Niestetal, wir haben ein Problem ! (oder Billig ..will ich)

  • Moin ...


    Ich komme grad mal dazu das Photon-Heft 09/2010 zu lesen, da begegnet mir schon gleich nach dem Aufschlagen des Heftdeckels ein Editorial der allen ernstes die Qualität und vor allem Preiswürdigkeit der SMA Wechselrichter geradezu aufs "Korn" nimmt.


    Die gute Frau und Autorin des Artikels (deren Namenszug leider nicht ganz leserlich ist) hat offenbar kürzlich ein nach eigenen Worten: "...Gerät der Firma Dasstech sah anders aus, als alle bisher untersuchten Wechselrichter- irgendwie leer" Testgerät aus Korea unter die Lupe genommen und macht allen enstes diesen Umstand, daß dieser Kasten "leer" war einen Aufhänger, daß Geräte namhafter Hersteller wie SMA, Kaco, Fronius wohl zu "voll" sind.


    Wenn ich den Artikel zu überschreiben hätte würde ich es analog in etwa so formulieren:"Aachen , wir haben ein Problem!" (Sitz der Photon) Denn was erwarte ich denn als Anlagenbetreiber ..etwa neue möglichst leere Wechselrichter möglichst günstig produziert mit möglichst den billigsten Bauteilen die der Markt hergibt, oder etwa professionelle und auch langlebige Technik die zudem auch noch über den heimischen Support verfügt ? Wenn man das auf die Autobranche überträgt macht man sich da auch zum Vorkämpfer von Marken wie Ssangyong aus China , die ja auch günstig daherkommen , nur leider schon mal bei Crashtests z.B. nicht ganz so günstig abschnitten ? Also billig produziert und erworben = GUT und teure dt. Markenware wie BMW, Mercedes, Audi = SCHLECHT ? ? ?


    Was ist mit den Berichten unseres neuen Forenmitgiieds aus Australien und seinen Erfahrungen bezüglich Verhalten der MPP-Tracker seiner ursprünglich aus China stammenden Wechselrichter ? Der hatte diese Teile nur einige Wochen im Einsatz bevor katastrophales Tracking ihn zusammen mit seinem Händler dann doch SMA Geräte auftreiben ließ und er seitdem erst die volle Kapazität seiner Module auch tatsächlich nutzen kann. Mir dümpelt, daß man die Qualität eines Wechselrichters nach seinem "Output" nicht nach seinem spezifischen Gewicht bzw. Auftrieb bei Schwimmtest bewerten sollte.


    Wenn man der neuen SMA Tripower Serie einerseits bescheinigt quasi technische Sahnetörtchen zu sein, dann aber in nächsten Atemzug denen "keine Zukunftsfähigkeit" (von wegen der Produktionskosten) bescheinigt, ja dann sollte man auch lieber gleich vielleicht den Vertrieb von Kraftwerkstechnik bei Toom-Baumärkten oder ähnlichen befürworten, denn schließlich ist ja auch ein Solarteur bzw. eine versierte Elektrofachkraft nur ein unnötiger Kostenfaktor.


    Da wir alle ja im Energiebereich unsere Brötchen verdienen sei zudem mal gefragt wie das eigentlich mit der "Preiswürdigkeit" bei den Komponenten bei Großkraftwerken so ausschaut wo es wohl noch viel weniger Marktteilnehmer gibt die sich auch schon mal bei Preisabsprachen haben ertappen lassen. Hat man vielleicht auch Forderungen an die "großen Vier" fortan nicht mehr Siemens oder ABB für Transformatoren und sonstige Kraftwerkstechnik zu verwenden, sondern eben möglichst "leichtgewichtige" Produkte aus Fernost ?


    Tut mir Leid, auch wenn über die Zeit eine gewisse Kostenreduktion infolge auch des EEG sein muß, so kann aus Sicht eines auf Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und wie in meinem Falle auch Reputation, Image und eben "dt. Wertarbeit" bedachten Betreibers nur ein ganz anderes Fazit gezogen werden.


    Und ich darf im Falle des Herstellers SMA (auch "meiner Wechselrichter) auch einmal mit großen Nachdruck betonen, daß dieses Unternehmen auch schon mal als "europäisches Spitzenunternehmen" mehrfach ausgezeichnet wurde: https://jobs.sma.de/arbeitswel…uszeichnungen.asp?m=2&u=5
    Ob solche Meriten sich auch fernöstliche Unternehmen insbesondere auch im Umgang mit ihren Mitarbeitern und deren fairer Entlohnung an die Brust heften können sei mal dahingestellt.


