Risse in den Zellen ?

  • Hallo liebe Gemeinde,


    mir sind gestern bei der Anlage meines Vaters "Muster" auf den Platten aufgefallen. Beim näheren betrachten sahen die Farbveränderungen für mich aus als könnte es sich um Risse in den Zellen handeln, zumal mir mein Vater sagte es hätte vor zwei Tagen Hagel gegeben. Was meinen die Fachleute unter Euch dazu?
    Es handelt sich bei den Modulen um Siliken SLK606PL 235 Watt ca. 1,5 Jahre alt.
    Was empfehlt Ihr für die weitere Vorgehensweise?


    hier noch Photos:




    sonnige Grüße
    Stefan

  • Moin Stefan,


    es könnte sich bei den "Mustern" auf den Zellen wirklich um Microrisse durch den Hagelschauer handeln. Die Auswirkungen können von kaum bemerkbar bishin zu deutlichen Leistungseinbußen sein. Ob nun inaktive Bereich in der Zelle vorhanden sind, lässt sich nur durch eine Elektroluminiszenzprüfung feststellen. Es hängt davon ab, ob die "Bruckstücke" noch Kontakt zu den Busbars haben und der erzeugte Strom noch nutzbar ist.
    Ich kann mir vorstellen, dass das Ergbebnis der Elektroluminiszenzprüfung ähnlich wie in folgendem Beispiel aussieht.

  • Danke eggis für die schnelle Antwort.


    An wen wendet man sich denn bei einer Elektroluminiszenzprüfung und was kostet so etwas?
    Wäre das ein Fall für die Produktgarantie des Herstellers Siliken oder eher für die Versicherung?
    Auch wenn im Moment noch kein Leistungsverlust meßbar ist, wäre doch zu befürchten dass die Module im Laufe der Zeit eher zunehmend unter den Rissen - wenn es denn welche sind- leiden, und ein "schleichender" Leistungsverlust stattfindet. Der Hagel war auf jeden Fall nicht so groß dass er Schäden an Haus, Pflanzen, oder Gläsern verursacht hätte.


    Gruß Stefan

    32 x Kyocera KD 180GH-2PU / 1 Solarmax 6000 S / 120 Grad 30 Neigung

  • Zitat von Lakl

    Danke eggis für die schnelle Antwort.


    An wen wendet man sich denn bei einer Elektroluminiszenzprüfung und was kostet so etwas?


    Das macht das Photon labor in Aachen und kostet 100€ je Modul (ohne Versand). Dank des Forumtreffens weiß ich das ganz genau. :D An Stelle deines Vater würde ich erstmal nur das am schlimmsten betroffene Modul testen lassen.


    Zitat

    Wäre das ein Fall für die Produktgarantie des Herstellers Siliken oder eher für die Versicherung?


    Hier müsste meiner Meingung nach die Allgefahrenversicherung greifen. Es könnte aber auch sein, dass der Solarteur hier bei der Installation Fehler gemacht hat (z.B. Modulrahmen auf Spannung montiert). Dann muss sich ein Gutachter mit der Sache befassen.


    Zitat

    Auch wenn im Moment noch kein Leistungsverlust meßbar ist, wäre doch zu befürchten dass die Module im Laufe der Zeit eher zunehmend unter den Rissen - wenn es denn welche sind- leiden, und ein "schleichender" Leistungsverlust stattfindet. Der Hagel war auf jeden Fall nicht so groß dass er Schäden an Haus, Pflanzen, oder Gläsern verursacht hätte.


