Vertragsbestätigung der ENSO erhalten obwohl kein Strombezug

  • ich glaube, mich laust der Affe! Bekomme gerade von der ENSO eine Auftragsbestätigung Vertragsart "ENSO-Strom-Privat". Einen Vertrag habe ich nie abgeschlossen, einen Einspeisevertrag ebenfalls nicht. Vertragsbeginn ist jedoch genau das Datum der Inbetriebnahme meiner PV-Anlage. Ich mußte deswegen jedoch, damit meine PV-Anlage überhaupt angeschlossen wurde, zumindest die Kenntnisnahme der ENSO-Anschlußbedingungen per Einschreiben bestätigen.


    Satte 77,- Euro wollen die jetzt plötzlich monatlich an Abschlag. Ich beziehe jedoch meinen Strom schon seit Jahren über einen anderen Anbieter, den ich jährlich im Voraus bezahle (42,- Euro p.m.). Den habe ich kontaktiert, dort ist alles in Ordnung und das ist auch so bei der ENSO registriert. Also habe ich mich bei der ENSO beschwert und mir wurde gesagt, daß das ein Versehen wäre und wieder storniert würde. So weit so gut.


    Nun stelle ich gerade fest, die Zählernummer ist gar nicht von meinem alten Strombezugszähler, sondern vom Einspeisezähler der PV-Anlage(Zweirichtungszähler, gehört der ENSO)! Der zeigt nach fast einem halben Jahr Strombezug "0" an und inzwischen fast 6000 kw/h eingespeisten Strom.


    Für den Strombezug gibt es aber einen anderen Tarif, nämlich "Einspeiser" mit 32,03 Euro Grundgebühr statt 68,77 Euro. Sollte ich jetzt besser sofort widersprechen und den anderen Tarif wählen oder mich erst mal auf die Auskunft des Sachbearbeiters verlassen, das es storniert wird?
    Was bezahlt Ihr bei der ENSO im Jahr für den Zähler?


    Gruß
    Schattenparker

  • hm...keiner kann helfen? Das Problem muß doch eigentlich jeder haben, der einen Zähler des EVU verwendet.
    Ich lese hier oft, daß eine Zählermiete gezahlt werden muß. Diese bietet meine UVU nicht an. Kann das EVU jemanden zwingen, einen der angebotenen Tarife anzunehmen (z.B. "Einspeiser" mit 32,03 Euro Grundgebühr), oder muß es auch eine Zählermiete + Verbrauch (z.B. 0.1 kWh im Jahr) der PV-Anlage akzeptieren? Jedenfalls werde ich für 32,- Euro im Jahr keine 77,- Euro monatlich im Voraus zahlen!
    Wäre wirklich sehr wichtig für mich, wie ich jetzt richtig reagieren soll!


    Gruß
    Schattenparker

  • ich habe das gleiche Problem mit meinem Netzbetreiber, allerdings bei einer 38 kW Anlage
    das wird je nach Anlagengröße unterschiedlich gehandhabt, daß das aber bei unter 10 kW auch schon gemacht wird ist mir neu
    in der Richtlinie Eigenerzeugungsanlagen am NS-Netz steht daß der Bezugsstrom "grundsätzlich" zu erfassen ist
    manche Netzbetreiber machen das dann ab 10, oder manche ab 30 kW Anlagengröße


    ich habe eine zeitlang nicht bezahlt, dann wird natürlich gemahnt und gedroht mit Inkasso und Trennung des Anschlusses


    jetzt könnte man natürlich es darauf ankommen lassen und dann mit einstweiliger Verfügung und so weiter gegen die Kameraden vorgehen
    (wenn sie den Anschluß trennen dann können sie ja ihrer gesetzlichen Pflicht zur Anbahme des PV-Stroms nicht mehr nachkommen)
    und so weiter
    wenn einer die Gerichte liebt, für den wäre sowas ein gefundenes Fressen


    oder aber, die praktische Überlegung unabhängig von Recht und Gerechtigkeit, wieviel Streß soll ich mir wegen 32 Euro im Jahr antun?
    dann müsste man auch erst einen Anwalt finden der das Ganze wegen so Peanuts durchziehen will...