    Nachtrag:
    Wie sehen die werten Kraftwerkskollegen das denn ?

    [color=#800000]56 x Sharp NU-180E1, 2 x SB 5000 TL HC
    Dach:Az. 200 Grad, Elev. 40 Grad (3 Strings)
    + 28 Grad (1 String) Null Schatten ..

  • Hallo,
    das ist ein Typischer Photon-Artikel.
    Der billig-WR hat noch kein gutes MPP-Tracking? Das kommt schon noch....
    "Alles viel zu teuer, schaut so geht es billig"
    Das wird dann gerne von der Atomindustrie zitiert, um die PV schlechtzureden.
    Dass die gute Frau Kreutzmann das mehr aus Interesse tut, die Heftzahlen nach oben zu treiben und um im Gespräch zu bleiben als wirklich Orientierung zu geben ist leicht nachvollziehbar. Die Bild-Zeitung arbeitet ja genauso.
    Grüße
    Eman

    Wir kämpfen für die Einhaltung der Naturgesetze


  • Moin ...


    na jedenfalls hat es die gute Frau auch vermocht meinen Blutdruck in die Höhe zu treiben :mrgreen:


    mfg vom ostfr. Deich

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  • Das juckt SMA genau so viel oder wenig, als ob in China ein Reissack umfällt. Schon vor Jahren, hab ich mir mal erlaubt, so einen SMA WR zerlegen zu lassen, von Leuten, die Steuerungen für Produktionsanlagen bauen und programmieren.
    Die konnten auch die Software auslesen usw. Die haben damals den Hut gezogen und meinten, dass dies kaum besser zu machen ist. Sie haben sogar daran gezweifelt, dass man das je besser und vor allem günstiger machen kann.
    Da kommen da irgendwelche Bauern daher, die bei Conrad einige Teile kaufen und meinen solch ein Unternehmen Paroli bieten zu können?
    Lachhaft! Steuerungen und Regel.- Leistungstechnik kommt fast zu 100% aus D. Und die ist exorbitant teuer, aber nur auf den ersten Blick.
    Bei Industriegütern, die für Investitionsgüter verbaut werden, da ist der nominale Preis fast unwichtig. Nur der effektive Preis zählt.

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010

  • Hallo,


    Also ich persönlich habe den Bericht auch gelesen, aber nicht mehr alles in Erinnerung, jedoch dass es hier nur um billig und schlecht ging-habe ich so nicht empfunden.


    In dem Bericht war etwas über die Materialkosten zu lesen und über Baugruppen.
    Sollte dies so zutreffen, dann hat das weder was mit schlecht und billig zu tun, sondern mit Umdenken !


    Ich für meinen Teil halte die Wechselrichterkosten für die Photovoltaikbranche auch für zu teuer und wenn da was am Preis zu machen sein sollte, ohne das da gleich die Qualität zwangsläufig drunter leiden muss, dann bin ich demgegenüber sehr offen und positiv eingestellt.
    Hier geht es nicht um Billigproduktion China gegen Deutschland.


    Und ich bin überzeugt, dass am Preis lange schon etwas zu machen gewesen wäre und auch gemacht werden muss.


    Viele Grüße
    Max

  • Zitat von PV-Berlin

    Das juckt SMA genau so viel oder wenig, als ob in China ein Reissack umfällt. Schon vor Jahren, hab ich mir mal erlaubt, so einen SMA WR zerlegen zu lassen, von Leuten, die Steuerungen für Produktionsanlagen bauen und programmieren.
    Die konnten auch die Software auslesen usw. Die haben damals den Hut gezogen und meinten, dass dies kaum besser zu machen ist. Sie haben sogar daran gezweifelt, dass man das je besser und vor allem günstiger machen kann.
    Da kommen da irgendwelche Bauern daher, die bei Conrad einige Teile kaufen und meinen solch ein Unternehmen Paroli bieten zu können?
    Lachhaft! Steuerungen und Regel.- Leistungstechnik kommt fast zu 100% aus D. Und die ist exorbitant teuer, aber nur auf den ersten Blick.
    Bei Industriegütern, die für Investitionsgüter verbaut werden, da ist der nominale Preis fast unwichtig. Nur der effektive Preis zählt.


