meine 1. von Solarstocc, Profisysteme aus Deutschland

  • Hallo Gemeinde,


    dann werde ich mal abschnittsweise beginnen mein erstes Sorgenkind vorzustellen.


    Nach längerer Planung und Angebotseinholung (erster Gedanke zu PV war im Februar) ging die Anlage mit 29,6 kWp 27.08.07 ans Netz.
    Vorher hatte ich noch die Statik berechnen lassen und als Ergebnis die Dachsparren verstärkt.
    Geplant waren Module von Conergy 29,75 kWp. Allerdings konnten zu der damaligen Zeit kaum noch leistungsstärkere Module >180 Wp geliefert werden. Es sah damals schlecht auf dem Markt aus, die Fabriken wuchsen erst noch.


    Da kam das Angebot kurzfristig gute Module eines Herstellers aus Süddeutschland Solarstocc Profisysteme aus Deutschland als Komplettanlage zu bekommen. Finanzierung lief bereits. Preislich gerade noch akzeptabel (Qualität kostet eben :wink: ), war aber auch eine andere Zeit. Also unterschrieben.


    Mal im Internet schnell geschaut, aber nichts weiter gefunden. Noch per eMail beim Vorstand Marketing (einem Herrn D. B.) nach dem Modulen nachgefragt:
    Zitat: ... auf Grund von Kapazitätsengpässen von namenhaften Herstellern als OEM-Module hergestellt.
    Die Module sind durchweg absolute Qualitätsware mit hohen Garantien und hohen Wirkungsgraden, wofür das Markenzeichen Solarstocc auch steht.
    (Anmerkung: Herr B. ist heute Vorstand bei Germansolar)
    Also montiert lassen.
    WR waren Solarstocc Powerstocc, also gelabelte Danfoss.
    Wer jetzt schaut wann ich im Forum registriert wurde erahnt schnell den Fehler.


    Nach der Lieferung kam dann endlich die Flashliste. In der Summe ca. -2% Leistungstoleranz. Das Datenblatt der S185M5 (auch in der Datenbank hier hinterlegt) sagt +-3% zulässige Toleranz aus.
    Montage ging auch recht zügig. Monteure waren Elektriker und Zimmerleute :idea: .
    Anlage lief, Zähler drehte sich ordentlich, weiter beobachten.
    Einen Datenlogger musste ich noch zusätzlich erwerben, Anlagenüberwachung jetzt per GSM.


    Erträge, erste Skepsis zum Ende des Jahres, Anlage läuft unterdurchschnittlich. Hier im Forum wurde man beruhigt da ja nun die Ertragsschwachen Monate sind.
    Bereits im November wurde die evtl. schwache WR-Auslegung moniert. Antwort vom Hersteller: Mit 110% Auslegungsverhältnis sind die WR schon sehr gut belastet, mehr geht nicht.
    Belastung war 5365 Wp auf 5000 W max. AC-Leistung. Wäre sogar soweit i.O.


    Die Anlage sieht von Weitem gar nicht mal so schlecht aus, man erfreut sich des Anblicks.
    In den Folgejahren sollte sich ein Jahresertrag von 90x kWh/kWp rausstellen.
    Bei einer verschattungsfreien Anlage mit einer Ausrichtung von 186°, DN 38° in Südbrandenburg :!:
    Muss mehr werden... :wink:


    Seit Inbetriebnahme dieser ersten PVA konnte ich in den vergangenen Jahren, durch Weiterbildung und auch durch dieses Forum, umfangreiches Wissen sowie Erfahrungen zum Thema Photovoltaik erlangen...


    Fortsetzung folgt.


    http://www.sonnenertrag.eu/de/…aul-panzer/1764/1384.html

  • Hallo Paul Panzer,


    habe im selben Ort auch einen Eigentümer mit Solarstocc Modulen ( Ausrichtung -10 ° ),
    http://www.sonnenertrag.eu/de/…stefan2007/2414/2251.html
    sowie in meinem Geburtsort 15 KM entfernt mit gleichen Modulen und kommpletter Südausrichtung.
    http://www.sonnenertrag.eu/de/…fz-sattler/2848/2768.html
    Wenn ich diese Anlagen vergleiche laufen die auch eher naja, Solarstocc scheint wohl nicht das non plus ultra zu sein.



