Neues, altes Thema: Inbetriebnahme

  • Alle paar Monate wieder, jedesmal, wenn die Einspeisevergütung gesenkt wird, das gleiche Thema: Wie kann ich mir die bessere Vergütung (in diesem Fall bis zum 31.12.10) sichern, ich weiss.
    Habe schon intensiv die "Suchfunktion" durchforstet, auch einiges gefunden, möchte aber doch eine letzte Restunsicherheit klären, da es sich um eine Anlage > 100 kWp handelt, da möchte man keinen systematischen Fehler machen.
    In der Anlage findet ihr ein Schreiben des BMU an den Leiter der Clearingstelle. Dieses hat mir mein Anbieter überreicht um mich zu beruhigen, da ich doch etwas Sorge habe, die niedrigere Einspeisevergütungshöhe zu bekommen, wenn wir nicht sicher zum 31.12. eine Inbetriebnahme nachweisen können. Das sei gar kein Problem, PV-Generator an WR bzw. Batterie anschließen, Photo machen, fertig.
    Na ja, und das bei >100 kWp....


    Wer kann mir ein wenig Sicherheit geben, in dem er mir schildert, dass es bei ihm so oder so ähnlich gelaufen ist... und anerkannt wurde !!
    Sollte ich hinsichtlich dieser Fragestellung keine Sicherheit haben, kann ich die Anlage nicht bauen....


    Gruß


    James.blond65

  • Hallo James,


    würde das ganze zusammen mit dem Netzbetreiber persönlich klären,
    am besten persönlichen Termin beim Sachbearbeiter geben lassen.


    Gruss Martin

    Nichts ist so gerecht verteilt wie der Verstand,
    jeder denkt er hätte genug davon!

  • Hallo James, hast du am Objekt schon einen Anschlusspunkt/Übergabepunkt, oder fehlt der auch noch ? Wenn du es schaffst, im Winter die PVA provisorisch ins Netz einspeisen zu lassen und die arbeitenden WR und das Generatorfeld mit einem oder mehreren Fotos dokumentierst, dürfte es ja keine Schwierigkeiten geben. Wichtig ist, das die Anlage vollständig dann montiert wurde. Die ersten Zahlungen werden dann auch nicht vor März/April 2011 geleistet werden. Unsere Anlagen aus 2009, die den Zähler im Januar 2010 erhalten haben, haben die 2009 er Einspeisevergütung. Unsere Stichtagsanlagen 30.06. und 30.09. haben fast alle noch keine Auszahlungen erhalten, da alle EVU's nun deutlich mehr Zeit dafür benötigen.

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019, 1,83 kWp auf dem Gartenhaus 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Hallo zusammen,

    Zitat

    hast du am Objekt schon einen Anschlusspunkt/Übergabepunkt, oder fehlt der auch noch ? Wenn du es schaffst, im Winter die PVA provisorisch ins Netz einspeisen zu lassen


    Genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben: ja, es gibt einen zugewiesenen Anschlußpunkt, aber es muss halt noch eine nicht ganz kleine Trafostation (Betongebäude inc. Innenleben) , also mit mehrern Schaltfeldern usw. installiert werden, und da bin ich mir eben nicht sicher, ob das zeitlich passen wird.


    Danke für eure HInweise...


    Gruß


    James.blond65



  • Es soll ja Spezialisten geben, welche eine "wechselrichterlose Inbetriebnahme" durchführen, indem einige Lampen mit dem Strom der Module zum Leuchten gebracht werden. Gleichzeitig Unterschreiben dann noch zehn Leute, dass diese das Leuchten gesehen haben. http://www.photovoltaikforum.c…ahreswech-t40599-s15.html


    Kriterium ist ganz offensichtlich, dass die Module Strom erzeugt haben.


    Auch denkbar wäre, dass man mit einem kleinen Wechselrichter mal ins eigene Haus einspeist. Ob die elektrische Arbeit gemessen wird oder nicht, kann einem ja egal sein.

  • Hallo James,


    ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme steht einem PV-Betreiber nach Paragraf 3 Nr. 5 EEg 2009 die zu dem Zeitpunkt gültige Einspeisevergütung zu.
    Wie wird die Inbetriebnahme definiert? Die Clearingstelle hat dazu am 25. Juni folgendermaßen Stellung genommen:
    Eine PV-Anlage ist dann in Betrieb gegangen, wenn in ihr erstmals Strom erzeugt und verbraucht wird. Anlage bedeutet dabei ein x-beliebiges Modul. Es reicht also, eine Glühbirne oder einen Akku an ein Modul oder einen String anzuschliessen. Wichtig ist, dass die Inbetriebnahme auf Aufforderung des Betreibers erfolgen muss. Wenn das nur der Installateur von sich aus macht, gilt das lediglich als Testlauf.
    Angeschlossene Wechselrichter sind laut Clearingstelle ganz ausdrücklich nicht erforderlich. Genausowenig muss ein Netzanschluss, eine Netzverträglichkeitsprüfung sowie die Zähler vorhanden sein. Der Netzbetreiber ist damit komplett aus dem Spiel und wird tatsächlich für die Inbetriebnahme nicht benötigt. Die Aussage der Clearingstelle ist nicht rechtsverbindlich, aber im Zweifelsfalle (also falls es tatsächlich vor Gericht gehen würde) hätte diese Aussage einen sehr hohen Stellenwert.
    Was muss noch beachtet werden:
    Eine Aussage wie: "Ich habe gesehen, wie die Glühlampe gebrannt hat" bringt absolut nichts. Wichtig sind also Zeugen, die in einem Inbetriebnahmeprotokoll gegenzeichnen. Dann noch Fotos mit aktueller Zeitung oder Videos machen. Ist heutzutage ja alles kein Problem mehr.
    Hier kannst Du noch das offizielle Dokument dazu einsehen: http://www.clearingstelle-eeg.…es/2010-1_Stellgn_BMU.pdf


