Kabel öffentlichem Grund: Bestandsauskunftsvertrag mit VNB?

  • Für eine knapp 70 kWp Anlage habe ich ein ca 170m langes AC Kabel von meiner Anlage bis zum Netzverknüpfungspunkt verlegen lassen. Davon verlaufen ca 110m parallel zu einer Bundesstraße, die für die Kabelverlegung auf einer Breite von 10m ca durchörtert (unterquert) worden ist.


    Die Trassenführung des Kabels sowie die Durchörterung der Bundesstraße sind vertraglich mit dem Straßenbauamt Schwerin geregelt und die Arbeiten entsprechend seitens der Auftragnehmers der Kabelverlegung dokumentiert.


    Neben dieser Dokumentation wurde mir empfohlen, sowohl das Kabel als auch die ebenfalls auf öffentlichem Grund stehende Zähleranschlusssäule in den Bestand des zuständigen VNB (EON-edis) aufnehmen zu lassen. Hintergrund: Falls in den kommenden 20 Jahren weitere Kabel oder Rohre oder was auch immer verlegt werden soll, werden bei einer Anfrage von Dritten an den VNB mein Kabel und die ZAS als vorhandene elektrische Einrichtungen geführt, auf die bei neuen Vorhaben entsprechend Rücksicht genommen werden muß.


    Zu diesem Zweck habe ich von der EON-edis einen sogenannten "Bestandsführungsvertrag" zugeschickt bekommen. Dieser regelt alle möglichen Dinge wie z.B. wer welche Auskunft bekommt etc. Und der Vertrag regelt auch, dass die EON-edis für die Bestandsführung ein jährliches Entgelt von 117,- EUR netto zusteht. Das ist nicht soviel Geld, aber auf 20 Jahre gesehen genug um zu fragen:


    Macht ein solcher Vertrag aus Eurer Sicht Sinn macht und ist das angegebene Entgelt der Höhe nach okay?


    Danke Euch.

    Gruß mwanton

  • Du solltest dir das Vorgehen bei einer Baumaßnahme mal durch den Kopf gehen lassen: die bauausführende Firma holt bei den üblichen Verdächtigen (Ver- & Entsorger, Telekom, ...) einen Schachtschein für den betreffenden Bereich. Da die Baufirma dich & dein Kabel nicht kennt, wird sie bei Arbeiten im Bereich deiner Kabel also auch nicht anfragen und schließlich hemmungslos drauflosbaggern. Jetzt hast du nur ein triviales Stromkabel, das lässt sich problemlos flicken (Bodo auf dem Bagger vielleicht nicht) - & 10 Tage Ertragsausfall im Sommer kann bei der Anlagengröße schon mal einen vierstelligen Betrag ausmachen. Mancher wäre hier für no risk no fun :D
    Jetzt mal die andere Seite betrachtet: die Plankammer von edis pflegt deine paar Meter Leitung in ihre Unterlagen (sollte heute überall digital passieren, schlimmstenfalls muss noch eine neue Kabelkategorie angelegt werden) ein, anschließend sind da keine Aufwendungen mehr. Wird edis im Rahmen des Schachtscheinverfahrens angefragt (werden sie sowieso), tauchen deine Strippen dann dort auch automatisch mit auf, also auch kein Mehraufwand.
    Ich würde an deiner Stelle unter diesen Gegebenheiten auf edis zugehen und einen Jahresbetrag im unteren zweistelligen Bereich aushandeln - dies wäre für beide Seiten fair & optimal.


    Sonnenfinsternis

  • Zitat von Sonnenfinsternis

    Du solltest dir das Vorgehen bei einer Baumaßnahme mal durch den Kopf gehen lassen: die bauausführende Firma holt bei den üblichen Verdächtigen (Ver- & Entsorger, Telekom, ...) einen Schachtschein für den betreffenden Bereich. Da die Baufirma dich & dein Kabel nicht kennt, wird sie bei Arbeiten im Bereich deiner Kabel also auch nicht anfragen und schließlich hemmungslos drauflosbaggern. Jetzt hast du nur ein triviales Stromkabel, das lässt sich problemlos flicken (Bodo auf dem Bagger vielleicht nicht) - & 10 Tage Ertragsausfall im Sommer kann bei der Anlagengröße schon mal einen vierstelligen Betrag ausmachen. Mancher wäre hier für no risk no fun :D
    Jetzt mal die andere Seite betrachtet: die Plankammer von edis pflegt deine paar Meter Leitung in ihre Unterlagen (sollte heute überall digital passieren, schlimmstenfalls muss noch eine neue Kabelkategorie angelegt werden) ein, anschließend sind da keine Aufwendungen mehr. Wird edis im Rahmen des Schachtscheinverfahrens angefragt (werden sie sowieso), tauchen deine Strippen dann dort auch automatisch mit auf, also auch kein Mehraufwand.
    Ich würde an deiner Stelle unter diesen Gegebenheiten auf edis zugehen und einen Jahresbetrag im unteren zweistelligen Bereich aushandeln - dies wäre für beide Seiten fair & optimal.


