Vergütung auslaufender EEG PV Anlagen (Konzept)

  • Moin ...


    um ein weiteres schlagkräftiges Argument zum Ausbau der PV Leistung in Deutschland zu erhalten möchte ich mal über die gegenwärtige Einspeisevergütung und die jährlichen Degressionen hinaus gehen und anregen den "Verbrauchern" sozusagen eine "Karotte" vor die Nase zu hängen, welche nach Ablauf der 20 für Jahre garantierten EEG Vergütungen als "Wiedergutmachung" in die Gesamtbilanz einfließen sollte. Ich möchte vorrausschicken erst mal als Konzept, da ich noch am rechnen bin was den Einfluß auf auf den Strompreis bzw. die Notwendigkeit des Aufkommens für den Ausbau von Netzspeichern betrifft.


    Also folgendes Modell:


    Anlagen nach EEG aus 2000, 2001 etc laufen jeweils als erste aus der garantierten Vergütung und für die Zeit "danach" könnte der Staat mit einigem Recht geltend machen, daß alle Stromverbraucher & Finanzamt diese Anlagen gefördert hat und insofern es sich um gute Siliziummodule handelt auch diese Anlagen auf den Hausdächern auch weiterhin Strom erzeugen können und werden.
    Der Anlagenbetreiber bekommt nach Ablauf nur eine sehr geringe Vergütung zur Deckung laufender Wartungs- und Unterhaltungkosten (1-2 Ct vielleicht, je nach dann gültigen Preis und Strompreisniveau) garantierte Vergütung vom "Staatstopf" (in dem auch CO2 Zerttifikate, AKW Betreiber etc einzahlen sollen) aber ermöglichen dem "Staatstopf" die Weiterveräußerung zu dann jeweiligen Börsenpreis wobei die erziehlten Margen fix angelegt werden müssen für den Ausbau von Speicherkapazitäten ....bundesweit nach jeweiliger Dringlichkeit der Netzpufferung.


    Auf diese Weise werden Netzpuffer und weiterer Ausbau der PV- , WIndstromerzeugung "refinanziert" quasi durch die Sonne selber ... Mit höchstwahrscheinlich jährlich sinkenden Preisen für Neuanlgen zusammen wird der Strompreis immer weiter sinken können und andere Kraftwerke dank "Speicherung" immer überflüssiger werden können. Zunächst wird ab 2020 sehr kleine "Freistrom"-Mengen verfügbar werden, dann aber mit den Jahren des starken Zubaus ab ca. 2007 also 2027, 2028 etc pp immer größere GW Mengen verfügbar sein.


    Natürlich kann der Anlagenbetreiber sich auch für eine Auf- bzw. Umrüstung seiner bisherigen Anlage zur Volleinspeisung auf Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung entscheiden und so natürlich größeren finanziellen Vorteil für sich erzielen und nur eine Teil für die Allgemeinheit "stiften" dafür aber das Netz zusätzlich "entlasten" ....


    Was halten andere Betreiber hier von dem "fairen Deal" ? :mrgreen:

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  • Im Prinzip eine gute Idee. Juristisch nicht ganz unproblematisch zumindest für bereits am Netz befindliche Anlagen. Und auch sonst sehe ich noch ein paar Schönheitsfehler...


    Die Einspeisevergütung wird durch die Umkehrung der heutigen Verpflichtung zur Stromabnahme durch die EVUs zu einer nachgelagerten Lieferverpflichtung für die Anlagenbetreiber de facto ja zumindest teilweise wieder refinanziert. Der Staat kann niemanden zwingen, ihm etwas zu verkaufen. Er könnte also lediglich für künftige Inbetriebnahmen eine entsprechende Regelung vorsehen, so dass jeder Betreiber weiß, auf was er sich einlässt, wenn er die Einspeisevergütung kassiert. Wie will der Staat verhindern, dass ich z.B. nach einem Sturmschaden, die PV-Anlage ganz vom Dach nehme?


    Die heutige Verpflichtung der EVUs zur Stromabnahme ist für diese (Netzausbauverpflichtung lasse ich gerade mal außen vor) kostenneutral, da die Einspeisevergütung ja 1:1 auf die Verbraucher umgelegt wird. Der Eingriff in das Eigentum ist hier durch höhere Ziele (Ausbau der EE) rechtlich gedeckt.