    Gruß Dirk

    28 Stk. Conergy SC 170 MA
    9 Stk. Heckert HS-PXL 210
    12 Stk Suntech STP 200
    12 Stk. Kyocera KD 210
    9 Stk. Suntech STP 270-24/vd

  • Zitat von Sonnenking

    Hallo Paul Panzer,


    habe im selben Ort auch einen Eigentümer mit Solarstocc Modulen ...
    Wenn ich diese Anlagen vergleiche laufen die auch eher naja, Solarstocc scheint wohl nicht das non plus ultra zu sein.


    Gruß Dirk


    Na dann solltest Du hier mal künftig weiterlesen... :wink:
    Wobei aber ein Unterschied in den Modulserien besteht. Ich habe S und Du hast SLP.
    SLP wurde durch Solarstocc selbst hergestellt. Wobei die Komponenten auf dem Weltmarkt eingekauft wurden.

  • weiter gehts...


    im Sommer 2008 wurden dann bei Wartungsarbeiten bräunliche Verfärbungen im Bereich der abgehenden Leiterbahnen festgestellt. Betroffen war ein großteil aller Module.
    Wieder reklamiert.
    Hersteller: Delamination ausgeschlossen. Nur optisch, weiter beobachten.
    Merkwürdig ist, dass sich auch die Leiterbahnen verfärben. Hier könnte eine Korrosion vermutet werden.


    Da die Anlagenleistung immer noch zu wünschen übrig ließ, wurde in 2009 die Beschaltung der WR ebenfalls um ein Modul erhöht, da die max. Ausgangsleistung nicht erreicht wurde.
    Die WR sind nun mit 30 Stk. a 185 Wp (DC=5550 Wp) belegt. Nun werden die max. 5000 W AC annähernd erreicht.
    Hätte man gleich so machen können. Übrigens, eine versuchsweise Parallelverschaltung der 3 Strings/MPP-Tracker brachte auch keinen Erfolg.


    Eine zwischenzeitlich dem Hersteller angebotene Übsersendung der Aufzeichnungen des Datenloggers wurde nicht in Anspruch genommen. Anlage läuft doch. :cry:


    :arrow: Mitlerweile wurde Solarstocc durch Centrosolar übernommen.


    Weitere Flecken wurden festgestellt.


    http://www.photovoltaikforum.c…was-wird-das--t16091.html


    Fortsetzung folgt...

  • Ach Leute was soll ich schreiben?
    Also weiter...


    Ab Herbst 2009 wurde an einem String ein Spannungsverlust von ca. 25 V festgestellt. Dieser sollte sich bis zum Frühjahr 2010 auf bis zu ca. 45 V unter Last erhöhen - Verschaltung mit 10 Module in Reihe (Leerlaufspannung 442V)- . Ursache bis heute unbekannt, Leerlaufspannung ansonsten nicht auffällig.


    Im November 2009 wurde dann am gleichen Standort, mit selbiger Ausrichtung, eine weitere PVA in Betrieb genommen.
    Da man sich ja nun einiges Wissen angeeignet hatte, wurde es eine Sunpower.
    http://www.sonnenertrag.eu/de/…zer/luckau/1764/9804.html
    Die DN ist mit 33° gegenüber 38° ähnlich. Das Ideal liegt an diesem Standort bei 36°.


    Bei fortlaufendem Anlagenvergleich fällt sofort eine erhebliche Minderleistung der Solarstocc/Centrosolar Anlage auf.
    Dies gab später (Sommer 2010) auch den Ausschlag einer energischeren Verfolgung der anhängigen Reklamation.
    Bisher hat man sich davon vertrösten lassen, dass die Sonneneinstrahlung eben nicht so stark sei. Ein Gutachter sagte etwas von einem 20jährigen Mittel. :idea: Na ja...
    Da aber mit bis dahin 900 kWh/kWp noch unterdurchschnittlich eingespeist wurde, war die Minderleistung nicht so offensichtlich. Es gibt ja schließlich auch schlechtere Anlagen.


    Im Frühjahr 2010 wurden die DC-Leitungen aufgrund der fehlenden Spannung in einem von 16 Strings kontrolliert. Und siehe da, wer hat es sich unter der Anlage gemütlich gemacht?
    Sie, mit ihrem Mann... toll.



