Sicherheit von Atomkraftwerken ?

  • Habe heute einen Interessanten Beitrag gelesen:


    http://www.faz.net/s/RubCEB371…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Das die Moeglichkeit der Manipulation von Atomkraftwerken besteht, ahnten viele, dass dies aber zum ersten mal anhand eines entschluesselten Trojaners nachgewiesen wurde ist neu!


    Ich hatte schon mal zu der dezentralisierten Stromversorgung geschrieben, dass aus militaerischer Sicht, dies die groesste Sicherheit bietet.


    Es ist aber schon erstaunlich, dass dies wirklich existiert und keine Fiktion ist.
    Nun stelle ich nochmal die Sicherheit (aller) Atomkraftwerke in Frage!
    Es gibt so gut wie kein Rechner, der nicht mit Wechselmedientraeger arbeitet, oder in ein Netzwerk eingebunden ist!


    Aber man kann auch nicht sagen, dass dezentralisierte PV Systeme unverschont bleiben koennten, selbst die altesten und primitivsten WR's schalten ab, wenn der Energieversorger die Netzfrequenzen erhoeht (also wieder Manipulierbar.)


    Was ist dann eine zuverlaessige, gesicherte Energieversorgung?
    Eigentlich nur noch reine Off Grid Loesungen.... :wink:


    Gruesse Ron

    Hybrid Anlage:1,5 kWp Solar Swiss Ag/Astom Ag Solar Panel,WR: 3000 W reiner Si Fraron,2500 W Fraron modi,
    SMA SI2224,Steca PR3030,Phocos MPPT 100/30,Phocos CXN40-1.1 mit CMX 1.2,IVTSC30

  • Höchst interessant - liest sich stellenweise wie ein Wirtschaftskrimi!


    Als Appetizer die letzten Zeilen des verlinkten Artikels:
    "Die von den deutschen Energieversorgern dieser Tage vorgebrachten Beteuerungen, ihre Atomkraftwerke könnten auf keinen Fall durch einen Angriff in der Art von stuxnet manipuliert und mit möglicherweise katastrophalen Folgen konfrontiert werden, erscheinen angesichts der Qualität und Durchschlagskraft dieses Trojaners wie das Pfeifen im Walde. Die Kriterien zur Beurteilung der Sicherheit von Atomanlagen können sich zukünftig jedenfalls nicht mehr nur auf die Dicke von Betonhüllen und Tests der Elektrik beschränken."
    Quelle

  • Zitat von Sonnenmelker

    ...alten Kraftwerke..., da läuft noch alles analog.


    Du musst das ja am allerbesten wissen! :P

  • Hallo...


    Oh Backe! Ich habe mir den Artikel durchgelesen und dabei Gänsehaut bekommen. Was da auf uns zukommen kann...........unvorstellbar!


    Und deshalb erst Recht: "Atommeiler Abschalten" die sicherste Variante gegen so einen Trojaner!


    Mit sonnigen Grüßen Wolfsolar

  • Hallo Wolfgang,


    Zitat

    Was da auf uns zukommen kann

    wieso kann ? Wir sind mitten drin! http://abcnews.go.com/Technolo…ctories/story?id=11713921
    (Nasa soll auch betroffen sein. Nur gut dass alle Atom waffen noch anlag funktionieren, und rein gar nichts mit Programmgesteuerten Abschussmechanismen zu tun haben :shock:


    http://www.google.de/#hl=de&so…rfai=&fp=243300290dd3cf5d


    http://www.datensicherheit.de/…rieanlagen-gemeldet-13101


    Will ja keine Panik schueren, aber sollte einen ganz Stark zu denken geben.
    Noch vor geraumer Zeit sagten alle Sicherheitsexperten, dies sei eine Fiktion! ! !
    :|


    Ron

    Hybrid Anlage:1,5 kWp Solar Swiss Ag/Astom Ag Solar Panel,WR: 3000 W reiner Si Fraron,2500 W Fraron modi,
    SMA SI2224,Steca PR3030,Phocos MPPT 100/30,Phocos CXN40-1.1 mit CMX 1.2,IVTSC30