    Sonnenfinsternis


    Hast du sehr schön ausgeführt, genau so ist es. Aber ich vermute mal ganz stark, dass ein Unternehmen wie E.ON edis nicht an Verhandlungen interessiert sein wird. Entweder man akzeptiert den Preis oder man lässt es bleiben...

  • Zitat von Sonnenfinsternis

    Du solltest dir das Vorgehen bei einer Baumaßnahme mal durch den Kopf gehen lassen: die bauausführende Firma holt bei den üblichen Verdächtigen (Ver- & Entsorger, Telekom, ...) einen Schachtschein für den betreffenden Bereich. Da die Baufirma dich & dein Kabel nicht kennt, wird sie bei Arbeiten im Bereich deiner Kabel also auch nicht anfragen und schließlich hemmungslos drauflosbaggern. Jetzt hast du nur ein triviales Stromkabel, das lässt sich problemlos flicken (Bodo auf dem Bagger vielleicht nicht) - & 10 Tage Ertragsausfall im Sommer kann bei der Anlagengröße schon mal einen vierstelligen Betrag ausmachen. Mancher wäre hier für no risk no fun :D
    Jetzt mal die andere Seite betrachtet: die Plankammer von edis pflegt deine paar Meter Leitung in ihre Unterlagen (sollte heute überall digital passieren, schlimmstenfalls muss noch eine neue Kabelkategorie angelegt werden) ein, anschließend sind da keine Aufwendungen mehr. Wird edis im Rahmen des Schachtscheinverfahrens angefragt (werden sie sowieso), tauchen deine Strippen dann dort auch automatisch mit auf, also auch kein Mehraufwand.
    Ich würde an deiner Stelle unter diesen Gegebenheiten auf edis zugehen und einen Jahresbetrag im unteren zweistelligen Bereich aushandeln - dies wäre für beide Seiten fair & optimal. Sonnenfinsternis


    Danke für Deine Antwort. Die Geschichte mit Bodo auf dem Bagger hatte ich mir auch gedacht und deshalb bei der E.ON auch um ein Angebot zur Bestandsführung nachgefragt. Telefonisch hieß es dazu, dass die jährlichen Kosten im unteren bis mittleren 2-stelligen Bereich liegen. Das wäre für mich auch okay gewesen. Aber unterer 3-stelliger ist mir zumindest bislang zu hoch, vor allem weil das Risiko m.E . insofern überschaubar ist, als dass eine Baufirma vor Beginn der Arbeiten beim Eigentümer des Grundstücks (Bund vertreten durch das Straßenbauamt) zunächst die Genehmigung einholen muss dort auch baggern zu dürfen. Und dort ist mein Kabel dokumentiert.


    Falls also das Straßenbauamt "richtig" arbeitet und Bodo nicht loslegt bevor er den Grundstückseigentümer gefragt hat sollte es kein Problem geben und wäre die Bestandsfühung durch die E.ON edis überflüssig. Anderfalls wäre es natürlich sinnvoll, wenn mein Kabel bei der E.ON edis geführt würde ...


    Verhandeln funktioniert mit der E.ON edis leider nicht, hab ich schon versucht.

    Gruß mwanton

  • Tach

    Zitat von mwanton

    Das wäre für mich auch okay gewesen. Aber unterer 3-stelliger ist mir zumindest bislang zu hoch, vor allem weil das Risiko m.E . insofern überschaubar ist, als dass eine Baufirma vor Beginn der Arbeiten beim Eigentümer des Grundstücks (Bund vertreten durch das Straßenbauamt) zunächst die Genehmigung einholen muss dort auch baggern zu dürfen. Und dort ist mein Kabel dokumentiert.


    Tiefbaufirmen und deren Bereitschaft sich vorher Lagepläne zu beschaffen, da gibt es reichlich eindeutig negative Erfahrungen bei den Netzbetreibern.


    MfG

  • Der Betrag wäre für mich inakzeptabel!
    Als Einmalbetrag OK, aber jährlich nicht tragbar.
    Liegen bei Deinem Kabel jetzt schon andere (zumindest bei einem Teil der Strecke), dann würde sich das ja eh schon erledigen.
    Ich denke, dass ich das Risiko eingehen würde. Schließlich bemerkt man anstehende Tiefbaumaßnahmen in der Regel bei seinem Wohnort. Außerdem wird es keine 10 Tage Ertragsausfall geben. Nach einem Baggerschaden wir der Polier alles darum geben, das Kabel in wenigen Stunden wieder in Funktion zu bekommen. Glaub mir, mit sowas haben die Erfahrung! :D
    Ich würde auch sagen, dass trotz fehlenden Plänen die Baufirma in den meisten Fällen die Reparatur übernehmen wird - auch meine Erfahrung!
    Wenn das Kabel ordentlich verlegt wurde (abgesandet und Trassenband mit 50cm Abstand), sollte ein versierter Baggerfahrer dies auch bemerken. Gerade neben Baulichkeiten (auch Straßen) wird der Löffel nicht einfach bis zum Anschlag in die Erde gehauen, man nimmt Schichten weg.


