PV-Anlage in Deutschland, Wohnsitz im Ausland

  • Liebe Forumsteilnehmer,


    ich habe ein paar Fragen zu folgendem Sachverhalt:


    Ich arbeite und lebe schon seit mehreren Jahren in Österreich. Ich spiele nun mit dem Gedanken auf dem Dach meiner Eltern in Nordrhein-Westfalen eine Photovoltaikanlage mit ca. 5 kWp zu errichten. Mein Erstwohnsitz ist Österreich, und ich habe auch keinen Zweitwohnsitz mehr in Deutschland da ich wohl längerfristig in Österreich als Angesteller arbeiten werde und auch dort meine Steuern bezahlen werde.


    - Ist es klug mich in Deutschland als Kleinunternehmer für den Betrieb der Anlage anzumelden?
    - Ist es evtl. klüger dass sich meine Eltern als Kleinunternehmer anmelden (sind beide Rentner) und ich die Anlage über meine Eltern laufen lasse?
    - Falls ich mich auch in Österreich als Unternehmer anmelden kann, bekomme ich trotzdem die Vergütungssätze für eine Solaranlage in Deutschland nach dem EEG?
    - Wie schaut es mit den Steuern aus? Ich nehme an dass ich die Kosten für die Anlage nicht so einfach von den Steuern absetzen kann, denn ich zahle in Deutschland ja keine Steuern. Muss ich den Gewinn der Anlage versteuern und falls ja, wo? Lohnt sich eine Photovoltaikanlage überhaupt wenn ich die Anschaffungskosten nicht absetzen kann?
    - Kann ich ohne einen Wohnsitz in Deutschland einen Kredit bei der KfW für die Errichtung einer Photovoltaikanlage beantragen?


    Vielen Dank im Voraus für Antworten!
    R


  • ...das sind viele Fragen auf einmal und darum hat hier auch wohl noch niemand geantwortet.


    Grundsätzlich gilt für eine natürliche Person mit Wohnsitz in Österreich, welche gewerbliche Einkünfte aus einer in Deutschland belegenen Betriebsstätte bezieht folgendes:


    Die Person ist mit ihren Einkünften aus der deutschen Betriebsstätte beschränkt einkommensteuerpflichtig.
    Österreich stellt die Einkünfte von der Besteuerung frei unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehaltes.


    Die Anmeldung als Kleinunternehmer (§ 19 UStG) ist in der Regel nicht sinnvoll, da dann kein Vorsteuerabzug möglich ist und die Anlage damit um 19% teurer wird.


    Es erscheint mir sinnvoller, die Anlage auf die Eltern laufen zu lassen, da diese Eigentümer des Daches sind und die Eltern die Verluste evtl. gebrauchen können, schließlich werden ja aufgrund des Alterseinkünftegesetzes Renten deutlich höher besteuert als früher.


    Auch die Beantragung eines Kfw-Kredites wird dann ohne weiteres möglich sein.


    Bei der Variante mit der beschränkten Steuerpflicht scheint mir außerdem eine steuerliche Beratung unumgänglich.


    Viele Grüße


    Peter Schemm