Mit welchen Utensilien Module reinigen?

  • Moin,
    habe eine Dachneigung von 10 Grad und muss deshalb meine Anlage regelmäßig vom Schmutzrand befreien.


    Zur Zeit mache ich dies noch mit einem Gartenschlauch.
    Teleskopstange habe ich auch und frage mich nun, welche Aufsätze ich nehmen soll.


    Poolbürtse ist auch vorhanden.


    Gibt es einen Gummiabzieher, den man empfehlen kann?


    MfG


    schwede133

  • Zitat von schwede133

    habe eine Dachneigung von 10 Grad und muss deshalb meine Anlage regelmäßig vom Schmutzrand befreien.
    Zur Zeit mache ich dies noch mit einem Gartenschlauch.
    Teleskopstange habe ich auch und frage mich nun, welche Aufsätze ich nehmen soll.
    Gibt es einen Gummiabzieher, den man empfehlen kann?


    Hallo,


    habe selber zwar meine Module im Sommer noch nicht gereinigt, habe das aber ebenfalls vor.
    Als Schneeräumer habe ich bereits sehr gute Erfahrungen mit einer 10m-Teleskopstange und einem so genannten Einwascher mit langen Fasern als Aufsatz gemacht (50cm breit). Das hat viel besser geklappt als mit einem Gummiabzieher.


    Genau das selbe glaube ich gilt auch für das Reinigen der Module im Sommer.
    Grund: Der Einwascher muss nur satt nass sein und dann grob über die Module bewegt werden. Die langen, flauschigen Fasern kommen dann überall von selbst hin, auch in die Modulecken ohne dass man selbst so genau arbeiten oder gar kräftig aufdrücken müsste. Das Gewicht des nassen Einwaschers reicht bereits.
    Den Gummiabzieher müsste man richtig aufdrücken und die Stange ganz genau führen und auch die Ecken erwischen, was ich mir sehr schwer vorstelle bei größerer Entfernung zum Modul. Problematisch sehe ich auch das Verkratzen, das dürfte mit dem Abzieher schneller passieren.


    Da ich Experimentiertfreudig bin und den Dingen gerne selbst auf den Grund gehe, habe ich hier schon vor Monaten ein Dachfenster als "Referenz- und Testfläche" eingerichtet :D Der Vorteil: ich kann hier eine Glasoberfläche von beiden Seiten betrachten und beurteilen und hoffe so, auch auf das Verhalten der Moduloberfläche schließen zu können.


    Das Dachfenster habe ich seit dem Frühling nicht mehr gewaschen. Es ist trotz Regen und 30°Dachneigung inzwischen mit einer feinen, staubartigen aber fest haftenden Schicht überzogen, in die man mit dem Finger deutliche Spuren ziehen kann. Vom Regen lässt sich diese Schicht nicht mehr beeindrucken, von wegen "Selbstreinigung" und so, ist alles Quatsch und funktioniert nur begrenzt!
    Ich schließe daraus, dass sich die Glasoberfläche der Module ganz ähnlich verhält und beim Blick auf die Module scheint sich das zu bestätigen, obwohl ich dort nicht wie beim Dachfenster von unten her schauen kann. Aber auch auf den Modulen lässt sich mit dem Finger eine Spur durch eine derzeit nur von der Seite aus sichtbare staubige Schicht ziehen, obwohl es kurz davor noch viel geregnet hat. Doch meine Module sind ja noch neu und ich habe bis in den März hinein Schnee geräumt.


    Sobald man aber bei Regen mit dem Finger oder einem flauschigen Stoffstück oder eben dem Einwascher drüberwischt, ist die Schicht gelockert und der Regen (oder das Wasser aus dem Gartenschlauch) schwemmt sie nach unten. Trocknet das Fenster nach dem Regen ab, ist die berührte bzw. gewischte Fläche sauber, während die unberührte Fläche nach wie vor schmutzig ist.

    Mein Fazit aus diesem Testlauf: "Von selbst" reinigen sich die Module jedenfalls nur grob. Eine Restschicht bleibt und wird über die Jahre anwachsen und ich vermute sogar, sie ist wohl die Hauptursache für die allmähliche Degradation.
    Wohlgemerkt: bei mir sind es 30°DN - wer weniger hat, dürfte noch größere Effekte haben!


    Wer im Winter Schnee räumt, dürfte das Problem nebenbei lösen, da sich dann nach meiner bisherigen Erfahrung auch diese Schmutzschicht mit ablöst. Wichtig ist, dass man ab und zu Tage erwischt, wo der Schnee auf den Modulen bereits antaut, dann hat man den nötige Wasserfilm.
    Wer im Winter keinen Schnee räumt, sollte meiner Meinung nach wenigstens im Sommer mal drüber wischen.


