Notabschaltung von PV Anlage

  • Hallo,


    habe am Sonntag die Sendung ARD Ratgeber Bauen und Wohnen gesehen, was haltet ihr von Notabschaltungen für PV Anlagen. Hier wurde gesagt, es handelt sich zwar nur um "Gleichstrom", aber die Module bringen 30 Volt in Reihe geschaltet bei meiner zukünftigen Anlage (wird im November installiert) mit 40 Modulen sind das 1200 Volt. Das ist auch schon ne ganze Menge auch wenn es nicht 220 Volt Wechselstrom sind.
    Bin am überlegen, ob ich so was noch zusätzlich installieren lasse. In der Sendung wurde gesagt, dass noch keine Pflicht ist.


    Was meint Ihr dazu ?

  • Der Beitrag strotzte vor Fehlern. 1200 Volt hast du garantiert nicht, da die Module meist max. 1000V zulassen und die meisten Umrichter nicht so hohe Spannungen können. Deine Module werden auf meherere Strings verteilt, die dann vielleich 150-600V haben werden.
    Ich würde keinen Schalter einbauen lassen.

    Unser Strommix (4 Personen): ~57% Solarstrom, Rest regenerativer Strom

  • Zitat von rudis

    Ich würde keinen Schalter einbauen lassen.


    Ich auch nicht! Außerdem ist an jeder Anlage ein DC-Trennschalter als NOT-AUS vorhanden.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
    Meine Anlage!!! hier klicken

  • Die Hauptproblematik besteht darin, dass selbst nach dem Ausschalten des DC Schalter, die Stringleitungen noch unter Spannung stehen.
    Hier können im ungünstigsten Fall bis zu fast 1000V anliegen, in der Praxis meist 500-700V.
    Die Feuerwehr befürchtet das Ihre Wehrleute mit dieser Spannung in Berührung kommen können, da die Verlegung meist unbekannt ist.
    Es gibt meines Wissens nur ein System der Firma Solteq, wo die Strings direkt am Modul abgeschaltet werden können. Der Preis ist mir aber nicht bekannt.

    SunForFree GmbH - In der kleinen Heide 4 - 53842 Troisdorf - Tel: +49 2241 9744972 - mail: info@sunforfree.de

  • Richtig - und da hilft auch das Einschäumen der Module nichts => ein paar Minuten später ist der Schaum wieder unten und bei Schönwetter volle Spannung !!! Das es noch nicht wirklich vorgesehen ist, sollte es aber bald verpflichtend kommen: eine Art elektronischer Schalter, der im Normalfall (wenn der WR alles für ok befindet) die Spannung am Modul frei gibt und im Schlechtfall das Modul "kurz schließt". Leider sind das aber wieder mehr Leitungen, vorprogrammierte Fehlerstellen, ....

    Danke und Grüße,
    mbpos

  • Da sind aber auch schon viele am "entwickeln" für eine Modulabschaltung. Da aber z.B. bei einem Dünnschichtmodul, selbst die für den Menschen ungefährliche Berührungsspannung überschritten wird, kann das Lösungs-Ergebnis noch eine Weile andauern.

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019, 1,83 kWp auf dem Gartenhaus 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Hallo, vielen Dank für die zahlreichen antworten,


    mein Photovoltaik Anbieter hat mir gesagt, dass es nichts bringt einen "Notausschalter" zu installieren, weil dann die Module immer noch noch unter Spannung stehen. Dieser würde nur die Verbindung von den Modulen zum Wechselrichter unterbrechen. Es gibt ein System, das sin Plättchen die bei ca. 700 Grad Celc. schmelzen und den Stromfluss sofort abbrechen.
    Es gibt hier im Forum viele Gegner aber auch einige Befürworter. Aber ich denke schon ein bischen auch an die Sicherheit, wie in der ARD ein Feuerwehrmann sagte, es muss erst mal richt was passieren bis gehandelt wird.

  • Wenn du wirklich die Spannung der Module beseitigen willst, müsstest du unter jeden Modul ein Relais bauen, dass das Modul kurzschließt. Nur Relais werden halt wieder mit Strom betrieben, und ob diese Schaltspannung im Brandfall noch sicher zu allen Relais führt ist sehr zweifelhaft. Mann bräuchte also so einen Art Kurzschlusschalter, der bei sagen wir 200°C die Modulklemmen überbrückt. Das Nachzurüsten wäre kaum finanzierbar, da alles abgebaut werden müsste. Die Frage ist was bringt das? Die Spannung der Module hast du nur, wenn du die Plus- und Minusleitung gleichzeitig berührst. Gegen Erde haben die meisten Anlagen keine Spannung. Um also beim Löschen einen Schlag zu bekommen, muss man sich schon sehr sehr anstrengen. Jedes zusätzliche Relais würde nur wieder zusätzliche Fehlerquellen bringen. Ich sehe schon die Beiträge in einigen Jahren: "Hilfe, Notrelais teilweise ausgelöst und keiner hat's gemerkt, jetzt schlechter Jahresertrag! Jammer....

    Unser Strommix (4 Personen): ~57% Solarstrom, Rest regenerativer Strom

  • Zitat

    Nur Relais werden halt wieder mit Strom betrieben, und ob diese Schaltspannung im Brandfall noch sicher zu allen Relais führt ist sehr zweifelhaft


    Relais haben Öffner- und Schließerkontakte. So ein Relais kann das Modul kurzschließen, wenn keine Spannung am Relais anliegt. Zu jedem Modul muss dann aber noch eine Spannung vom WR geführt werden, die das Relais schaltet. Aus Sicherheitsgründen würde ich da eine Kleinspannung von z.B. 24V verwenden. Außerdem muss das Relais in der Lage sein hohe Gleichströme zu schalten (z.B. 20A). Das ist nicht trivial. Die Kontakte dürfen auch im Laufe der Zeit nicht korrodieren etc. (gekapseltes Gehäuse erforderlich). Die Relais würden schließlich in der Modulanschlussdose mit untergebracht werden müssen. Möglich ist das aber und würde den Modulpreis nur um einige Euro erhöhen. Der Verbrauch der Relais würde den Wirkungsgrad verschlechtern. Die Leitung zu den Relais darf nicht zu lang sein.


    Solder