Steuerliche Absetzbarkeit Asbestdach / Trapez für PV

  • Hallo,


    ich habe ein bislang nicht mehr wirtschaftlich genutztes Scheuengebäude mit Wellasbestdach. Je Satteldachhälfte ca. 200 qm Dachfläche. Vor Installation der PV auf nur einer Seite des Daches plane ich
    a) sachgerechte Entsorgung des gesamten Asbestdaches
    b) Installation Trapezblech (Gesamtdach)
    c) Installation PV (knapp 30kWp) (50% Dachhälfte)


    1) Wie sollte ich die Auftragsgestalltung / Ausschreibung vornehmen, dass möglichst alle drei Hauptleistungen steuerlich anerkannt werden? Sollte ich dem Solarteur das Gesamtpaket geben und er vergibt Unteraufträge, z.B. an Entsorgungsfirmen?
    2) Muß ich irgendwie nachweisen zwecks steuerlicher Anerkennung, dass der Dachaustausch zwingend erforderlich war? Wenn ja, wie?
    3) Irgendwelche steuerlichen Erfahrungen hier im Forum zum Asbestdach?


    Ich würde planmäßig keine Dacherneuerung vornehmen.


    Dank vorab.
    blabu

  • Hallo,


    ich habe 2009 auch ein Stalldach mit 180 qm vom Asbest befreit und gegen Trapezblech getauscht,zwecks Installation einer PV-Anlage.Nach den Angeboten,die mir von Entsorgungsfirmen vorlagen,habe ich mich selbst entschlossen das Asbest fachgerecht zu entsorgen,da sonst die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage schwer fraglich gewesen wäre und mit Eigenleistung bin ich nur auf den 95 Euro pro Tonne Asbest sitzen geblieben.Das einzigste was ich steuerlich gelten machen konnte war das neue Blech,da die Entsorgung von Asbest vom alten Dach nach meinem Steuerberater nicht zur PV-Anlage gehört.Für die Installation einer PV-Anlage ist der Dachaustausch ja zwingend erforderlich,da auf Asbest (Welleternit) keine PV-Anlagen installiert werden dürfen.

    4 Anlagen mit gesamt 96,4 kwp 482 x Suntech STP 200-18/UD Module
    2 x Fronius IG Plus 150 2 x Fronius IG Plus 120 6 x Fronius IG Plus 70

  • der Fall wurde schon öfters hier durchgekaut
    bitte die Suchfunktion benutzen!
    Dachsanierung , Eternitabbau usw. wird vom Finanzamt gerne als Erhaltungsaufwand für das Gebäude angesehen mit dem Ergebnis daß du für die PV-Anlage weder die MWSt zurückbekommst noch die Kosten ansetzen kannst
    Ich empfehle dir dringend, vor Ausschreibung und Auftragsvergabe einen KOMPETENTEN Steuerberater zu befragen


    Gruß,
    jodl

  • servus,


    stimme jodl zu, frag einen steuerberater, da die frage so ohne weiteres nicht beantwortet werden kann.


    wenn die scheune nämlich weiterhin landwirtschaftliches vermögen ist (davon gehe ich aus), sind sämtliche kosten der dacherneuerung / sanierung als betriebsausgabe in der landwirtschaft anzusetzen. (eine betriebsaufgabe bei landwirtschaft ist äußerst selten, da hier im regelfall eine nicht unerhebliche steuerzahlung entsteht)

  • Sofern Du die Sanierung / Entsorgung offen deklarierst, wird es sehr schwer.
    Es mag Ausgangssituationen geben, in denen eine geschickte Gestaltung eine steuerliche Berücksichtigung ermöglicht.
    Da hilft dann tatsächlich nur der Gang zum Berater. Der ist dafür ausgebildet UND haftet auch dafür.
    Letzteres ist hier aus Mandantensicht entscheidend.


    Sofern Du dabei nicht das Kind mit dem Bade ausschüttest (sprich: "Entsorgung / Sanierung durch Unternehmer ruiniert die Wirtschaftlichkeit des gesamten Vorhabens") ist es sicherlich möglich bei Vergabe an einen Generalunternehmer die steuerlich unwirksamen Auftragsbestandteile maßvoll auf die steuerlich wirksamen Auftragsbestandteile zu verschieben.
    Der Generalunternehmer ist in seiner Kalkulation frei; wir haben es nicht mit einer öffentlichen Ausschreibung zu tun - ergo ist eine sog. Mischkalkulation zulässig (sprich: Die Asbestsanierung kalkuliert der GU mit DB=0,x; bei der PV greift er in die Vollen).
    Je kräftiger und offensichtlicher verschoben wird, desto heftiger wird das FA Dir Wind ins Gesicht blasen.
    Letztlich aber ein zahnloser Tiger. Wenn Du zwei Anbieter hast, die sich ausschließlich in der Gewichtung der Positionspreise unterscheiden, dann ist nun mal nicht verwerflich, sich für den Anbieter mit dem besseren Nachsteuer-Ergebnis zu entscheiden.


    Ich sehe allerdings auch die Gefahr, daß diese Gestaltung "unterm Strich" teurer wird, als wenn Du die Entsorgung mit Muskelkraft finanzierst, und Dir dann eine gute Anlage bei einem guten Solarteur kaufst. Statt bei demjenigen Handwerker, der sich in steuerlichen Dingen am flexibelsten gibt.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hallo,


    wie schon geschrieben,die Asbestsanierung lieber an einem schönen Wochenende selbst in die Hand genommen und sich das neue Blech direkt beim Lieferanten bestellen,als Firmen damit zu beauftragen die damit ja auch Geld verdienen wollen.Bei den aktuellen kwh/Preise wäre die Finanzierung im Eimer.Mein damaliges Angebot für die Sanierung von 180 qm Welleternit lag bei rund 9000 Euro mit Entsorgung

    4 Anlagen mit gesamt 96,4 kwp 482 x Suntech STP 200-18/UD Module
    2 x Fronius IG Plus 150 2 x Fronius IG Plus 120 6 x Fronius IG Plus 70