Tarif für Eigenverbrauch der Wechselrichter

  • Hallo zusammen,


    meine Anlage (Inbetriebnahme 2009) hat einen Zweirichtungszähler: Einmal für den eingespeisten Strom und einmal für den Strom, den die Wechselrichter selber verbrauchen (nachts). Die Eigenverbrauchsregelung nutze ich noch nicht.
    Bisher (9 Monate) hat der Verbrauchszähler keine einzige kWh gezählt.


    Ich habe hierzu mehrere Fragen (ich habe über die Suche nichts gefunden):
    1. Der Netzbetreiber hat mich für den Eigenverbrauch beim Grundversorger (zufällig rechtlich mit dem Netzbetreiber verflochten) angemeldet. Daher zahle ich auch fleißig die Zählergrundgebühr. Ist das überhaupt zulässig, dass mir für so gut wie Null kWh ein seperater Tarif aufgedrückt wird? Auf eine bilanzielle Verrechnung hat sich der Netzbetreiber nicht eingelassen.
    2. Ich wollte sparen und zu einem anderen Versorger mit geringerer Grundgebühr wechseln. Nun wurde ich schon zwei mal abgelehnt, weil der Netzbetreiber dem neuen Versorger einen Ablehnungsbescheid mit der Begründung "Photovoltaikanlage" (mehr nicht!) geschickt hat.


    Haben andere dieselben Erfahrungen? Gibt es Musterurteile o.Ä.?


    Vielen Dank für Hilfe!


    Thomas

  • Moin Thomas,


    micht würde mal interessieren, was wohl passiert, wenn du für den Eigenverbrauchszähler gar nichts mehr bezahlst? :?
    Wenn der Zähler von VNB ist dann werden sie vermutlich den Zähler ausbauen. D.h. du musst dir einen eigenen Zähler besorgen. Von Netz abklemmen dürfen sie dich nicht, da sie den Strom laut Gesetz abnehmen und vergüten müssen.


    Der SFV vertritt zu diesem Thema folgenden Standpunkt

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
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  • EInfach nicht mehr bezahlen ist nicht unbedingt eine elegante Lösung, zumal der VNB dies dann ja auch ggf. ohne Weiteres mit der anfallenden EEG-Vergütung verrechnen könnte.
    Ich würde vermutlich versuchen, mit dem VNB bzgl. eines saldierenden Zählers ins Gespräch zu kommen, ggf. den Vertrag (Zählervertrag?) kündigen, den du bzgl. des Zweirichtungszählers unterschrieben hast oder hast du dich gar in die Fänge eines Einspeisevertrags (trotz besseren Wissens?) begeben?


    Wie groß ist eigentlich die Anlage, um die es hier geht?

  • Tach

    Zitat von za-ass

    EInfach nicht mehr bezahlen ist nicht unbedingt eine elegante Lösung, zumal der VNB dies dann ja auch ggf. ohne Weiteres mit der anfallenden EEG-Vergütung verrechnen könnte.


    Forderungen der Bezugseite, ggfs auch der eigene Grundversorger, werden nicht mit der Einspeisung zusammengewürfelt



    Beim hiesigen Grundversorger wurde zB bei einen Kuhdorfhotel mit BHKW vor Sperrung geprüft, wie denn die Summen Zahlungsrückstand Bezug und
    Gutschriften Einspeisung aussehen, da die Wärmecontracting-Firma anscheinend auch keine Kohle mehr gesehen hatte, war das BHKW nicht mehr in Betrieb.

    MfG

  • Tach

    Zitat von levithomas


    1. Der Netzbetreiber hat mich für den Eigenverbrauch beim Grundversorger (zufällig rechtlich mit dem Netzbetreiber verflochten) angemeldet.


    Wenn keine Lieferantenanmeldung vorliegt wird beim Grundversorger angemeldet, da ist so. Mit Verflechtung hat das nichts zu tun


    Wegen der Probleme beim Lieferantenwechsel: an Kunden die nichts verbrauchen verdienen die Händler ja auch nichts , also werden sich die freien Stromlieferanten auch kein Bein ausreissen


    MfG

  • Zitat von za-ass

    EInfach nicht mehr bezahlen ist nicht unbedingt eine elegante Lösung, zumal der VNB dies dann ja auch ggf. ohne Weiteres mit der anfallenden EEG-Vergütung verrechnen könnte.
    Ich würde vermutlich versuchen, mit dem VNB bzgl. eines saldierenden Zählers ins Gespräch zu kommen, ggf. den Vertrag (Zählervertrag?) kündigen, den du bzgl. des Zweirichtungszählers unterschrieben hast oder hast du dich gar in die Fänge eines Einspeisevertrags (trotz besseren Wissens?) begeben?