    Gruß
    Andy

  • Hallo Solace, danke für deinen ausführlichen Beitrag, er gibt mir ein bischen zusätzliches "Futter" für das Gespräch mit dem EVU.
    Deine Anlage war auch meine Anlage (siehe Eröffnungsthread), dennoch auch Danke für diese Mühe. Ich brauchte halt trotz des Wissens um das Schreiben des BMU an die Clearingstelle weitere Sicherheit durch Menschen, die es selbst in der beschriebenen Art und Weise durchgeführt haben.


    Gruß


    James.blond65

  • Zitat von james.blond65

    Deine Anlage war auch meine Anlage (siehe Eröffnungsthread)


    Oops sorry, habe ich übersehen :oops: , aber da hast Du ja wirklich das relevante Dokument bereits gefunden gehabt. Meiner Meinung nach ist einer der wichtigsten Punkte, dass einem der Netzbetreiber, was den Zeitpunkt der Inbetriebnahme angeht keine Steine in den Weg legen kann. Ob er dann auch zahlt, steht auf einem anderen Blatt.


    Gruß
    Andy

  • Zitat von SolAce

    Oops sorry, habe ich übersehen :oops: , aber da hast Du ja wirklich das relevante Dokument bereits gefunden gehabt. Meiner Meinung nach ist einer der wichtigsten Punkte, dass einem der Netzbetreiber, was den Zeitpunkt der Inbetriebnahme angeht keine Steine in den Weg legen kann. Ob er dann auch zahlt, steht auf einem anderen Blatt.


    Gruß
    Andy


    Zitat von SolAce

    Eine PV-Anlage ist dann in Betrieb gegangen, wenn in ihr erstmals Strom erzeugt und verbraucht wird. Anlage bedeutet dabei ein x-beliebiges Modul. Es reicht also, eine Glühbirne oder einen Akku an ein Modul oder einen String anzuschliessen.


    Da muss ich - zwar ungern aber dann doch - etwas Wasser in den Wein gießen!


    Satz 1 (zweites Zitat) würde ich mitunterschreiben, Satz 2 nur wenn man 'x-beliebiges' streicht und Satz 3 halte ich für komplett falsch.
    Wenn man sich im Zweifelsfall darauf verlässt ist man im konkreten Fall verlassen: bei einer 100 kW-Anlage könnte das u.U. richtig viel Geld bedeuten.
    Woraus in dem verlinkten BMU-Schreiben geschlossen wird, dass nur ein Modul in Betrieb genommen werden muss, dass der gesamte Generator aus x Modulen als in Betrieb genommen gilt, müsst mir noch mal einer darlegend erklären.
    Das Schreiben vom BMU an Lovens, EEG-Clearingstelle datiert vom 14.06.2010.


    Schaut man nun in den thematisch assoziierten EEG-Clearing-Hinweis aus dem Hinweisverfahren 2010/1 nach, so kann man folgenden aus meiner Sicht äußerst aufschlussreichen Satz nachlesen:


      Werden mehrere Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie, die zu einem sog. Strang verschaltet sind, gleichzeitig in Betrieb genommen, kann der Nachweis der Inbetriebnahme für den Strang als Ganzen geführt werden. Für die in dem Strang zusammengeschalteten Anlagen (Module) gilt dann die widerlegliche Vermutung, dass sie zum Zeitpunkt der Inbetriebsetzung des Strangs in Betrieb genommen wurden.


    Es ist zwar richtig, dass im EEG § 3 der Anlagenbegriff weiter als im EEG 2004 gefasst wurde, nichtsdestotrotz geht dieser EEG-Clearing-Hinweis von dem Bezug Anlage = Modul aus.
    Dass diese zusammengeschaltet in einem Strang gemeinsam in Betrieb genommen werden können, steht da ja ganz deutlich.
    Hier gilt dann für die Inbetriebnahme nur eine widerleglich Vermutung, aber immerhin.
    Es folgt daraus m.E. nun zwingend, dass alle Stränge, also alle Module in Betrieb zu nehmen sind. Dies muss nicht zwingend zeitgleich erfolgen, aber es müssen eben alle Stränge, mit dann also allen Modulen in Betrieb genommen werden, wie auch immer.
    Das Hinweisverfahren wurde übrigens am 25.06.2010 veröffentlicht, also 11 Tage nach dem BMU-Schreiben an Lovens, das m.E. nur eine Art von Rückversicherung für die EEG-Clearingstelle darstellt.
    Soviel nur dazu, welches das relevante Schreiben darstellt: für mich jedenfalls ganz eindeutig das vom 25.06.2010.
    In der Bewertung dieses EEG-Clearing-Hinweises bin ich dann wieder bei SolAce: "Die Aussage der Clearingstelle ist nicht rechtsverbindlich, aber im Zweifelsfalle (also falls es tatsächlich vor Gericht gehen würde) hätte diese Aussage einen sehr hohen Stellenwert."