Keine Pflicht zum Einbau von Fernwirkeinrichtungen bei PV-An

  • Zitat von bauer1978

    heisst das das ich bei einer Anlage über 100kw dann auch keinen Lastgangzähler brauch ?


    Den Thread habe ich eröffnet um genau solche Fragestellungen zu diskutieren. Von einer für alle Fälle befreienden Erklärung kann ich in der Aussage der Clearingstelle nichts finden:


    Zitat von EEG-Clearingstelle

    Es sei deshalb „Betreiberinnen und -betreibern von PV-Installationen mit einer Gesamtleistung von mehr als 100kWp anheimgestellt, zu entscheiden, ob sie die Vorgaben des § 6 Nr. 1 EEG2009 freiwillig einhalten, um einer etwaigen späteren Nachrüstungsverpflichtung zuvorzukommen.“

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Zitat von Kollektor

    Im Ergebnis des formellen Hinweisverfahrens vom 23.09.2010 der EEG-Clearingstelle unterliegen PV-Anlagen nicht der Pflicht zum Einbau von Fernwirkeinrichtungen nach §6 Nr. 1 des EEG 2009.


    Der vollständige Artikel steht hier: http://www.dgs.de/2693.0.html


    Wie soll dann bitte die PV-Leistung in Deutschland gedrosselt werden, wenn es PV-bedingt in 2012 zu Überschüssen von EE-Strom kommt?


    Wie? Wie? Wie?

  • Ich habe schon einige 100kWp+ Anlagen gebaut, immer wurde ein Rundsteuerempfänger eingebaut ... Bis auf die letzte Anlage ...


    Der "lustigste" Fall war eine Anlage, bei der aus dem entsprechenden Stadtnetzwerk ein Mitarbeiter vor Ort war und mit seinem Kollegen in der Zentrale telefonierte. Dann sagte der nette Herr vor Ort etwas ins Telefon von wegen "Du hast auf 60% geschaltet? Dann müsst sich jetzt was ändern, siehste schon was?" Und drückt eiskalt ca. 40% aller Sicherungen der Wechselrichter raus (war eine Anlage mit 425kWp und bauart- sowie platztechnisch bedingt mit ca. 60 WRs). Das gleiche Spiel nochmals bei 30%. Wohlgemerkt, der RSE war angeschlossen, aber: "Ach brauchst die Leitung nicht an die WRs anzuschließen, lass gut sein" ...


    Das Hauptproblem liegt meistens daran, dass Energieversorger und Netzbetreiber zwei unterschiedliche Firmen sind.


    Bei der letzten Anlage war's übrigens das selbe, 2 unterschiedliche Unternehmen. Dort war der Kommentar für das Fehlen eines Rundsteuerempfängers sogar richtig nachvollziehbar: Der RSE würde ja nur die Abschaltung als solches Regeln, jedoch keine Informationen darüber (zurück)liefern, wieviel Energie während der Abschaltung produziert worden wäre. Die Ersatzvergütung würde sich jedoch nur auf die tatsächliche entgegangene Produktionsleistung beziehen. Natürlich könnte man, je nach WR, über entsprechende Protokollierung nachvollziehen, was evtl entgangen wäre, jedoch müsste man dort stehts in den Kontakt mit dem Kunden tretten und den Daten vertrauen, die man geliefert bekommt. Dies wolle man mit einem eigens entwickelten RSE nun vereinfachen, jedoch steht dieser frühestens Mitte 2011 zur Verfügung.


    Naja, was man also von Fernwirkeinrichtungen halten soll, kann sich jeder selber ausmalen. Keine 100kWp+ Anlage, die ich gebaut hatte, wurde je gedrosselt...

  • Zitat von Micha972

    Das Hauptproblem liegt meistens daran, dass Energieversorger und Netzbetreiber zwei unterschiedliche Firmen sind.


    Hallo Micha,


    kannst du das mal näher erläutern, ich verstehe nicht, was du damit sagen willst... Wer ist der "Energieversorger"? Der Stromanbieter? Wenn ja, was hat der mit einer PV-Anlage zu tun (außer bei Eigenverbrauch)?
    Normalerweise hat man doch beim Anschluss einer PV-Anlage nur mit dem Netzbetreiber zu tun, und der ist auch für die Drosselung zuständig, oder?


    Oder wird hier zwischen dem VNB und dem ÜNB unterschieden? Wer ist denn für die Rundsteuersignale zuständig?


    Sonnige Grüße

    Private PV-Anlage (07/2019):
    19,84 kWp | Heckert NeMo2.0 60M 310W | E3/DC S10 E PRO (13 kWh Speicher) | SMA SB3.6
    Bürgersolaranlage (04/2009):
    25,2 kWp | Sharp NT175E1 | SMA SMC8000TL | SMA WebBox | SunnyPortal

  • Zitat von buergersolar

    Oder wird hier zwischen dem VNB und dem ÜNB unterschieden? Wer ist denn für die Rundsteuersignale zuständig?


    Genau dass ist der Punkt, um den sich alles dreht ;)


    So jetzt muss ich selber überlegen, wer wie was darf, aber im Grunde spielt es keine Rolle, man müsste die Seiten ggf. nur tauschen..


    Szenario:
    Energieversorger: Stadtwerke Hintertupfing (vergüten Dir den Strom)
    Netzbetreiber: EON.Netz GmbH (bei denen hat SW Hintertupfing angemietet zur Versorgung bzw. dann letzte Meile)


    Der Rundesteuerempfänger muss jetzt eigentlich vom EV gestellt werden, was auch passiert. Diese sind auch diejenigen, die den RSE steuern dürften. Wer jedoch möchte, dass die Anlage runtergefahren wird, ist der Netzbetreiber. Der widerum darf aber den RSE nicht steuern. Somit müsste der Netzbetreiber beim EV anrufen und "bitten" den RSE anzusteuern. Der EV wird der Bitte aber nur widerwillig nachkommen, da es der EV ist, der den Ausfall zahlen müsste. Dieser müsste sich letzendlich das Geld wieder vom NB holen, was natürlich auch wieder dauert.


    Thematik verstanden? :)

  • Zitat von Spekulatius


    ....Wie soll dann bitte die PV-Leistung in Deutschland gedrosselt werden, wenn es PV-bedingt in 2012 zu Überschüssen von EE-Strom kommt?


    Wie? Wie? Wie?


    Hallo Speki,


    da steht doch dass im formellen Hinweisverfahren der Clearingstelle empfohlen wird dass sich PV-Anlagen-Betreiber und Netzbetreiber vertraglich dazu einigen. Auch über Entschädigungszahlungen im Falle der Anlagendrosselung per Fernwirkanlage.
    Es besteht eben keine Pflicht für den Betreiber, das wäre einseitig, sondern man soll sich vertraglich einigen.
    Im übrigen dürfte dir doch bekannt sein, dass sämtliche in Deutschland installierten Anlagen bereits Funktionen zur Gewährleistung der Netzstabilität implementiert haben, beispielsweise ab 253V von sich aus vom Netz trennen müssen.
    Hier bei mir in der Region sind wir immerhin zwischenzeitlich schon regulär und ohne PV-Einspeisung bei 240V im Netz angelangt .


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • ich hoffe das weicht jetzt nicht zu sehr vom thema ab.


    steht mir eine entschädigung zu, wenn ich aufgrund von stromabschaltungen nicht einspeisen kann?


    danke und gruß
    oldi