Berichtigung des Vorsteuerabzugs gem. § 15a UStG

  • Eine Frage, die mich im Zusammenhang mit einer Schenkung einer Photovaltaikanlage an minderjährige Kinder beschäftigt:


    Falls die Anlage vor Ablauf von 5 Jahren seit ihrer Errichtung an ein minderjähriges Kind verschenkt wird, ist dann der Anwendungsbereich des § 15a UStG hinsichtlich der Berichtigung und anteiligen Rückzahlung der geltend gemachten Vorsteuern für die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Anlage eröffnet?


    Oder ist ein solcher Vorgang nicht als eine Änderung der für den ursprünglichen Vorsteuerabzug maßgebenden Verhältnisse zu betrachten?


    Falls § 15a UStG Anwendung findet, würde es bedeuten, dass eine umsatzsteuerliche Sperrwirkung von 5 Jahren einer solchen Schenkung zunächst entgegen steht.


    Wer kann von Euch zur Aufklärung beitragen? :?:


    Gruß
    CrackR13

  • Nein.
    § 15a Abs. 8 gibt Dir die Antwort.


    (Ich überlege gerade, ob man einen Ausnahmefall konstruiert bekommt. Du müsstest die Anlage so verticken, daß der Vorgang steuerfrei wird - aber aus Gründen die im Bereich von § 4 Nr. 9 ff liegen; also zur Versagung des Vorsteuerabzugs führen würden. Da will mir aber nichts einfallen. Die Regelungen von § 4 Nrn. 1-8 helfen nicht weiter - bei denen ist der Vorsteuerabzug ja ausdrücklich gegeben.)


    Im Zusammenhang mit Indachanlagen könnten sich vielleicht gemeine Fragestellungen ergeben.
    Führt jetzt aber wohl zu weit.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von kpr

    Nein.
    § 15a Abs. 8 gibt Dir die Antwort.


    (Ich überlege gerade, ob man einen Ausnahmefall konstruiert bekommt. Du müsstest die Anlage so verticken, daß der Vorgang steuerfrei wird - aber aus Gründen die im Bereich von § 4 Nr. 9 ff liegen; also zur Versagung des Vorsteuerabzugs führen würden. Da will mir aber nichts einfallen. Die Regelungen von § 4 Nrn. 1-8 helfen nicht weiter - bei denen ist der Vorsteuerabzug ja ausdrücklich gegeben.)


    Im Zusammenhang mit Indachanlagen könnten sich vielleicht gemeine Fragestellungen ergeben.
    Führt jetzt aber wohl zu weit.



    Sorry kpr,


    nur zu ungern möchte ich jemandem reinreden, der viele interessante, fachkompetente und auch sehr aufheiternde Beiträge hier geschrieben hat, aber ich bin der Meinung, dass § 15 a Abs. 8 hier überhaupt nicht passt und daher keine Anwendung finden kann. (Es handelt sich weder um eine Veräußerung noch um eine Lieferung)


    User crackr13 möchte die Anlage seinem Kind schenken, damit tritt der Rechtsnachfolger (Kind) in seine Fußstapfen mit allen Rechten und Pflichten. Daher kann eine Vorsteuerkorrektur nach § 15a UStG hierdurch nicht ausgelöst werden.


    Nur wenn der Rechtsnachfolger sich dazu entschließen würde die PV-Anlage innerhalb des maßgeblichen 5 Jahreszeitraumes (beginnend mit der Anschaffung durch crackr13) für umsatzsteuerfreie Zwecke zu verwenden, kann es zu einer Vorsteuerkorrektur kommen.


    Viele Grüße


    P. Schemm
    http://www.steuerberater.de/photovoltaik

  • Kein Problem. Wo Du Recht hast - hast Du Recht. Wenigstens im Ergebnis sind wir einig.

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