    "Was ich damit sagen will: Ich sehe eigentlich keinen Weg, bei dem Aufwand und Vorteil in einem vernünftigen Verhältnis stehen."
    das ist ein schöner Satz, den hat mir Sonnenstevie zu diesem Thema geschrieben
    der hat das selbe Problem, kannst ihn ja auch mal fragen


    also: zahlen und fröhlich sein


    Gruß,
    jodl

  • Tach

    Zitat von Schattenparker

    hm...keiner kann helfen? Das Problem muß doch eigentlich jeder haben, der einen Zähler des EVU verwendet.
    Ich lese hier oft, daß eine Zählermiete gezahlt werden muß. Diese bietet meine UVU nicht an. Kann das EVU jemanden zwingen, einen der angebotenen Tarife anzunehmen (z.B. "Einspeiser" mit 32,03 Euro Grundgebühr), oder muß es auch eine Zählermiete + Verbrauch (z.B. 0.1 kWh im Jahr) der PV-Anlage akzeptieren? Jedenfalls werde ich für 32,- Euro im Jahr keine 77,- Euro monatlich im Voraus zahlen!
    Wäre wirklich sehr wichtig für mich, wie ich jetzt richtig reagieren soll!


    den Abschlag an den vermutlich doch recht niedrigen Bezug anpassen, dazu ggfs den aktuellen Zählerstand an den Lieferanten übermitteln


    Und "Kein Verbrauch aber der Zähler soll nicht abgeschaltet werden und die Grundgebühr ist pure Abzocke ", das Phänomen kennt man auf der Netzbetreiberseite seit ca 100 Jahren. 32 Euro sind wohl verkraftbar


    MfG


  • nicht alles was verkraftbar ist muß man sich dann auch gefallen lassen
    ich zahl ja auch nicht 32 Euro für eine Jahreskarte wenn ich garnicht Busfahren will
    obwohl es wohl verkraftbar wäre

  • vielen Dank erst einmal für die Antworten. Ich rechne jetzt mal so:


    Zählerstand nach einem halben Jahr 0.0 kWh
    geschätzter Zählerstand nach einem Jahr 0.1 kWh
    Verbrauch in 20 Jahren also total 2 kWh
    dafür 20x 32.03 Euro Grundgebühr = 640,60 Euro


    Also hat man letzlich pro KWh 320,30 Euro bezahlt...so möchte ich auch mal Geld verdienen :D


    Letzlich ist mir eben unklar, ob der Zähler an einen Zwangstarif des EVU gekoppelt werden darf. Wenn ja, wird mir nichts weiter übrigbleiben, als den Tarif "Einspeiser" zu nehmen. Werde dazu nochmal den Solarenergieförderverein kontaktieren. Zuerst müßte ich dann wohl sicherlich innerhalb einer Frist dem ohne meine Mitwirkung zustandegekommenem Vertrag "ENSO-Strom Privat" mit 81,84 Euro (incl. MwSt.) jährlicher Grundgebühr widersprechen, zudem der absurd überhöhten Vorauszahlung.


    Habe gerade gefunden: "§ 12 Abs. 1 EEG (2004) und dessen Fortführung § 4 Abs. 1 EEG (2009) sagen explizit aus, dass Netzbetreiber ihre Verpflichtungen nicht vom Abschluss eines wie auch immer gearteten Vertrages abhängig machen dürfen."


    Auf welcher Grundlage wird dann die Zählermiete und der eventuelle Verbrauch berechnet?


