Hilfe Anlagenplanung

  • Hallo Fachfrauen und Fachmänner!


    Ich bin dabei eine PV-Anlage für eine Schule zu planen und brauche Unterstützung, da mir detailiertes Fachwissen fehlt:


    Hier die Details:
    PLZ: 22529 Hamburg


    Dach in 10m Höhe, verschattungfrei, Module werden in Ost/West-Richtung aufgebaut, sehen also nach Süden, Dachneigung ca 5Grad
    Dachlast von 40 kg/qm darf nicht überschittenwerden, Ständer/Modul darf nicht mit Dach verschraubt werden.


    Es stehen 20000€ zur Verfügung (wahrscheinlich netto, also ca. 24000€ brutto)


    Geplante Anlage:
    5 kWp
    24 Stk. Evergreen ES-A 210 (jeweils 12 Module in Reihe)
    Verwendung eines TriF pro 25 Freiaufstellungssystems
    WR: SB 5000TL-20


    Hier meine Fragen:
    1. Macht diese Kombination Sinn?
    2. Was ist bei der Aufstellung alles zu beachten, um Belastungen durch Elektrosmog gering zu halten?
    (Die Schülerinnen und Schüler haben im Raum direkt unter den Solarmodulen Unterricht!)
    3. Ich habe gelesen, dass trafolose Wechselrichter zwar eine größere Umwandlungseffizienz besitzen, es jedoch dazu kommen kann, dass von der AC-Seite auf die DC-Seite eine Wechselspannung induziert werden kann, die aus den Solarmodulen "Sendantennen" macht, obwohl die Module geerdet werden.
    Welchen Wechselrichter soll ich nehmen, der das verhindert?
    (In Frage käme aus meiner Sicht auch ein Fronius IG TL 5.0! Besser/schlechter als SB???)


    Vielen Dank für alle Antworten im Voraus!


    nelson412

  • Also die Planung macht normalerweise der Solateur, der die Anlage auch installiert. Daher würde ich einfach mal 2-3 Angebote einholen. Zum Thema Dachlast könntest Du mal in der Beschreibung des Aufstellungssystems schauen, welche Werte da angegeben sind. Ohne Dachdurchdringung verwende ich meistens Wannensysteme, die aber eine höhere Punktlast aufweisen.


    Da der Zähler nur durch einen Elektriker gesetzt werden kann, würde ich Elektrosmog und trafolose WR's mit diesem besprechen. Ist aber aus meiner Sicht kein Problem.

  • Hallo,


    TL WR bleibt TL WR!! Aber dieses Thema wird total überbewertet.
    Aber ich hoffe, daß die 20000 € für die Anlage nicht verbraten werden - das wäre nämlich extrem teuer und unrentabel....
    Der WR würde locker noch 2 Module mehr vertragen :D


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F

  • Moin nelson412 und Willkommen im Forum!



    Die Kombination funktioniert zwar, aber leider ist der erreichte Wirkungsgrad aufgrund einer sehr niedrigen Eingangsspanung nicht sonderlich gut.
    Ein Fronius IG5.0TL, Diehl Platinum 4800TL würden hier besser passen.


    Zitat

    2. Was ist bei der Aufstellung alles zu beachten, um Belastungen durch Elektrosmog gering zu halten?
    (Die Schülerinnen und Schüler haben im Raum direkt unter den Solarmodulen Unterricht!)


    Von den Modulen und den Gleichstromkabeln geht so gut wie kein elektromagnetisches Feld aus. Zumindest ist es in etwa 1m Abstand nicht mehr vom Erdmagnetfeld zu unterscheiden. Die einzige "Stahlungsquelle" ist der Wechselrichter. Dieser sollte also nicht im Klassenzimmer untergebracht werden. ;) Evtl. können Kinder auch hochfrequente Töne (fiepen) aus dem Wechselrichter hören, die Menschen älteren Jahrgangs nicht mehr hören.


    Zitat

    3. Ich habe gelesen, dass trafolose Wechselrichter zwar eine größere Umwandlungseffizienz besitzen, es jedoch dazu kommen kann, dass von der AC-Seite auf die DC-Seite eine Wechselspannung induziert werden kann, die aus den Solarmodulen "Sendantennen" macht, obwohl die Module geerdet werden.
    Welchen Wechselrichter soll ich nehmen, der das verhindert?


