Eigenverbrauch; Anlagenbesitzer nicht Grundstücksbesitzer

  • Hallo!


    Ich habe vor meine bestehende PV-Anlage auf dem Grundstück meines Vaters zu erweitern, und diesen Teil auf Eigenverbrauch laufen zu lassen.


    Wie kann der Eigenverbrauch mit meinem Vater abgerechnet werden? Bzw ist das überhaut möglich?


    MfG


    Andreas

    elektrogeräte funktionieren mit rauch - kommt der rauch raus, sind sie kaputt

  • Hallo Andreas,
    ich habe das selbe Problem. Vom Hauptzollamt (Hüter des Stromsteuergesetzes) habe ich folgende Antwort auf meine Frage bekommen:
    "...
    grundsätzlich benötigt eine Person (natürlich oder juristisch), die Strom Dritten zur Verfügung stellt (leistet), eine Erlaubnis als Versorger nach § 4 des Stromsteuergesetzes.
    Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind nach § 1 Absatz 4 der Stromsteuer-Durchführungsverordnung beispielsweise Betreiber von Stromerzeugungsanlagen mit einer elektrischen Nennleistung von bis zu zwei Megawatt, die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern (also z.B Strom aus Photovoltaikanlagen) an Versorger bzw. Letztverbraucher leisten. Im Fall des Leistens an Letztverbraucher muss dies zwingend über ein separates Stromnetz oder eine separate Leitung erfolgen (vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 1 des Stromsteuergesetzes)


    Sollten diese Voraussetzungen vorliegen, ist eine Erlaubnis als Versorger nicht erforderlich; die Verpflichtung zur Abgabe von Steueranmeldungen würde ebenso entfallen.
    Aus rechtlichen Gründen kann diese Auskunft nur unverbindlich erteilt werden."


    Im Stromsteuergesetz heisst es dazu:
    "§ 9 Steuerbefreiungen, Steuerermäßigungen
    (1) Von der Steuer ist befreit:
    1. Strom aus erneuerbaren Energieträgern, wenn dieser aus einem ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern gespeisten Netz oder einer entsprechenden Leitung entnommen wird"


    Die Zuleitung vom Wechselrichter zum Hausnetz kommt beim Eigenverbrauch hausseitig des Hausanschlusses/Bezugszählers an. Der von der PV Anlage erzeugte Strom wird also vom Verbraucher direkt aus einer Leitung entnommen, die ausschliesslich mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern gespeist wird.


    Meine Interpretation ist, dass:
    - der Strom der PV Anlage nach Par 9 (1) 1. von der Stromsteuer befreit ist,
    - man nach Par. 1 (4) der Stromsteuer-Durchführungsverordnung nicht als Versorger gilt, wenn man die obigen Bedingungen erfüllt (also Verbrauch innerhalb des selben Hausanschlusses, weniger als 2 MWp). Man muss weder eine Erlaubnis haben noch entsprechende Steueranmeldungen vorlegen.
    - man kann den Strom also an den Endkunden im selben Gebäude einfach weiterverkaufen. Nur die MWSt muss man abführen (und aufpassen, dass man den Preis ganz klar netto oder brutto vereinbart, sonst gibt es mit Privatkunden unter Umständen Ärger).


    Ich kann hier wirklich keinen rechtlichen Rat erteilen, bin selber Laie. Also mit Vorsicht geniessen ;-)


    Dieses Problem wird in Zukunft öfter auftreten. Es wäre daher toll, wenn sich weitere Mitglieder hier äussern könnten (z.B. sonnenstevie!?).


    Gruss
    J

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Hallo


    Hat sich mitlerweile noch jemand mit diesem Thema befasst.


    Mein Steuerberater hat mir leider auch nicht weiterhelfen können.


    MfG


    Andreas

    elektrogeräte funktionieren mit rauch - kommt der rauch raus, sind sie kaputt

  • Zitat von hans_baer

    Hat sich mitlerweile noch jemand mit diesem Thema befasst.


    Hallo,


    es gibt da so ein Internetforum (http://www.photovoltaikforum.com), wo man sich schon des öfteren mit der Fragestellung befasst hat. Dort findet ihr sicherlich was (-> Suchfunktion).


    Mal im Ernst...

    Zitat von hans_baer

    Wie kann der Eigenverbrauch mit meinem Vater abgerechnet werden? Bzw ist das überhaut möglich?


    Du baust die Zähler ganz normal für Eigenverbrauch ein, so wie du es beim selbst bewohnten Haus machen würdest und lässt dir von deinem Vater einen Betrag x für den Strom geben, der in etwa dem Bezugspreis seines Anbieters entsprechen sollte. Aber das hättet ihr auch wirklich selbst herausfinden können... Das wurde nicht erst einmal hier im Forum besprochen.
    Bei eigenem Eigenverbrauch ist es eine Privatentnahme und muss versteuert werden, wenn ihr den Strom verkauft, müsst ihr den Bruttobetrag verlangen und die USt abführen. Auch das wurde schon x-mal hier besprochen. Da ich kein Steuerfachmann bin, solltet ihr hier nochmal die Aussage von einem Experten einholen (findet ihr aber auch im Forum).


    Sonnige Grüße

    Private PV-Anlage (07/2019):
    19,84 kWp | Heckert NeMo2.0 60M 310W | E3/DC S10 E PRO (13 kWh Speicher) | SMA SB3.6
    Bürgersolaranlage (04/2009):
    25,2 kWp | Sharp NT175E1 | SMA SMC8000TL | SMA WebBox | SunnyPortal