    Ich würde (werde) dann warten, bis es einen bedeckten Tag hat (bei Sonne sollte man ja auch keine Fenster putzen), dann gibt es keine Probleme wegen zu großer Temperaturunterschiede. Ideal wäre es, wenn es gleich nach der Reinigung regnen würde, damit die letzten Wasser- und gelösten Schmutzreste gleich abgeschwemmt werden.


    Die Sache mit dem Kalk im Wasser wird hier immer wieder genannt und einer schreibt vom anderen ab, bewiesen oder belegt hat sie aber noch keiner. Ich habe das bisher auch noch nicht getestet (gute Idee...), behaupte aber mal, dass das auf dem Dach kein Problem darstellen sollte, da es dort ja regnet und Regen ist bekanntlich auch von Natur aus leicht sauer. Kalkreste sollten also nach wenigen Regengüssen abgelöst sein.


    Ansosten, wenn du die folgenden zwei (extrem langen!) threads gelesen hast, hast du alles, was man als PV-Betreiber zu den Schneeräum- UND Waschutensilien wissen muss:


    Umfrage: Schnee entfernen
    Erfahrungen mit und Tipps zu Teleskopstangen und Schieber?
    Habe darin auch eine Mengen Details über die Werkzeuge geschrieben.


    Vielleicht machen wir hier einen ähnlich zentralen Thread zur Modulreinigung im Sommer auf?

    Gruß,
    amoss


    Ich bin ein Pessimist. Also ein Optimist mit großer Erfahrung. Denn ich weiß: Manchmal sind nur bei mir Wolken. Doch meistens scheint die Sonne bei den anderen.


    11 kwp * DN 28° * Ausrichtung 201° * Verschattungsverlust ca. 8% * Freising

  • Zitat von amoss

    Da ich Experimentiertfreudig bin und den Dingen gerne selbst auf den Grund gehe, habe ich hier schon vor Monaten ein Dachfenster als "Referenz- und Testfläche" eingerichtet :D Der Vorteil: ich kann hier eine Glasoberfläche von beiden Seiten betrachten und beurteilen und hoffe so, auch auf das Verhalten der Moduloberfläche schließen zu können.


    Das Dachfenster habe ich seit dem Frühling nicht mehr gewaschen. Es ist trotz Regen und 30°Dachneigung inzwischen mit einer feinen, staubartigen aber fest haftenden Schicht überzogen, in die man mit dem Finger deutliche Spuren ziehen kann. Vom Regen lässt sich diese Schicht nicht mehr beeindrucken, von wegen "Selbstreinigung" und so, ist alles Quatsch und funktioniert nur begrenzt!
    Ich schließe daraus, dass sich die Glasoberfläche der Module ganz ähnlich verhält und beim Blick auf die Module scheint sich das zu bestätigen, obwohl ich dort nicht wie beim Dachfenster von unten her schauen kann.


    Hallo amoss,
    ich habe mit unserem Wintergarten eine ähnliche "Testfläche", die ich am Donnerstag vor dem großen Regen mit einem Teleskop (mit weicher Bürste und Wasseranschluss an eine Regenwasserzisterne um jeglicher Verkalkungsdiskussion vorzubeugen :) ) teilweise gereinigt habe.




    Der Unterschied ist - glaube ich - recht gut erkennbar und auf den Modulen sah es ähnlich aus. Nachdem ich an die PV (im Sommer) relativ gut rankomme, habe ich die Module auch abgewaschen. Ob es was bringt, könnte man wohl nur sagen, wenn man sicher wäre, dass an 2 Tagen (vor und nach der Reinigung) identische Bedingungen herrschen. Aber egal, es war nicht soviel Arbeit und man fühlt sich danach einfach besser 8)

  • Zitat von Horst4757

    Der Unterschied ist - glaube ich - recht gut erkennbar und auf den Modulen sah es ähnlich aus.


    Hallo Horst 4757,


    ja, der Unterschied bei dir ist allerdings wirklich gewaltig :)
    Aber bei dem Staub auf deinen Bildern ist sicher auch eine Menge oberflächlicher Blütenstaub etc. im Spiel gewesen, oder?
    Denn den meine ich mit meiner Schmutzschicht nicht! Ich meine das, was übrig bleibt, wenn ein Regenschauer diese übliche, temporäre lockere Staubschicht abgewaschen hat. Also den Dreck, der sich dann auch nach mehreren Tagen Regen nicht mehr verbessert, siehe meine Bilder unten!


    Sprühe doch einfach mal eines der noch schmutzigen Fenster nur mit dem Schlauch ab, ohne irgendwelche weiteren mechanischen Putzaktionen und vergleiche dann mal, was noch an Schmutz draufbleibt und das obwohl dein Schlauch sicher mehr Druck hat als jeder Regentropfen!


