Was kostet Solarstrom? Atomlobbiyst will Solardaten aktual..

  • Hallo liebe PV-ler,


    dieser Atomlobbyist lädt uns ein, seine Zahlen zu aktualisieren:
    http://oekoreligion.npage.de/


    Herr Trummler rechnet hier 31,8 cents vor:
    http://oekoreligion.npage.de/g…hp?id=12259443&vnr=759364 (Seite 6). (Alternativ auf Oekoenergie klicken, dann auf pdf Datei Stromerzeugung aus Solarzellen)
    Seine Annahmen dabei 3000 Euro kwP, (nur) 850 kw/h pro Jahr und (nur) 20 Jahre Lebensdauer.
    Also, wichtige (volkswirtschaftliche) Fragen:
    1) Wie hoch liegen die durchschnittlichen Anlagenpreise in Deutschland momentan?
    2) Wie hoch liegt der durschschnittliche Ertrag der Anlagen?
    3) etwas schwieriger: mit welchen Laufzeiten (Degression) ist durchschnittlich zu rechnen?
    Ich will natürlich darauf hinaus, daß wir seit Herbst 2010 schon durchschnittlich unter 20 cents pro kkw/h liegen (z.B. bei Anlagenpreis 2700 Euro, 900 kw/h pro Jahr und 25 Jahren Lebensdauer) könnten...und es nicht viel Optimismus braucht, um sich 15 cents vorstellen zu können (geschätzt: Anlage 2000 Euro, 925 kw/H und über 25 Jahre Anlagenbetriebdauer)


    Auszug aus der Mail von Herrn Horst Trummler (v. 27.8.2010):

    (wobei er hier PVExchange meint, was zwar eine sehr gute Tendenz aufzeigt, aber eben nicht alles).


    @ Mods: wäre der Thread in Energiepolitik besser aufgehoben?

    12,6 kwP seit 2009+17,76+15,66+17,82 (2010),+11,09 (2011)+15,7 (2014), Großhändler, Interessen: Erneuerbarer Energie günstige Photovoltaik und Hanf und das bandbreitenmodell.de

  • Zitat

    Bei einem Preis von weniger als 3c/KWh in Saudi Arabien und 1c/Kwh in Deutschland könnte
    Solarstrom wettbewerbsfähig sein. Der Unterschied beruht darauf das aufgrund der Unstetigkeit der
    Sonneneinstrahlung in Deutschland, Solarstrom in D nur einen minimalen Wert hat.


    Kann es sein, dass er von 2c/kWh für Atomstrom ausgeht und dann wegen der Unstetigkeit das Ganze halbiert?
    Von der Verdrängung von Spitzenlastkraftwerke (Merit Order) hat er noch nichts gehört?


    Deutschland hat keine minimale Sonneneinstrahlung. Sucht man sich den sonnenreichsten Fleck auf der Landkarte kommt man gerade einmal auf den Faktor 2. Es schaut so aus, als würde es für Desertec recht eng werden, wenn man sich die Entwicklung der PV-Anlagen anschaut.


    Durch weniger Sonneneinstrahlung und dem gemäßigtem Klima in Deutschland wird eine PV-Anlage länger halten als in einer Wüste, wo schnell mal Modultemperaturen von 80° Celsius auftreten können.

  • Zitat von benchfrooser

    Es schaut so aus, als würde es für Desertec recht eng werden, wenn man sich die Entwicklung der PV-Anlagen anschaut.


    Durch weniger Sonneneinstrahlung und dem gemäßigtem Klima in Deutschland wird eine PV-Anlage länger halten als in einer Wüste, wo schnell mal Modultemperaturen von 80° Celsius auftreten können.


    Ähm, der Vergleich hinkt etwas: Sicher können in der Wüste schnell mal Modultemperaturen von 80° erreicht werden, aber Desertec arbeitete ja als solarthermisches Kraftwerk (wenn es denn mal überhaupt arbeitet) nicht via Modultechnik.

  • Zitat von benchfrooser


    Deutschland hat keine minimale Sonneneinstrahlung. Sucht man sich den sonnenreichsten Fleck auf der Landkarte kommt man gerade einmal auf den Faktor 2. Es schaut so aus, als würde es für Desertec recht eng werden, wenn man sich die Entwicklung der PV-Anlagen anschaut.


