Kombination PV mit Warmwasser??

  • Hallo Forum,


    wenn man als Newbie so liest, das die Erwärmung der PV-Module (spez. im Sommer) einen negativen Einfluß auf deren Wirkungsgrad hat, frage ich mich, warum man die Wärme darunter nicht noch zum Heizen/Warmwassergewinnung nutzt und damit gleichzeitig die Module kühlt. Das wäre doch was oder? Was haltet Ihr davon?
    Knulli

  • Auf den ersten Blick ist das eine ganz tolle Sache.
    Aber überlege mal Folgendes: Eine relativ kleine PV-Anlage mit, sagen wir mal 20 Modulen oder rund 25 m² Fläche würde auch noch Wärme produzieren. Im Juli hatten brachte die Sonne im Monatsmittel eine Globalstrahlung von rund 155 kWh/m². Wenn du davon nur 10 % für die Warmwasserbereitung nutzen willst, sind das 387,5 kWh.
    Aber mal ehrlich, was willst du mit soviel Energie für warmes Wasser im Sommer? Aufheben für den Winter? Das geht auch! Dein Wärmespeicher sollte dann etwa die Größe eines Tanklastzuges haben.
    Kann man alles ganz leicht ausrechnen.


    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Hallo Doris,


    kann man die Wärme nicht in der Erde unter dem Haus "parken"? Das Haus ist noch nicht gebaut und wenns nicht zu teuer wird, kann man doch sowas mit einplanen. Die Frage ist dann allerdings, ob die Wärme da freiwillig bleibt oder z.B. durch Grundwasser o.ä. lieber zum Nachbarn wandert. Oder ist das nicht so dramatisch?
    Knulli

  • Hallo Knulli,


    wenn das Haus noch nicht gebaut ist, hast Du ja noch alle Möglichkeiten.
    Ein Freund von mir hat in seinem Haus einen Speicher mit 12.000 Litern stehen und hatte in diesem letztes Wochenende eine Temperatur von 90 Grad. Das reicht ihm für einige Wochen.
    Voraussetzung ist natürlich eine gute Dämmung und eine Flächenheizung, d.h. Fußboden oder Wand.


    Ich denke, die Speicherung "unter" dem Haus wird etwas kritisch, da Du ja den Speicher entsprechend dämmen mußt, außerdem, wie willst Du an den wieder rankommen, wenn mal was ist.


    Viel Spaß beim Planen.


    Servus
    Günther

  • Hallo Knulli,
    ich denke nicht, dass ich mich aufs Glatteis begebe, wenn ich dir rate dein Haus in erster Linie nach der EnergieVERFÜGBARKEIT zu konzipieren. Also ohne Öl, ohne Gas und ohne Heizstrom oder Kohle. Allerdings vermute ich mal, dass du im pinkfarbenen Forum sicherlich weit kompetentere Partner finden wirst.


    Herrlich, wenn ich die Möglichkeiten bedenke, die du von der Energieseite bei einem neuen Haus realisieren kannst! Ich hätte sofort an Solar, Pelletsheizung und wassergeführten Grundofen oder Kamin gedacht, die allesamt auf einen sehr großen Wärmespeicher arbeiten, von dem alle Bedarfe an Heizung und Warmwasser entnommen werden. Und was am Ende noch an Energie fehlt, kaufst du in Form von Holzpellets vom Überschuss der Einspeisevergütung der PV-Anlage dazu.


    Das mit dem Tanklastzugvolumen von meinem ersten Posting war kein Spaß. Aber z. B. mit 12 bis 16 m³ solltest du ohne Weiteres eine solche Wärmemenge speichern können, die problemslos bis Dezember/Januar den Bedarf decken sollte. Das so ein Speicher in das das Haus muss, liegt auf der Hand. Die Wärme die nämlich drinne ist und bleibt ist kein Verlust! Ergo wird auch die Dämmung des Speichers gar nicht so mächtig.
    Wenn du das Volumen deines Speichers kennst, kannst du über die Globalstrahlung ausrechnen, wie groß deine Solarflächen sein müssen, um bis Ende September genügend Wärme gebunkert zu haben. Du wirst überrascht sein, wie klein diese Fläche ist.


    So einen Speicher kann man auch selber zusammenschweißen. Es gibt aber auch fertige und anreihbare mit ca. 2000 Litern. Da sind gleich die Öffnungen für die Wärmeaustauscher mit vorgesehen. Ich habe leider vergessen, wo ich diese Dinge schon mal gesehen habe bzw. wer die anbietet. Fasziniert hatte mich auch, dass es keine Schichtungsprobleme, wie bei kleineren Pufferspeichern gibt. Wegen dem großen Volumen verläuft alles ruhiger und die Physik hilft sich hier selber. Es ist alles einfach ohne komplizierte Steuerungs- und Regelungseinrichtungen und sollte deshalb auch eine lange Lebensdauer haben.


    Ach, ich könnte noch weiter schwärmen. Vielleicht noch soviel. Denke mal dran, dass so eine Sache wirklich nur von FACHLEUTEN geplant und projektiert werden kann und nicht von Vertretern, Verkäufern, Monteuren und Installateuren, die alle samt auch Spezialisten oder Meister sein können - aber eben jeder auf seinem Gebiet. Diese Sache scheint mir etwas komlexer zu sein.
    Und noch etwas: Kein Geld für Projekte, bei denen du nicht durchsiehst! Was vermeintlich gut und günstig ist, kann sich am Ende als teuer herausstellen.


    Viel Erfolg und viel Glück
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Hallo,


    In Luxemburg betreibt die "Agence de l'Energie" ein Pavillion der genau mit solch einem Saisonalspeicher geheizt wird. Wenn ich richtig informiert bin sind es 20000 Liter. Diese werden über die Kollektoren im Sommer aufgeheizt. Bei Bedarf kann mittels Wärmepumpe bis auf 10 Grad Celsius abgekühlt werden. Zusätzlich sind Register in der Erde verlegt. Da wird dann auch noch Energie entzogen (im Winter) oder Energie hineingeschickt (im Sommer).


    Ab und zu wird ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Da sind alle Infos, direkt vom Fachmann(-frau) erfragbar.
    Das Projekt ist der Beweis was machbar ist. Die Kosten eine ganz eigene Geschichte...


    Es handelt sich ganz bestimmt um ein komplexes System und ich kann dir nur raten dich sehr genau zu informieren bevor du in ein solches Abenteuer einsteigst.


    Zum Schluss noch dies: Ich habe 2 Leute in meinem Bekanntenkreis welche mittels Wärmepumpe heizen. Der eine ist sehr zufrieden, braucht nur ca. 4-500 € Strom im Jahr.
    Beim Anderen hält ständig der Kundendienst vor der Tür, und es wird nicht warm...


    mfG


    Strawberry