Energieagentur warnt vor drohendem Netz-Kollaps

  • (42xSuntech STP210-18/Ub ... Durchschnittsleistung seit 2011 = 1.107 kWp)
    Sollten Sie gezwungen worden sein, diesen Beitrag zu lesen, rufen Sie die Polizei !

  • WOW - Die NENA kommt zum selben Schluss wie Cephalotus - Damit die Netze PV weiterhin verkraften muss der jährliche Zubau auf 1GW pro Jahr beschränkt werden. Konkret fällt hier wieder der Begriff Deckel.


    Es stimmt doch !


    Kann denn hier keine sachliche Diskussion über einen Nachhaltigen Ausbau von PV und EE stattfinden? Die ersten zwei Kommentare stellen den Inhalt pauschal in Frage, es ist von "Geschützen" der traditionellen Energiewirtschaft die Rede, und von der Verwicklung zwischen DENA und den grossen 4.


    Haben wir etwa kein Problem? Wie blauäugig kann man denn sein?


    Ich als Solarteur würde mir jetzt schon ein zweites Standbein suchen, auch wenn es eine Pommesbude ist.


    Der Spekulatius :mrgreen:

  • Pommesbuden sind sicherlich nicht schlecht, es gibt zig, welche orbitante Gewinne haben, nur der Standort ist wichtig und gute Pommes.


    Evtl. wäre es sinnvoll kleinere Anlagen bis 12KW stärker zu fördern und größere weniger. Der Ausbau wäre langsamer, die Solateure hätten ihren Nutzen und die Vergütungen würden sich auf einen größeren Personenkreis verteilen.


    Die Gefahr des Energiekollapses wäre auch kleiner, da sich die vielen Anlagen in der Fläche erstrecken.
    Auch muss dann einfach mal darüber nachgedacht werden, bestimmte Kraftwerke in den Teillastbereich gehen zu lassen bzw. sie durch welche zu ersetzen, welche dazu in der Lage sind.


    Bei Wechselrichtern meinte ich jetzt schon Preissenkungen zu erkennen, welche die Anlagen nächstes Jahr rentabel machen.


    Eigentlich sehe ich für die Zukunft keine Grenze für den PV Zubau.
    Auch wenn andere Kraftwerke gedrosselt werden müssen, nach 20 Jahren sind Anlagen abgeschrieben und auch die EEG Umlage entfällt, und es wird - je nach Pflege, weiterer Unterhalt der Anlage - elektrische Energie (die höchste Energieform) produziert. Ein Artikel der TAZ bringt es auf den Punkt, ist dies gesellschaftlich bzw. politisch gewollt oder nicht.


    Die vier Großen haben natürlich immer mehr Angst um ihr Geschäftsmodell. Eine installierte Leistung von 20 GW ist natürlich nicht bedrohlich, sie erkennen aber, wenn es so weitergehen würde, wären sie hinfällig.
    Meiner Meinung sieht es spätestens nach 2012 nicht mehr sehr rosig aus.
    Man muss einfach bedenken, für die meisten Leute (ob ehrlich gesagt oder nicht) ist eine Photovoltaikanlage eine Geldanlage.

  • dann sollten die EVU mal ihren Job machen und das Problem lösen. Wenn wir wirklich schon zu viel Strom produzieren, können ja ein oder mehrere Kohle- bzw. Kernkraftwerke abgeschaltet bzw. heruntergefahren werden (wäre sicherlich vorteilhaft für die Umwelt). So weit ich informiert bin, arbeiten die Generatoren lastabhängig. Und in Deutschland scheint die Sonne selten überall gleichstark. Und das tagsüber nur noch wenig Strom gebracht wird, erscheint mir sehr zweifelhaft. Millionen Hausfrauen Kochen und Waschen und die Industrie läuft auf Hochtouren. Nur wenn die PV-Anlagen nachts zu viel Strom liefern würden, würde ich dem Argument folgen können.
    Da die Einspeisevergütung bereits kräftig gekürzt wurde (1.1. 2010 11%, 1.7.2010 13%, 1.10.2010 3% und 1.1.2011 ca. 13% - macht in der Summe fast 40% bei nahezu unveränderten oder gar gestiegenen Anlagenpreisen), wird sich das Problem mit der Deckelung in naher Zukunft selbst lösen. Es werden kaum noch PV-Anlagen gebaut. Da ist eine derartige Hetze in den Medien wirklich nicht angebracht. Aber das ist ja auch in anderen Bereichen so - erst soll man sein Auto verschrotten, dann das Haus abreißen und nun ist die PV dran. Das System ist krank. Meine Meinung.


    Gruß
    Schattenparker

  • Das Problem ist, das 2009 und 2010 zu schnell bzw. zuviel Leistung installiert wurden, der Netzausbau ist zu langsam und vor allem werden Perspektiven (Leitungen zu Speicher,weitere Speicher, andere konv. Kraftwerke) nicht umgesetzt oder geplant. Im Sommer werden wir die PV Energie noch locker ins benachbarte Ausland los. Da ENBW und EDF eh verbandelt sind, wären sie ja blöd, wenn sie die Kernkraftwerke nicht im Sommer zum Teil in Revision schicken und sich dann bei der Tochter ENBW die Energie holen.


