UMSATZSTEUER-SONDERVORAUSZAHLUNG für 2005! Hilfe!

  • Ich hätte da mal eine Frage an die Finanzexperten!
    Heute hab ich Post vom Finanzamt Passau bekommen.
    Titel:
    BESCHEID über die Festsetzung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für das Kalenderjahr 2005



    Festgesetzt werden.....0,00 Euro
    Abrechnung (Stichtag 21.10.2005)
    bereits getilgt......0,00 Euro
    es verbleiben......0,00 Euro
    Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung.....0,00 Euro


    Bei den Erläuterungen folgender Text:


    Das Finanzamt hat die Besteuerungsgrundlagen gemäß § 162 AO geschätzt, weil Sie trotz Aufforderung bisher keine Steueranmeldung abgegeben haben. Reichen Sie bitte Ihre Steueranmeldung unverzüglich nach, denn die Schätzung befreit Sie nicht von Ihrer Erklärungspflicht. Trotz der Schättzung kann eine Steuerstraftat/-widrigkeit vorliegen. In diesem Fall kann möglicherweise Straffreiheit/Bußgeldfreiheit erlangt werden, wenn eine Steueranmeldung nachgereicht wird und die sich hieraus ergebenden Mehrsteuern innerhalb einer vom Finanzamt noch zu setzenden Frist entrichtet werden.


    FRAGE: Was soll das heißen???
    Ich hab doch alles korrekt gemacht!
    Also Anmeldung einer gewerblichen Tätigkeit beim Finanzamt,
    ich mache, seitdem ich meine Anlage am Netz habe, schön brav meine Umsatzsteuervoranmeldung über Elster, hab ich etwas wichtiges vergessen??
    Was ist eine Umsatzsteuer-SONDERvorauszahlung????


    Ich werd zwar sowieso mal beim Finanzamt anrufen, aber es würd mich vorab schon interessieren, worums hier geht, steh etwas auf dem Schlauch! :(


    Für Erklärungen wär ich sehr dankbar!
    Gruß
    MatthiasM.

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  • Hallo MatthiasM,


    Nur keine Panik!


    Es ist richtig, dass du für den Vorteil der Dauerfristverlängerung eine Vorauszahlung leisten musst. Das Finanzamt will nämlich nicht so lange auf das Geld warten. Deshalb wird zu Beginn des Jahres eine Art Vorauszahlung geleistet, die am Ende des Jahres abgerechnet wird. Sie beträgt 1/11 der Umsatzsteuervorauszahlungen des Vorjahres. Das musst du natürlich selber berechnen!

    Code
    1. SONDERVORAUSZAHLUNG = (UMSATZSTEUERSCHULD - VORSTEUER) * 1/11


    Nun hast du aber erst im Juli mit deiner unternehmerischen Tätigkeit begonnen und hoffentlich die Istbesteuerung gewählt.
    Da du deine Dauerfristverlängerung im Laufe des Jahres beantragt hast, wäre die Sondervorauszahlung spätestens am 10. Tag des Folgemonats an das Finanzamt fällig, für den die Dauerfristverlängerung gelten soll. Also Umsatzsteuererklärung für Juli ist fällig bis 10. August. Mit Dauerfristverlängerung bis 10. September. Zahlungstermin für die Sondervorauszahlung 10. Oktober. Am Jahresende wird die Sondervorauszahlung mit der Dezembervoranmeldung verrechnet. Gleichzeitig ist aber die 1/11 Zahlung für das nächste Jahr fällig. Das passiert also im Februar 2006.
    Das ist aber nur dann der Fall, wenn du im Antrag für die Dauerfristverlängerung etwas anderes als 0 (Null) in der Zeile: Summe der verbleibenden Umsatzsteuervorauszahlungen ... und /oder etwas anderes als 0 (Null) in die Zeile: Davon 1/11 = Sondervorauszahlung 2005 ... eingetragen hast oder diese leer gelassen hast. - Soweit die reine Lehre.