    Gruß
    Schattenparker

  • Ich gehe mal davon aus, dass du in irgendeiner Form einen Vertrag unterschrieben hast, der der ENSO diese Zählermasche ermöglicht.
    Soweit mir das noch erinnerlich ist, jodl hat das weiter oben ja schon mal kurz angedeutet, hat der VDEW, jetzt BDEW, in seinen Richtlinien seinen Mitgliedern empfohlen, bis zu Anlagengrößen von 10 kW den Anlagenbetreibern zu ermöglichen, den minimalen Bezugsstrom von WR mit einfachen Drehstromzählern ohne Rücklaufsperre abzurechnen.
    Für den VNB hat dies den Vorteil, dass der Stromverbrauch der WR mit dem EEG-Einspeisetarif abgerechnet wird; was halt wegfällt ist diese Form der modernen Wegelagerei wie von dir skizziert.


    Auch aus eichrechtlicher Sicht ist diese Vorgehensweise mit einem solchen einfachen Zähler, der nicht extra für beide Energierichtungen geeicht ist, zulässig; ebenfalls bis zu einer Leistungsgrenze von 10 kW.
    Erst ab einer Anlagengröße >10 kW kann der VNB darauf bestehen, dass beide Richtungen genau gemessen werden.


    Sich mit dem SFV dahingehend auszutauschen ist sicher sinnvoll, aber der nächste Schriit muss dann auch sein, dass du diese Verrtagsdgrundlage beendest und von deinem Recht eines eigenen Einspeisezählers Gebrauch machst.


    Du fragst abschließend: "Auf welcher Grundlage wird dann die Zählermiete und der eventuelle Verbrauch berechnet?"
    Die Antwort lautet: 'GAR NICHT!' Bei einem eigenen Zähler fällt keine Miete an und der Verbrauch, die 2 kWh, wird dir mit deiner EEG-Vergütung verrechnet, indirekt. :D

  • vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich habe gerade alle Unterlagen gesichtet, Einspeisung erfolgt nur auf Grundlage des EEG ohne Vertrag. Das habe ich von der ENSO sogar schriftlich bestätigt bekommen.


    Bestätigen mußte ich vor dem Anschluß lediglich den Erhalt der "Allgmeinen Bedingungen für den Netzanschluß und die Anschlußnutzung Strom der ENSO Netz GmbH" Unter 1. Gegenstand dieser allg. Bedingungen steht ausdrücklich: "Die Belieferung elektrischer Energie ist nicht Gegenstand dieser Bedingungen". Also kann so kein Vertrag zustandekommen.


    Unter 12. Meßeinrichtungen steht "Einbau, Betrieb,und Wartung der Meßeinrichtungen sowie die Messung der gelieferten und/oder der in das Elektrizitätsverteilungsgsnetz von ENSO eingespeisten elektrischen Energie sind gemäß §21b Abs. 1 EnWG Aufgabe von ENSO Netz. ENSO Netz kann einen Dritten mit der Erfüllung dieser Aufgaben beauftragen...ENSO Netz stellt die für die Messung erforderlichen Geräte zur Verfügung und betreibt diese unter Einhaltung der eichrechlichen Bestimmungen. Die Meßeinrichtungen befinden sich im Eigentum der ENSO Energie Sachsen Ost AG"
    Sofern also diese Bestimmungen rechtlich zulässig sind, scheidet doch ein eigener Zähler aus?


    Ferner habe ich noch eine "Inbetriebsetzungsprotokoll für eine Eigenerzeugungsanlage" unterschrieben sowie eine "Mitteilung der Bankverbindung/Steuernummer für die Auszahlung der Einspeisevergütung mit Erklärung zur Besteuerung der Umsätze". Beide Formulare enthalten keinerlei Hinweise auf das Zustandekommens eines Vertrages zur Stromlieferung.