    Ich bleib dabei, entweder die gehen mit dem Preis stark herunter, oder ich würd's lassen.



    Gruß Ingo

    14x220 25° Süd, 72x220 26° SW/17000TL-10; 13x235 35° SW/3000TL-20; 19x235 30° SO/4000TL-20
    Holzvergaser HDG Euro 40kw, 4.000ltr Puffer
    6m² Solarthermie, 2x300ltr. mit Blomberg LW-Pumpe
    100m³ Regenwasserzisterne
    PV-Anlage

  • Zitat von Atommafia

    Tiefbaufirmen und deren Bereitschaft sich vorher Lagepläne zu beschaffen, da gibt es reichlich eindeutig negative Erfahrungen bei den Netzbetreibern.


    Da muss ich dir leider zustimmen, aber wenn sich die Ver- & Entsorger dahinterklemmen, kann man durch entsprechende erzieherische Maßnahmen Derartiges auf ein Minimum reduzieren.


    Zitat von schwani

    Schließlich bemerkt man anstehende Tiefbaumaßnahmen in der Regel bei seinem Wohnort.


    Darauf würde ich mich nicht verlassen.


    Zitat von schwani

    Ich würde auch sagen, dass trotz fehlenden Plänen die Baufirma in den meisten Fällen die Reparatur übernehmen wird


    Mir ist kein Fall bekannt, wo eine Baufirma ohne Schachtscheine nicht für den kompletten Schaden aufkommen musste.


    Sonnenfinsternis

  • Zitat

    schwani hat geschrieben:
    Ich würde auch sagen, dass trotz fehlenden Plänen die Baufirma in den meisten Fällen die Reparatur übernehmen wird


    Zitat

    Sonnenfinsternis hat geschrieben:
    Mir ist kein Fall bekannt, wo eine Baufirma ohne Schachtscheine nicht für den kompletten Schaden aufkommen musste.


    War etwas falsch von mir formuliert:
    Ich wollte schreiben, dass selbst wenn die Leitungen nicht in den Plänen verzeichnet sind, in den meisten Fällen der Tiefbauer zahlt.

    14x220 25° Süd, 72x220 26° SW/17000TL-10; 13x235 35° SW/3000TL-20; 19x235 30° SO/4000TL-20
    Holzvergaser HDG Euro 40kw, 4.000ltr Puffer
    6m² Solarthermie, 2x300ltr. mit Blomberg LW-Pumpe
    100m³ Regenwasserzisterne
    PV-Anlage

  • Da hatte ich ja noch Glück.


    Mein Versorger hat mir das Kabel zwar für einen preis von 75 Euro einmalig und 1,3 Euro/lfd. meter eingemessen, aber dies wird lebtag in den Büchern geführt.


    Ich habe auch nur das Kabel einmessen lassen, das auf öffentlichem und anderleute Grund läuft.


    ca. 8 Montae später kam schon die nächste Firma und hat Glasfaser verlegt und musste mein Kabel kreutzen, die hatten aber alles im Plan.


    Ich habe auch etwas 3 Stunden neben dem Bagger gewartet, bis alles erledigt war. Da wurd dann der Bagger auch nur zum rausholen des Losen Gesteins genutzt, der Arbeiter stand im loch und hat alles freigeschaufelt. Ich denek, das das nich so verkaufen wäre, wäre ich nicht dabeigestanden.....


    Aber in der Regel merkt man es ja schon, wenn Tiefbauarbeiten im Gange sind, 20+x jahre sind ja auch eine lange zeit...

  • Zitat von schwani

    Ich wollte schreiben, dass selbst wenn die Leitungen nicht in den Plänen verzeichnet sind, in den meisten Fällen der Tiefbauer zahlt.


    In diesem Fall ist kein Fall wie der andere, hier spielen viele Faktoren eine Rolle ....


    Zitat von Modulknecht

    Ich habe auch etwas 3 Stunden neben dem Bagger gewartet, bis alles erledigt war. Da wurd dann der Bagger auch nur zum rausholen des Losen Gesteins genutzt, der Arbeiter stand im loch und hat alles freigeschaufelt. Ich denek, das das nich so verkaufen wäre, wäre ich nicht dabeigestanden.....


    Normalerweise steht in den Schachtscheinen drin, dass in Kabelnähe Handschachtung vorzunehmen ist.


    Sonnenfinsternis