    Ich nehme mal an, dass du die Rechnung mit dem Gesamtbetrag der Anlage dem Finanzamt als Kopie vorgelegt hast und du nun die Vorsteuer schon wieder auf deinem Konto ist. Nach der Formel von oben würde deine Sondervorauszahlung negativ sein, mit der Folge, dass du ja gar keine Zahlung zu leisten hast! Darauf musst du die Finanzkasse hinweisen!
    Da es aber für dich als Existenzgründer noch keinen Dezember für die Selbstberechnung gibt, machst du keinen Fehler, wenn du bei der Finanzkasse sicherheitshalber nachfragst, wie hoch die Sondervorauszahlung sein müsste.


    Da fällt mir noch ein, wenn du dem Finanzamt mit deinen Angaben zur steuerlichen Erfassung eines Unternehmers unter Umsatz mehr als die für das Restjahr zu erwartende Vergütung angegeben hast und in der Spalte Gewinn „Null“ oder nichts eingetragen hast (an Stelle von „Verlust“), ist das Finanzamt berechtigt (nicht verpflichtet), zu schätzen. Am Ende wird zwar abgerechnet, aber einen Kredit musst du dem Finanzminister nicht unbedingt einräumen wollen. Wie der mit dem Geld umgeht, naja...


    Tschüss
    Doris


    P.S. Wichtig! Ich gehöre weder den steuerberatenden noch steuereintreibenden Berufen oder Berufsgruppen an. Hier ist meine persönliche Sichtweise dargestellt, die richtig oder auch falsch sein kann. Jedenfalls schließe ich jegliche Haftung aus.
    D.

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Danke erst mal Doris.


    Es ist richtig, dass ich die Dauerfristverlängerung angekreuzt habe. Wusste aber dabei nichts von einer Sondervorauszahlung.


    Mittlerweile hab ich beim FA mal angerufen. Eine Vertreterin des Sachbearbeiters meinte, das Ganze wäre bei mir nicht weiter schlimm,
    da ich ja sowieso für dieses Jahr keine Zahlung leisten müsse und auch im nächsten Jahr nicht, da ich ja in 2005 praktisch ein Guthaben habe, wenn man Vorsteuer und UST gegenrechnet.


    Von daher bin ich jetzt erst mal erleichtert. Außerdem überlege ich, ob ich nicht der Dauerfristverlängerung widersprechen soll, da ich die nicht unbedingt brauche. Ich hab sowieso über Elster immer schon bis zum 10. des Folgemonats (und nicht erst später) die UST-Anmeldung gemacht und das Geld überwiesen. Ich dachte mir anfangs, die Dauerfristverlängerung wär halt gut, falls man es mal nicht rechtzeitig schafft usw. Das mit der Sondervorauszahlung (1/11) muss ich jetzt nicht unbedingt haben, auch wenn es erst in 2007 wohl soweit sein wird.

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  • Da solltest du aber noch mal überlegen, denn du weißt nicht, ob du den späteren Termin noch mal brauchen wirst. Deine Anlage ist nicht so groß und die irgendwann in der Zukunft liegende Vorauszahlung sollte nicht so sehr viel höher als 50 Euro sein.
    Haut es dich mal gesundheitlich auf die Bretter und du versäumst den Termin, kriegst du von dem Amte eine freundliche, aber dringende Mahnung, verbunden mit einer unmissverständlichen Drohung.
    Niemand hindert dich deine Umsatzsteuervoranmeldung VOR dem verlängerten Termin abzugeben. Und bezahlen musst du sowieso, also hast du höchstens die Differenz zwischen 1/11 und tatsächlicher Zahlung auf dem Konto. Du hast also keinen nennenswerten Nachteil.


    Tschüss
    Doris

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  • Wenn man das so sieht, hast du schon recht. Da denk ich gleich ganz anders drüber.
    Danke!

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