    Durch weniger Sonneneinstrahlung und dem gemäßigtem Klima in Deutschland wird eine PV-Anlage länger halten als in einer Wüste, wo schnell mal Modultemperaturen von 80° Celsius auftreten können.


    Und in der Wüste kann erhebliche Probleme mit Sandstürmen geben.... wohl nicht überall aber doch häufig. Bei dem Projekt Masdar City in soll es zu Problemen mit Sand gekommen sein. Der Sand zerkrazt das Glas...
    (leider kann ich mich an den Link nicht erinnern)


    LG,
    m-e

  • Zitat von moderne-energie

    Und in der Wüste kann erhebliche Probleme mit Sandstürmen geben.... wohl nicht überall aber doch häufig. Bei dem Projekt Masdar City in soll es zu Problemen mit Sand gekommen sein. Der Sand zerkrazt das Glas...
    (leider kann ich mich an den Link nicht erinnern)


    LG,
    m-e


    Das Desertec-Konsortium verweist in ihren FAQ auf die Erfahrungen in Kramer Junction in der kalifornischen Mojave-Wüste, wo man seit 20 Jahren solarthermische Kraftwerke betreibt und Abnutzungserscheinungen nach diesen 20 Jahren noch nicht relevant seien; der durchschnittliche Materialbruch von 0,4%/Jahr wird als Betriebskosten verrechnet.
    http://www.desertec.org/de/konzept/faq/ (der 4.-te Punkt)

  • Zitat von za-ass


    Ähm, der Vergleich hinkt etwas: Sicher können in der Wüste schnell mal Modultemperaturen von 80° erreicht werden, aber Desertec arbeitete ja als solarthermisches Kraftwerk (wenn es denn mal überhaupt arbeitet) nicht via Modultechnik.


    In erster Linie geht es darum, dass er PV-Anlagen in Deutschland nicht für sinnvoll hält und diese an sonnenreicheren Standorte aufgebaut werden sollen. Von solarthermischen Anlagen ist im ganzen PDF nichts zu finden.


    Der Bezug auf Desertec hat nichts mit dem PDF zu tun, sondern war nur eine Anspielung darauf, dass sie doch den Strom aus sonnenreichen Standorten nach Deutschland transportieren sollen, wenn das so effizienter sein soll.

  • Dieser Atomfreund sollte auch folgenden Artikel lesen:
    (Gibt zwar schon einen eigenen Thread dazu ( http://www.photovoltaikforum.c…giepreisluege-t54694.html), aber hier passt es gut dazu :!:


    Zitat

    Strompreis - Die Energiepreislüge


    Zitat

    Ein Teil der Politiker und die Lobbyisten, die hinter ihnen stehen, belügen das Volk systematisch über die Kosten der verschiedenen Energieträger.


    Zitat

    Das entspricht einer Subventionierung des Atomstroms von 3,9 Cent pro Kilowattstunde. Tendenz steigend - schließlich müssen immer mehr alte Kraftwerke teuer stillgelegt werden, schließlich entsteht durch längere Laufzeiten immer mehr strahlender Müll. Siehe da: Der vermeintlich günstige Atomstrom ist gar nicht so billig.


    http://www.ftd.de/politik/deut…epreisluege/50175571.html


    LG,
    m-e

  • Hat er schon, Horst Trummler ist einer der Kommentatoren des Artikels. Ich möchte die Diskussion auf folgendes konzentrieren:


    Annährungsweise realistische Zahlen, was denn nun Solarstrom heute (und morgen) kostet (Stromgestehungskosten), folgende Eckdaten:


    Kosten pro KwPeak einer Anlage... (2000 Euro in Sichtweite - zumindest bei günstiger Dünnschicht, dank auch günstiger Wechselrichterpreise, wie sieht es momentan konkret aus?)
    durchschnittliche Anlagennutzung (also irgendwas zwischen 800 und 1100 kwP in Deutschland zumindest)
    und zu erwartende Lebensdauer der Anlage, 20 oder 25 oder 30 Jahre??? (sehr wichtig für den Strompreis!)


    Mit diesen Grunddaten läßt sich schon mal ein ordentlicher (oder interessant günstiger) kW Preis errechnen.