    Diese Schicht macht die Oberfläche rauher und sorgt ganz sicher dafür, dass sich im Laufe der Monate immer schneller immer mehr Dreck ansammelt. Bei steileren Anlagen dürfte sich diese Schicht in der Tat spätestens im Winter mit den ersten Schneebrettern, die bei Tauwetter abrutschen wieder lösen.
    Aber erstens ist nicht sichergestellt, dass das gründlich passiert und zweitens ist dann mindestens bis dahin eine zunehmende Verschmutzung hinzunehmen.
    Bei flacheren Anlagen dagegen wird die Schicht sicher noch schneller wachsen und noch schlechter wieder abgehen.


    Es fragt sich z.B. auch, ob es was nutzt, nur Teile des Moduls zu reinigen? Ich fürchte, es wird wie mit dem Schatten sein: Wenn z.B. ein schmaler Schmutzstreifen quer über das Modul und damit alle Zell-Zeilen zieht, dürfte das ganze Modul genau so beeinträchtigt sein wie wenn es komplett verschmutzt wäre, egal wie blank geputzt der Rest ist.


    Auch die Leute von www.pvtest.ch sehen das ähnlich. Dort heißt es in der Studie "Langzeitverhalten von PV-Anlagen über mehr als 15 Jahre" unter anderem:
    "...Im Flachland tritt bei PV-Anlagen mit gerahmten Modulen, die an der unteren Kante einen geringen Abstand zwischen Rahmen und Zellen aufweisen, im Laufe der Jahre oft eine deutliche Ertragseinbusse auf. Ein schöner Teil davon ist auf die sich trotz der Reinigungswirkung des Regens allmählich entwickelnde permanente Verschmutzung zurückzuführen. Ein gewisser Teil ist die Folge irreversibler Veränderungen der Module, die bei kristallinen Modulen aber anscheinend recht gering sind..."


    Wie gesagt, meine starke Vermutung ist seit längerem, dass diese Verschmutzung den Löwenanteil der Degression ausmacht und diese damit letztlich zu einem wesentlichen Teil durch den Betreiber (Reinigen!) einfach steuerbar ist.


    Unten zeige ich mal Fotos von meiner Dachfenster-Referenzfläche (von heute), die Sache ist leider sehr schwer zu fotografieren, da kaum sichtbar und der Autofokus mir dauernd Streiche spielt und den Hintergrund statt die Scheibe scharf stellt. Wohlgemerkt, die Fotos sind vorhin gleich nach der Wischaktion entstanden und bis vor 1 Stunde hat es hier seit 48h über 60 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben! Was 60 Liter nicht schaffen, schafft kein normaler Regen heuer mehr!


    Da ich auch auf dem Dach sicherlich nicht so gründlich arbeiten kann wie eine motivierte Putzfachkraft etwa ein Fenster reinigen würde, habe ich auch meine Testfläche absichtlich nur ganz grob und nachlässig ohne jeden Druck 2x mit dem nassen Einwascher überstrichen.


    Alle folgenden Bilder zeigen links die behandelte und rechts die seit 8 Wochen unbehandelte Fläche.


    Hier kurz nach dem Regen, noch im feuchten Zustand:
    [Blockierte Grafik: http://s5.directupload.net/images/user/100724/temp/pstrpk7v.jpg]


    Hier nach dem Abtrocknen, direkt gegen den bedeckten Himmel gesehen:
    [Blockierte Grafik: http://s3.directupload.net/images/user/100724/temp/5fq83e7z.jpg]


    Hier schräg von der Seite auf die Oberfläche geblickt:
    [Blockierte Grafik: http://s10.directupload.net/images/user/100724/temp/8283yx4h.jpg]


    Und hier nochmal von innen im trockenen Zustand gegen dunklen Hintergrund geblickt:
    [Blockierte Grafik: http://s1.directupload.net/images/user/100724/temp/miqcbpku.jpg]


    Ich glaube fest, dass ein Phänomen, dass sich bereits nach 8 Wochen trotz zwischenzeitlich viel Regen so deutlich zeigt, über mehrere Monate und Jahre sehr signifikante Ertragseinbußen mit sich bringt! Für mich ein Grund, hier nicht tatenlos zuzusehen, genau wie beim Schneeräumen! :D


    Ich hoffe noch, dass sich die Sache mit dem nächsten Mal Schneeräumen nebenbei erledigt, dann kann ich vielleicht auf sommerliche Reinigungsaktionen verzichten. Ansonsten werde ich spätestens nächstes Jahr auch im Sommer ein oder zweimal rangehen.

    Gruß,
    amoss


    Ich bin ein Pessimist. Also ein Optimist mit großer Erfahrung. Denn ich weiß: Manchmal sind nur bei mir Wolken. Doch meistens scheint die Sonne bei den anderen.


    11 kwp * DN 28° * Ausrichtung 201° * Verschattungsverlust ca. 8% * Freising

  • Zitat von amoss

    Der Einwascher muss nur satt nass sein und dann grob über die Module bewegt werden. Die langen, flauschigen Fasern kommen dann überall von selbst hin, auch in die Modulecken ohne dass man selbst so genau arbeiten oder gar kräftig aufdrücken müsste. Das Gewicht des nassen Einwaschers reicht bereits.


    Wenn Du das mal bei Deinem Auto machst wirst Du sehen das es nur in dem Moment sauber aussieht wo die Fläche noch naß ist - nach dem trocknen ist alles so wie vorher, bzw. nur verschmiert :juggle:


    Zitat von Horst4757

    ich habe mit unserem Wintergarten eine ähnliche "Testfläche", die ich am Donnerstag vor dem großen Regen mit einem Teleskop (mit weicher Bürste und Wasseranschluss an eine Regenwasserzisterne um jeglicher Verkalkungsdiskussion vorzubeugen :) ) teilweise gereinigt habe.


    So werde ich das auch mal machen bei meinen flächen Dächern :wink:


    Gruß Rolf

  • Hallo ich habe auch lange im Netz gesucht und mich informiert. Ich habe mir jetzt bei http://www.wischmop-shop.de was gekauft was echt super genial klappt. Die haben da so einen PV Anlagen Halter mit Teleskopstange und so eine Flasche die entmineralisiertes wasser herstellt. Mit dem Wasser bekomme ich nicht nur die Anlage perfekt saueber sondern es trocknet auch rückstandslos weg. Auch das Problem mit dem Kalk im Wasser ( ist hier bei uns echt ein Problem) habe ich damit im Griff bekommen.
    Hier der Link http://www.wischmop-shop.de/pr…nigung-wasser-c-_113.html


    Ich habe mir jetzt nachträglich noch so eine weiche Bürste bestellt die ich anstelle des PV Halters anschraube und mach dann damit von aussen so ein Giebelfenster sauber. Leider kann ich durch einen Schrank das Fenster nicht richtig öffnen war echt immer voll der Krampf das mal 1 x im Jahr sauber zu machen von aussen. Klappt echt klasse hätte ich nicht gedacht, nur jetzt möchte meine Frau das ich damit auch die großen Terassenfenster auch damit sauber mache :twisted: na super - vorher hat die das immer gemacht ....


    Grüße

  • Wenn Du schon für deine Firma Werbung machst, dann steh wenigstens dazu, anstatt nette Begebenheiten aus dem Alltag zu erfinden.


    Domanigrandesole

  • Zitat von Domanigrandesole

    Wenn Du schon für deine Firma Werbung machst, dann steh wenigstens dazu, anstatt nette Begebenheiten aus dem Alltag zu erfinden.


    . . habe ich mir auch gedacht - und der Geschäftsführer von dem Laden heißt zufällig Andreas :roll:
    Andy007_007 - stell doch Deine Anlage mal vor (vielleicht mit Foto, damit man alle Fenster sieht, die Du so putzen darfst :mrgreen: ). Mich würde schon interessieren wie eine 3,045kWp-Anlage aussieht (Anzahl Module und WR) :danke:


    Noch was - ich verwende diese Dinger (bekomme leider keine Provision :( ):
    http://www.cleaning-tools.de/d…sserdurchlaufstangen.html
    http://www.cleaning-tools.de/d…tegory/Waschbuersten.html

    Grüße
    Horst

    ______________
    5,58 kWp Solara S880TI; SB5000TL-20; 200°/DN 30°
    2010: 1.055 kWh/kWp; 2011: 1.235 kWh/kWp; 2012: 1.134 kWh/kWp; 2013: 1.045 kWh/kWp; 2014: 1.089 kWh/kWp; 2015: 1.120 kWh/kWp
    Solarlog mit Link zu Sonnenertrag

  • Hallo ihr fleißigen Putzmänner und -Frauen,


    seit langem habe ich vor, unsere Anlage zu säubern.
    Ganz sympatisch dafür scheint mir ein langer wasserführender Stil mit Wischmop.
    Nur, der Wischmop ist doch trotz Wasserführung (ca. 120 Liter pro Stunde kommen mir nicht wirklich viel vor) nach kurzer Zeit verdreckt und muss gereinigt oder muss erneuert werden, oder?


    Noch passender fände ich die Varinate aus einem Shop mit drehender Bürste, die dort aber nur bis zu einer Länge von 2 Meter angeboten wird. Hier hätte ich vermutlich das obige Problem mit dem dämlichen Schmutz nicht. Oder gibts die auch irgendwo mit längerem Stil?


    Ich bin jetzt nicht wirklich erfahren im Umgang mit solchen Untensilien, bin deshalb echt dankbar für Eure Anstöße :danke: