Materialfehler?!

  • Moin,
    ich musste bei meiner heutigen Modulkontrolle ein paar ungewöhnliche Fehler unter der Glasabdeckung im Bereich meiner Dünnschichtsolarzellen Sharp NA90 feststellen.
    Es sieht aus wie kleine Fraßkanäle die sich wie Buchdrucker unter der Rinde eines Baumes, hier unter der Glasscheibe verbreiten. Diese gehen nicht nur vom Rand aus, sondern befinden sich auch teilweise etwas vom Rand entfernt. Der Fehler tritt bei mehreren Modulen auf.
    Hat jemand diesen Fehlertyp bereits gesehen, wie wirkt er sich auf das Modul aus? Welche Einbußen habe ich durch diesen Fehler?



    Anbei noch ein paar Fotos

  • Ups, ich bekomme doch wohl keine Konkurenz :shock:
    Nun ja die "Flecken" sehen ja auch anders aus, so etwas habe ich auch noch nicht gesehen :roll:

    Gruß Hansi


    PS. Habe im Oktober 2017 einen Sion vorbestellt und seit Juni 2019 fahre ich ein Model S

  • Scheinbar hat sowas noch keiner vorher gehabt, deshalb ein paar Rückfragen, zu den zwei Bildern.


    1. Die zwei dunklen Fleckenbereiche im zweiten Bild mehr rechts vom eigentlich Erfragten, ist das Dreck von außen?


    2. Sind die "Fressbahnen" irgendwelche Einschlüsse, an denen sich Kondensat absetzt?


    3. Verändert sich die Farbe, Ausdehnung, Struktur unter Temperatur, Tageszeit und/oder Feuchtigkeit oder Daumendruck?


    4. Im Gewächshaus haben wir von sehr kleinen Schnecken solche Bahnen gesehen, aber die werden hier hoffentlich nicht dazwischen können - oder?


    5. "Wachsen" die Bahnenden über die Zeit?


    6. Gibt es unter Gegenlicht Farbunterschiede zwischen Rand und Mitte der Module?


    7. Gibt es im näheren Umfeld (20-50m) agressive Gase/Nebel/Stäube (Amoniak, Kalk, Salznebel o.ä.)?


    Interessant ist auch deren Anfang oder Begrenztheit durch die Ableitungsbahnen. Kann Feuchtigkeit vom Rand eindringen und elektrochemische Vorgänge anregen bzw. fördern?
    Ich würde in jedem Fall auch den Hersteller und Solarteur/Installateur von diesen Beobachtungen in Kenntnis setzen und dort nachfragen, was sie als Erklärung liefern (möglichst schriftlich, wegen des Datums, wenn es sich als "Mehr" herausstelen sollte).


    Grüße


    Danke für weitere Auskünfte und eventuell auch noch weitere Ansichten.

  • Hier die weiteren gewünschten Informationen


    1. Die zwei dunklen Fleckenbereiche im zweiten Bild mehr rechts vom eigentlich Erfragten, ist das Dreck von außen?
    Ja, auf deutsch Fliegenscheiße (Sorry), zählt also nicht zum Fehlerbild.


    2. Sind die "Fressbahnen" irgendwelche Einschlüsse, an denen sich Kondensat absetzt?
    Nein, es sind keine Kondensate, Korrosion etc ., zu finden. Die Grenzen sind klar abgegrenzt

    3. Verändert sich die Farbe, Ausdehnung, Struktur unter Temperatur, Tageszeit und/oder Feuchtigkeit oder Daumendruck?
    Nein.


    4. Im Gewächshaus haben wir von sehr kleinen Schnecken solche Bahnen gesehen, aber die werden hier hoffentlich nicht dazwischen können - oder?
    Nein, da der Fehler unter der Glasscheibe sitzt. Von unten sind die Module nicht einsehbar.


    5. "Wachsen" die Bahnenden über die Zeit?
    Kann ich leider noch nicht sagen, da der Fehler mir jetzt erst aufgefallen ist. Deshalb auch der Gliedermaßstab.


    6. Gibt es unter Gegenlicht Farbunterschiede zwischen Rand und Mitte der Module?
    Nein, das Modul weist ein homogenes Lichtspiel auf.


    7. Gibt es im näheren Umfeld (20-50m) agressive Gase/Nebel/Stäube (Amoniak, Kalk, Salznebel o.ä.)?
    Nein, die Anlage liegt umgeben von Wald in einer industriefreien Wohngegend


    Interessant ist auch deren Anfang oder Begrenztheit durch die Ableitungsbahnen. Kann Feuchtigkeit vom Rand eindringen und elektrochemische Vorgänge anregen bzw. fördern?


    Da die "Buchdruckergänge auch auf der Zelle in gewissem Abstand vom Rand ohne Verbindung zu finden sind, schließe ich das z.Zt. aus


    Ich werde beide Partner von dem Fehler in Kenntnis setzen und die Antwort hier auch posten.


    Vielleicht hilft meine Auskunft zur weiteren Beurteilung weiter.


    Gruss Land

  • Nun, da es zwischenzeitlich keine weiteren Verdächtigungen mehr gab, eine weitere Theorie, die man ja mal überprüfen könnte.
    Ich denke wir sprechen hier ja von gerahmten Dünnschichtmodulen aus amorphen Silizium - oder?
    Falls ja, dann könnte man mal die Symptome rund um TCO-Korrosion (im Forum viel diskutiert bei Kaneka-Modulen) abprüfen. Also erst wissen, ob irgendeiner der zwei Stringpole auf der DC-Seite geerdet wurde und es sich deshalb um Trafo-WRs handeln sollte.
    Notfalls jemanden heranholen der die Widerstände zwischen Modulrahmen und Erde überprüft und ebenfalls misst, ob dort zwischen Rahmung und Erde bzw. dem geerdeten Potenzial merkliche Spannungsunterschiede zu messen sind.