    Nach Deinem Modell soll der zwangsweise billig eingekaufte Strom zu Gunsten des Staatstopfs (teurer) weiterveräußert werden. Der Staat hat aber weder die Einspeisevergütung noch den Netzausbau bezahlt. Das waren Verbraucher und Netzbetreiber.


    Würde der Strom von den EVUs zu Billigpreisen abgenommen werden, bleibt die Frage, wie das Geld an die Verbraucher kommt. Denn ich erwarte für diesen Fall Hinweise wie - "Eine Strompreiserhöhung ist zwingend erforderlich. Sie fällt aber dank der Rückflüsse aus den alten PV-Anlagen minimal niedriger aus, als sonst erforderlich wäre...."


    Am Ende des Jahres liest sich das im Wirtschaftsteil dann so: "RWE/EON/Vattenfall steigert Gewinn um xx%" ;-)


    Ich halte die jährliche Degression der Einspeisevergütung für ein sinnvolles Instrument, ggf. kombiniert mit Höchstgrenzen sowohl für den subventionierten Zubau als auch für die geförderte Leistung der einzelnen Anlage .

    24 x Sharp NU235 mit SMA SB5000-TL20 * Ausrichtung ~ 75 Grad * - PVGiS4-10% = 842 kWh/kWp
    www.sonnenertrag.eu

  • Wieso dem Staat Geld schenken?


    Wenn Du jeden Monat 5 Kanister Benzin geschenkt bekommst, wirst Du diese dann brav an den Staat spenden, um anschliessend teuer tanken zu müssen?


    In 10 Jahren kostet die kWh 35 cent, das ist Anreiz genug, um sich Tagesspeicher zu installieren und das Maximum aus den Anlagen zu holen. Und das ist volkswirtschaftlich auch gut so!


    Der Spekulatius :mrgreen:


  • Moin "Weihnachtskeks" :wink:


    Grundidee war nebst der "Rechtfertigung" für weiteren "unbändigen" (d.h. ohne Deckel) PV-Ausbau die gerade eben praktizierte Gewinnabschöpfung bei den verlängerten Laufzeiten der KKWs ! Dort konnte der Staat auch sehr wohl auf die Erfüllung des Ausstiegvertrages bestehen oder aber die Gewinnabschöpfung zum einen für das Steuersäckel aber eben auch mit der Befüllung des zweckgebundenen "Topfes" für den Ausbau/Erforschung erneubaren Energien als "Alternative" den Betreibern anbieten. Wie man weiß ist diese "Alternative" gewählt worden ...


    Der Staat könnte und wird ohnehin auf die "Idee" kommen bei weiter einspeisenden, vollabgeschriebenen PV Kraftwerken den Gewinn maximal besteuern zu wollen und er könnte auch die Einspeisung begrenzen oder den Einbau von Steuerungen wie jetzt auch schon über bei Windkraftanlagen und grösseren PV Anlagen üblich obligatorisch machen. Da dem Betreiber weiterhin frei steht den Strom auch selber zu "verbraten" ist ja auch keine "ersatzlose Entwertung" gegeben.


    Die Frage die sich stellt ist eine grundsätzliche ...nämlich ob wir bereits bestehende Betreiber weiterhin "Kasse" machen wollen und dafür ggf. bereit sind einen "Deckel" zu riskieren, wodurch andere die ebenfalls noch PV wollen, dann aber nicht mehr "können" , oder ob wir bereit sind durch eine gewisse "Flexibilität" nach der bereits im Weltmaßstab priviligierten Förderung ein Beitrag zum Allgemeinwohl (d.h. möglichst niedrige Strompreise) zu leisten. Immerhin strapazieren wir gerade auch über 20 Jahre dieses besagte Allgemeinwohl.


    mfg vom Deich


    P.S. ich werde ohnehin auf Eigenverbrauch/Speicherung mit ggf. Überschusseinspeisung "umschwenken" bzw. bin jetzt dabei die Grundlagen dafür zu schaffen ...