    Das höre ich zum ersten mal. :shock:

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
    Meine Anlage!!! hier klicken

  • Zitat

    3. Ich habe gelesen, dass trafolose Wechselrichter zwar eine größere Umwandlungseffizienz besitzen, es jedoch dazu kommen kann, dass von der AC-Seite auf die DC-Seite eine Wechselspannung induziert werden kann, die aus den Solarmodulen "Sendantennen" macht, obwohl die Module geerdet werden.
    Welchen Wechselrichter soll ich nehmen, der das verhindert?


    Zitat

    Das höre ich zum ersten mal. :shock:


    Hi, ich habe das diesem Text entnommen:


    http://www.baubiologie-mainfra…ltaik-und-Elektrosmog.pdf
    (Ende Seite 1 unter Punkt 2)


    Wo finde ich mehr darüber oder ist das nicht ernst zu nehmen?


    Gruß Nelson412

  • Hallo,


    aber das Handy eingechaltet in der Hosentasche oder permanent am Ohr :D


    Im Ernst, man kann alles übertreiben. Und vor allem, nachts sind die WR aus!!
    Und i.A. sind die WR im Keller oder Garage etc installiert. In den seltensten Fällen in einem Büro o.ä.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F

  • Hm, eine Schule ist immer kritisch als Installationsort.
    Wie schon gesagt sollte der WR leise sein. Der Generator schwingt bei einigen trafolosen WR-Topologieen zwar teilweise mit der Netzspannung mit, das ist aber, wenn er es mit voller Netzspannung tut auch nicht wesentlich anders als beim in der Wand verlegten Stromkabel der Steckdose... Der von Eggis als zweites genannte WR schwingt nur mit halber Netzspannung mit und ist sehr leise, insofern hier wohl sehr gut geeignet.
    Vergiss bei öffentlichen Gebäuden aber nicht die Miteinbeziehung des Blitzschutzes!


    Ciao


    Retrerni

  • Zitat von Retrerni

    Hm, eine Schule ist immer kritisch als Installationsort.
    Ciao
    Retrerni


    Retrerni : Im Gegenteil - bei Schulen/öffentlichen Gebäuden gibt es - zumindest bei uns - immer reichlich Nebenräume. Sei es Technikraum, Heizraum, Klimageräteraum etc. Also -No Problem!


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F

  • Es soll Schulen geben, die die Anlage auf dem Dach nicht verstecken sondern gleich für die energiebewüsste Schulung der Schüler mit einsetzen und sie daher an zentralen Orten, an denen die Schüler immer vorbei kommen, montieren...


    Ciao


    Retrerni


  • Ganz so einfach ist die Sache leider nicht!
    Das Thema einfach nur ins Lächerliche zu ziehen nützt dem Fragesteller auch nichts.
    Ich möchte hier jetzt nicht darüber diskutieren ob elektrische und magnetische Felder gesundheitsschädlich sind - das gehört in ein anderes Forum.
    Die Ausgangslage ist doch: Ein Kunde möchte eine Photovoltaikanlage die möglichst wenig elektrische und magnetische Felder in den Wohn- und Schlafräumen verursacht. Diese Anlage sollte er auch bekommen!
    Das Argument, dass eine Photovoltaikanlage nur tagsüber arbeitet und daher an den Modulen und den Stringleitungen nachts keine elektrischen Wechselfelder vorhanden sein können ist übrigens falsch. Durch induktive oder kapazitive Einkopplung von elektrischen Feldern der Hausinstallation kann unter bestimmten Umständen auch an einer abgeschalteten Photovoltaikanlage ein elektrisches Feld messbar sein.
    Wie bei Vielem im Leben bringen dabei die einfachsten und meistens kostenlosen Maßnahmen die größte Wirkung in Richtung einer Feldreduzierung. Dazu gehört alles was der Installateur sowieso bezüglich einer gegen das Einkoppeln von Überspannungen durch Blitzentladungen machen sollte (Erdung, geringe Leiterschleifen, die + und - Leitung immer nah bei einander, verdrillen, usw.). Darüber hinaus gibt es noch viele Möglichkeiten die Felder weiter zu reduzieren, mit mehr oder weniger großem Kostenaufwand. Bei einer fachgerechten Installation einer Photovoltaikanlage ist das Thema "Elektrosmog" in der Regel kein Problem. Auf jeden Fall sollte nach der Installation von einem erfahrenen Messtechniker nachgemessen werden. Die Messung sollte sowohl die unproblematischen Gleichfelder, als auch die 50Hz Wechselfelder und die von den Wechselrichtern verursachten Oberwellen umfassen. Aufgrund dieser Messung können dann bei Bedarf weitere Maßnahmen durchgeführt werden.

    Werner Bopp - Elektroinstallateurmeister - Baubiologe IBN