Auslegung bei Schattenbereichen

  • auf meinem Dach in leichter SW-Richtung habe ich 2 Kamine stehen (15 cm, 30cm Durchmesser) Diese stehen etwas am Rand und sind ca. 1 und 1,5 m hoch. Ich habe 3 Konzeptvorschläge:


    1. Day4 60MC-Module. Hier soll das Dach komplett bestückt werden. Diese Module besitzen 9 Dioden, so dass bei Beschattung nur einzelnen Segmente ausfallen. 7,5 kWp


    2. Bosch c-si M60-Module. Hier ist das Dach nicht vollständig mit Modulen bestückt. Dadurch ist Schattenbildung irrelevant. Allerdings auch 1 kWp weniger, da geringere Dachfläche bestückt.


    3. Solarworld-Module. Dach komplett bestückt. Die Verschattung soll mit SMA-Wechselrichtern SB4000 zu keinem Leistungseinbruch führen.


    Was ist die beste Wahl?

  • Variante 2 hat den besten Ertrag pro kWp, ich selber würde so bauen. Denn egal, was Du mit den verschatteten Modulen machst, die ziehen Dir immer den gesamten String runter.

  • Variante 2 dürfte die wirtschaftlichste sein, da keine Verschattung, wenn der Preis pro kwp nicht höher ist als bei Variante 3.


    Variante 3 geht auch wenn das optitrachglobal Peak von SMA eingesetzt wird.


    Hier wird grob gesagt immer nur das verschattete Modul freigeschaltet, also ca. 200 W fehlen dann bei der Verschattung eines Modules.


    Dafür ist absolut der Ertrag höher.


    Gruß


    E_T

  • Zitat von solar-dream

    Die Verschattung soll mit SMA-Wechselrichtern SB4000 zu keinem Leistungseinbruch führen.


    So formuliert würde ich das unterschreiben, denn einen "Einbruch" im Sinne von "dramatische Leistungseinbuße" kriegst du sicher nicht.
    Wenn es aber bedeuten soll "keine Einbußen", dann halte selbst ich das für ein Gerücht!
    Es wird auf jeden Fall zu einer gewissen Leistungseinbuße führen, allerdings, wie schon in diesem thread ausführlich dargelegt, halte ich die weit verbreitete Angst vor Schatten für überbewertet. Ich plädiere daher aus eigener Erfahrung immer dazu, lieber mehr zu installieren und geringe Verschattung hinzunehmen als auf Null-Schatten hin zu optimieren. Denn das macht nur an vollsonnigen Tagen Sinn, doch Genau diese vollsonnigen Tage sind aber hierzulande bei weitem in der Minderheit und man verschenkt an allen diesen anderen Tagen Leistung!


    Zitat von solar-dream

    Was ist die beste Wahl?


    Wer Schatten hat, muss anders bauen als ohne Schatten. Deshalb sind die vielen pauschalen und undifferenzierten Aussagen wie "die ziehen Dir immer den gesamten String runter" einfach nur Blödsinn. Es macht z.B. schon einen Unterschied, ob der Schatten "kommt", sprich größer wird wie z.B. meistens am Abend, oder ob er "geht", sprich kleiner wird wie z.B. meistens am Morgen. Ebenso spielt eine Rolle, ob der Schatten weich und womöglich schnell beweglich (Äste) oder hart und unbeweglich (Gebäudeschatten) ist. Auch, ob der Schatten quer oder längs über die Module streicht usw., alles das ist nicht egal und wird bei pauschalen Aussagen einfach über einen Kamm geschoren.
    Bei der konkreten Auswahl der Hardware sind andere kompetenter und auch dein Solarteur sollte hier besser Bescheid wissen. Du musst nur wissen, ob du lieber eine hohe relative Rendite oder lieber mehr absoluten Ertrag haben willst, ob du also lieber eine möglichst kurze Amortisationszeit mit weniger Ertrag oder lieber eine geringfügig längere Amortisationszeit mit mehr Ertrag haben willst.

    Gruß,
    amoss


    Ich bin ein Pessimist. Also ein Optimist mit großer Erfahrung. Denn ich weiß: Manchmal sind nur bei mir Wolken. Doch meistens scheint die Sonne bei den anderen.


    11 kwp * DN 28° * Ausrichtung 201° * Verschattungsverlust ca. 8% * Freising

  • Zitat von amoss

    Wer Schatten hat, muss anders bauen als ohne Schatten. Deshalb sind die vielen pauschalen und undifferenzierten Aussagen wie "die ziehen Dir immer den gesamten String runter" einfach nur Blödsinn. Es macht z.B. schon einen Unterschied, ob der Schatten "kommt", sprich größer wird wie z.B. meistens am Abend, oder ob er "geht", sprich kleiner wird wie z.B. meistens am Morgen. Ebenso spielt eine Rolle, ob der Schatten weich und womöglich schnell beweglich (Äste) oder hart und unbeweglich (Gebäudeschatten) ist. Auch, ob der Schatten quer oder längs über die Module streicht usw., alles das ist nicht egal und wird bei pauschalen Aussagen einfach über einen Kamm geschoren.


    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ein Modul hinter einem 1,5 Meter hohen Kamin mit 30 cm Durchmesser zieht den String runter. Da der Kamin etwas am Rand steht, braucht man hier eventuell nur 2 Module weglassen und kann so den gröbsten Schatten umgehen, das sollte aber auf jeden Fall geschehen. Auch der 1 Meter hohe Kamin mit 15 cm Durchmesser sollte in die Planung mit einfließen.

  • danke für Euer Statement. Das hilft mir weiter.
    Mir ist Amortisation wichtiger.
    Es fallen ca. 2 Module links und 2-3 Module rechts weg. In Summe ca. 1 KWp. Selbst im Sommer um 12 Uhr mit der Sonne im Zenit fällt ein deutlicher Schatten auf die Dachfläche. Ganz zu schweigen im Winter. Durch die Erddrehung ist der Schatten auch noch diagonal.