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  • Nach Ablauf der EEG Vergütung wird wohl jeder entscheiden können, ob er seine Anlage weiterlaufen läßt, abbaut oder erneuert. Die Frage ist, welche Vergütung bekommen Altanlagen, die weiterlaufen.
    Vorstellbar wäre, dass der überschüssige PV-Strom an die 4 Naturstromanbieter verkauft wird. Der Verkaufspreis von direkt eingespeisten Strom könnte in Höhe des Börsenpreises liegen, der mit einem Aufschlag versehen, Neuinvestitionen (Neuanlagen) unterstützt. Für Zwischengespeicherten Strom gäbe es eine höhere Vergütung, wenn dieser abrufbereit für Verbrauchsspitzen bereitgestellt wird.


    So können Entscheidungsgrundlagen entstehen: Wieviel PV-Strom kann ich selber nutzen? - Größter ökonomische Vorteil.
    Wie rechnet sich ein Repowering? Könnne die Gestelle weiterverwendet werden. Wie sind die Modulpreise? Was macht der Wechselrichter noch?


    Weiterbetrieb wäre erstmal die billigste Entscheidung. Solange es halt geht.


    Rechnet sich ein Speicher? Dieser kann zur Vergößerung des Eigenverbrauchs führen, daher ökonomisch interessant. Dimensioniere ich ihn größer, um überschüssigen PV-Strom, Windstrom zu puffern, um ihn mit einer höheren Vergütung verkaufen zu können? Würde zu einer wirtschaftlicheren Auslastung führen.


    Da sind eine Menge Stellschrauben, die in den verschiedensten Szenarien durchgerechnet werden können. Auf jeden Fall wird dies eine spannende Zeit und ich hoffe, dass dann eine Regierung am Ruder ist, die verantwortungsbewußt die richtigen Weichen stellt.


    Sonnige Grüße Peter

  • Zitat von neuharlingerstrom

    Dort konnte der Staat auch sehr wohl auf die Erfüllung des Ausstiegvertrages bestehen oder aber die Gewinnabschöpfung zum einen für das Steuersäckel aber eben auch mit der Befüllung des zweckgebundenen "Topfes" für den Ausbau/Erforschung erneubaren Energien als "Alternative" den Betreibern anbieten.


    Na dann warte ich mal ab, was für einen Vertrag mir dereinst welches Ministerium auch immer anbietet,damit ich meinen Strom für 1ct verkaufe... :juggle:

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  • Moin nhs,


    erstmal meinen Glückwunsch zu den 1000kWh/kWp deiner Anlage in diesem Jahr.


    Ich hatte in einem anderen Thread mal geschrieben, dass die PVA´s meist teuren Spitzenlaststrom zu mittagszeit liefern.
    Leider habe ich mich hier geirrt, denn in 10, 15 oder 20 Jahren wird soviel PV-Strom im Netz sein, dass der Preis zu dieser Zeit sehr billig ist und sich ein Verkauf für den Betreiber einer Anlage auf dem eigenen Hausdach kaum lohnen wird.
    Ich gehe seh davon aus, dass eine Speicherung die sinnvollste Lösung ist. Ist der Speicher voll, kann der Rest immer noch verkauft (eher verschenkt) werden. Reicht die PV-Leistung nicht aus, um die Speicher zu füllen, sollte die Möglichkeit bestehen, den (Wind-)Strom zu günstigen Preisen in die Speicher zu "füllen".


    Wir werden also die Situation haben, dass der Strom im Sommer sehr billig ist. Sicherlich werden auch die großen Verbraucher in der Industrie darauf reagieren und nicht mehr Nachts ihre Stahl- und Aluöfen anheizen sondern mittags. Nachtarbeit wird für die Unternehmen doppelt teuer. Zum einen sind die Energiepreie sehr hoch und dann kommen noch die Nachzuschläge der Mitarbeiter hinzu. Urlaub im Sommer werden die Arbeiter aus diesen Unternehmen nicht mehr so häufig bekommen. Oder die Arbeitgeber bezahlen den Mitarbeitern mehr, wenn sie im Sommer arbeiten. Genauso könnte es nach meinen Vorstellungen bei der Sonntagsarbeit aussehen.