    O.K. nicht schön, aber weiter.
    Einige DC-Leitungen waren beschädigt und mussten repariert werden. War n´e Menge Arbeit, fragt aber später keiner mehr nach. Für die Versicherung hat es auch nicht gereicht. Man möchte ja nicht wegen ein par hundert Euronen die Gesellschaft bemühen. :wink:
    Dabei gleich die obligatorische optische Modulkontrolle durchgeführt. Wobei auch die Seriennummer (SN) der Module entsprechend der Flashliste überprüft wurden.
    :arrow: Ergebnis:
    Es wurden abweichende SN vorgefunden. Ebenso wurden SN ermittelt welche nicht auf der Flashliste auftauchen! Wobei natürlich die Anzahl der Module stimmt! Wie gesagt die Flashliste wurde erst nach der Lieferung der Module übersandt und bei der Montage durch die ausführende Firma nicht überprüft.


    Weiterhin stellte ich bei genauer Begutachtung auf dem Modullabel einen Prüfzeichenmissbrauch des TÜV fest.
    Dieser wurde durch den TÜV bestätigt und von Centrosolar auch anerkannt.
    Merke: Nicht überall wo TÜV draufsteht ist auch TÜV drin. :idea:
    Es fehlte schlichtweg die erforderliche Zertifizierung nach DIN EN 61730-1.


    Die Module sahen mitlerweile so aus:


    Dann der Schock:




    Dieses Schadensbild fand sich nach nunmehr ca. 3 Jahren bei etwa 5% aller Module.
    Da hilft die Leistungsgarantie von 80% bei 25 Jahren wenig. Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass die prognostizierte Lebensdauer auch erreicht wird.


    Um auch nicht noch Fristen verstreichen zu lassen, wurde erneut reklamiert. Nun aber nachdrücklich.
    :arrow: Reklamation, füllen sie das beigefügte Formular aus...
    Was, der Vorgang sollte uns schon bekannt sein? Wissen wir nicht.... Was genau?... Der Vorgang wird an die damals bearbeitende Abteilung weitergeleitet. Die müssten ja Unterlagen haben...
    Nachfrage meinerseits: Wir dürfen mit Ihnen nicht über den Sachverhalt reden. Soviel aus Hamburg..


    Mitlerweile läuft die Reklamation natürlich über den Solarteur, da mit diesem ja der BGB-Vertrag geschlossen wurde.
    Allerdings wurde jetzt nicht mehr direkt auf die Minderleistung der Module Bezug genommen, sondern auf die offensichtlichen Produktmängel. Die Beweislast liegt ja nun beim Verbraucher. Ansonsten hätte man eine gewisse Anzahl der Module demontieren und flashen lassen müssen, kostet.


    :arrow: Also Leute, sofern ihr Solarstocc auf dem Dach habt, seht nach...


    Fortsetzung folgt...

  • Was für eine Geschichte......Ich hoffe inständig, das sich für dich alles zum Guten wendet. Der Satz "Gut Ding braucht Weile" wird dir in diesem Zusammenhang aber auch nicht weiterhelfen. bitte halte uns auf dem Laufenden, wie es weiter geht.

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019, 1,83 kWp auf dem Gartenhaus 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Hallo Paul,


    wieviel Garantie hast DU denn bei den Modulen?


    Eine Gruselstory - trotzdem Kopf hoch und viel Erfolg beim Lösen der Probleme.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F; Nikola Gotway 84V


  • Die Produktgarantie beträgt 2 Jahre. Die Frist ist aber durch die Reklamation unterbrochen worden. Auch um eine Verjährung zu verwirken wurde vor Ablauf weiterer 2 Jahre die Reklamation erneuert.


    Die Leistungsgarantie beträgt, entgegen den Angaben im Datenblatt, die üblichen 90%, 80% bei 10/25 Jahren.


    Eine Lösung zeichnet sich derzeit ab, aber noch nicht zu viel verraten... Ist ja noch nicht vorbei. :wink:

  • noch kurz...


    Die Reklamation läuf ja wie bereits geschrieben, über den Solarteur zum Hersteller.
    Leider zieht sich die Sache sehr in die Länge. Alle Fristen wurden aber eingehalten, um keine Ansprüche zu verlieren.


