Gegensätzliche Aussagen von Firmen

  • Gegensätzliche Aussagen von Firmen


    Hallo, bin neu hier und bin gerade dabei mir Angebote zu holen für eine Anlage (ca 5.5. Kwp). Ich habe jetzt drei Angebote bekommen, alle so ca 30-34 Tausend Euro, inkl Mwst. Finanzierung ausgelegt auf 20 Jahre, und nach 10 Jahre ist die Anlage bezahlt … also mindestens 10 Jahre fahre ich dann Geld herein.
    Jetzt habe ich gerade eine Firma bei mir , die sagte das Photovoltaik bei völlig unrentable sei, wegen der Lage des Hauses (ca. 38 Grad von Süden). Es würde bei mir mindestens 18 Jahre dauern bis die Anlage sich bezahlt machen würde, und das wäre zu lang. Ich hatte gesagt das die anderen drei Firmen schon eine positive Rentabilitaets Prüfung gemacht haben, auch Vorort. Aber, dieser Vierte Anbieter sagte "es gäbe heute viele die behaupten es ginge wenn in wirklichweit es nicht geht".
    So, jetzt meine Frage: können Firmen sich so grundsätzlich irren? Ich meine, die einen rechnen mir vor das es wirklich funktionieren wird, auch mit meiner ungünstigen Lage, und der andere sagt es wird nie funktionieren.


    Hat da einer eine Erklärung dafür? Ich war bis zu diesem vierten Anbieter schon Überzeugt eine Anlage installieren zu lassen…. Jetzt bin ich wieder unsicher!

  • Zitat von tjohnso1

    So, jetzt meine Frage: können Firmen sich so grundsätzlich irren?


    Na klar können die sich irren. Der PV- Markt ist ganz klar ein Käufermarkt. Je mehr Nachfrage, desto mehr Scharlatane. Walter hat, glaube ich, schon mal Irgendwo etwas dazu gepostet. Frage doch einmal bei deinen Anbietern nach einer Ertragsgarantie über mindestens 5-8 Jahre, und spüre die Reaktion der Leute ab.
    Wie ist denn die Lage Deiner Dachfläche ? Meiner Meinung nach sollte diese +/- 10° (170° - 190°) nicht unter bzw. überschreiten. Dachneigung 25-45° ist auch OK.
    Übrigens, um eine Anlage nach 10 Jahren Amortisiert zu haben, muß diese schon verdammt gut laufen... :shock:
    Ansonsten mein Tipp: hier im Forum lesen, sind ziemlich versierte PVler unter uns.


    Wie immer meine Meinung.


    Gruß
    mppPeak

  • Hallo,


    meine Anlage ist 20° weg vom Süden und bringt sehr gute Erträge.


    schau doch mal hier, da sind einige Anlagen mit Ausrichtungen und Erträgen verglichen: http://www.altmuehlnet.de/~Bau…leich/php/tb1.php?db=pv05


    Es kommt ja auch darauf an, in welcher Gegend die Anlage errichtet wird.


    und schau mal hier:


    http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?t=377


    Ich denke die Anlage kann man rentabel betreiben, auch bei deiner Ausrichtung. Es kommt nun noch darauf an, ob fremdfinanziert oder Eigenkapital, also ob die Zinsen noch mit erwirtschaftet werden müssen und auch wann die Anlage ans Netz geht.


    rechnen kanns du u.a. hier:
    http://www.solarrechner.de/rechnung.htm


    Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Hallo,


    gehen sie einfach unter http://www.pv-ertraege.de
    Hier können sie ihre Dachneigung und ihre Lage eingeben und sie sehen dann was Anlagen in ihrer Gegend leisten.
    Aber davon ausgehen daß diese nach 10 Jahren abbzahlt ist, dies ist schon recht optimistisch.
    Ich bin selber im Verkauf tätig und wir gehen hier von einer Zeit zwischen 12-15 Jahren aus. Je nach Lage und Sonneneinstrahlung.
    Beachten sie auch das die Module jedes Jahr an Leistung verlieren, dies sollte auch in einer ehrlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt werden.

  • Hallo,
    ich kann mich nur anschliessen, meine Anlage liegt bei ca. 140° und 40° Dachneigung. Wenn ich hier bedenken gehabt hätte, dann gäbe es jetzt mindestens eine Anlage weniger. Im Vergleich zu einer Anlage in meiner Nähe, die nach Süden zeigt liegt der Ertrag um ca. 10% niedriger, aber immernoch auf der von mir errechneten Basis von 850kWh im Jahr. Davon, dass die Anlage nach 10 Jahren bezahlt ist, würde ich nicht ausgehen. Ich habe für mich mit ca. 13 Jahren gerechnet, ich denke das ist eine realistische Annahme und sollte es widererwartend schneller gehen, na dann herzlichen Dank.
    Ganz besonders wichtig ist meiner Meinung nach bei Anlagen die mehr als 20° von Süd abweichen ist eine absolute Verschattungsfreiheit.
    Ich erlebe es gerade bei meiner Anlage, da ziehen Morgens bei Sonnenaufgang die Schatten von Bäumen über die Anlage, die ca. 100m entfernt stehen und die ich absolut nicht auf der Rechnung hatte. Mal sehen, ob ich den Nachbarn beschwatzen kann.