    Dass es sich um Risse handeln könnte, sind nur Vermutungen meinerseits aufgrund der Schliderung, dass diese "Stellen" vorher nicht zu sehen waren und diese erst nach dem Hagelschauer auftraten. Leichte Hagelschauer sollten die Module oder zumindest das Glas aushalten, da sie hier einem Belastungstest unterzogen werden. PV-Zellen sind aber auch sehr spröde. Wenn sie nun vorgeschädigt sind, könnte nach meinem Dafürhalten sich der Schaden bei jeder weiteren Belastung vergößern.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


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  • Tausend Dank für die Infos


    Stefan

    32 x Kyocera KD 180GH-2PU / 1 Solarmax 6000 S / 120 Grad 30 Neigung

  • Hallo Lakl,


    lies dir mal folgenden Thread ganz durch:


    Hagelbeschusstest 36km südlich von München


    Das ist auch heuer passiert und hier war die Gefahr von Mikrorissen durch Hagel wohl eindeutig gegeben - die Fragen dort sind aber bis heute noch nicht von Fachleuten befriedigend beantwortet worden.


    Ich selbst kann zu deinen Bildern nichts sagen, aber ich kann mir echt nicht vorstellen, dass normale Module von Hagel <=2-3cm Größe beschädigt werden können! Das müsste dann ja ständig der Fall sein, denn solche Hagelschauer kommen doch praktisch flächendeckend in Deutschland spätestens alle paar Jahre mal vor, im Süden sogar praktisch jedes Jahr und in einschlägig bekannten Gewitterstrichen am Alpenrand, der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald oft sogar mehrmals pro Jahr - trotzdem passiert nur selten was und obiges Beispiel ist ja ein extremes Einzelereignis.


    Es gab zwar vorgestern tatsächlich starken Hagel rund um München und dann weiter Richtung Landshut, doch mir ist nicht bekannt, dass es dabei außergewöhnlich große Hagelsteine gegeben hat. Vielmehr waren es sehr viele "normal" große Körner. Ausschließen kann man es natürlich nicht, aber wenn du schon sagst, es hätte keine sonstigen Schäden gegeben...? Bei Hagelkörnern > 3cm ist das praktisch nicht möglich, außer es waren nur ganz, ganz Vereinzelte. Und kleinere Körner sollten bei intakten Modulen nun wirklich spur- und schadlos abprallen.


    Sollte das bei dir sich aber wirklich als Hagelschaden herausstellen, wäre ich (und wohl auch andere) dir sehr dankbar, wenn du später hier berichten würdest, wie die Gutachter und Versicherer die langfristigen Spätschäden durch die potenziellen Mikrorisse zu bewerten gedenken (siehe den anderen thread).


    Viel Glück!

    Gruß,
    amoss


    Ich bin ein Pessimist. Also ein Optimist mit großer Erfahrung. Denn ich weiß: Manchmal sind nur bei mir Wolken. Doch meistens scheint die Sonne bei den anderen.


    11 kwp * DN 28° * Ausrichtung 201° * Verschattungsverlust ca. 8% * Freising

  • Risse selbst kann ich mit bloßem Auge auch nicht erkennen, aber irgendwo müssen diese Farbveränderungen ja herkommen. Die Farbveränderungen sehen meines Erachtens vom Verlauf schon ein wenig so aus als könnte es sich um Risse handeln, denn Veränderungen oder Schattierungen in der Siliziumschicht verlaufen vielleicht nicht unbedingt so geradlinig. Mir sind diese Muster auch vorher noch nie aufgefallen.


    Ich hab mir vor einiger Zeit mal selbst fürs Camping kleine Module gebastelt, daher weiß ich wie anfällig die Wafer auf mechanische Belastung sind. Alleine durch die Temperatur beim Löten hat es immer wieder geknackt, ohne dass die Zellen dabei zerbrochen wären, aber Risse sind sicher entstanden, und bestimmt ein Drittel der Zellen sind in der Handhabung ganz zu Bruch gegangen.


    Nun mal sehen wie wir weiter vorgehen, soll auch mal der Solateur einen Blick darauf werfen, aber ein paar Meinungen hier aus dem Forum sind mir da doch lieber, da Ihr glab ich unvoreingenommener seid.



    Dank im Voraus


    Stefan

    32 x Kyocera KD 180GH-2PU / 1 Solarmax 6000 S / 120 Grad 30 Neigung