aktuelle Tipps dazu geben, danke!!


    Hallo Nordsonne2010,


    für Deine Anlagengröße ist eine Gewerbeanmeldung nicht nötig.
    Die Umsatzsteuer kannst Du Dir ohnehin erstatten lassen, da Du gewerbliche Einnahmen erzielst.
    :arrow: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung mit Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung ausfüllen.

  • Hallo nordsonne2010,


    ob du Gewerbe angemeldest hast, oder nicht, hat nichts mit deiner Umsatzsteuerrückerstattung zu tun.
    Du solltest dich bei deinem Gewerbeamt erkundigen, wie die es handhaben. Aus meiner Erfahrung heraus, ist eine Gewerbeanmeldung nicht notwendig.
    Entscheidend für die Beantwortung der Frage nach der Gewerbeanmeldung ist die Gewinnerzielungsabsicht. Sofern also der erzielte Gewinn unwesentlich ist, ist nicht von einer gewerblichen Betätigung auszugehen. Demnach ist die Wirtschaftlichkeit einer installierten Photovoltaikanlage von zentraler Bedeutung. In der Regel bedürfen Photovoltaikanlagen bis 8 Kilowatt - auch bei gleichzeitiger öffentlicher Förderung - keinen wirtschaftlichen Betrieb im Sinn des Gewerberechts (ist unbdingt beim Gewerbeamt nachzufragen). Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geht die Rechtsprechung davon aus, dass solche Anlagen in den Bereich der bloßen "Verwaltung eigenen Vermögens" eingeordnet werden und aus dem Gewerberecht ausgeklammert sind.
    Möchtest du aber die Vorteile einer Gewerbeanmeldung (Metroeinkauf, Gewerbemüll bezahlen, IHK-Beiträge entrichten, ect.) nutzen, solltest du unbedingt Gewerbe anmelden. Geh also unbedingt mal beim Gewerbeamt vorbei und lass dich mal "beraten".
    Für das Finanzamt musst du den Fragebogen zur steuerliche Erfassung ausfüllen. und dann mit Elster deine erste Umsatzsteuerforanmeldung machen. Dort trägst du dann deine Entrichtete Mehrwertsteuer aus deiner Rechnung als Vorsteuer ein. Klingt zwar kompliziert, aber wenn du das 2mal gemacht hast, hast du den Dreh raus. So wie jeder hier im Forum.


    Gruß Mike

  • Zitat von bp71

    ob du Gewerbe angemeldest hast, oder nicht, hat nichts mit deiner Umsatzsteuerrückerstattung zu tun.


    Ja.

    Zitat von bp71

    Du solltest dich bei deinem Gewerbeamt erkundigen, wie die es handhaben. Aus meiner Erfahrung heraus, ist eine Gewerbeanmeldung nicht notwendig.


    Nein, absolut überflüssig: der gemeinsame Bund-Länderausschuss Gewerberecht hat das in 2010 für Anlagen auf dem selbstgenutzten Wohneigentum unabhängig von der Anlagengröße eindeutig verneint; einfach hier im Forum mal danach suchen, es gibt einige Beiträge dazu.

    Zitat von bp71

    Entscheidend für die Beantwortung der Frage nach der Gewerbeanmeldung ist die Gewinnerzielungsabsicht.


    Sorry, aber das ist ausgemachter Qu...!
    Oben schreibst du doch noch selbst, dass die USt-Rückerstattung nichts mit der Gewerbeanmeldung (auf dem Ordnungsamt) zu tun hat; dem ist auch so: klar musst du beim FA ein steuerliches Gewerbe anmelden, aber diese hat wie schon gesagt mit der Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt nichts zu tun.

    Zitat von bp71

    Sofern also der erzielte Gewinn unwesentlich ist, ist nicht von einer gewerblichen Betätigung auszugehen. Demnach ist die Wirtschaftlichkeit einer installierten Photovoltaikanlage von zentraler Bedeutung. In der Regel bedürfen Photovoltaikanlagen bis 8 Kilowatt - auch bei gleichzeitiger öffentlicher Förderung - keinen wirtschaftlichen Betrieb im Sinn des Gewerberechts (ist unbdingt beim Gewerbeamt nachzufragen). Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geht die Rechtsprechung davon aus, dass solche Anlagen in den Bereich der bloßen "Verwaltung eigenen Vermögens" eingeordnet werden und aus dem Gewerberecht ausgeklammert sind.