    Also könnte ich die ENSO doch einfach daran erinnern, daß kein Vertrag zwischen uns besteht und eine Einspeisung/ Lieferung ausschließlich auf Grundlage des EEG erfolgt. Um Anschluß und Erfassung der eingespeisten Energie nach EEG zu ermöglichen, mußte die ENSO also neben dem Anschluß auch einen Zähler bereitstellen. Sollte also tatsächlich einmal ein geringer Stromverbrauch zustandekommen, sollen die das doch bitte einfach mit der Vergütung verrechnen. Könnte man so die Grundgebühr nicht umgehen?

  • Also wenn ich deinen Beitrag richtig lese, hast du den Passus "Einbau, Betrieb,und Wartung der Meßeinrichtungen sowie die Messung der gelieferten und/oder der in das Elektrizitätsverteilungsgsnetz von ENSO eingespeisten elektrischen Energie sind gemäß §21b Abs. 1 EnWG Aufgabe von ENSO Netz." unterschrieben.


    Solange das so ist, hat die ENSO immer einen Fuß bei dir in der Tür! Du gibst damit dein Messrecht auf und an deinen VNB ab.


    Solange du der ENSO das Messrecht einräumst, wird die dir auch den Preis dafür mehr oder weniger diktieren können. So einfach ist das.


    Das in deinem letzten Absatz angedachte Procedere ist nicht zielführend: das funktioniert so nicht.


    Lass' dich vom SFV beraten, irgendwie drehst du dich hier auch etwas im Kreis, wenn man z.B. das hier liest.

  • hm..ich bin nun kein Jurist, aber wie ist denn das rechtlich zu werten:
    "wir nehmen zur Kenntnis, daß sie die o.g. Eigenerzeugungsanlage gemäß §12 Abs. 1 ...EEG ohne Abschluß eines Anschlußvertrages an das Netz der ENSO...anschließen und betreiben möchten.
    Unabhängig vom Bestehen eines Anschluß/Anschlußnutzungs- oder Einspeisevertrages hat die Ausführung des Anschlußes von Eigenerzeugungsanlagen jedoch den technischen Anforderungen des Netzbetreibers, sonstigen Rechtsvorschriften sowie anerkannten Regeln der Technik zu entsprechen. Wir verweisen insoweit auf §13 Abs. 1 Satz 3 EEG in Verbindung mit §49 des ...EnWG.
    Auf dieser Grundlage haben wir nachfolgend die im Netzgebiet der ENSO Netz GmbH relevanten technischen Anforderungen benannt. Diese sind einzuhalten, um einen sicheren Betrieb Ihrer Eigenerzeugungsanlage und des Netzes der ENSO Netz GmbH zu gewährleisten:
    -Technische Anschlußbestimmungen für den Anschluß an das Niederspannungsnetz (TAB 2007 der BDEW Sachsen...Teil1 der Technischen Anschlußbedingungen der ENSO Netz GmbH
    -VDEW-Richtlinie "Eigenerzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz, Teil 11 der Technischen Anschlußbedingungen der ENSO Netz GmbH"


    Meiner Meinung nach ist das rechtlich keine Zustimmung, ich habe der ENSO also kein Meßrecht eingeräumt oder etwas gleichlautendes unterschrieben. Ich habe lediglich unterschrieben, daß ich über die Anschlußbedingungen der ENSO in Kennis gesetzt wurde, diese also in Schriftform erhalten habe. Hätte ich das nicht gemacht, hätte ich auch heute noch keinen Anschluß. Der o.g. Passus ist lediglich ein Bestandteil dieser allgemeinen Anschlußbedingungen in Teil 11.
    Letzlich ist es für mich auch logisch, daß ein Anbieter nur zu seinen Bedingungen Anschlüsse zuläßt. Wenn jeder Kunde macht was er will, kann er ja nicht gewährleisten, daß das Netz ordnungsgemäß funktioniert.


    Hoffentlich erreiche ich am Montag jemand beim Solar-Förderverein.


    Viele Grüße
    Schattenparker