    Insbesondere die Beiträge von "pv-büro" im Thread http://www.photovoltaikforum.c…n-sich-au-t21350-s15.html erklären ganz gut, was man dort machen kann und sollte.
    Warnung: Wenn man selbst kein Elektrotechniker ist, bitte dies NICHT selber machen sondern jemanden einschalten, der weiß was er tut.
    Das sicher etwas unscharfe Bild aus der durch pv-büro angeführten englischen Ausarbeitung hat etwas Ähnlichkeit:



    Vielleicht ist da ja etwas ähnliches in der Entstehung. Für eine Rückmeldung wäre ich auch dankbar.


    Grüße

  • Danke erst einmal für die weiteren Hinweise,
    Die in der oben erwähnten englichsprachigen Untersuchung gezeigten Bilder weisen eine Struktur ähnlich einer Zinkschichtkristallisation auf, dies finde ich bei meinen Modulen nicht wieder.
    Zu den elektischen Anschlüssen kann ich noch nichts sagen, da sich Solateur sowie Modulhersteller nicht melden. Schade eigentlich, denn jetzt ist die Diskussion um den Fehler noch "fast" emotionslos und rein technisch, kaufmännischer Natur. Das die Firmen nicht verstehen, dass man sofort reagiert und offen miteinander umgeht.
    Die Module haben zwei Seriennummern auf der Oberseite, es dürfte sich also um zwei Module in einem Rahmen handeln.


    Da die Frage nach den WR´s aufkam, hier weitere Infos
    Gesamtanlage 8,82 KWp, Die Anlagengüte liegt zur Zeit bei 70 % (Durch umgebende Bewaldung ist die Morgensonne und Wintersonne nicht vorhanden, trotzdem wird die heruntergerechnete Leistung des Solateurs deutlich unterschritten)


    Anlage 1 WR IG 50
    an 8 Strings mit je 7 Modulen NA 901WQ, Fehler aufgetreten an 35 Modulen
    Anlage 2 über gleiche Zähleranbindung Fronius IG 35
    an 7 STrings mit 6 Modulen NA 901WQ, Fehler aufgetreten an 7 Modulen, aber auch Eintrübungen in der Mitte (Trennung der beiden Modulhälften)


    Soweit für heute, ich werde die Firmen noch einmal um eine Kontaktaufnahme anmahnen. Dies mache ich bei der Größenordung und unbekanntem Fehler und Fehlerauswirkung auch nur schriftlich.


    Grüße

  • Hm, eine insgesamt 10,5%ige Unterdimensionierung ist ja vorraussichtlich vertretbar, nur die Aufteilung auf die WR passt nachher nicht mehr wirklich. Der IG50plus dürfte wohl deutlich öfter in die Begrenzung rennen als sein kleiner Bruder. Insofern wären zwei IG35plus mit je 6 Strings a 8 Module wohl sinnvoller gewesen (auch wenn dann zwei Module auf der Strecke bleiben), denn da liegt die Unterdimensionierung nur bei gleichmäßigen 14,7% (für meinen Geschmack immernoch deutlich zu viel), da sollte am Jahresende mehr bei heraus kommen als jetzt. So hat der IG50plus eine viel zu hohe Unterdimensionierung von 16,5% und der IG35plus nur 2,5%. Somit sollte sich ertragsmäßig durchaus ein nennenswerter Unterschied zwischen beiden von mehreren Prozent einstellen, der aufgrund der zu starken Unterdimensionierung des "großen" WR kommt.
    Wieso wurden am IG35plus überhaupt 6er Strings gebildet? Da hat der WR doch auch noch unnötigerweise aufgrund der geringeren Eingangsspannung weniger Wirkungsgrad und es gibt einen höheren Verkabelungsaufwand als bei 6x7?!?
    Ohne Deinen Standort zu kennen hätte die Auslegung von Anfang an wohl 7x7 an zwei IG50plus sein müssen (5%ige Unterdimensionierung), dann hättest Du wenigstens von der Mehrleistung der Module in den ersten Wochen auch noch etwas mitgenommen.


    Ciao


    Retrerni

  • Jetzt bin ich sauer,
    vor einem halben Jahr wurde mir ein Brief zugesagt, der die Harmlosigkeit des Fehlers darstellen sollte. (Er musste nur noch aus dem japanischen Übersetzt werden) :P
    Jetzt ist mir der Kragen geplatzt, ich habe den letzten Kontaktversuch vor Einleitung eines geführten Beweisverfahrens und rechtlicher Schritte gemacht.
    Hier nochmal ein Foto Sept/ Okt. 2010 und jetzt Mai 2011, ich steige langsam von amorphen auf kristalline Zellen um. Die Kristallisation schreitet bei höheren Zellentemperaturen und Stromerzeugung voran.
    Soweit erst einmal.
    C.

  • Ich denke das es der gemeine PV Borkenkäfer ist. Er wurde in den Laboratorien der EVU´s gezüchtet um die Leistung der PV Module "aufzufressen".
    Er wird meistens Nachts in geheimen Missionen von getarnten Mitarbeitern der EVU´s ausgesetzt. Forschungen haben ergeben das er sich aber nur an Marken PV Modulen gütlich tut, Module aus China werden von ihm gemieden, scheinbar habe auch die PV Käfer Ihren Stolz!
    Bin deshalb von ihm verschont geblieben!
    :-)