    Also hier wird's dann echt 'schräg' - getrunken hast du jetzt aber gerade nichts, oder? :wink:
    Den aktuellen Stand zum Gewerberecht kannst du dir hier erschließen.

    Zitat von bp71

    Möchtest du aber die Vorteile einer Gewerbeanmeldung (Metroeinkauf, Gewerbemüll bezahlen, IHK-Beiträge entrichten, ect.) nutzen, solltest du unbedingt Gewerbe anmelden.


    So langsam wäre hier glaube ich mal der Dieter Nuhr-Spruch angepasst! :roll:
    IHK-Beiträge bei einer 7,xy kW-Anlage?! Das musst du mir mal vorrechnen! Aber ich sag' auch gleich, versuch's erst gar nicht, kommt doch nichts (Gescheites) dabei heraus.
    Ein IHK-Beitrag ist erst ab einem Jahresgewinn > 5200 EUR fällig; das schafft man mit einer 7,xy kW-Anlage definitiv nicht.
    Erst bei einem Jahresgewinnen zwischen 5200 und 25600 EUR fällt ein IHK-Pflichtbeitrag für Gewerbetreibende von 51,-EUR/Jahr an.
    Und die Sache mit dem Gewwerbemüll ist richterlich mittlerweile auch geklärt: einfach mal die Forensuche betätigen, hilft ungemein.


    Eins ist doch klar: Falschinformation ist schlechter als keine Information.

  • Zitat

    Nein, absolut überflüssig: der gemeinsame Bund-Länderausschuss Gewerberecht hat das in 2010 für Anlagen auf dem selbstgenutzten Wohneigentum unabhängig von der Anlagengröße eindeutig verneint; einfach hier im Forum mal danach suchen, es gibt einige Beiträge dazu.


    Woher weißt du, dass die Anlage auf selbstgenutzem Wohneigentum errichtet wird?


    Zitat

    Sorry, aber das ist ausgemachter Qu...!
    Oben schreibst du doch noch selbst, dass die USt-Rückerstattung nichts mit der Gewerbeanmeldung (auf dem Ordnungsamt) zu tun hat; dem ist auch so: klar musst du beim FA ein steuerliches Gewerbe anmelden, aber diese hat wie schon gesagt mit der Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt nichts zu tun.


    Mit der Aussage habe ich mich ja auch auf die Gewerbeanmeldung beim Odrnungsamt bezogen. Wenn du genau gelesen hättest, wärst du sicherlich auch drauf gekommen.


    Im übrigen wollte ich nur sagen, dass eine Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt unnötig ist. Viele Entscheidungen, wie z.B. die mit dem Gewerbemüll sind sicherlich noch nicht zu jedem Entorger durchgedrungen und die Klärung verursacht nur vermeidbare Arbeit.


    Aber selbstverständlich hat einzig und allein nur za-ass recht.

  • also ich muss sagen ich bin verwirrter als vorher :o


    zuerst die Analge wird auf meinem Dach installiert.
    Dann kommt die Anmeldung bei EON und was genau muss ich danach machen um wie gesagt die Seuer wiederzubekommen und was muss ich genau den Finanzamt melden. Wenn es geht würd ich lieber kein Gewerbe anmelden, vorallem wenn man nur die Metro, Müll etc vorteile hat seh ich da nicht wirklich ein Sinn drin oder? :danke:

  • Zitat von bp71

    Woher weißt du, dass die Anlage auf selbstgenutzem Wohneigentum errichtet wird?


    Na von hier!


    Zitat von bp71

    Mit der Aussage habe ich mich ja auch auf die Gewerbeanmeldung beim Odrnungsamt bezogen. Wenn du genau gelesen hättest, wärst du sicherlich auch drauf gekommen.


    Das mit dem genau lesen gebe ich dir gerne an dich zurück und empfehle dazu noch ein 'genauer schreiben'!
    Das ist DEIN Text:

    Zitat von bp71

    Du solltest dich bei deinem Gewerbeamt erkundigen, wie die es handhaben. Aus meiner Erfahrung heraus, ist eine Gewerbeanmeldung nicht notwendig.
    Entscheidend für die Beantwortung der Frage nach der Gewerbeanmeldung ist die Gewinnerzielungsabsicht.
    Sofern also der erzielte Gewinn unwesentlich ist, ist nicht von einer gewerblichen Betätigung auszugehen.


    Zitat von bp71

    Aber selbstverständlich hat einzig und allein nur za-ass recht.


