Vorgehen bei Übertragung Anlage von Ehefrau auf Ehemann

  • Hallo,


    bin zusammen mit meiner Ehefrau Eigentümer eines Einfamilienwohnhauses, auf dessen Dach Ende 2009 eine Photovoltaikanlage (ca. 30.000 EUR) errichtet wurde.


    Damals musste alles sehr schnell gehen und wir haben den Fehler gemacht, uns für meine Ehefrau als Eigentümerin und Betreiberin der Photovoltaikanlage zu entscheiden. Ein Fehler war es, da meine Ehefrau seit Jahren nicht berufstätig war und ich nun befürchte, dass sie wegen ihrer derzeitigen Einkünfte (ca. 1.200 EUR Kapitalerträge/Jahr + ca. 3.000 EUR Einkünfte aus einer geringfügigen Beschäftigung/Jahr + ??? EUR Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Photovoltaikanlage) nicht mehr beitragsfrei in der Krankenversicherung über mich familienversichert sein könnte.


    Sicherlich kann eine gewisse Steuerung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb durch die Sonderabschreibung nach § 7 g EStG noch erfolgen, aber wir möchten eine mögliche Lösung des Problems jetzt nicht mehr länger vor uns her schieben.


    Nun meine Fragen:


    1.) Wie errechnet sich eigentlich der genaue Betrag, der für die Frage, ob eine eigene Pflichtversicherung meiner Ehefrau erfolgen muss, maßgeblich ist?


    2.) Wie und in welcher Reihenfolge gehen wir sinnvollerweise vor, um eine Übertragung der Photovoltaikanlage von meiner Ehefrau auf mich vorzunehmen (Finanzamt, Netzbetreiber, Kreditinstitut für KfW-Darlehen, Versicherer der Photovoltaikanlage)?


    3.) Gibt es Musterschreiben/-verträge, die bei diesem Vorgehen hilfreich sein könnten?


    Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe!


    Amenophis

    56 x Day4 Energy 48MC-S 185 W
    1x SMA Sunny Boy SB 4000TL-20, 1 x SMA Sunny Boy SB 5000TL-20
    10,36 kWp
    Ausrichtung 172° Süd-Südost (-8°)
    Dachneigung 38°

  • Darf ich erst nochmal fragen, warum Du die gegenwärtige Situation als Problem ansiehst, welches gelöst werden muss? Geht es nur um die Krankenversicherung? Ich vermag nicht so recht zu sehen, was daran wirklich problematisch ist.


    Viele Grüße



    Stevie

    Dr. Stefan Rode

    Rechtsanwalt und Steuerberater

  • Ja, es geht mir um die Krankenversicherung.


    Meine Ehefrau hat gerade eine geringfügige Beschäftigung aufgenommen und ich befürchte jetzt, dass sie zusammen mit ihren Kapitalerträgen und den Einkünften aus der Photovoltaikanlage die betragliche Grenze überschreitet und damit selbst krankenversicherungspflichtig wird.


    Früher oder später wird die Sonderabschreibung auch aufgebraucht sein und damit auch die Möglichkeit den Gewinn maßgeblich zu steuern. Da es aus meiner Sicht keinen Sinn macht zu warten, würde ich gerne bereits jetzt eine Übertragung der Photovoltaikanlage auf mich in die Wege leiten, hierbei aber nicht erneut Fehler machen.


    Viele Grüße


    Amenophis

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  • Tut mir leid, aber ich bin immer noch nicht überzeugt von der Sinnhaftigkeit des Vorhabens. Denn Deine Frau Gemahlin bewegt sich über einen Zeitraum von fünf Jahren in der Verlustzone, wenn die degressive Abschreibung (12,5 % p.a.) angesetzt und die Sonderabschreibung verteilt wird. Und was in fünf Jahren ist, weiß niemand. Deswegen meine ich nicht, dass Du das jetzt geradebügeln solltest.


    Viele Grüße



    Stevie

    Dr. Stefan Rode

    Rechtsanwalt und Steuerberater

  • Zitat von Amenophis

    Wie errechnet sich eigentlich der genaue Betrag, der für die Frage, ob eine eigene Pflichtversicherung meiner Ehefrau erfolgen muss, maßgeblich ist?


    § 226 SGB V in Verbindung mit § 18 und § 20 SGB IV; rechnen musst du aber selbst. :wink:

  • Ich würde eher das hier lesen:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Familienversicherung


    Am wichtigsten:


    Familienangehörige, die selbstständig erwerbstätig sind als gewerbliche Unternehmer [...] können nur dann familienversichert sein, wenn sie ihre Tätigkeit nicht „hauptberuflich“ im Sinn der gesetzlichen Krankenversicherung ausüben. Dies ist bereits dann der Fall, wenn sie mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer (Arbeitsentgelt höher als 400 € im Monat) beschäftigen oder – ohne Arbeitnehmer – mehr als 18 Stunden in der Woche für ihre Tätigkeit aufwenden.


