Kreuzverbund vs. Einschienensystem

  • Hallo liebe Mituser,


    ich möchte nach langem Ringen eine PV-Anlage mit 20 kWp erbauen. Das Haus steht in Schnee und Windlastzone 2.
    Das Dach ist ein ganz normales Ziegel Dach mit Ergoldsbacher Ziegeln.


    Nun stellt sich mir die Frage, ob die Einschienenmontage oder der Kreuzverbund die bessere Lösung ist.


    Hier im Forum sind viele für den Kreuzverbund, der auf mich sehr robust wirkt, aber der Verkäufer meinte, dass bei der Hinterlüftung dort ungünstige Wirbel entsehen.


    Habt Ihr dazu irgendwelche Erfahrungen gemacht, bzw. gibt es dazu Lesestoff oder eine Beurteilung eines Sachverständigen oder einer Fachzeitschrift?


    Vielen Dank im Voraus


    Gruß


    veilside

  • Dein Verkäufer will nur einlagig anbieten. In der Regel ist die Kreuzlage durch ca. 40mm mehr Abstand zur Dachhaut auch mit besserer Hinterlüftung versehen. Wird eben nur teurer, da etwas mehr Montageaufwand + ungefähr doppelte Schienenlänge. Von Wirbel ist mir bisher noch nichts bekannt, aber ich lasse mich gern belehren.

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Hi veilside,


    der Hauptgrund für eine Kreuzschienenmontage ist und bleiben schwierige Montagebedingungen, bei denen bei einem einlagigen System die vorgeschriebenen Haltepunkte der Module nicht eingehalten werden können oder sonstige Probleme bei der Montage auftreten können (und noch bei Dünnschichtmodulen). Dann bringt diese Art der Montage noch Vorteile bei einem welligen Dach, da durch die zweite Lage die Module zwangsläufig topfeben zum liegen kommen.
    Die bessere Hinterlüftung ist auch unter Experten strittig und es gibt meines Wissens keine wissenschaftliche Untersuchung dazu. Die einen sagen, der Querschnitt ändert sich kaum wegen den zusätzlich installierten Schienen (halte ich für nicht richtig), die anderen meinen, der Kamineffekt leidet (wage ich nicht zu beurteilen). Ich würde, wenn es Dir nur auf die gute Hinterlüftung ankommt, zu langen, stabilen, wenn nötig verstellbaren Haken tendieren. Preislich ist das sowieso sehr viel günstiger. Lieber hier ein paar Euro mehr in die Haken investieren.


    Noch ein Hinweis:
    Manche Installateure reduzieren beim Einsatz eines Kreuzschienensystems die Anzahl der Dachhaken mit der Begründung, das System sei stabiler. Genau das Gegenteil ist aber der Fall, es sollten mehr Haken als bei einem einlagigen System gesetzt werden. Das Gewicht ist wesentlich höher und das muss ins Dach geleitet werden. Um die Belastung pro Haken gleich zu halten, werden eben mehr benötigt.


    Gruß
    Andy

  • Hallo Veliside,


    wie meine Vorschreiber meinten, ist es einfach ein etwas größerer Aufwand, und annähernd die doppelte Schienenmenge.
    Ich komme aus der Praxis,
    und für mich ist ne Kreuzmontage besser,
    weil man mit der 2. Lage einfach die Positionierungen der Klammern am Modul genauer ausrichten kann.
    Falls noch Fragen bestehen,
    können Sie sich gerne auf meiner HP an mich wenden.
    Mfg
    Olaf

  • Hallo!


    Bei der Kreuzschienenmontage triffst du die optimalen Montagepunkte der Module ohne Kompromisse eingehen zu müssen und erreichst dadurch auch die angegebenen Wind- und Schneelasten.
    Den Einfluß der Hinterlüftung würd ich als geringfügig besser einschätzen.


    LG Vollmilch

  • Die Hinterlüftung ist beim Vergleich einlagig oder Kreuzschienen mMn zu vernachlässigen.


    Die Stabilität ist wohl auch eher eine Sache der Befestigungspunkte, die Anzahl und Art der Befestigungspunke ist
    also erst mal ausschlaggebend für die Stabilität des Systems.


    Wir arbeiten ansonsten mit verstellbaren Haken und verwenden Kreuzschienen auf Grund der Optik und des Mehrpreises nur wenn die Module quer verbaut werden müssen, ausser der Kunde besteht, warum auch immer, auf Kreuzschienen.

  • Bei einem "normalen" Hausdach mit 80 cm Sparrenabstand/35 ° Dachneigung ist im Normalfall keine Kreuzmonatge nötig. HIer reicht eine einlagige Montage mit einem ordentlichen Dachhaken aus.
    Ein guter Solateur kann das aber ganz schnell mit einem Bemessungsprogramm berechnen und beide Systeme (einlagig/zweilagig) statisch auswerten, damit man den Unterschied sieht.

  • Hallo,


    Auf einem normalen Dach ist eine Montage mit Kreutzschienen einfach unnötig. Die bessere Hinterlüftung glaube ich nicht, vileicht wird sie sogar schlechter, da kein guter Kaminsffekt zustandekommt.
    Nachteil ist ausserdem, dass die Module mit Kreutzschienen quer aufs Dach kommen. Ich habe viel mehr Ramenteile waagerecht an dennen sich der Schmutz sammelt. An den Längsseiten der Module ist meist der Abstand zwischen Ramen der Zelle kleiner, so dass die Zelle durch die Schmutzansammlungen eher beschattet wird.
    Ausserdem sieht die Anlage niedrieger auf dem Dach besser aus. Fine ich.


    mit sonnigen Gruessen


    Kurt

    160 IBC 120S Megaline, 8 SWR2000 TL in 2000,
    56 IBC 120S Megaline, 1 SB 5000 TL in 2004: Sunny Portal
    156 STP185, 3 SMC 9000 in 2010
    118 IBC Monosol 245 ET, STP 12.000 + STP 17.000 in 2012: Sunny Portal
    7,5 m2 Kollektor 1995

  • ???


    Was hat denn der Kreuzverband mit der Ausrichtung der Module zu tun?
    Es gibt 90° und 0° Dachhaken - einfach mit denen anfangen, die der gewünschten Lage entsprechen. Ich habe auch den Kreuzverband bei senkrechten Modulen.
    Schleierhaft ist mir auch, wie ich mit einem einlagigen Verband und einem Pfannendach genau auf das Befestigungsmaß kommen soll!
    Schließlich hab ich ja durch die Pfanneneinteilung viele Zwangspunkte für die Befestigung auf den Sparren und die dürften wohl selten mit den Befestigungspunkten an den Modulen übereinstimmen, es sei denn man nimmt es damit nicht so genau...
    Ein geeignetes Dach für eine einlagige Konstruktion wäre z.B. KalZip. Dort kann ich stufenlos die Klemmen verschieben und genau den Modulen anpassen.



    Gruß Ingo

    14x220 25° Süd, 72x220 26° SW/17000TL-10; 13x235 35° SW/3000TL-20; 19x235 30° SO/4000TL-20
    Holzvergaser HDG Euro 40kw, 4.000ltr Puffer
    6m² Solarthermie, 2x300ltr. mit Blomberg LW-Pumpe
    100m³ Regenwasserzisterne
    PV-Anlage

  • Hall Ingo,


    [quote='schwani']???


    Was hat denn der Kreuzverband mit der Ausrichtung der Module zu tun?
    Es gibt 90° und 0° Dachhaken
    /quote]
    Ich kenne keine 90 Grad Dachhaken obwohl ich schon 15 jahre Anlagen baue (Schande über mich). Wir verwenden nur Dachhaken zur Befestigung in den Sparren (kein Vertrauen zu den Latten). Der vorgeschriebene Befestigungsbereich für die Modulklemmen passt schon mit dem Lattenabstand, da kommt man schon hin.
    Wen ich jetz auf den Sparren befestige bekomme ich waagerechte Schienen und damit senkrechte Module.


    Anders beim Pfettendach (Eternit oder Trapezblech oder ...). Hier schraube ich Stockschrauben in die Pfetten, bekomme senkrechte Schienen und dann waagerechte Module.


    Bei Dächern mit KalZip oder einer anderen Stehphalzeindeckung benutze ich entsprechende passende zugelassene Klemmen für die Stehphalze und kann die Position der jetzt wieder waagerechten Schienen frei wählen. Die Module kommen wieder senkrecht! Hier kann ich die Position der Modulklemmen genau wählen.


    Wenn ich eine andere Modulrichtung haben will, benötige ich eine Kreuzlage, die ausserdem die Ausrichtung der Anlage vereinfacht.


    mit sonnigen Gruessen


    Kurt

    160 IBC 120S Megaline, 8 SWR2000 TL in 2000,
    56 IBC 120S Megaline, 1 SB 5000 TL in 2004: Sunny Portal
    156 STP185, 3 SMC 9000 in 2010
    118 IBC Monosol 245 ET, STP 12.000 + STP 17.000 in 2012: Sunny Portal
    7,5 m2 Kollektor 1995