    Im Winter machen wir dann alle Urlaub! :D ...es sein denn der Wind weht! :lol:

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


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  • Moin Eggis ...


    Erst mal danke für die Glückwünsche :wink:


    dann in Erwiderung Deines Beitrages stimme ich Dir natürlich vollkommen zu, daß man nicht von der heutigen Situation ausgehen darf , sondern wenn man dem "Zielkorridor" vom BMU bzw. Herrn Röttgen von "nur" etwa 3 GW Zubau pro Jahr nimmt (2010 werden es fast 9 (neun!) gewesen sein) , dann sind wir um 2020/2021 schon bei ca. 47 GW Peakleistung (+-17 GW installierte Leistung Anfang 2011+ ca. 30 GW Zubau) ... Und da eine Gesamteinspeise/lastmenge von derzeit 50 GW im Gesamtnetz herrscht, ist das also dann schon "das Ende der Fahnenstange" Nicht was die Anzahl der Terawattstunden fürs Gesamtjahr anbelagt, was dann bei ungefähr "nur" 40 Terawattstunden liegen dürfte, sondern eben wie Du richtig erkannt hast zu bestimmten Zeiten im Tageslastgang, wo dann solche Mengen Strom ins Netz "schiessen", daß da wirklich mancherorten gar zu viel sein wird, der entweder in die MS Ebene rein muß und dann "weg" oder eben irgendwo zwischengebunkert werden müsste. Stromhochpreise zur Mittagszeit werden sehr rasch verlagert werden in Richtung Abendstunden und wie Du richtig erkannt hast tritt dann ein "Super-Merit-Order" Effekt ein, der wahrscheinlich die Strompreise ins negative drehen zu der Zeit ins Negative drehen wird. Zumal die "guten Atommeiler" auch noch irgendwo ihren Strom "wegdrücken" müssen ....


    Der schnelle Zuwachs 2010 (fast Verdoppelung der Gesamtleistung PV!) macht


    a.) ein schnelles Einbinden von Speichern notwendig
    b.) erfordert rasch neue Konzepte zur Refinanzierung , da ansonsten Frondel & Co zu Recht bei einer weiteren Verdreifachung der Gesamtleistung eine unnötige Belastung der Stromverbraucher ins Feld führen werden.


    Zu Punkt a.)
    Die Problematik kann auch nicht damit "gelöst" werden, daß man verstärkt auf Eigenverbauchsförderung umschwenkt, da technisch gesehen dann immer noch ne Menge an Überschiussstrom ins Netz geht und bei dem Trend zu immer grösseren Anlagen wird der Anteil dann immer erheblicher. Auch nur lokale kleine Stromspeicher werden da nicht unbedingt alleine die Lösung, sein zumal MW Parks und Windparks im MW Bereich auch noch jeweils einspeisen werden. Wobei ein Großteil der Refianzierung dieser "Großspeicher" alleine schon aus dem eingesparten Ausbau der Netzinfrastruktur zum "Wegtransport" geleistet werden kann. Ein entsprechendes Grundsatzpapier zu dem Thema "Kompensation" werde ich dazu noch posten. Die konkreten Zahlen die ich dazu habe muß ich erst noch "authorisieren" lassen müssen.


    Zu Punkt b.) Meine Überlegung ist es proaktive Lösungskonzepte zu entwickeln bevor "der Professor aus Essen" & Konsorten dies für uns bzw. die Allgemeinheit tun um eben den Status Quo der bestehenden Großkraftwerke zu retten. Dazu gehört für mich auch eine Bereitschaft nach 20 Jahren "Nutznießertum" auch die Bereitschaft zur gesamtgesellschaftlichen/vorlkswirtschaftlichen Verantwortung zu zeigen. Immerhin besser als irgendwann von einem Deckel erschlagen zu werden ! Dabei sollte zumindest langfristig die PV wie auch alle anderen "Naturstromarten" nicht nur zur CO2 Reduktion herhalten sondern eben jenen "Buhmann-Szenarien" den Wind aus den Segeln nehmen, die dem Verbraucher immer weiter steigende Preise durch u.a. PV vorhersagen ...


    da solls für den Moment gewesen sein


    mfg vom Deich

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