    Das regelmäßige Gesamteinkommen des Familienangehörigen darf im Jahr 2010 nicht den Betrag von 365,00 € im Monat [...] übersteigen. Bei Ausübung einer geringfügig entlohnten Tätigkeit (Minijob) liegt die Grenze bei 400,00 € im Monat. Unschädlich ist es, wenn die genannten Grenzen in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Monaten überschritten werden. Allerdings sind in allen Fällen auch anderweitige Einnahmen, wie z. B. Einnahmen aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung und Verpachtung, zu berücksichtigen. Da es sich bei dem maßgeblichen Gesamteinkommen gem. § 16 SGB IV um die Summe der Einkünfte i.S.d. EStG handelt, sind die Werbungskosten von den Einnahmen abzuziehen.


    Viele Grüße



    Stevie

    Dr. Stefan Rode

    Rechtsanwalt und Steuerberater

  • Zitat von Sonnenstevie

    Ich würde eher das hier lesen:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Familienversicherung


    Wenn man die Beträge wissen will ja (aber die - glaube - ich waren ja soweit bekannt), die Frage aber war doch

    Zitat

    Wie errechnet sich eigentlich der genaue Betrag, der für die Frage, ob eine eigene Pflichtversicherung meiner Ehefrau erfolgen muss, maßgeblich ist?


    Egal, jetzt hat er ja die Auswahl....

  • Man kann die Frage auch so lesen:


    Zitat von Amenophis

    Wie errechnet sich eigentlich der genaue Betrag, der für die Frage, ob eine eigene Pflichtversicherung meiner Ehefrau erfolgen muss, maßgeblich ist?


    Das wäre die Frage nach den Grenzen für die Familienversicherung.


    Egal, jetzt hat er ja die Wahl.


    Viele Grüße vom Forumstreffen aus Eschweiler



    Stevie

    Dr. Stefan Rode

    Rechtsanwalt und Steuerberater


  • Hallo,


    so stellt es sich bei uns leider nicht dar.


    Die Anlage wurde im Dezember 2009 mit ca. 30.600 EUR netto zzgl. Umsatzsteuer bezahlt. Die 19 % Umsatzsteuer von ca. 5.800 EUR wurden aber erst Anfang 2010 erstattet. Hierdurch hatte meine Frau in 2009 schon ohne Abschreibung einen erheblichen steuerlichen Verlust. Aufgrunddessen hat sie in 2009 auch lediglich 100 EUR Sonderabschreibung und 1/12 von 5 % lineare AfA für den Monat Dezember 2009 geltend gemacht.


    Wenn ich das richtig sehe, hat sie für 2010 ein maximales Abschreibungspotenzial von ca. 7.550 EUR (30.600 EUR x 20 % - 100 EUR + 30.600 EUR x 5 %). Aktuell zum 30.09.2010 beträgt der Gewinn vor AfA bereits ca. 7.200 EUR (einschließlich der Umsatzsteuererstattung von ca. 5.800 EUR). Danach würde ich für 2010 einen Gewinn vor AfA von ca. 7.900 EUR prognostizieren. Darüberhinaus lief die Anlage bislang so gut, dass meiner Ansicht nach mit einer Nachzahlung an Einspeisevergütung seitens des Netzbetreibers zu rechnen ist. Also wird der Gewinn in 2010 mindestens 350 EUR betragen. Auf den Monat umgerechnet wären das also ca. 30 EUR.


    Aus einer geringfügigen Beschäftigung kommen nun 240 EUR monatlich hinzu. Weiterhin kommen die Kapitalerträge von (auf Basis des letzten Jahres) ca. 100 EUR monatlich hinzu. Dann wären wir insgesamt bei 370 EUR monatlich.


    Das ist der Grund, weshalb ich überlege, möglichst bald die Anlage von meiner Ehefrau zu kaufen, um mögliche Beitragszahlungen an eine für meine Frau aufgrund ihrer Einkünfte verpflichtende Krankenversicherung zu vermeiden.


    Daher meine zu Beginn dieses Threads gestellten Fragen. Vielleicht könnt Ihr mir hier doch noch ein wenig weiterhelfen.


    Vielen Dank auch für die bisherigen Antworten!


    Gruß


    Amenophis

    56 x Day4 Energy 48MC-S 185 W
    1x SMA Sunny Boy SB 4000TL-20, 1 x SMA Sunny Boy SB 5000TL-20
    10,36 kWp
    Ausrichtung 172° Süd-Südost (-8°)
    Dachneigung 38°


  • Jou, hätte, wäre, wenn - ganz großes Kino! :wink:
    Wie war das noch mal mit Haupt- und Nebensatz..... :lol:


    Aber wie von dir schon 'ge-echot': 'Egal, jetzt hat er ja die Wahl.' :juggle: