Monatiliche Ust-Voranmeldung

  • Hallo!


    gehören Ausgaben wie:
    - Bürobedarf
    - Darlehenszinsen und Abschlusskosten
    - Telefon, Fax und Internet
    - PC , Monitor, Zubehör zur Datenübertragung
    - PV Versicherung
    - Zählermiete etc.
    … in die monatliche Ust-Voranmeldung mit rein? Wenn nicht, was genau außer der Abschlagszahlungen des Netzbetreibers (bis jetzt immer noch nichts bekommen) :( ) muss/kann ich da angeben?


    Wo kann ich dann die oben genannten Ausgaben dann geltend machen? In der Einkommensteuererklärung etwa?
    Grüße,
    Adrian

    * Anlage1: Azimut 83° DN53°
    * 48 Evergreen ES-A 210fa3 (10,1 KWp) / 2 SMA SB5000TL-20 / PVGiS4-10% 821KWh/KWp
    * Anlage2: Azimut -9° DN9°
    * 24 Schott Poly 230 (5,5 KWp) / 1 SMA SB5000TL-20 / PVGiS4-10% 988KWh/KWp
    * Meine Anlage

  • Hallo bati,


    würde geringwertige Positionen erst mit der Jahresumsatzsteuererklärung geltend machen. Bleibt ja eigentlich nur Zählermiete, Bürobedarf)für was eigentlich :D ), anteilig Telefon übrig.
    Versicherungskosten sind ja ohne Imst - also nur bei EÜR relevant. Darlehenszinsen - hängt davon ab, ob DU darauf Umst bezahlst. Sonst eben auch nur in EÜR.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Inmotion V10F; Nikola Gotway 84V

  • Ein Blick ins Gesetz erspart viel Geschw... nee.. quatsch.. erleichtert die Rechtsfindung:


    §15 Abs. 1 Nr. 1 UStG:
    (Der Unternehmer kann die folgenden Vorsteuerbeträge abziehen:)
    ... die gesetzlich geschuldete Steuer für (...) Leistungen die von einem anderen Unternehmer für sein Unternehmen ausgeführt worden sind.


    ==> Hier gibt es keinerlei Einschränkungen. Wann immer Du irgendeine Lieferung oder sonstige Leistung von einem anderen Unternehmer für Dein Unternehmen beziehst, ist die in der Rechnung ausgewiesene Vorsteuer abzugsfähig.
    Du benötigtst eine Rechnung die den Formerfordernissen des §14 UStG entspricht; der leistende Unternehmer ist jedoch über die gleiche Norm zur Ausstellung einer solchen verpflichtet.



    Weiterhin:
    §16 Abs. 2 UStG
    Von den nach ABs. 1 berechneten Steuern SIND (!!) die in den Besteuerungszeitraum fallenden, nach §15 abziehbaren Vorsteuerbeträge abzusetzen.



    Somit ist die Theorie klar.
    Dem Rat, das erst in der Jahreserklärung abzufackeln kann ich nicht folgen.
    Warum sollte man etwas falsch machen, wenn es gar keinen Vorteil (sondern eher Nachteil) gegenüber "richtig" hat?
    Warum sollte man dem Fiskus einen zinslosen Kredit geben? (Prinzipsache; egal welcher Betrag)
    Und last not least: Wenn die Jahresverprobung auf Null aufgeht, gibts auch garantiert keine Rückfragen.



    Zurück zur Fragestellung:
    Die genannten Kosten gehören NIE in die Voranmeldung (und auch nicht in die Jahreserklärung).
    Es wird nur die in den Kosten (Bruttobetrag!!) enthaltene Vorsteuer angegeben.


    Zu Deinen Beispielen:
    Ich kann Dir garantieren, daß die Versicherung der PV keine Umsatzsteuer enthält; da Versicherungsleistungen gem. § 4 Nr. 10 USt umsatzsteuerfrei sind. Selbst wenn (versehentlich / fälschlich) UST auf Deiner Abrechnung ausgewiesen wäre (was ich stark bezweifle), wäre sie nicht abzugsfähig, weil nicht gesetzlich geschuldet.