  • Ich hab mir auch die lang-version durchgelesen


    Ich find's den absoluten Hammer
    ....und den einen Kommetar fand ich richtig krass, der so in die Richtung ging
    "Das Teil ist sowas von perfekt und aufwändig betrieben, dass kann nur ein Staat als letzte Massnahme vor einem Kriegseinsatz entwickelt haben"


  • Die Möglichkeiten, die in diesem Fall "stuxnet" bereits in 2008 entwickelt wurden, wird seit mindestens 5 Jahren intensiv in Fachkreisen diskutiert.
    Das heißt auch, dass jetzt etwas offen in der Presse diskutiert (diese Lücke wurde bereits seit Mai 2010, als LNK-Fehler in Windows öffentlich in Zeitungsartikeln durchgekaut) wird, dessen Tragweite die meisten nicht wirklich sehen oder nachvollziehen können. Wir reden im Kern von "Less than zero day exploits", die seit ca. 18 Monate unbekannt geblieben sind und dennoch in einschlägigen Kreisen kommerziell weiterverkauft wurde. Von dieser Qualität von unentdeckten Sicherheitslücken in den gängigen Betriebssystemen, die über Jahre vorhanden bleiben UND unentdeckt genutzt werden, gibt es ganz sicher mehr als diese hier entdeckten.
    Also es kommt nichts in der Zukunft das unsere Sicherheit gefährdet, sondern es ist allgegenwärtig, seit Jahren da. Die meisten Angriffe zielen aber auf Spionage ab und nicht auf Zerstörung.
    Atomanlagen sind dabei leider nur eine Facette im Gesamtkonzert der Möglichkeiten. Chemie, Biologie und Physik hat in vielen Industrieanlagen einen Nutzen gebracht, aber kann bei fehlerhafter (provozierter) Anwendung noch völlig unerforschte Wechselwirkungen hervorrufen.


    Deshalb stimmt es, dass die ehrlichen Fragen nach der wirklichen Sicherheit und den tasächlichen Risiken viel weiter gespannt werden müssten, als sie in einer politischen Diskussion auftreten. Fakt ist aber auch das ehrliche Antworten in politischen Prozessen oft nicht erwünscht sind und aufs "Verträgliche" gekürzt werden.


    Sonntagabend - philosophisches


    Grüße


  • Moin ....


    tja im "kalten Krieg" tobte auch ein grausames "Gemetzel" tief im verborgenen. Das war keineswegs "Frieden" und auch dort wurde einiges an Dingen getan die knapp unterhalb eines offenen Angriffskriegs waren und wo es durchaus auch Tote gab.
    Die grundsätzliche Problematik ist die , daß man grundsätzlich der Digitaltechnik ein gesundes Mißtrauen gegenüber bringen sollte und vor allen Dingen dann, wenn die eingesetzte Technik aus fremden Ländern kommt und vor allem "closed source" ist. Sogar europ. Sicherheitbehörden wurden schon mit Beschaffungsprojekten ordentlich "geleimt" .. ich erspare mir allerdings Details hierzu.
    Im Falle einer feindlichen Auseinandersetzung ist natürlich ein Angriff auf die Energieversorgung primäres Ziel eines jeden Angreifers, weil damit zum einen Industrieproduktion schlagartig zum erliegen kommt, ferner Kommunikation und Infrastruktur allgemein sowie es auch psychologische Effekte bei der Zivilbevölkerung gibt. Und letztlich ist es egal ob Bomben ein Kraftwerk zerstören oder Stanniolstreifen oder Graphitpulver oder eben Regeltechnik die einen Totalausfall der techn. Anlagen provoziert ohne Möglichkeiten zu einem "Gegensteuern". Bezüglich "Sicherheitslücken" kann auch ich ins philosophische abschweifen und die vielleicht rhetorische Frage stellen ob es sich dabei um "bugs" oder "features" handelt :wink:


    Nachtrag: zur allg. Beruhigung solten wir mal davon ausgehen, daß unsererseits (alle westlichen Staaten) die Problematik schon sehr lange bekannt ist und man getrost davon ausgehen kann, daß sich da wesentlich mehr sehr kompetente Leute mit geeigneten Gegenmaßnahmen beschäftigen als auf iranischer Seite ...


    mfg vom Deich

    [color=#800000]56 x Sharp NU-180E1, 2 x SB 5000 TL HC
    Dach:Az. 200 Grad, Elev. 40 Grad (3 Strings)
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