    Es kommt immer wieder zurück auf eine wichtige Frage: was machen wir, bei Bevölkung/Nachts (verschärft durch Windstille), ergo: Stromspeicher...das kann man aber immer noch nachträglich hinzuaddieren, nach dem Motto: in 2012 kostet der Solarstrom bei gut ausgerichteten langlebigen Dünnschichtanlagen 12 cents plus 2-3 cents für Stromspeicherung oder Bereitstellungskosten durch fossile Treibstoffe...

    12,6 kwP seit 2009+17,76+15,66+17,82 (2010),+11,09 (2011)+15,7 (2014), Großhändler, Interessen: Erneuerbarer Energie günstige Photovoltaik und Hanf und das bandbreitenmodell.de

  • Anlagen komplett kosten aktuell zwischen 2400 - 3000€ im Segment 1-100kW, über 100kW zwischen 1800 und 2200€, auch wenn ich preise unterhalb schon gelesen habe, ist mir so ein Angebot in der Realität noch nicht untergekommen


    grob ergeben sich folgende Preise wenn er es nur für kleine Anlagen bertechnen will, wie in seiner (etwas unwissenschaftlichen) ersten Studie:


    Module: 1700€/kW
    Inverter: 220€/kW
    Gestell: 250€/kW
    BOS bzw sonstige Produkte: 50€/kW
    Installation + Admin wie Steuern usw: 200€/kW
    = 2420€/kW als minimum für einen ENDkundenpreis (Nutzer) bis 30kW sollte das real sein


    Entwicklung bis 2015 (Quellen: SMA, Photon) mit erläuterung in Klammern


    Module: 1000 € (Dünnschichtmodule für das gleiche Anlagensegment, Kristalin bei 1,2 - 1,4)
    Inverter: 100€/kW (schon heute können Koreaner zu diesem Preis anbieten, lt SMA können Sie das bis 2015)
    Gestell: 250€/kW (konstant, Metall wird wohl eher noch teurer werden durch steigende Strompreise, Materialverknappung)
    BOS bzw sonstige Produkte: 40€/kW (geringes Sparpotential durch Massenproduktion, vorwiegend aber durch Kabel bestimmt, Kupferpreise steigen wohl auch in Zukunft)
    Installation + Admin wie Steuern usw: 150€/kW ( Margenverzicht der Installateure können die Preise auch hier drücken)
    = 1540€/kW als minimum für einen ENDkundenpreis (Nutzer) bis 30kW in 2015


    Bis 2015 müssen wir bei 1000€/kW landen bei großen anlagen, dann sind stromgestehungskosten möglich unter 10cent in deutschland


    die mittlere einstrahlung halte ich nicht für verkehrt, über 900 sind doch eher selten oder?


    wir machen das monitoring für 2 schweizer anlagen die jetzt 18 jahre alt sind, die haben noch 78% ihrer erstjahreswerte, die sind aber auch mit uralt Modulen von BP Solar Anfang der 90er gebaut worden, neue module haben ganz andere kennwerte und auch eine höhere Stabilität, ich halte bei neuen anlagen eine jährliche degression (kristallin) von 0,4-0,5% für realistisch.


    Die Anlage wird auch noch nach den 20 Jahre KEV weiterbetrieben und der strom an eine Strombörse verkauft, abgeschrieben erzeugt die Anlage Strom zum Preis von 0,85 cent/kWh hat sich der Betreiber ausgerechnet (faktisch nur wartungskosten und 1 x Wechselrichteraustausch, hier nach 14 jahren erfolgt)


    30-40 Jahre betriebszeit halte ich für realistisch, beweisen kann ich es nicht, so alte anlagen gibt es noch nicht...


    STromspeicherkosten und Regelenergiekosten wurden in 2008 für windkraft ermittelt und lagen bei 0,7cent/kWh erzeugtem windstrom
    PV ist bei weitem nicht so fluktuativ, schnelles an und abregeln ist unnötig, ich schätze die regelenergiekosten auf 0,5-0,6cent/kWh, bei den vorhandenen speichern


    setzt man im hausbereich batterien ein zum speichern kostet das ca. 20-30cent /kWh extra bei aktuellen preisen für OPZV Bleiakkus

  • Da diese Zahlen auch die Vier kennen, wird alles getan, um zu verhindern, dass es 2015 noch eine PV Industrie gibt. Dann können wir auch solche Mondpreise wie in Italien oder Frankreich berappen. *als Endkunde
    Dann bleibt das auf ewig ein "Hobby" und das wollen wir doch? *Die Vier

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010