    Die Großen halten an ihrem Konzept fest, sie wollen sich ja nicht selbst abschaffen oder sich selbst Konkurrenz machen.


    Deshalb ist es auch klar, dass sie sich jeden Windclaim im Meer für sich abstecken.


    Und solange es bei den großen kein Umdenken gibt, wird sich nichts ändern.
    Meiner Meinung nach müssen die Netze komplett weg von den großen Vier, erst dann kann freie Marktwirtschaft herrschen.
    Und möchte dann jemand eine Leitung von den skandinavischen Ländern bauen, so kann er das tun, wenn er meint es lohnt sich.

  • besonders "toll" ist der folgende Satz

    Zitat

    Die Besitzer von Ein- und Zweifamilien-Häusern
    bauen sich Solaranlagen aufs Dach, für die sie hohe Renditen kassieren.
    Den Großteil der Belastungen tragen die Bewohner von Mehrfamilienhäuser....


    Sowas ist für mich schon Betrug, Volksverhetzung oder was weiss ich
    Ein Profi - und das ist der Herr mit Sicherheit-
    sollte doch die Verteilung der Anlagen kennen, und wieviel der installierten Leistung tatsächlich sich auf Einfamilienhäuser sich befinden.
    Wieder besseren Wissens solche Aussagen zu machen ist eine Frechheit


    PS: auch in dem Artikel (also dem von der Berliner Zeitung)
    findet man die Aussage, dass sich auch das DIW erstmals für einen deckel ausspricht.


    Jaja,
    wussten wir ja, dasss nun alle danach schrein.


    Ganz erhlich,
    ja ich halte den diesjährigen PV-Ausbau für überzogen,
    ABER EIN DECKEL HAT NOCH NIE FUNKTIONIERT
    Die Masse des Ausbaus dürfte vor dem 01.07. dieses Jahres angefallen sein
    und da wolln wa mal schaun, wie sich die zweifache Abenkung innerhalb eines Jahres auswirken wird.
    Und falls immernoch "zuviel" PV im Markt, kann man sich auch andere Mechanismen ausdenken
    als ausgerechnet einen Deckel, der Marktmechanismen überwiegend ausser Kraft setzt.


    PPS aber schon itneressant,
    dass ausgerechnet einer, der sich über Netze und Netzlasten Sorgen macht
    und insbesondere 1-2-Familienhäuser auf den Kicker nimmt....Netzschonender gehts wohl kaum (wenn natülich die Gesamtlast schon berührt wird....geth aber weniger die Netze, als die Betreiber der dicken Dinge was an)

  • Ich habe mir mal einen sehr sonnigen Tag am Wochenende herausgesucht, Sonntag, 18. Juli 2010 zur besten PV Zeit um 13:00 Uhr:


    PV ==> 6 GW
    Braunkohle ==> 14,4 GW
    Uran ==> 13,6 GW.


    Wenn man sich die Charts ansieht, ist noch nichtmal erkennbar, dass die Netzbetreiber um die Mittagszeit herum ihre anderen Kraftwerke aufgrund der PV nennenswert drosseln. Ich denke eher, die PV passt sehr gut zu den Lastspitzen in der Mittagszeit. Da müsste es vermutlich schon noch einen extremen Zuwachs an PV geben, damit es zu Problemen kommt. Ein vernünftiger Netzausbau um den Solarstrom auch über ganz Deutschland und Europa zu verteilen ist allerdings Voraussetzung dafür.


    http://www.transparency.eex.co…echliche-produktion-solar
    http://www.transparency.eex.co…/tatsaechliche-produktion


    Wäre schön, wenn auch andere hier den Sachverhalt mit den EEX Daten bewerten könnten. Vielleicht findet man noch Tage, welche über ganz Deutschland höhere PV Erträge erbracht haben und auch nicht ganz soweit zurückgelegen haben wie mein 18. Juli.

  • Zitat von Cruso

    Bei Wechselrichtern meinte ich jetzt schon Preissenkungen zu erkennen, welche die Anlagen nächstes Jahr rentabel machen.


    So wie es derzeit aussieht können die PV Anlagen nächstes Jahr -LOCKER- um 13% billiger werden. Wenn die Lager voll sind gehe ich eher von -20% oder -25% aus. Das mag für einige kleinen Modulproduzenten dann zuviel sein, aber das wird die großen der Branche kaum jucken...


    Deswegen erwarte ich in 2011 auch einen gewaltigen PV Zubau in Deutschland.


    Bevor man einen Deckel bringt sollte man lieber über stärkere Kürzungen nachdenken. Einfach umzusetzen wäre eine Vergütung für 15 Jahre und danach eine deutlich kleinere Vergütung fest legen, z.B. 3ct/kWh (diskussionswürdig)
    Bzgl. der Netze wäre es hilfreich, eine Vergütung so zu regeln, dass nicht alles in den süddeutschen Dörfern zugebaut wird.
    Ein einfacher Ansatz wäre hier, bei beispielsweise 950 kWh/kWp einen Deckel zu setzen und den Rest nur noch mit 3ct/kWh (diskussionswürdig) zu vergüten. Die Eigenverbrauchsvergütung des Herrn Asbeck müsste dann entfallen. Hier wäre es eh besser, z.B. Boni für Speicher anzubieten.


    mfg

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp