Betrieb in Eigentümergemeinschaft

  • Hallo zusammen,
    trotz Suchanfragen in diesem Forum konnte ich keinen konktreten Thread zu o. g. Thema finden.


    Wir sind eine von 8 Eigentümerparteien (Wohnungen) in einer WEG (2 Mehrfamilienhäuser mit 2 PV Anlagen 1,2 kWp).
    Die zwei Anlagen wurden seitens des Bauträgers in 2008 installiert/Betrieb genommen und befinden sich fortan im Gemeinschaftseigentum der ETG.


    Der Bauträger ist (wie man das ja so kennt) 2009 in Insolvenz gegangen. Es gibt keine Gesamtrechnung über die PV Anlage, da jeder Eigentümer über den Kaufvertrag diese Anlage zu 1/8 gekauft hat. Nachfragen in Richtung insolventen Bauträger führten zu keinem Erfolg. Auch der Subunternehmer scheint nicht mehr greifbar (pleite?) zu sein. Kann man dann evtl. den Anlagenwert für 2008 schätzen lassen?


    Wir haben seitdem den monitären Ertrag über die Hausgeldabrechnung erhalten. Angaben zur Anlage sowie dem Ertrag haben wir in unserer Steuererklärung bisher nicht gemacht.


    Auf Nachfragen der Hausverwaltung beim zuständigen FA gab es nur unzureichende Antworten.


    Meine Frage ist: Was müssen wir nun tun, damit wir steuerlich keine "Hinterziehung" begehen?


    Vielen :danke: für kompetente Antworten


    Sonnige und ertragsreiche Grüße aus Gehrden bei Hannover! :)
    Volker


    http://www.vkrause.de

  • "Leider ist der Spannungswandler ca. im September 2008 durch einen technischen Defekt ausgefallen.
    Dieser Defekt wurde von uns aber erst im Februar 2009 festgestellt.
    Der Austausch auf Gewährleistung dauerte dann noch einen weiteren Monat, so dass wir erst wieder seit dem 23. März 2009 Strom in das Netz einspeisen konnten."


    das sagt doch schon (fast) alles


    11 kristalline Module und 1,2 kW(p) scheint mir auch nicht zusammenzupassen


    vielleicht solltest du dich erstmal etwas besser informieren was du da eigentlich auf deinem Dach und im Keller hast


    Gruß,
    jodl

  • Hallo Jodl,
    vielleicht versuchst doch Du es doch mal bitte mit einer kompetenten Antwort zum Unterthema "Steuern".
    Danke und Gruß
    Volker

  • Wie rechnet denn das EVU mit euch ab? Bekommt da jeder jedes Jahr seine 120 Euro überwiesen? Wer ist Vertragspartner des EVU?
    Und vor allem: Wie kann man auf so eine bekloppte Idee (Sorry, aber m.E. kann man das nicht anders beschreiben...) kommen, eine PV-Anlage mit 2400 W (!) zu acht (!!!) zu betreiben? Die Verwaltung frisst da doch jeglichen Gewinn der theoretisch möglich gewesen wäre...
    Sorry, aber ich würde hier die PV-Anlage an einen der 8 verkaufen damit Ruhe ist, sonst verwaltet Ihr euch tot (Steuererklärung jeder mit 1/8 Gbr...)

  • Zitat von Trashman

    Wie rechnet denn das EVU mit euch ab? Bekommt da jeder jedes Jahr seine 120 Euro überwiesen? Wer ist Vertragspartner des EVU?
    Und vor allem: Wie kann man auf so eine bekloppte Idee (Sorry, aber m.E. kann man das nicht anders beschreiben...) kommen, eine PV-Anlage mit 2400 W (!) zu acht (!!!) zu betreiben? Die Verwaltung frisst da doch jeglichen Gewinn der theoretisch möglich gewesen wäre...
    Sorry, aber ich würde hier die PV-Anlage an einen der 8 verkaufen damit Ruhe ist, sonst verwaltet Ihr euch tot (Steuererklärung jeder mit 1/8 Gbr...)


    Hallo Trashman,
    nochmals zur Erläuterung: Wir haben eine WEG mit 8 Parteien = 2 Mehrfamilienhäuser bei denen jeweils pro Haus eine Anlage auf dem Dach ist. Der EVU hat als Vertragsparnter die WEG. Abgerechnet wird dann wie üblich über unseren Verwalter der WEG, also innerhalb der jährlichen Hausgeldabrechnung. Daher "frisst" auch die Verwaltung nicht den Gewinn auf. Meine ursprüngliche Fragestellung hätte ich aber gerne beantwortet (s. o.).

  • Ich glaube nicht dass die WEG hierfür rechtsfähig ist-denn eigentlich ist das ein reiner Verwaltungsapparat. Hat eure WEG eine Steuernummer? Schreibt die WEG die PV-Anlage ab? Was passiert mit den Einnahmen der WEG aus der PV? Werden die mit den individuellen Steuersätzen entsprechend der Anteile der Anlagenbetreiber versteuert? Wird die Umsatzsteuer abgeführt?
    Eine PV-Anlage ist m.E. Gewerbebetrieb, und nichts anderes.