    Darum geht es doch an dieser Stelle gar nicht!
    Entscheidend ist doch eher, dass du mit deinen "Halb-und Falsch-Informationen" den Unerfahrenen eher noch mehr verunsicherst, als er es mit Stand seiner Fragestellung zuvor schon war.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous ()

  • Zitat von nordsonne2010

    also ich muss sagen ich bin verwirrter als vorher :o


    zuerst die Analge wird auf meinem Dach installiert.
    Dann kommt die Anmeldung bei EON und was genau muss ich danach machen um wie gesagt die Seuer wiederzubekommen und was muss ich genau den Finanzamt melden. Wenn es geht würd ich lieber kein Gewerbe anmelden, vorallem wenn man nur die Metro, Müll etc vorteile hat seh ich da nicht wirklich ein Sinn drin oder? :danke:


    Mache es so wie es dir Paul Panzer oben schon empfohlen hat!
    Nur würde ich dir empfehlen, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung schon möglichst frühzeitig auszufüllen. Das kannst du streng genommen schon machen, wenn du die Anlage beauftragst, denn spätestens damit begründet sich schon deine Unternehmerschaft.
    Sobald dein Gewerbe beim FA steuerlich erfasst ist, kannst du dir die aus der Anlagenrechnung sich ergebende MwSt wieder erstatten lassen.


    Ein Gewerbe beim Ordnungsamt brauchst du nicht anzumelden; es gibt hierzu wie bereits weiter oben schon erwähnt eine Änderung der Rechtslage, wie sie der gemeinsame Bund-Länder-Ausschuss-Gewerberecht im Frühjahr 2010 verabschiedet und im Gewerbearchiv, Ausgabe Juni 2010 veröffentlicht hat.
    Eines was daraus ganz klar hervorgeht ist die Tatsache, dass PV-Anlagen auf dem eigenen, sebstgenutzten Gebäude von der ordnungsrechtlichen Gewerbeanmeldung auf dem Ordnungsamt befreit sind, und zwar unabhängig ihrer Größe.
    Wie schon mehrfach in diesem Thread erwähnt, hat das aber nichts mit der steuerlichen Erfassung deines Gewerbes beim Finanzamt zu tun; die ist verpflichtend und von deiner Seite ja auch erwünscht, da du nur so die USt aus der Rechnung wieder zurückbekommst; Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung bei der steuerlichen Erfassung ist dafür obligat, hat Paul Panzer aber weiter oben ja auch schon geschrieben.

  • Guten Morgen zusammen,


    es ist doch immer wieder erstaunlich, dass nach 100ten von Seiten über dieses Thema das Prinzip der Trennung von Ordnungsrecht und Steuerrecht noch immer so große Unsicherheit auslöst! :|


    Eine Gewerbeanmeldung hat nichts mit der Rückzahlung der 19% zu tun.


    Paulchen hat erklärt, wie es zu machen ist, za-ass hat erklärt, warum es so zu machen ist und bp71 hat ein paar neue Beiträge.....


    Also: Fragebogen steuerliche Erfassung ausfüllen, auf Kleinunternehmerregelung verzichten und Umsatzsteuervoranmeldung ausfüllen und abgeben. Worauf es im Detail ankommt ist im Forum ausreichend beschrieben.


    VG
    Marc

  • Zitat von za-ass

    Nein, absolut überflüssig: der gemeinsame Bund-Länderausschuss Gewerberecht hat das in 2010 für Anlagen auf dem selbstgenutzten Wohneigentum unabhängig von der Anlagengröße eindeutig verneint;

    Zitat von za-ass

    Ein Gewerbe beim Ordnungsamt brauchst du nicht anzumelden; es gibt hierzu wie bereits weiter oben schon erwähnt eine Änderung der Rechtslage, wie sie der gemeinsame Bund-Länder-Ausschuss-Gewerberecht im Frühjahr 2010 verabschiedet und im Gewerbearchiv, Ausgabe Juni 2010 veröffentlicht hat.
    Eines was daraus ganz klar hervorgeht ist die Tatsache, dass PV-Anlagen auf dem eigenen, sebstgenutzten Gebäude von der ordnungsrechtlichen Gewerbeanmeldung auf dem Ordnungsamt befreit sind, und zwar unabhängig ihrer Größe.


    Ich muss hier noch einmal nachfassen: Was sagt der Ausschuss? Selbstgenutztes Wohneigentum oder selbstgenutzte eigene Gebäude? Das ist in meinen Augen schon ein Unterschied. Mit ersterem würden die ganzen Scheunen und Hallen ja rausfallen. Ich war mir aber eigentlich sicher, dass Variante 2 richtig ist.