    Fazit: Es spricht nichts gegen eine Anlage mit Ausrichtung 40° von Süd, wenn die randbedingungen stimmen.


    Gruß
    Jürgen

    66x Sharp ND155E1 - 10.23 nominal
    1x SMA TL5000& 1x SMA TL4200 (ausgetauscht 12.06)
    SolarLog400 seit 12.2005
    E.ON Westfalen-Weser
    !Neue HP-Adresse!

  • Hallo tjohnso1,
    gerne wiederhole ich immer wieder den allerersten Grundsatz:


    SELBER RECHNEN BZW. NACHRECHNEN :!: :!: :!:


    Und ich traue dem Ergebnis des vierten Anbieters wesentlich eher, als den anderen Ergebnissen. mppPeak hat auf den Knackpunkt hingewiesen: DIE ERTRAGSGARANTIE. Wenn auch nur einer der Anbieter sich darauf einlässt, zerrst du ihn sofort zum Notar und lässt dir die Garantie bestätigen und die Sicherheiten für den Garantiefall dazu. Keine Sorge passiert nicht - unter den vorliegenden Bedingungen Preis, Ausrichtung und möglicher Ertrag kneifen alle.
    Was gibt es denn sonst noch für Schmeckerli?


    Eine Finanzierung von 20 Jahren ist mit Verlaub - Betrug. Eine Bank hat das niemals angeboten! Jegliche Zinsbindung läuft nach 10 Jahren aus. Die Zinsen müssten ab Jahr 11 gleich oder noch niedriger sein als heute, was denn sonst! Oder vielleicht höher? Vor ca. 10 Jahren hat man für 8,5 % nom. und 10 Jahre keine Kröten mehr gekriegt.


    Meine Empfehlung: Lies dich hier ein bischen ein und frage ruhig, wenn dir etwas unklar ist. Und dann versuche die Planung oder Projektierung der Angebote nachzuvollziehen und die Finanzierung und Rendite nachzurechnen. Das ist nicht kompliziert. Eine Reihe von Tools findest du hier bei verschieden Postings und überall im Netz.


    Es sei denn, du machst die Sache alleine der Umwelt zuliebe oder als Hobby. Das wäre natürlich eine sehr ehrenwerte Einstellung.
    Und dann denke nach, wie alt (oder jung) du in achtzehn Jahren bist und reflektiere die vergangenen achtzehn Jahre und dann entscheide!


    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Hallo Doris,


    es gibt schon Finanzierungen über 10 Jahre. Ich habe auch Kfw auf 20 Jahre finanziert mit 10 Jahren Zinsbindung. Nach 10 Jahren kannst du ja kündigen, wenn die Zinsen höher sind. Jede Hausfinanzierung läuft länger als 10 Jahre. Man kann nur noch nicht sagen, was das ganze zum Schluss kosten wird. Gegen steigende Zinsen muss man sich eben absichern. (Selber ansparen oder Bauspardarlehen) Mitunter wird auch eine 15 Jahre-Zinsbindung angeboten. Ist dann aber teurer, Sicherheit kostet eben Geld.


    Gruß Tom

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Zitat

    ...Man kann nur noch nicht sagen, was das ganze zum Schluss kosten wird. Gegen steigende Zinsen muss man sich eben absichern...


    Naklar Tom, es gibt längere Finanzierungszeiträume als zehn Jahre. Aber es ist keine saubere Kalkulation auf die Gesamtdauer von 20 Jahren möglich. Deshalb gibt es ja das Kündigungsrecht nach zehn Jahren. Aber wer wider besseres Wissen damit wirbt, dass eine PV-Anlage nach 10 Jahren locker bezahlt ist, ohne einen detailierten Finanzierungsplan und einen Liquiditätsplan vorzulegen, ist in meinen Augen unseriös und muss sich mindestens Leichtfertigkeit oder Schlimmeres unterstellen lassen. Vorliegend scheint mir das durchaus möglich.


    Übrigens, nicht wahr? Die KfW ist keine Bank oder?
    Glaubst du ernsthaft, dass ein Bänker, der wegen 1% Nachlass beim Kontokorrent für eine mittlere fünfstellige Summe Pickel kriegt und sein Institut fast ruiniert sieht, auch nur einen müden Cent für eine mittelfristige PV-Finanzierung herausrücken würde, wenn nicht mit der KfW ein Risikoträger im Hintergrund stehen würde? Nach Basel II nicht mehr, kannste glauben.


    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)