    Moin ...


    da schau her ... Ein besseres tatsächlich unabhängiges Zeugnis kann man doch gar nicht ausgestellt bekommen. :wink:


    Ehrlich gesagt fühle ich mich auch in meiner "Betreiberehre" gekränkt, daß man mal eben reingedrückt bekommt, man habe sich für überteuerte Technik entschieden, obwohl es "Alternativen" gäbe. Nun die sehe ich weder damals 2007 noch heute , wo allerdings auch andere wie Refu(sol) z.B. im Markt "mitmischen" und alleine deshalb schon ein gesunder Wettbewerb auf hohem technischen Niveau besteht. Wenn ich mal den Solarmax 6000 mir anschaue ist der zwar auch "billiger" aber dennoch infolge nur eines MPP Trackers für viele Dächer eben auch nicht geeignet. Und auch solche "Finessen" sollte man sehen wie auch breite Produktpallete für fast jeden Einsatzzweck sowie einfach mal den Umstand sehen, daß auch für SMA sicher mal wieder "ruhigere Zeiten" einkehren werden, wo man vielelicht doch mal die in der heutigen Situation erworbenen Rücklagen ein wenig gebrauchen kann. Abgesehen davon scheint es auch eine ausgesprochen deutsche Neigung zu sein , jemanden den Erfolg zu neiden. Ich halte es da eher wie die Amerikaner und ziehe meinen Hut vor dem Unternehmen, welches es immerhin zum Weltmarktführer gebracht und das "trotz" der angeblich überteuerten Preise.


    Ich muß gestehen , daß mir neulich schon der Hemdkragen eng wurde und nunmehr die Lektüre des Heftes bei mir so was wie ein "Nachbeben" auslöste :wink:


    Gruß nach Berlin ...

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  • Ganz ignorieren sollte man die Dame nicht.
    Sie spricht davon (man muss es glauben), dass viele Schaltungsteile neu entwickelt wurden und der Wechselrichter mit wesentlich weniger Bauteilen auskommt. Weniger Bauteile bedeutet statistisch auch eine wesentlich geringere Ausfallwahrscheinlichkeit. Beim SMA SB 5000 Tl20 und anderen Wechselrichtern der Reihe war ich schon ein wenig erschrocken, wie viel da auf unterschiedlichen Platinen untergebracht ist. Viele Bauteile, Platinenverbindungen und Unterbaugruppen ergeben halt ein höheres Ausfallsrisiko. Durch saubere, fachgerechte Entwicklung verbunden mit hochqualitativen Bauteilen (mit hoher MTBF) kann dies zwar kompensiert werden. Bei einem Gerät, welches täglich Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, ist eigentlich so einfach wie möglich zu bevorzugen (natürlich kann man auch große Temperaturschwankungen in den Griff bekommen)


    Beeindruckend war für mich ein Schaltungsdetail. Der Baustein zur Strommessung (AC) ist bei einem Wechselrichterhersteller aus Deutschland auf einer extra Platine und umgeben von zig SMD IC'S. Bei dem von der Photon getesteten ist der Stromsensor ohne große Zugaben direkt auf der Hauptplatine.


    Früher kamen viele Schaltnetzteile aus Deutschland, USA etc. Heute ist ein Großteil des Marktes in taiwan., chin. Hand.
    Ebenso geschehen bei den unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV).


    Bei den USVs und Schaltnetzteilen gibt es den Unterschied zu den Wechselrichtern, dass sie für eine kürzere Investitionszeit gekauft werden und dann ersetzt werden, da es einen techn. Fortschritt gibt und sie billiger werden. Dies ist bei Wechselrichtern nicht der Fall. Auch biete die Firma SMA auch einen starken Mehrwert bei ihren Wechselrichtern.

  • Hallo,

    Zitat

    Ehrlich gesagt fühle ich mich auch in meiner "Betreiberehre" gekränkt,


    Dazu gibt es keinen Grund.
    Wir konnten uns ja so ein geöffnetes, chinesisches Zündplättchen ansehen.
    War allerdings nicht das im Artikel beschriebene Gerät.


    Wie auch immer, grauenhaft.
    Der Schutzleiter war mit einer 10mm Flachsteckhülse am Gehäuse gesteckt, damit er sich nicht lösen kann wurde Kleber darüber gekleckert, dann verzweigt und mit einem M3 Schräubchen auf eine dünne Hülse geschraubt.


