Finanzierung nur als Ehegatten

  • Hallo Experten,


    wir stehen vor dem Problem, dass die Bank nur dann eine Finanzierung anbietet, wenn diese auf meine
    Frau und mich läuft. Eigentlich sollte alles auf mich laufen, um eine GbR zu vermeiden.


    Aus den Beiträgen konnte ich mir jedoch nicht eindeutig die Frage beantworten, ob ich die dann gemeinsamen
    Zinsen alleine geltend machen kann oder das Ganze zwangsläufig zu Folge hätte, dass wir eine GbR gründen müssten.


    Wenn wir denn eine GbR gründen, muss dann alles (Rechnung für Anlage, Vers., Konto) auf unser beider Namen laufen
    oder gar die Firmierung enthalten? Wir möchten schließlich nichts falsch machen.


    Irgendwie stellt uns das Ganze doch vor eine ganz gewaltige Hürde. Wäre nett, wenn Ihr uns weiterhelfen könntet.


    Danke + Grüße


    Stefan

  • Versuch doch mal die Gründe in Erfahrung zu bringen, warum die Bank diese Konstellation wünscht.
    Klar.. Haftungsgründe. Aber was genau will die Bank erreichen, was nicht auch durch eine Garantenstellung Deiner Frau zu bewerkstelligen wäre?


    Ggf. auch mal mit anderen Banken sprechen.


    Die GbR würde ich auch auf jeden Fall vermeiden wollen.
    Aber wenn's denn nicht anders geht... klar.. ist alles eine Nummer komplizierter, aber durchaus lösbar.
    - GbR-Vertrag; und zwar einen guten. Nix "download for free". Gerade unter Ehegatten sind Themen wie Tod und Scheidung auf 20 Jahre eher konkrete Risiken
    - Schon bei der Beauftragung als "Eheleute ........ GbR" auftreten; nur dann ist der Vorsteuerabzug gesichert
    - Auch allen anderen Vertragspartnern gegenüber (z.B. VNB) als GbR auftreten


    Die spätere GuE-Erklärung sieht nur wild aus.
    Vielleicht verzichtet das FA auch darauf oder Du füllst alles soweit aus wie es problemlos geht - und machst den Rest an Amtsstelle zur Niederschrift.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke für die Info. Mein Berater prüft nun, ob der Darlehensvertrag ausschließlich auf mich laufen kann, dann allerdings
    nur unter Berücksichtigung meiner Bonität. Für mich ist das auch nicht ganz nachvollziehbar. Bei der Bank handelt es sich um
    die einzige, die ein Darlehen ohne Grundschuldsicherung vergibt (was aber wg. unserer Neubaufinanzierung nicht mgl. ist). Das
    ist in der Region Augsburg tatsächlich ein großes Problem.


    Sollte also der Vertrag doch auf uns beide laufen müssen, bleibt uns nichts anderes übrig als eine GbR.


    Hierzu noch zwei Fragen: Muss der Vertrag (sinvollerweise) geschlossen werden, bevor wir den Kreditantrag stellen und den Auftrag rteilen?
    Oder können wir uns damit in Ruhe auseinandersetzen bis das die Anlage installiert wird?
    Wer kann uns beim Vertrag helfen? Steuerberater, Notar oder Anwalt?


    Es ist vielleicht noch zu erwähnen, dass es sich um eine Kleinanlage (5,52 kwp) handelt und wir in der Zugewinngemeinschaft leben.
    Natürlich möchten wir alle sinnvollen Regelungen treffen. Dennoch sollte der Nutzen noch den Aufwand (z.B. Kosten für GbR-Vertrag)
    rechtfertigen.


    Vielen Dank vorab für Eure Mühe,


    Grüße


    Stefan

  • Stimmt zwar alles was im Vorfeld zu Eheleuten, Tod und Scheidung gesagt wurde, aber wg. 5,x kWp würde ich (ja ich! ...alle anderen können das selbstverständlich anders sehen :) ) die Kirche im Dorf lassen und die GbR ohne einen speziellen Vertrag 'gründen'.
    Wenn ihr bei der Auftragsvergabe, beim Kreditantrag, bei der steuerlichen Erfasssung als Eheleute auftretet, seid ihr quasi durch schlüssiges Handeln (oder wie sich das nennt) automatisch eine GbR, ohne dass hierfür ein spezieller Vertrag erforderlich wäre.

  • Der Vertrag hat ein paar Tage oder Wochen Zeit.
    Mehr aber auch nicht. Erfahrungsgemäß wird er sonst nicht mehr geschlossen (weil... "hey.. die Anlage läuft mit Sonne.. nicht mit nem Vertrag"). In der Krisenzeit fehlt er dann.


    Bei 5,x kWp muss man tatsächlich aufpassen, dass man das Kind nicht mit dem Bade ausschüttet.
    Ich glaube unser Forumsmitglieder Sonnenstevie oder Schemmp könnten weiterhelfen.
    Bitte mal ansprechen.


    Anwälte die sich auf dem Gebiet des Gesellschaftsrechts gut auskennen, wären zwar fachlich die richtigen - würden aber eine PV mit ihrem Honorar wirtschaftlich garantiert ruinieren.

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  • Hallo,


    ich denke, hier sollte ein Anruf beim zuständigen Finanzamt getätigt werden. Bei meiner Nachbarin war die selbe Konstellation, der Sohn musste wegen Bonitätsgründen mit in den Darlehensvertrag.
    Die nette Dame vom zuständigen Finanzamt hat damit keine Probleme ( Absetzbarkeit der Darlehenszinsen ) solange die ganzen Rechnungen der PV Anlage auf den Betreiber laufen und deshalb zu Zuordnung des PV Darlehens gewährleistet ist.



    Gruß Dirk

    28 Stk. Conergy SC 170 MA
    9 Stk. Heckert HS-PXL 210
    12 Stk Suntech STP 200
    12 Stk. Kyocera KD 210
    9 Stk. Suntech STP 270-24/vd

  • Vorgenannter Rat ist ebenso gut wie gefährlich.


    Wenn die Dame nicht nur nett ist, sondern auch noch intelligent und wirtschaftlich handelt, erlässt Sie Dir auch noch die Feststellungserklärung.
    Das Problem ist auch nicht die nette Dame, sondern der böse Onkel, der vielleicht im nächsten Jahr an deren Schreibtisch sitzt. Oder wenn ein junger, aufstrebender Volljurist die Position des Amtsleiters oder SGL übernimmt.


    EStH 4.7 sei als Stichwort genannt. Da eröffnen sich sicherlich Wege - aber auch Fallen.

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