    Darlehenszinsen..... hier KANN (!!) Umsatzsteuer enthalten sein. Die Banken haben gegenüber Unternehmern die Möglichkeit auf die Steuerbefreiung für Zinsen (§ 4 Nr. 8 UStG) zu verzichten bzw. zur Besteuerung zu optieren (§ 9 Abs. 1 UStG)



    "wo kannst Du (... ) geltend machen"


    Nunja... umsatzsteuerlich sollte ausführlich genug erklärt sein.
    Ertragsteuerlich:
    In der Einnahmen-Überschussrechnung tauchen die zur Rede stehenden Vorsteuerbeträge zweimal auf:


    a) "an andere Unternehmer gezahlte Vorsteuern" = Ausgabe = gewinnmindern
    b) sie mindern die Umsatzsteuervorauszahlung ans FA oder erhöhen die Erstattung; können also
    aa) in der Position "Vom FA erhalten USt-Zahlungen" = Einnahmen = gewinnerhöhend; oder
    bb) in der Position "An das FA gezahlte USt-Vorauszahlungen" = (geminderte) Ausgabe = gewinnerhöhend
    auftauchen.
    In jedem Fall neutralisieren sich die beiden Positionen ertragsteuerlich.


    "kann geltend machen" erweckt sprachlich den Eindruck einer Gestaltung oder eines Wahlrechts.
    "Sind anzugeben" würde es wohl besser treffen.
    Der ertrasteuerliche Effekt ist gleich Null; allenfalls kommt es zu einer Periodenverschiebung.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hallo und danke euch beiden!


    Martin
    Bei Bürobedarf kommt schon bisschen was zusammen. Die Druckerpatronen/Papier, Klarsichtfolien, neue(r) Ordner habe ich jetzt schon, und das Jahr ist noch nicht rum.
    Du schreibst "anteilig Telefon". Welcher Prozentsatz von einer Flatrate (Telefon/Internet) ist angemessen den man absetzen kann, bzw. ab wann wird man unverschämt :lol:


    kpr
    Es wird nicht der komplette Betrag, sondern nur die im Betrag erhaltene Umsatz bzw. MwSt. angegeben, richtig?!
    Die oben genannten Ausgaben (Monitor, Bürobedarf, Telefon etc.) werden nur einmal jährlich in der EÜR angegeben, richtig?!


    Was ich dann aber nicht verstehe ist das hier:

    Zitat von kpr


    Dem Rat, das erst in der Jahreserklärung abzufackeln kann ich nicht folgen.
    Warum sollte man etwas falsch machen, wenn es gar keinen Vorteil (sondern eher Nachteil) gegenüber "richtig" hat?
    Warum sollte man dem Fiskus einen zinslosen Kredit geben? (Prinzipsache; egal welcher Betrag)
    Und last not least: Wenn die Jahresverprobung auf Null aufgeht, gibts auch garantiert keine Rückfragen.


    Wie jetzt, muss ich das jetzt doch in der monatlichen Voranmeldung angeben?!?
    Werden die Steuern in der Voranmeldung bzw. Jahresumsatzsteuererklärung angegeben, und die kompletten Beträge nochmal in EÜR ausgewiesen?
    Auch auf die Gefahr, das du jetzt denkst, "was ist das nur für ein Vollpfosten", erkläre mit das bitte nochmal .


    Grüße
    Adrian

    * Anlage1: Azimut 83° DN53°
    * 48 Evergreen ES-A 210fa3 (10,1 KWp) / 2 SMA SB5000TL-20 / PVGiS4-10% 821KWh/KWp
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  • Nee.. mit "Vollpfosten" hat das überhaupt nichts zu tun.
    Der Beitrag zeitgt nur, daß es hilfreich ist, Ertragsteuer und Umsatzsteuer thematisch strikt voneinander zu trennen.
    Missverständnisse sind sonst vorprogrammiert.


    Du hast richtig erkannt, daß in der umsatzsteuerlichen Deklaration nur der Steuerbetrag auftaucht.
    Richtig ist auch, daß die eigentlichen Kosten (Nettobetrag) in der EÜR auftauchen.


    Martin hatte Dir geraten, das Kleinvieh aus der Vorsteuer erst in der Jahreserklärung einzutragen.
    Entgegen dem Rat von Martin, die erst in der USt-Jahreserklärung geltend zu machen, kam mein Hinweis, daß es richtig ist (und auch noch sinnvoll!!!) dies bereits in der USt-Voranmeldung zu machen.
    Du hast (siehe Antwort an Martin) ja selbst bereits verstanden, daß - auch wenn es nur Kleinvieh ist - da schon ein paar Euronen zusammen gekommen sind.
    Es gibt also nirgends einen Widerspruch.

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