    Dann waren da noch Lastwiderstände, wie es sich gehört mit Keramikröllchen thermisch von der Leiterplatte entkoppelt, leider dann dick mit Heißkleber überzogen.
    Ringkerndrosseln waren da auch noch, schön scharfkantig und extrem locker gewickelt, teilweise 3-4mm Luft zwischen Kern und Draht, lange geht das auch nicht gut.
    Die ganze Elektronik war in einem Blechkasten, mit großen Luftschlitzen oben, da freuen sich die Spinnen, Regentropfen usw. endlich ein warmes Plätzchen.


    Ein paar andere, nicht ganz so krasse Qualitätsmerkmale waren auch noch zu sehen.


    Nein danke, kein Bedarf.
    Lieber etwas mehr bezahlen, bei einem Hersteller der sein Handwerk versteht.


    Die Gewinnspannen werden noch früh genug geringer, weshalb sollte SMA jetzt auf Margen verzichten, wäre gegen jede kaufmännische Vernunft.


    Gruß
    Manfred

  • Also ich habe das Heft natürlich auch schon gelesen, kann aber einige Ansichten hier nicht teilen. SMA baut ohne Zweifel sehr gute Wechselrichter (habe selbst 3 davon), auch der Preis ist derzeit auch nicht überzogen, sondern eher sehr konkurrenzfähig. Photon warnt aber berechtigterweise davor, dass sehr bald viele Konkurrenten auf dem Markt erscheinen werden, die von der Hardware ziemlich durchdacht, aber (glücklicherweise?) softwaremäßig noch ziemlich übel sind. Und das ist die große Gefahr! Wenn die Firmwares der Geräte mal richtig gut werden, werden diese Geräte hier mal richtig (Preis-)Druck machen und dann sollte SMA auch Geräte haben, die kostengünstig zu fertigen sind.


    Sind wir doch mal ehrlich, die meisten Leute die in der letzten Zeit in meiner Umgebung eine PV Anlage errichtet haben (und zwar große Anlagen), schauen in erster Linie darauf, möglichst viel für möglichst wenig Geld zu bekommen. Alle haben wie selbstverständlich China-Platten auf den Dach und derzeit noch dt. Wechselrichter. Das lag aber wohl auch nur daran, dass es keine billigen China-Wechselrichter gab.


    Langfristig darf das kWp PV-Anlage nicht mehr als 1000 Euro kosten, da bleibt fürm WR eben keine 350 Euro wie jetzt übrig. Wenn Asiaten ein was können, dann ist es Hightech für Dumpingpreise herzustellen. Auch Wechselrichter werden davon nicht ewig verschont bleiben. Hoffentlich werden wir durch gute Produkte trotzdem einen hohen Markanteil behalten, bei Autos und Maschinen schaffen wir das ja auch.


    Nicht vergessen: Hochmut kommt vor dem Fall!

    Unser Strommix (4 Personen): ~57% Solarstrom, Rest regenerativer Strom

  • Zitat von rudis

    ....Langfristig darf das kWp PV-Anlage nicht mehr als 1000 Euro kosten, da bleibt fürm WR eben keine 350 Euro wie jetzt übrig.......


    :D na ,jetzt übetreibst aber doch etwas, nicht, bei kräftig steigenden Rohstoff und Energiekosten.
    Bei Netzparität kann man eigentlich im Moment schon mit um die 2000 € leben.
    Jedenfalls solange man sowas nicht nur als Renditeobjekt betrachtet.
    Zu den Erneuerbaren wird es sowieso in naher Zukunft schon aus Kostengründen kaum Alternativen geben.
    Deshalb sind ja die Stromkonzerne schon so aufgeschreckt und Frau Merkel wuselt jetzt eifrig im Dienste alter Pfründe.
    Und wenn von Geräten gesprochen wird mit wenig Bauteilen, naja, da braucht ihr nicht erst nach Asien gehen...
    Manche Hersteller in Deutschland haben auch als Unternehmens-Philosophie den Minimalaufwand .Kosten vermeiden um jeden Preis, nur dass das Gehäuse noch nach etwas aussieht....sonst kauft ihn keiner.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

    Einmal editiert, zuletzt von Boelckmoeller3 ()