Welche Bedingungen um Kreditzinsen von Einnahmen abzuziehen?

  • Ich baue gerade ein Einfamilienhaus, welches erst zu etwa zwei Dritteln fertig ist. Ende dieses Monats werde ich eine PV-Anlage auf dem Dach dieses Hauses in Betrieb nehmen http://www.photovoltaikforum.c…-oder-hyundai-t53344.html. Für das Bauvorhaben nehme ich zwei Kredite auf: Einen grundschuldbesicherten Bankkredit zu 4.5% Effektivzins - der Kreditvertrag wurde im Sommer 2008 abgeschlossen, da war der Zins etwas höher - und einen vor knapp 3 Monaten abgeschlossenen KfW55 Kredit für besonders energieeffiziente Hausneubauten zu 2.89%. Als Bestandteil des Bauvorhabens wurde der Hausbank von Anfang an eine PV-Anlage genannt. Beide Kredite sind bislang nur zu einem Teil abgerufen. Einen weiteren Kredit benötige ich nicht.


    Die erste Teilrechnung für die PV-Anlage ist gerade gekommen. Wie muss ich vorgehen, damit ich bei der Einnahmen/Ausgabenrechnung der PV-Anlage beim Finanzamt die Zinskosten von den Einnahmen abziehen kann? Von welchem der beiden Kredite lasse ich die Bank den Rechnungsbetrag an den Solarteur überweisen und wie muss das gegenüber dem Finanzamt dokumentiert werden?


    Viele Grüße,
    Knox-1

  • Zu welchem Zinssatz Du die Anlage finanzierst ist deine Sache (sofern noch nach allen Kosten ein Gewinn erwirtschaftet wird).
    Daher würde ich die PV mit dem hohen Zins finanzieren, denn die Zinsen kannst Du ja absetzen.
    Bei dem KfW-55-Kredit stellt sich mir auch die Frage ob dieser nicht zweckgebunden ist (sonst gäbe es ja keine Spezialkonditionen hierfür), aber das ist nur ins blaue geraten und die Überlegung ist eigentlich auch überflüssig.

  • Danke, Trashman, für deine Einschätzung.
    Vielleicht kann sich auch noch jemand zu den anderen mit dieser Situation verbundenen Problemfeldern äußern. Verlangt das Finanzamt eine genaue Zuordnungsfähigkeit der Tilgungszahlungen zur PV-Anlage? Anders gefragt, sollte der Kreditvertrag zweckgebunden für die PV-Anlage sein oder sollte der Kredit ausschließlich für die PV-Anlage verwendet werden? Dann müßte ich einen weiteren Kredit aufnehmen, den ich nicht brauche und der wegen der schlechteren Besicherung teurer wäre.


    Falls ich die Kreditsumme von einem der beiden bestehenden Kreditverträge nehmen kann, wie ordne ich gegenüber dem Finanzamt die Tilgungszahlungen dem Teilkredit, den ich für die PV-Anlage verwendet habe, zu? Ich sehe die Gefahr, dass das FA anfänglich alle Tilgungen auf die PV-Anlage bezieht und dieser Teilkredit daher sehr schnell getilgt ist und ich so bald keine Kreditzinsen mehr von den Einnahmen für gelieferten Strom abziehen kann. Kann das Finanzamt sogar verlangen, dass ich die PV-Anlage aus meinem Eigenkapital finanziere und dafür die Kreditsumme für das übrige Haus erhöhe?


    Viele Grüße,
    Knox-1

  • Hallo Knox-1,


    also ich rate Dir dazu, die PV Zahlungen einem eigenen Kredit zuzuordnen. Sprech mit Deiner Bank. Das FA kommt sonst betsimmt, und sagt nichtabzugsfähige Zinsen, da privat!!
    Warte nicht!! bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Auch wenn es DIch ein paar Euro Gebühren bei der Bank kostet (die sind ja dann abzugsfähig, da explizit PV Kreditvertrag draufsteht :D ).


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F

  • Frag' doch einfach das Finanzamt-und wenn Sie am Telefon ja sagen lass Dir das noch einmal schriftlich geben.
    Aber normalerweise sollte eine prozentuale Aufteilung doch möglich sein-bei Telefonanschluss geht es z.B. auch...

  • Vorsicht mit Auskünften des Finanzamts. In aller Regel nicht bindend. Selbst verbindliche Auskünfte (gebührenpflichtig!!) sind Schall und Rauch, wenn der realisierte Sachverhalt um Sackhaaresbreite vom beauskunfteten Sachverhalt abweicht.
    Ob ich nun der Finanzverwaltung 50,- Euro pro halbe Stunde oder dem Berater 60,- Euro gebe, macht den Kohl auch nicht fett. Dafür dann aber die Berufshaftpflicht des Beraters.


    Ich wäre hier auch recht locker rangegangen; ein Blick in die BFH-Rechtsprechung hat mich davon überzeugt, daß dieses Thema wohl doch sehr komplex ist.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich würde hier aus der Hüfte einfach die Voraussetzungen anlegen, die auch immer dann angelegt werden, wenn jemand z.B. ein Zweifamilienhaus baut und eine Wohnung selbst nutzt und die andere vermietet. Will man hier einen Kredit der vermieteten Wohnung zuordnen, so stellt einem die Verwaltung gewisse Hürden in den Weg. Grundsätzlich ist eine entsprechende Aufteilung/Zuordnung allerdings möglich.


    Auf mündliche Auskünfte des Finanzamts würde ich nichts geben, sie sind für dich als Steuerpflichtigen wertlos. Verbindliche Auskünfte werden gern mit Hinweis auf Formvorschriften abgelehnt. Bei dieser Sachverhaltsdarstellung kann es nur den Rat geben, unbedingt einen Steuerberater aufzusuchen!

    22 x Sovello SV-X 205 + Aurora PVI 5000