    Wie groß ist eigentlich die Anlage, um die es hier geht?


    einfach nicht bezahlen, mache ich momentan in dieser Situation
    mit der EEG-Vergütung verrechnen geht nicht, weil der Stromlieferant eine andere Firma ist als der Netzbetreiber (oder eine Unterfirma)
    ich bekomme jeden Monat eine Mahnung mit einer Mahngebühr etwa in der selben Höhe wie der geforderte Abschlag
    seit 3 Monaten jeweils mit der Drohung, daß bei Nichtbezahlung der Grundversorger den Netzbetreiber anweisen wird, mich vom Netz zu trennen
    ins Gespräch kommen kann man mit diesen Leuten nicht, telefonisch erreicht man ein Callcenter mit freundlichen "Callgirls"
    deren Aufgabe ist die Entgegennahme von Zählerstandsmeldungen und Adressänderungen, alles andere ist ausserhalb deren Kompetenz
    schriftlich dauert es ca. 3 Monate bis man eine Antwort bekommt und da steht dann irgendein Käse drin
    daß dieses Vorgehen vom Finanzamt gefordert ist etc.
    zuletzt wurde mir angeboten, daß ich einen saldierenden Zähler einbauen kann, wenn ich eine Bestätigung meines zuständigen Finanzamtes beibringe daß das erlaubt ist
    ist natürlich völlig utopisch zu glauben daß man so eine Bestätigung bekommen würde...


    jetzt könnte man es drauf ankommen lassen, ob sie den Anschluß trennen, obwohl da auch eine EEG-Anlage dranhängt
    und dann dagegen klagen etc.


    ist halt auch eine Überlegung ob man sich das dann antun möchte, oder ob man überhaupt einen Anwalt findet der das machen will
    wegen 45 Euro Grundgebühr im Jahr


    also: zahlen und fröhlich sein, oder prozessieren


    Gruß,
    jodl

  • Zitat von jodl

    einfach nicht bezahlen, mache ich momentan in dieser Situation


    .....


    also: zahlen und fröhlich sein, oder prozessieren


    Das heißt, du bist momentan nicht fröhlich? ....bedauerlich. :)

  • Vielen Dank für eure vielen und schnellen Antworten! :danke:


    Es handelt sich um eine Anlage mit 14 kW.


    Die Stellungnahme des SFV hatte ich auch schon einmal gefunden und dem Netzbetreiber geschickt.
    Dieser hat schriftlich ohne viel Substanz geantwortet. Telefonisch konnte ich erfahren, dass man sich auf die VDEW Richtlinie für Erzeugungsanlagen am NS-Netz bezieht:
    http://www.wsw-netz.de/EEGAnla…nerzeugungsanlagen_NS.pdf
    (Seite 66)
    Mein Netzbetreiber informiert auch hier:
    http://www.nmr-netz.de/etc/med…ngsanlagen_nmr_010710.pdf


    Es handelt sich nicht um zwei Einrichtungszähler, sondern um einen Zweirichtungszähler, so dass nicht nur einer von beiden außer Betrieb genommen werden könnte (was ja selbst bei zwei Einrichtungszählern, aus Sicht des Netzbetreibers keinen Sinn machen würde, denn der Strom würde ja weiterhin verbraucht werden).


    Ja, ich habe auch den Eindruck, dass Stromlieferanten gar nicht traurig darum sind, dass sie mich nicht beliefern können.


    Ich hatte auch zunächst nicht bezahlt und dann eine Mahnung mit Mahngebühren bekommen.
    Leider lohnt sich der Aufwand für einen Rechtsstreit nicht. Wenn das problem zwanzig Jahre lang auftaucht schon, aber dieses oder nächstes Jahr werde ich auf Eigenverbrauch umrüsten und dann tritt das Problem nicht mehr auf.


    :danke: nochmal

  • Zitat von za-ass


    Das heißt, du bist momentan nicht fröhlich? ....bedauerlich. :)


    genauso isses


    Zitat von levithomas


    Es handelt sich um eine Anlage mit 14 kW.


    Telefonisch konnte ich erfahren, dass man sich auf die VDEW Richtlinie für Erzeugungsanlagen am NS-Netz bezieht:


    in dieser Richtlinie steht auf Seite 20 unter Absatz 2.2, daß "grundsätzlich" Zweirichtungszähler zu verwenden sind
    auf Seite 66 steht dann als Erklärung, daß bis 10 kW ein saldierender Zähler zulässig sein soll
    mein Netzbetreiber sieht die Grenze bei 30 kW

    und das ist eigentlich auch der Punkt der mir an der ganzen Sache auf den Sack geht: offensichtlich gibt es überhaupt keine verbindliche Regelung für diese Problematik, anscheinend kann jeder Landesfürst das nach Gutdünken so handhaben wie er lustig ist


    Zitat von levithomas


    Ja, ich habe auch den Eindruck, dass Stromlieferanten gar nicht traurig darum sind, dass sie mich nicht beliefern können.


    ist ja auch klar, wer sollte sich schon um einen Kunden mit 5 oder 10 oder 30 kWh Jahresabnahme reißen?


    Zitat von levithomas


    Ich hatte auch zunächst nicht bezahlt und dann eine Mahnung mit Mahngebühren bekommen.
    Leider lohnt sich der Aufwand für einen Rechtsstreit nicht. Wenn das problem zwanzig Jahre lang auftaucht schon, aber dieses oder nächstes Jahr werde ich auf Eigenverbrauch umrüsten und dann tritt das Problem nicht mehr auf.


    das geht aber nur für Anlagen ab 2009, bei Anlagen nach dem EEG 2004 ist Eigenverbrauch nicht möglich