  • Zitat von volker67

    Der Bauträger ist (wie man das ja so kennt) 2009 in Insolvenz gegangen. Es gibt keine Gesamtrechnung über die PV Anlage, da jeder Eigentümer über den Kaufvertrag diese Anlage zu 1/8 gekauft hat. Nachfragen in Richtung insolventen Bauträger führten zu keinem Erfolg. Auch der Subunternehmer scheint nicht mehr greifbar (pleite?) zu sein. Kann man dann evtl. den Anlagenwert für 2008 schätzen lassen?


    Hallo Volker,


    ich verstehe das so: Der Bauträger ist insolvent geworden. Deswegen muss ich nochmal zurückfragen: Was habt Ihr denn an den Bauträger gezahlt? Gab es Teilrechnungen?


    Viele Grüße



    Stevie

    Dr. Stefan Rode

    Rechtsanwalt und Steuerberater

  • Hi Stevie,


    ja es gab Teilrechnungen, die auch bezahlt wurden. Nur wurde dies im Rahmen der Bauträgerverordnung in Abschlägen bezahlt, in den dann in diesem Fall auch die PV-Anlage mit aufgeführt war. Aber ohne Einzelpreis.
    Gruß
    volker

  • Verstehe ich irgendwas falsch oder gar nicht?
    Der unglückliche Umstand, daß sich die Lieferantenkette in Luft aufgelöst hat, macht zwar die Ermittlung der AHK zu einer kleinen Herausforderung - ändert aber doch nichts daran, daß hier 8 (acht!) Parteien zwei Anlagen mit insgesamt 1,2 oder 2,4 kWp erworben haben. So oder so also eine GbR - oder parke ich gerade auf der Leitung?


    Bei dem Gedanken an diese GbR muss ich allerdings auch schmunzeln. Ich bin überzeugt, dass da der Bändel teurer als der Sack wird.
    Auch die Vorstellung, wie die Gesellschafterversammlung in 10 Jahren aussieht (nach 4 Scheidungen, 3 Todesfällen und 2 Anteilsverkäufen an Personen mit überdurschnittlich vielen "y" und "ü" im Namen) entlockt mir ein kleines Lächeln.
    Vielleicht könnt ihr eine Bildaufzeichnung davon an eine Comedy-Sendung verkaufen....


    "Hinterziehung" bzw. die Sanktionen hierfür sind m.E. (noch) kein Thema. Wir sind noch weit im Bereich der einfachen Fahrlässigkeit. Und hier drohen eigentlich keine wirklcih spürbaren Sanktionen.
    Damit das auch so bleibt, würde ich aber
    - das FA über den Sachverhalt informieren
    - den Fragebogen umgehend retour schicken
    - die monatliche Umsatzsteuer anmelden (Vorsteuer ist - leider - im Moment noch kein Thema. Zumindest nicht die Anmeldung).


    Im Rahmen der Steuererklärung sehe ich die Vorsteuer aus der Anlage als größtes Problem an.
    Ihr habt - so wie ich es herauslese - keine Teilschlussrechnung über die PV mit ausgewiesener UST.
    Das ich "mal eben so" keinen Weg sehe, die Vorsteuer erstatten zu lassen, ist m.E. das größte Problem.
    Damit wären 19% der AHK mal eben im Gulli versenkt. Kein guter Start.
    Wie sieht es mit dem Insolvenzverwalter aus? Der kann eigentlich eine Rechnung ausstellen... wenn er will.. und Zeit findet.


    Über die Schiene wäre ja auch das Problem mit den Anschaffungskosten gelöst.
    Sollte das nicht funktionieren, ist die AfA m.E. das kleinste Problem.
    Einfach mit einem "ortsüblichen Preis" + 20% schätzen; und sich dann in der sog. "orientalischen Phase der Steuerfindung" 10% nach unten Handeln lassen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hallo Volker,


    nochmal bitte für nen Begriffsstutzigen wie mich:


    Ihr habt ne PV-Anlage mit 2,4 kWp in einer GbR aus 8 Parteien. Dann schreibst Du, dass jede Partei 1/8 der Anlage im Kaufvertrag gekauft hat. Ist die Anlage als Sondereigentum ausgewiesen? Was steht dazu in der Teilungserklärung?


    Soweit ich das erkenne habt Ihr einen Verwalter bestellt. Dazu gibt es sicher einen Beschluß der ETG. In diesem müßte auch der Vertretungsumfang des Verwalters stehen.


    Unterstellt, die Anlage ist Gemeinschaftseigentum, dann wird sich der Verwalter wohl auch um die Erledigung der damit verbundenen Pflichten kümmern müssen, um Nachteile für die Gemeinschaft abzuwenden (§ 26 ff WEG).


    Ach ja, Trashman : eine ETG nach WEG ist rechtsfähig (§ 10 Abs. 6 WEG).


    Mir persönlich stellt sich die Frage, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Egal, welchen Weg Ihr geht, es steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.


    Ausnahme: die Teilungserklärung muß bei einem Verkauf der Anlage an einen Eigentümer nicht geändert werden. Dann könnte man die Anlage auf einen Eigentümer übertragen, der dann den anderen Eigentümern eine Pacht zahlt. So wären einige Kühe vom Eis.


    Das WEG ist eine Hölle auf Erden. Wer sich in dessen Fänge begibt hat Spaß bis zum Ende seiner Tage. Ich hab dieses Spiel auch jahrelang gespielt in einer ETG, in der 2 Parteien nicht miteinander konnten und ständig gehändelt haben. Ich wünsche viel Spaß und KAUF DIR EIN HAUS!


    VG
    Marc