    Um meinen Schaden/Ertragsverlust zu beziffern habe ich eine Rechnung auf gemacht, in der ich sehr konservativ von einer Minderleistung der reinen Module von abgerundet auf 10% ausgehe.
    Wenn ich am heutigen Tag den Ertrag für 2010 hochrechne, dann komme ich nun auf einen Jahresertrag von ca. 840 kWh/kWp. :!:
    Es ist also von einem fortlaufenden Verschleiß der Module auszugehen. Siehe hierzu die obigen Bilder. Ein Stringausfall ist bisher nicht aufgetreten.
    Aussage des Herstellers: Eine so große Minderleistung kann nicht sein.
    Wobei hier immer noch kein Interesse an einer Datenauswertung seitens Centrosolar besteht.


    Bis August 2010 beträgt der Ertragsunterschied Solarstocc PVA zu Sunpower PVA ca. 24% :idea:
    Auf einer Messe habe ich mal mit den zuständigen Außendienstmitarbeitern beider Hersteller gesprochen und dem Herrn von Centrosolar auch obige Bilder präsentiert.
    Aussage Centrosolar: krass... Wobei anzumerken ist, dass die Reklamationsbearbeitung nicht über den Außendienst läuft.
    Aussage Sunpower: Wir wissen das unsere Anlagen so gut sind. :wink:
    Hier habe ich angeboten diesen Ertragsunterschied der Mono´s als Marketinginstrument zu verkaufen. :lol:


    Im August 2010 erfolgte nun auf eigene Rechnung ein Austausch der WR. Die Danfoss ULX/Powerstocc wurden gegen 2 SMA STP 15000TL-10 getauscht.
    Hierbei wurden weitere Unstimmigkeiten in den SN an den Modulen, wie oben beschrieben, festgestellt. Meine berechtigten Zweifel also gestärkt.


    Die Überwachung beider Anlagen läuft nun über eine Webbox GSM.


    Da meine Reklamation anscheinend nur verwahrt wurde, habe ich zwischenzeitlich meinen Rechtsanwalt zwecks Beratung der weiteren Vorgehensweise bzw. zur Klagevorbereitung kontaktiert.


    Fortsetzung folgt...

  • Zitat von solarteur0502

    Was für eine Geschichte......Ich hoffe inständig, das sich für dich alles zum Guten wendet. Der Satz "Gut Ding braucht Weile" wird dir in diesem Zusammenhang aber auch nicht weiterhelfen. bitte halte uns auf dem Laufenden, wie es weiter geht.


    gern.


    Heute am 25.10.10 habe ich die 800 kWh/kWp Jahresertrag voll gemacht. :idea:
    Gegenüber der Sunpower mit, per heute, 979 kWh/kWp.
    Die SMA STP 15000 laufen also wie erwartet weit besser als die Powerstocc.


    Was lange w....
    :arrow: Leute welch Wunder :!: Ich musste meinem RA absagen. :mrgreen:


    Ich glaube es nicht, was ich hier in den Händen halte!
    Eine Vereinbarung von Centrosolar über den kompletten Austausch der Solarstocc Module :!:
    Gegen eine relativ geringe Zahlung werden die Module gegen neue 150 Stk. Centrosolar S 200M50 Ultra getauscht.
    Getauscht heißt, fertig auf das Dach.


    Wenn ich mir das überlege was es für Nerven und Zeit gekostet hätte den Rechtsstreit durchzuziehen...
    Wahrscheinlich würde es auf einen gerichtlichen Vergleich rauslaufen. Da trägt dann jede Partei die eigenen Kosten.
    Kann ich mit der Summe also durchaus leben. Wobei meine Aufrechnung bezüglich des Etragsausfalles durch den Hersteller als zu hoch so nicht anerkannt wurde. Hatte ich ja oben geschrieben: Kann nicht sein...


    Warum ich dies hier schreibe?
    Weil ich Centrosolar versprochen habe den Verlauf der Regulierung, egal wie er ausgeht, hier zu posten.
    Na mal sehen. Soll im November alles über die Bühne gehen.


    Ich halte Euch auf dem laufendem....